Diese Arbeit befasst sich anhand eines Praxisbeispiels mit dem Stand der Ausbildung und des Unterrichts in den Pflegeberufen und versucht anhand der gesetzlichen Vorgaben Möglichkeiten und Probleme der neu erforderten Handlungsorientierung zu ergründen.
Ab dem 01.01.2020 treten für die Gesundheits- und Krankenpflege, die Altenpflege sowie die Kinderkrankenpflege umfangreiche Reformen in Kraft. Waren bis zu diesem Zeitpunkt alle drei Berufsfelder mit einer separaten, eigenständigen Ausbildung vorgesehen, so werden diese drei Ausbildungszweige ab Januar 2020 zu einem einheitlichen Berufsbild zusammengefasst: "Pflegefachfrau/ Pflegefachmann". Diese "generalistische Ausbildung" regelt das Pflegeberufereformgesetz sowie die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe . Die Ausbildung zur Pflegefachfrau/Pflegefachmann dauert drei Jahre – längstens 5 Jahre und staffelt sich in Pflichteinsätzen in Akutpflege, Langzeitpflege und ambulante Pflege, Psychiatrie und Pädiatrie, weiteren Einsätzen sowie einem Vertiefungseinsatz im dritten Ausbildungsjahr.
Wie schon Eingangs beschrieben stellt die gesetzlich geforderte Handlungsorientierung vor neue Herausforderungen. . Vor allen die Heterogenität der Ausbildungsjahrgänge in der zukünftigen generalistischen Pflegeausbildung fordert Lehrende auf, Fallbeispiele auszuwählen, die erstens von allen Lernenden nachvollziehbar und anschlussfähig sind und zweitens in den Erfahrungsbereich der Lernenden fällt. So ist es beispielsweise für Auszubildende, die an einer Altenpflegeeinrichtung angestellt sind schwierig, Fallbeispiele aus der Akutpflege nachzuvollziehen, während es umgekehrt eine Herausforderung darstellt, Fallbeispiele aus der Erlebenswelt eines Altenpflegers zu folgen. Hier muss also ein Kompromiss gefunden werden, bzw. mit individuellen Handlungssituationen gearbeitet werden.
Um hier einen "Status Quo" zu markieren stellen sich folgende Fragen:
1. In wie weit gestalten wir bereits zum jetzigen Zeitpunkt Unterricht handlungsorientiert?
2. In welchen Bereichen haben wir noch Nachholbedarf?
3. Welchen Weiterbildungsbedarf haben wir im Bereich der Handlungsorientierung um den gesetzlichen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen?
Zur Klärung dieser Fragestellung soll ein Evaluationskonzept erstellt werden, welches Inhalt der vorliegenden Fallarbeit ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung der Herausforderung
1.1 Handlungsorientierung
1.2 Die lernende Organisation
1.3 Problemstellung
2. Fallanalyse und Evaluationskonzept
2.1 Ziel
2.2 Aktuelle Datenlage
2.3 Mögliche Handlungsoptionen
2.4 Ausgewählte Handlungsoption
2.5 Diskussion der Lösungsvorschläge
2.6 Befragungsdesign
2.7 Entwicklung eines kriterienbasierten Evaluationskonzept
3. Beschreibung der Weiterbildungseinrichtung
3.1 Name, Träger, Ziele und Leitbild der Einrichtung
3.2 Anzahl interne und externe Mitarbeiter (z.B. externe Trainer)
3.3 Organisationsstruktur der Einrichtung
3.4 Zielgruppen/Kunden der Einrichtung
3.5 Inhaltliche Schwerpunkte des Bildungs-/Beratungsangebots der Einrichtung
3.6 Methodische Ansätze der Einrichtung
3.7 Einbindung der Einrichtung in das gesellschaftliche Umfeld
3.8 Aktuelle Herausforderungen der Organisation
3.9 Eigene Rolle in der Organisation
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines Evaluationskonzepts zur Überprüfung der Umsetzung von handlungsorientiertem Unterricht im Rahmen der generalistischen Pflegeausbildung an einer Bildungseinrichtung, um einen Status Quo zu ermitteln und Fortbildungsbedarfe der Lehrkräfte zu identifizieren.
- Implementierung handlungsorientierter Unterrichtsmethoden nach gesetzlichen Reformen
- Analyse des Ist-Zustands der Unterrichtsgestaltung durch ein kriterienbasiertes Evaluationsdesign
- Berücksichtigung der Heterogenität der Ausbildungsjahrgänge
- Strategische Ausrichtung der Bildungseinrichtung als lernende Organisation
Auszug aus dem Buch
1.1 Handlungsorientierung
Damit der gesetzlichen Anforderung nach einer handlungsorientierten Abschlussprüfung Rechnung getragen werden kann, bedarf es einer Umsetzung von Handlungsorientierung im schulinternen Curriculum der GA. Die Rahmenpläne der Fachkommission sehen handlungsorientierte Lernprozesse vor, die übergreifend an den unterschiedlichen Lernorten (Pflegeschule sowie Pflegepraxis) angeboten und angebahnt werden 6 .
Hier soll an dieser Stelle der Begriff „Handlungsorientierung“ näher beleuchtet werden.
Schon Pestalozzi spricht von einer „Einheit von Kopf, Herz und Hand“ 7. Erste Konzepte von Handlungsorientierung lassen sich bei Dewey und Kilpatrick im Ansatz „Learning by doing“ finden“ 8. In der Handreichung der Kultusminister lassen sich für Handlungsorientierung folgende Kennzeichen umreißen:
• Didaktische Bezugspunkte sind Situationen, die für die Berufsausübung relevant sind (Lernen für Handeln)
• Den Ausgangspunkt des Handlungslernens bilden selbst ausgeführte, oder aber gedanklich nachvollzogene Handlungen (Lernen durch Handeln)
• Handlungen müssen von den Lernenden möglichst eigenständig geplant, ausgeführt, reflektiert, ggf. angepasst und schließlich bewertet werden.
• Handlungen sollten eine ganzheitliche Erfassung der beruflichen Realität fördern und z.B. technische, ökonomische, rechtliche, ökologische und soziale Aspekte einbeziehen.
• Handlungen müssen in die individuellen Erfahrungen der Lernenden integriert und in Bezug auf ihre sozialen Auswirkungen reflektiert werden.9
Inhalte des handlungsorientierten Unterrichts sollen sich also auf typische berufliche Handlungen beziehen und sich demzufolge an realistischen Arbeitsprozessen orientieren 10 .
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung der Herausforderung: Erläutert die Auswirkungen der Pflegeberufereform auf die Bildungseinrichtung und definiert zentrale pädagogische Begriffe wie Handlungsorientierung und lernende Organisation.
2. Fallanalyse und Evaluationskonzept: Beschreibt die methodische Vorgehensweise zur Evaluation der Unterrichtsqualität unter Berücksichtigung von Kosten und dem aktuellen Kompetenzstand des Kollegiums.
3. Beschreibung der Weiterbildungseinrichtung: Liefert einen detaillierten Überblick über die Strukturen, Zielgruppen und aktuellen Rahmenbedingungen der betrachteten Bildungseinrichtung.
Schlüsselwörter
Handlungsorientierung, Generalistische Pflegeausbildung, Evaluationskonzept, Pflegeberufereformgesetz, Didaktik, Lernende Organisation, Unterrichtsqualität, Praxisanleiter, Kompetenzorientierung, Fallarbeit, Schulentwicklung, Theorie-Praxis-Transfer, Pflegeschule, Strategisches Management, Curriculum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Fallarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Evaluationskonzepts für eine Pflegeschule, um sicherzustellen, dass die gesetzlich geforderte Handlungsorientierung erfolgreich im theoretischen Unterricht umgesetzt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die Umstellung auf die generalistische Pflegeausbildung, die pädagogische Umsetzung von Handlungsorientierung sowie das Qualitätsmanagement in einer Weiterbildungseinrichtung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme des derzeitigen Unterrichts hinsichtlich handlungsorientierter Elemente und die Ableitung konkreter Fortbildungsbedarfe für das Kollegium.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Datenerhebung vorgeschlagen?
Es wird ein dreiteiliges Design empfohlen: Unterrichtsbesuche durch evaluierende Mitarbeiter, Selbstreflexionsfragebögen für Lehrkräfte und Evaluationsfragebögen für die Lernenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Analyse des Status Quo mittels SWOT-Analyse, die Begründung für das interne Evaluationsdesign sowie die detaillierte Ausarbeitung der Evaluationsphasen inklusive der Fragebogengestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Handlungsorientierung, generalistische Pflegeausbildung, Evaluationskonzept, Kompetenzorientierung und Qualitätssicherung.
Wie geht die Autorin mit der Heterogenität der Ausbildungsjahrgänge um?
Die Autorin erkennt, dass durch die Generalistik verschiedene Vorerfahrungen aufeinandertreffen, und schlägt vor, den Unterricht durch lebensnahe Fallbeispiele und die Arbeit mit individuellen Praxisfällen an die Erlebenswelt der Lernenden anzupassen.
Warum wurde eine interne Evaluation gewählt?
Aufgrund begrenzter Budgets und der zeitlichen Dringlichkeit sowie der bereits vorhandenen fachlichen Expertise von Mitarbeitern vor Ort wurde die interne Lösung als effizienteste Variante identifiziert.
- Quote paper
- Simone Janotta (Author), 2019, Wie gelingt handlungsorientierter Unterricht in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung? Entwicklung eines Evaluationskonzeptes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506927