In der Arbeit werden die wesentlichen Eigenkapital- und Liquiditätsregelungen nach Basel III erläutert. Die Eigenkapitalrichtlinie Basel III wurde 2010 vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht beschlossen. Im Ausschuss sitzen sowohl Mitglieder der Notenbanken als auch Bankaufseher aus 27 Ländern. Ziel des Ausschusses war es, die Widerstandsfähigkeit des kompletten Bankensektors gegenüber Stresssituationen im Bereich der Finanzdienstleistungen signifikant zu erhöhen. Diese Entscheidung fiel, nachdem im Jahr 2007 während der weltweiten Finanzkrise klar wurde, dass das vorhandene Eigenkapital im Verhältnis zu den Risiken meist nicht ausreichte und daher führende Großbanken von den jeweiligen Staaten gerettet werden mussten. Die bis dahin geltende Eigenkapitalrichtlinie Basel II wurde 2010 im Zuge einer Modifizierung durch Basel III ersetzt. Grundsätzlich regelt Basel III die gleichen Sektionen wie Basel II, jedoch in verschärftem Maße. Vor allem die Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen wurden einer Neuordnung unterzogen. Das Eigenkapital einer Bank setzt sich aus hartem Kernkapital, weichem Kernkapital und Ergänzungskapital zusammen.
Das harte Kernkapital dient als Stabilisator in möglichen Krisensituationen und besteht aus mehreren Elementen. Es setzt sich weitgehend zusammen aus Stammaktien, beziehungsweise deren Äquivalent bei Nicht-Aktiengesellschaften, aus Gewinnrücklagen der Bank und aus anderen offenen Rücklagen. Zudem besteht es sowohl aus Aufgeld, das aus der Emission von Stammaktien stammt, als auch aus eingeschränkten Minderheitenanteilen Dritter am harten Kernkapital, vorausgesetzt, diese erfüllen die Anerkennungskriterien. Das weiche Kernkapital setzt sich aus schwächeren Bestandteilen bezüglich der Verlustteilnahme zusammen. Darunter fallen etwa stille Einlagen, falls diese die vorgegebenen Kriterien des weichen Kernkapitals erfüllen, sowie Kapitalinstrumente wie Vorzugsaktien und das Aufgeld, das aus der Emission dieser gewonnen wird. Auch das weiche Kernkapital kann Minderheitenanteile Dritter enthalten, solange die Kriterien zur Anerkennung erfüllt sind. Das Ergänzungskapital ist ebenfalls ein Bestandteil des Eigenkapitals einer Bank und beinhaltet beispielsweise Genussrechte und langfristige Verbindlichkeiten, jedoch wiederum nur, falls diese den entsprechenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen genügen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Neue Eigenkapital- und Liquiditätsregeln
2.1 Erhöhung der Qualität des Kapitals
2.2 Quantitative Verschärfungen
2.2.1 Kapitalpuffer
2.2.2 Kontrahentenrisiko
2.3 Neue Liquiditätsregeln nach Basel III
2.3.1 Liquidity Coverage Ratio
2.3.2 Net Stable Funding Ratio
2.3.3 Leverage Ratio
2.4 Rechtliche Umsetzung
3. Bewertung der Regelung nach Base IIII
3.1 Positiv
3.2 Negativ
4. Persönliches Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Studienarbeit untersucht die Anforderungen von Basel III an die Liquidität und das Eigenkapital von Banken. Ziel ist es, die neuen regulatorischen Regelungen detailliert darzustellen und eine fundierte Bewertung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Finanzsektor vorzunehmen.
- Anforderungen an die Qualität und Zusammensetzung des Eigenkapitals
- Einführung quantitativer Liquiditätskennzahlen (LCR, NSFR, Leverage Ratio)
- Bedeutung von Kapitalpuffern zur Risikominimierung
- Kritische Analyse der positiven und negativen Auswirkungen der Regulierung
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Liquidity Coverage Ratio (LCR)
Die Liquidity Coverage Ratio soll die kurzfristige Versorgung der Banken mit ausreichend erstklassigen liquiden Aktiva garantieren. Das bedeutet konkret, dass die Kreditinstitute jederzeit einen Bestand an hochliquiden Mitteln vorhalten müssen, der ihnen die Möglichkeit gibt, den über einen kurzen Zeitraum auftretenden, kumulierten Nettozahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dieser „kurze Zeitraum“ wird durch die in Basel III spezifizierten schweren Stressszenarien auf 30 Tage festgeschrieben. Hauptaufgabe dieses Liquiditätspuffers ist es zu gewährleisten, dass den Banken bei einem akuten Liquiditätsschock genügend Zeit bleibt, um kurzfristige Anpassungsmaßnahmen zu verwirklichen. Die Stressszenarien sollen möglichst realitätsgetreu sein, deshalb orientieren sich die Umstände der Szenarien an jenen, die während dem Einsetzen der Finanzkrise weltweit herrschten. Um ein „worst-case“-Szenario handelt es sich dennoch nicht.
Die Umstände dieser Stressszenarien definieren sich durch eine enorme Abstufung des publigen Ratings des Finanzinstituts, dem partiellen Verlust von Einlagen, dem „Verlust unbesicherter Großkundemittel“, einem beträchtlichen Anstieg von Abschlägen auf den Sicherungswert besicherter Finanzierungen, zunehmenden Sicherheitsanforderungen bei Derivatgeschäften und excessiven Anforderungen nichtvertraglicher und vertraglicher außerbilanzieller Engagements, inklusive fest zugesagter Kredit- und Liquiditätsfazilitäten. Zu erwartende Zahlungsabgänge werden mit 100% berücksichtigt, zu erwartende Zahlungseingänge hingegen nur mit 75%. Die Differenz zwischen Nettoabfluss von Barmitteln und dem erstklassigen Liquiditätspuffer muss ≥ 0 zugunsten des Puffers sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehungsgeschichte von Basel III als Reaktion auf die globale Finanzkrise und erläutert die Zielsetzung der neuen Eigenkapitalrichtlinien.
2. Neue Eigenkapital- und Liquiditätsregeln: Dieses Kapitel erläutert die verschärften qualitativen und quantitativen Anforderungen an das Eigenkapital sowie die neu eingeführten Liquiditätskennzahlen.
3. Bewertung der Regelung nach Base IIII: Hier erfolgt eine kritische Abwägung der neuen Regeln, wobei sowohl positive Stabilitätseffekte als auch negative Auswirkungen auf die Ertragslage und Kreditvergabe diskutiert werden.
4. Persönliches Fazit: Der Autor bewertet Basel III als notwendigen und richtigen Schritt, um die Krisenfestigkeit des Finanzsystems nachhaltig zu stärken.
Schlüsselwörter
Basel III, Eigenkapital, Liquidität, Bankenregulierung, Liquidity Coverage Ratio, Net Stable Funding Ratio, Leverage Ratio, Kapitalpuffer, Finanzkrise, Bankenaufsicht, Risikomanagement, Finanzdienstleistungssektor, Stressszenarien, Kernkapital, Ertragsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die regulatorischen Veränderungen durch Basel III und deren Auswirkungen auf die Liquiditäts- und Eigenkapitalvorgaben für Banken.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen die Qualität des Kapitals, quantitative Verschärfungen durch Puffer, Liquiditätskennzahlen wie LCR und NSFR sowie die rechtliche Umsetzung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine detaillierte Darstellung der neuen Regelungen sowie eine kritische Bewertung der Vor- und Nachteile für den Finanzsektor.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Literaturarbeit, die auf Fachpublikationen der Deutschen Bundesbank, des Basler Ausschusses und relevanter Finanzliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der technischen Neuerungen (Kapital, Puffer, Liquidität) und eine anschließende wertende Analyse dieser Instrumente.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Basel III, Eigenkapitalanforderungen, Liquiditätsregeln (LCR, NSFR) und die Stabilität des Finanzsystems.
Was unterscheidet die LCR von der NSFR?
Die LCR fokussiert auf die kurzfristige Liquiditätssicherung (30 Tage), während die NSFR auf die langfristige strukturelle Stabilität der Fristenkongruenz abzielt.
Welche Kritik äußert der Autor an der Umsetzung?
Der Autor kritisiert unter anderem das Too-big-to-fail-Dilemma, die mögliche Verknappung der Kreditvergabe und die ungleiche Belastung verschiedener Bankgeschäftsmodelle.
- Quote paper
- Maximilian Robl (Author), 2016, Anforderungen an die Liquidität von Banken durch Basel III. Darstellung und Beurteilungen der wesentlichen Regelungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506932