In diesem Praktikumsbericht wird ein exemplarischer Lehrversuch für die 8. Klasse im Fach Geschichte genauer erläutert, sowie ein Hospitationsschwerpunkt besprochen. Als Hospitationsschwerpunkt wurde der Einsatz von Medien beim historischen Lernen ausgewählt. Die These lautet "kein Unterricht ohne Quelle". Es folgen ein Unterrichtsentwurf zum Thema "Goldene Zwanziger" mit didaktischen Überlegungen sowie eine kritische Reflexion zur gehaltenen Unterrichtsstunde.
Die Verwendung von Quellen als Medien historischen Lernens ist ein wesentlicher Baustein für einen guten Geschichtsunterricht. Die Schüler können darüber die Unterscheidung zwischen Quelle und Darstellung lernen, sie werden zu einer eigenen Urteilsbildung angeregt, zum selbstständigen Denken bewogen und sie können die Vergangenheit sehr anschaulich und präzise wahrnehmen.
Aufgrund dessen ist es wichtig, dass Quellenarbeit in vielfältiger Weise an die Schüler:innen herangetragen wird und das Herzstück des Geschichtsunterrichts bildet. Auch für die Lehrkraft scheint die Verwendung von historischen Zeugnissen sehr wichtig zu sein, was sich an der Anzahl verwendeter Quellen aus dem Hospitationsprotokoll ableiten lässt. Festhalten kann man außerdem, dass die Lehrperson sehr bemüht ist, viele unterschiedliche Quellengattungen einzubinden. Hierbei wird auch darauf geachtet, dass es sich nicht immer nur um Text- oder Bildquellen handelt, die sich durch Schriftlichkeit und Bildlichkeit auszeichnen, sondern dass auch an die Mündlichkeit zum Beispiel bei Musik und an die Gegenständlichkeit bei Sachquellen gedacht wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Reflexion der persönlichen Erwartungen vor dem Praktikum
2 Ausführlicher Hospitationsbericht
2.1 Theoretische Vorbetrachtung zum Hospitationsschwerpunkt
2.2 Dokumentation/ Darstellung der empirischen Beobachtungen
2. 3 Reflexion zur unterrichtspraktischen Umsetzung des Hospitationsschwerpunktes/ Schlussfolgerungen
3 Ausführlicher Stundenentwurf
3.1 Thema der Unterrichtseinheit und Verortung im jeweiligen Lehrplan und der entsprechenden Lerneinheit
3.2 Bedingungsanalyse/ Klassensituation und Lernvoraussetzungen
3.3 Zielstellung der Stunde (WKW)
3.4 Begründung des didaktisch-methodischen Vorgehens (Methoden, Medien, Quellen)
3.5 Verlaufsplan in tabellarischer Form
3.6 Kritische Reflexion der gehaltenen Unterrichtsstunde
4 Reflexion der Erfahrungen während des Praktikums
Zielsetzung & Themen
Ziel dieses Praktikumsberichts ist die kritische Auseinandersetzung mit der schulpraktischen Umsetzung des Geschichtsunterrichts, wobei insbesondere die Rolle von Medien und Quellen bei der Vermittlung historischer Lerninhalte im Fokus steht.
- Einsatz und didaktische Aufbereitung von Quellen im Geschichtsunterricht
- Analyse von Methoden zur Aktivierung von Vorwissen und Ergebnissicherung
- Planung und Reflexion einer Unterrichtsstunde zum Thema "Die Goldenen Zwanziger"
- Reflexion des Lehrer-Schüler-Verhältnisses und der eigenen professionellen Entwicklung
- Bedingungsanalyse einer 8. Klasse an einer Gemeinschaftsschule
Auszug aus dem Buch
2.1 Theoretische Vorbetrachtung zum Hospitationsschwerpunkt
Im Folgenden möchte ich einige Vorbemerkungen zu meinem gewählten Beobachtungsschwerpunkt unter geschichtsdidaktischer Perspektive darlegen. Als Hospitationsschwerpunkt habe ich mir den Einsatz von Medien historischen Lernens ausgewählt. Den Begriff der Medien kann man sehr weit fassen und man bezeichnet hiermit alles, was für den Vermittlungsprozess im Unterricht entscheidend ist (vgl. Baumgärtner 2019, S.113). Außerdem sollte zwischen Quellen und Medien unterschieden werden, da nicht alle Medien auch gleichzeitig Quellen sind. Der synonyme Gebrauch ist somit falsch. Ein Medium bezeichnet all das, was „primäre oder sekundäre Aussagen über Geschichte beinhaltet“ (ebd., S.115). So ist ein Schulbuch ein Medium, genauso wie eine Tageszeitung. „Quellen sind dagegen solche Medien, die in der Vergangenheit entstanden sind und uns heute vorliegen. Ihr Kennzeichen ist eine signifikante zeitliche Differenz zwischen ihrer Entstehungszeit und der gegenwärtigen Nutzung“ (ebd.).
Eine weitere Unterteilung bezieht bei den Medien des Geschichtsunterrichts nicht nur Quellen und Darstellungen mit ein, sondern auch die Unterrichtsmedien, wie zum Beispiel einen Lehrervortrag oder die Schrift an der Tafel. Durch eine Klassifizierung der Sinnesqualitäten in Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Bildlichkeit, Gegenständlichkeit, Körperlichkeit und Virtualität lassen sich verschiedene Medien kategorisieren (vgl. ebd., S.118). Ich möchte den Begriff Medien historischen Lernens enger fassen und mein Augenmerk nur auf Quellen an sich legen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Reflexion der persönlichen Erwartungen vor dem Praktikum: Die Autorin legt ihre Ziele dar, darunter der Wunsch nach mehr Sicherheit im Umgang mit dem Lehrplan, die Weiterentwicklung didaktischer Fähigkeiten und die Einbindung der Schülerschaft.
2 Ausführlicher Hospitationsbericht: Dieses Kapitel widmet sich der theoretischen Fundierung der Quellenarbeit und dokumentiert deren praktische Anwendung in 23 Unterrichtsstunden.
3 Ausführlicher Stundenentwurf: Hier wird detailliert die Planung einer Unterrichtsstunde zum Thema "Die Goldenen Zwanziger" inklusive Bedingungsanalyse und kritischer Reflexion dargestellt.
4 Reflexion der Erfahrungen während des Praktikums: Die Autorin resümiert ihre Entwicklung vom ersten Lehrversuch bis zum Ende des Praktikums und reflektiert ihre Rolle im Lehrerkollegium sowie das Feedback ihres Mentors.
Schlüsselwörter
Geschichtsdidaktik, Quellenarbeit, Hospitationsbericht, Unterrichtsplanung, Goldene Zwanziger, Medien historischen Lernens, Schüleraktivierung, Lehrer-Schüler-Gespräch, Reflexion, Methodenkompetenz, Gemeinschaftsschule, Lehrplan Sachsen, Historisches Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Praktikumsbericht grundsätzlich?
Der Bericht dokumentiert die Schulpraktischen Studien IV/V im Fach Geschichte an einer Oberschule, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der didaktischen Nutzung von Quellen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen und praktischen Quellenarbeit, der Unterrichtsplanung im Fach Geschichte und der professionellen Selbstreflexion der angehenden Lehrkraft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Die Autorin untersucht, wie der Einsatz von Medien historischen Lernens den Geschichtsunterricht bereichern kann und wie sich eine Unterrichtseinheit erfolgreich planen und umsetzen lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode des Hospitationsprotokolls sowie die deskriptive und kritische Reflexion des eigenen Lehrerhandelns auf Basis geschichtsdidaktischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil des Berichts behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Vorbetrachtung zu Medien und Quellen, einen Hospitationsbericht sowie einen detaillierten Stundenentwurf zum Thema "Die Goldenen Zwanziger".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Geschichtsdidaktik, Quellenarbeit, Unterrichtsplanung, Reflexion und schulpraktische Studien.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Mentors in ihrem Praktikum?
Die Autorin hebt die "Win-Win-Situation" hervor und betont die hilfreiche Unterstützung, das konstruktive Feedback und die Freiheit, die ihr bei der Unterrichtsgestaltung gelassen wurde.
Welche Herausforderungen nennt die Autorin in der Reflexion ihrer gehaltenen Unterrichtsstunde?
Sie berichtet von Schwierigkeiten bei der klaren Instruktion zur Einzelarbeit sowie von Unruhephasen während der Übergänge, die jedoch durch klare Ermahnungen und Strukturierung gemeistert werden konnten.
- Quote paper
- Stephanie Mütterlein (Author), 2019, Historisches Lernen und Quellenarbeit im Fach Geschichte (8. Klasse). Praktikumsbericht und Unterrichtsentwurf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506947