Historisches Lernen und Quellenarbeit im Fach Geschichte (8. Klasse). Praktikumsbericht und Unterrichtsentwurf


Praktikumsbericht / -arbeit, 2019

27 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Reflexion der persönlichen Erwartungen vor dem Praktikum

2 Ausführlicher Hospitationsbericht
2.1 Theoretische Vorbetrachtung zum Hospitationsschwerpunkt
2.2 Dokumentation/ Darstellung der empirischen Beobachtungen
2.3 Reflexion zur unterrichtspraktischen Umsetzung des Hospitationsschwerpunktes/ Schlussfolgerungen

3 Ausführlicher Stundenentwurf
3.1 Thema der Unterrichtseinheit und Verortung im jeweiligen Lehrplan und der entsprechenden Lerneinheit
3.2 Bedingungsanalyse/ Klassensituation und Lernvoraussetzungen
3.3 Zielstellung der Stunde (WKW)
3.4 Begründung des didaktisch-methodischen Vorgehens (Methoden, Medien, Quellen)
3.5 Verlaufsplan in tabellarischer Form
3.6 Kritische Reflexion der gehaltenen Unterrichtsstunde

4 Reflexion der Erfahrungen während des Praktikums

5 Literaturverzeichnis

6 Anlagen

Die Unterrichtsmaterialien im Anhang wurden aus urheberrechtlichen Gründen teilweise von der Redaktion entfernt.

1 Reflexion der persönlichen Erwartungen vor dem Praktikum

Von dem vierwöchigen Praktikum verspreche ich mir einen breitgefächerten Einblick in das Unterrichten des Fachs Geschichte mit seinen Schwierigkeiten und Problemen, aber auch Chancen und Möglichkeiten. Ich erhoffe mir meine bereits erlernten Fähigkeiten aus dem Stu­dium anwenden zu können, aber auch viele neue Erfahrungen zu sammeln und mich in Bezug auf das Unterrichten weiterzuentwickeln. Ich würde mir wünschen, dass ich sicherer im Um­gang mit dem sächsischen Lehrplan werde und das Planen einer Stunde nicht mehr so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie zu Beginn des Studiums. Außerdem würde ich gern versuchen, vielfältige didaktische Prinzipien in meinen Unterrichtsstunden zu integrieren, um einen guten Geschichtsunterricht den Lernenden anbieten zu können. Auch bei der Arbeit mit der Schüler­schaft würde ich gern an mir arbeiten und mehr Sicherheit im Auftreten vor der Klasse gewin­nen wollen. Frühere Unterrichtsversuche haben mir auch gezeigt, dass ich an einem ange­messenen Schwierigkeitsgrad arbeiten muss. Das würde ich mir ebenfalls gern zu Herzen nehmen. Ich sehe das Praktikum ebenso als eine Chance, um an meinem Durchsetzungsver­mögen zu arbeiten und meinen eigenen Stil im Unterrichten zu finden. Doch besonders in Bezug auf die Schüler*innen erhoffe ich mir, dass der gemeinsame Unterricht Spaß macht und ich mich auch nach dem Praktikum noch bekräftigt fühle, diesen Job später auszuüben. Von meinem Mentor wünsche ich mir, dass ich eine starke Person unterstützt, die auf der einen Seite mir gute Tipps und Hinweise gibt, die ich für meinen Unterricht mitnehmen kann und auf der anderen Seite mir jedoch auch die Freiheit für neue Ideen zur Unterrichtsgestaltung lässt und ich diese auch in die Tat umsetzen darf. Es wäre schön, wenn unsere Anschauungen in Bezug auf guten Unterricht nicht zu weit auseinander driften würden. Eine gute technische Ausstattung in der Schule wäre außerdem sehr hilfreich. Es wäre schön, wenn ich hierbei auf gute Voraussetzungen treffen würde, um den Unterricht für die Schüler etwas anschaulicher zu gestalten. Für mein Praktikum wünsche ich mir ebenfalls, dass es nicht nur um das reine Hospitieren und eigene Unterrichten geht, sondern dass mir auch die Möglichkeit gegeben wird, Einblicke in die Leistungsüberprüfung zu erhalten. Vielleicht eröffnet sich auch die Mög­lichkeit, dass ich einen Test selbstständig gestalten und kontrollieren darf und somit auch in diesem Bereich meinen Horizont erweitern könnte. Vom Lehrerkollegium würde ich mir wün­schen, dass ich freundlich aufgenommen und würdigend integriert und nicht nur als „die Stu­dentin von der Uni“ gesehen werde. Ich hoffe, dass bei Fragen allgemeiner Natur auch andere Lehrer bereit sind mir zu helfen bzw. mich zu unterstützen. Auch Hospitationen bei anderen Fachlehrern würde ich begrüßen.

2 Ausführlicher Hospitationsbericht

2.1 Theoretische Vorbetrachtung zum Hospitationsschwerpunkt

Im Folgenden möchte ich einige Vorbemerkungen zu meinem gewählten Beobachtungs­schwerpunkt unter geschichtsdidaktischer Perspektive darlegen. Als Hospitationsschwerpunkt habe ich mir den Einsatz von Medien historischen Lernens ausgewählt. Den Begriff der Medien kann man sehr weit fassen und man bezeichnet hiermit alles, was für den Vermittlungsprozess im Unterricht entscheidend ist (vgl. Baumgärtner 2019, S.113). Außerdem sollte zwischen Quellen und Medien unterschieden werden, da nicht alle Medien auch gleichzeitig Quellen sind. Der synonyme Gebrauch ist somit falsch. Ein Medium bezeichnet all das, was „primäre oder sekundäre Aussagen über Geschichte beinhaltet“ (ebd., S.115). So ist ein Schulbuch ein Medium, genauso wie eine Tageszeitung. „Quellen sind dagegen solche Medien, die in der Vergangenheit entstanden sind und uns heute vorliegen. Ihr Kennzeichen ist eine signifikante zeitliche Differenz zwischen ihrer Entstehungszeit und der gegenwärtigen Nutzung“ (ebd.). Eine weitere Unterteilung bezieht bei den Medien des Geschichtsunterrichts nicht nur Quellen und Darstellungen mit ein, sondern auch die Unterrichtsmedien, wie zum Beispiel einen Leh­rervortrag oder die Schrift an der Tafel. Durch eine Klassifizierung der Sinnesqualitäten in Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Bildlichkeit, Gegenständlichkeit, Körperlichkeit und Virtualität las­sen sich verschiedene Medien kategorisieren (vgl. ebd., S.118). Ich möchte den Begriff Medien historischen Lernens enger fassen und mein Augenmerk nur auf Quellen an sich legen.

Eine Definition, die in der Geschichtswissenschaft weit bekannt ist, beschreibt Quellen als „alle Texte, Gegenstände oder Tatsachen, aus denen Kenntnis der Vergangenheit gewonnen wer­den kann.“ (Kirn 1959, S.29). Eine gängige Auslegung nach Johann Gustav Droysens teilt Quellen in zwei große Gruppen ein. Auf der einen Seite haben wir die Überreste. Damit sind alle Quellen gemeint, die ohne Absicht überliefert wurden. Sie sind ein Überbleibsel der Ver­gangenheit und können zum Beispiel Sitten und Gebräuche, Alltagsgegenstände, Urkunden, Münzen, Wappen und Gesetze sein. Die andere große Gruppe bezeichnet man als Tradition. Hierbei geht man davon aus, dass die Quellen mit Absicht der Nachwelt hinterlassen wurden. Einige Beispiele hierfür sind Gemälde, Inschriften, Chroniken, aber auch Schulbücher und Mo­nographien (vgl. Gies 2004, S.221 f.).

Quellen bilden das Herz des Geschichtsunterrichts. Aus diesem Grund möchte ich die These aufstellen, dass kein Unterricht ohne eine Quelle auskommen sollte. Bereits ab den 70er Jah­ren plädierte man dafür, die Quellenarbeit ins Zentrum des Geschichtsunterrichtes zu setzen. Der besondere Zugang zur Geschichte lässt sich schließlich nur mit Hilfe einer Quelle leisten, wobei eine Darstellung diese Aufgaben nicht übernehmen kann (vgl. Sauer 2015, S. 107).

Da man oft davon spricht, dass Quellen in ihrer originalen Überlieferung das Verständnis und die Aufnahmefähigkeit der Schüler*innen übersteigen, ist es unerlässlich, eine didaktische Auf­bereitung vorzunehmen. Eine Anpassung sollte jedoch nicht dazu führen, dass die Quelle in­haltlich verfälscht wird (vgl. Gies 2004, S. 226).

Der Wert einer Quelle wird oft erst dann ersichtlich, wenn man ertragreiche Fragestellungen an sie stellt. Das richtige Fragen ist damit für das kreative, historische Denken unbedingt not­wendig. Der Einsatz von Quellen als Medien historischen Lernens zeigt außerdem positive Effekte auf den Geschichtsunterricht: Die Lernenden erhalten die Möglichkeit, sich direkt an Geschichte und ihre Zusammenhänge anzunähern. Sie können außerdem verstehen, dass Geschichte immer bestimmten Bedingungen unterworfen ist und Einblicke interessenabhängig und standortgebunden sind. Quellen leiten die Lernenden ebenso dazu an, selbstständige Denkoperationen durchzuführen und ihre Mündigkeit zu stärken. Der kritische Umgang und die Analyse von Quellen befähigen die Schüler*innen auch dazu, Zeugnisse des gegenwärti­gen politischen Lebens genauer zu analysieren (vgl. ebd., S. 226 f.).

2.2 Dokumentation/ Darstellung der empirischen Beobachtungen

Zu meinem Hospitationsschwerpunkt entwickelte ich ein Beobachtungsprotokoll, das den Ein­satz von Medien historischen Lernens darstellen sollte. Mit Hilfe dessen sollte sich mein Be­obachtungsschwerpunkt dokumentieren und später auch auswerten lassen. Das Protokoll zum Einsatz von Medien historischen Lernens unterteilte sich allgemein in Hospitationsstunde, Klassenstufe, Thema, Datum und Anmerkungen. In einem speziellen Teil, der sich direkt auf meinen Hospitationsschwerpunkt bezog, konnte man die jeweilige Quellenart (Karikatur, Karte, Textquelle, Film oder Sonstiges) direkt ankreuzen und Ergänzungen machen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Anschluss möchte ich nun meine Beobachtungen darstellen:

Meine These lautete „kein Unterricht ohne Quelle“. Während der Hospitationsstunden ist mir aufgefallen, welche Wichtigkeit Quellen als Medien historischen Lernens in sich tragen. Es lässt sich festhalten, dass von 23 Unterrichtsstunden insgesamt 19 mit Quellen bestückt wa­ren. Jede Doppelstunde beschäftigte sich außerdem mit mindestens einer Quellenart und zum Teil bezog man sich innerhalb einer Stunde auch auf mehr als eine. In den ganzen 23 Unter­richtsstunden wurden insgesamt 24 Quellen verwendet. Das Fehlen von Quellen in einigen Stunden lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dass es sich um Vertretungsstunden handelte, die in einer fremdem Klassenstufe kurzfristig geplant werden mussten. In 14 von 23 Unterrichtsstunden wurden Bild- und Textquellen herangezogen. Mir ist aufgefallen, dass die Karikatur als Bildquelle sehr häufig (in 7 Stunden) verwendet wurde. So zum Beispiel die be­rühmte Karikatur „Der dritte Stand“ von 1789. Aber auch die Textquellen können mit dieser Anzahl mithalten. Dabei wurden vor allem Quellen aus dem Lehrbuch verwendet. In 3 Stunden wurden Wahlplakate integriert und jeweils 2 Mal bezog man sich auf einen historischen Film bzw. auf Diagramme und Statistiken. Innerhalb einer Unterrichtsstunde wurde ebenfalls Musik genutzt. Man bezog sich in der Stunde „Auf dem Weg zur deutschen Einheit“ auf das Lied von Kettcar „Sommer '89“. In der Unterrichtsstunde, die sich mit Bedrohungen der Weimarer Re­publik befasste, wurde ebenfalls eine Sachquelle in Form eines Geldscheines von 1923 inte­griert. Die Verwendung von historischen Karten fand innerhalb meiner 23 Hospitationsstunden nicht statt. An diese Bemerkungen anknüpfend, ließ sich feststellen, dass der Einsatz von Me­dien historischen Lernens in unterschiedlichen Phasen stattfand. Besonders in der Einstiegs­phase zur Wiederholung, Motivation und Aktivierung von Vorwissen wurden die Quellen ge­nutzt. Aber ebenso fanden sie in der Erarbeitungsphase und in der Ergebnissicherung ihren Platz. Textquellen wurden insbesondere in der Erarbeitungsphase genutzt. Damit einherge­hend wurde in einem Lehrervortrag nicht nur über diese Quellen referiert. Es wurden stets Arbeitsaufträge mit den Quellen verbunden, die die Schüler*innen zu bearbeiten hatten. In der Klassenstufe 7 fielen die Arbeitsaufträge in kleineren Umfängen aus und bei einer Karikatur beließ man es oftmals bei der Beschreibung. In den Klassenstufen 8 und 9 wurde jedoch ver­mehrt darauf geachtet, sowohl bei Text- als auch bei Bildquellen den Dreischritt des Erschlie- ßens, Analysierens und Deutens anzuwenden. Sehr stark ist mir aufgefallen, dass Bildquellen meist nur mündlich im Lehrer-Schüler-Gespräch besprochen und ausgewertet wurden. Die Aufgabenbearbeitung bei Textquellen erfolgte oft schriftlich im Hefter oder mit Hilfe eines Ar­beitsblattes. Eine Ergebnissicherung fand stets in der Form des Lehrer-Schüler-Gespräches statt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Historisches Lernen und Quellenarbeit im Fach Geschichte (8. Klasse). Praktikumsbericht und Unterrichtsentwurf
Hochschule
Universität Leipzig
Note
2,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
27
Katalognummer
V506947
ISBN (eBook)
9783346529930
ISBN (Buch)
9783346529947
Sprache
Deutsch
Schlagworte
historisches, lernen, quellenarbeit, klasse, praktikumsbericht, unterrichtsentwurf
Arbeit zitieren
Stephanie Mütterlein (Autor:in), 2019, Historisches Lernen und Quellenarbeit im Fach Geschichte (8. Klasse). Praktikumsbericht und Unterrichtsentwurf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506947

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