An der Schnittstelle zwischen Präklinik und Klinik ergeben sich bei Übergabegesprächen tagtäglich komplexe Kommunikationsaspekte zwischen Mitarbeitern des Rettungsdienstes und denen der Notaufnahme. Diese Aspekte werden in dieser Bachelorarbeit genauer beleuchtet und es werden Ansätze aufgezeigt, wie die Übergabe an dieser Schnittstelle optimiert werden könnte.
Die Übergabe von Patienten aus der präklinischen Versorgung durch den Rettungsdienst in die klinische Versorgung der Notaufnahme geschieht mehrmals täglich. An der Schnittstelle zwischen Präklinik und Klinik kommt es mitunter durch Kommunikationsschwierigkeiten zu kritischen Situationen, in denen Informationen verloren gehen oder Missverständnisse entstehen. Diese Situationen können das Wohl des Patienten und dessen medizinisches Outcome massiv beeinträchtigen.
Unter Anderem bedingt durch Stress, Lärm, Hektik und Entscheidungen unter massivem Zeitdruck wird dieser Bereich als Hochrisikobereich betrachtet. Hier sind zudem unterschiedliche Ausbildungen, persönliche Belange und Erwartungen an das Gegenüber und Macht Aspekte, warum die Kommunikation an dieser Schnittstelle zeitweise misslingt.
Primär werden Übergaben von Rettungsdienstmitarbeitern an Pflegefachpersonal thematisiert, jedoch gibt es auch in der Situation der Übergabe von Arzt zu Arzt einige Schwierigkeiten, auf die ich hier jedoch aus Kapazitätsgründen nicht weiter eingehen werde. Meiner Ansicht nach ist es wichtig, dass alle Beteiligten das Beste tun, um das Behandlungsergebnis des Patienten zu optimieren. Persönliche Belange und Kompetenzstreitigkeiten erschweren diese Situation leider unnötigerweise. Hier gilt es anzusetzen, um alle Beteiligten für diese Schnittstelle zu sensibilisieren und ihnen ihre Verantwortung für den Patienten ins Gedächtnis zu rufen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung:
2. Problemdarstellung
2.1 Situationsbetrachtung in deutschen Notaufnahmen
2.2 Schnittstellen der Notaufnahme
3. Notfallversorgung in Deutschland:
3.1 Institution Rettungsdienst
3.2 Institution Krankenhaus
4. Profession
4.1 Profession Rettungsdienst:
4.2 Profession Pflegekraft:
4.2.1 Profession Notfallpflegekraft
4.3 Zusammenfassung
5. Kommunikation
5.1 Kommunikation im Alltag
6. Eskalation
6.1 Kommunikationsprobleme an der Schnittstelle
6.2 Risikomanagement an der Schnittstelle:
6.3 Mitarbeiterzufriedenheit:
7. Lösungsansätze
7. 1 Konzeptentwicklung
7.2 Leitlinien
7.3 Versorgungsnachweis
7. 4 Projekte
7.5 Übergabeschemata
7.6. Fortbildungen
7.7 weitere Ansätze
7.8 Zusammenfassung
8. Fazit:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Kommunikation an der Schnittstelle zwischen dem Rettungsdienst und der klinischen Notaufnahme, um Ansätze zur Verbesserung der interdisziplinären Kooperation und der Patientensicherheit aufzuzeigen.
- Analyse der Schnittstellenproblematik im Kontext von Notaufnahmen.
- Untersuchung der Rolle verschiedener Professionen in der Notfallversorgung.
- Identifikation von Kommunikationsbarrieren und Risikofaktoren.
- Evaluation von Lösungsansätzen wie Übergabeschemata und gemeinsamen Fortbildungen.
Auszug aus dem Buch
6.1 Kommunikationsprobleme an der Schnittstelle
Die Übergabe des Notfallpatienten in der Notaufnahme ist auch immer eine interprofessionelle Übergabe, an der mindestens zwei Berufsgruppen beteiligt sind. Unterschiedliche Erwartungen der Beteiligten führen mitunter zu Missverständnissen und Unzufriedenheit.
Nicht selten vermissten Rettungsdienstmitarbeiter an dieser Stelle das aktive Zuhören bei den Pflegekräften und fühlten sich herablassend behandelt. Das Personal der Notaufnahme beschreibt die Übergaben als zu lang und detailreich. In einer Untersuchung von Evans et al. wurde ermittelt, dass nur 34% der mündlich übermittelten Informationen auch vom Pflegpersonal wiedergegeben werden konnten. Hieraus wird deutlich, dass eine schriftliche Dokumentation unbedingt notwendig ist (vgl Evans et. al, zit n. Schacher et. al, 2019, S.6).
Durch fehlende Akzeptanz der unterschiedlichen Qualifikationen des Gegenübers entstehen bei der Übergabe mögliche Fehlerquellen. So stehen Beziehungsaspekte und Machtdemonstrationen einer adäquaten professionellen Übergabe von einem Element der Rettungskette an das nächste im Weg (vgl. Luxem et. al 2016, S. 351).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz der Patientenübergabe und die daraus resultierenden kommunikativen Herausforderungen zwischen Präklinik und Klinik.
2. Problemdarstellung: Beleuchtet die aktuelle Überlastungssituation in Notaufnahmen und die Komplexität der Schnittstellenproblematik.
3. Notfallversorgung in Deutschland: Definiert die Rollen von Rettungsdienst und Krankenhaus als zentrale Akteure in der Rettungskette.
4. Profession: Analysiert die beruflichen Rollenbilder von Rettungsdienstpersonal und Pflegekräften sowie deren Qualifikationen.
5. Kommunikation: Erläutert kommunikationstheoretische Grundlagen und deren Anwendung auf den Alltag in der Notaufnahme.
6. Eskalation: Diskutiert Ursachen für Kommunikationsprobleme, Risiken für die Patientensicherheit und die Auswirkungen auf die Mitarbeiterzufriedenheit.
7. Lösungsansätze: Stellt verschiedene Strategien zur Schnittstellenoptimierung vor, darunter Übergabeschemata und interprofessionelle Fortbildungskonzepte.
8. Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer strukturierten Zusammenarbeit zur Sicherung der Patientenversorgung.
Schlüsselwörter
Notaufnahme, Rettungsdienst, Kommunikation, Schnittstellenmanagement, interprofessionelle Zusammenarbeit, Patientensicherheit, Notfallversorgung, Übergabeprozess, Risikomanagement, Notfallpflege, Qualifikation, Teamarbeit, Übergabeschemata, Mitarbeiterzufriedenheit, Versorgungsnachweis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Verbesserung der Kommunikation zwischen Rettungsdienst und Notaufnahme, um die Patientenversorgung und Zusammenarbeit zu optimieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen Kommunikationsmodelle, berufliche Identität, Ursachen für Konflikte an Schnittstellen sowie konkrete Lösungsansätze zur Prozessverbesserung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die bestehenden Schwierigkeiten an der Schnittstelle zwischen Rettungsdienst und Klinik zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Kooperation und Patientensicherheit durch strukturierte Maßnahmen gesteigert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle Studien und Konzepte zur Notfallversorgung und interprofessionellen Kommunikation ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Kommunikation und professionellen Rollen vor allem die Ursachen für eskalierende Kommunikationsprobleme und bestehende Lösungsansätze, wie Schemata und Simulationstrainings, analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Notaufnahme, Rettungsdienst, interprofessionelle Kommunikation, Schnittstellenmanagement und Patientensicherheit.
Welche Rolle spielen Übergabeschemata konkret?
Übergabeschemata wie MIST oder ISBAR dienen als standardisierte Merkhilfen, um Informationsverluste während der Patientenübergabe zu minimieren und die Behandlungsqualität zu sichern.
Warum ist das Risikomanagement an dieser Stelle so wichtig?
Da 60% der unerwünschten Ereignisse im Kliniksetting auf Kommunikationsprobleme zurückzuführen sind, ist ein systematisches Risikomanagement essenziell, um lebensbedrohliche Fehler zu vermeiden.
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- Meike Kapahnke (Author), 2019, Förderung der Kommunikation zwischen den Rettungsdiensten und der Notaufnahme einer Klinik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507000