Standardpflegeplan „Dehydrationsprophylaxe“ mit den dazu gehörenden Pflegestandards für das Qualitätshandbuch


Ausarbeitung, 2019

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Aufgabe 4:Bitte erstellen Sie einen Standardpflegeplan „Dehydrationsprophylaxe“ und den dazu gehörenden Pflegestandard für das Qualitätshandbuch. Begründen Sie bitte Ihre Ausführungen abschließend.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorbereitung

Ursachen erkennen

Eine Dehydration beziehungsweise Exsikkose) kannviele Ursachen haben. Häufig tritt ein Flüssigkeitsmangel auf, wenn man zu wenig trinkt. Ältere und/oder pflegebedürftige Menschen verspüren häufig keinenDurstund bemerken somit nicht, dass sie Flüssigkeit benötigen. Daher sind sie besonders gefährdet, eine Exsikkose zu entwickeln, das heißt: Sie scheiden deutlich mehr Flüssigkeit aus, als sie aufnehmen, sodass eine Austrocknung droht.

Aber nicht nur eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, auchorganische Krankheiten, zum BeispielErkrankungen der Nieren, können eine Dehydration hervorrufen und somit zur Exsikkose führen.

(Hinweis: Die Aussagekraft des Hautfaltentests wird häufig überbewertet. Nicht bei jedem dehydrierten Menschen bleibt die Hautfalte stehen. Zudem bleibt die Hautfalte auch bei vielen Senioren stehen, die gut mit Flüssigkeit versorgt sind.)

Wenn der Körper sehr viel Flüssigkeit verliert, ist die Wahrscheinlichkeit einer Dehydration hoch. Dies kann zum Beispiel der Fall sein bei

- großer Hitze,
- schwerer körperlicher Arbeit mit verstärktem Schwitzen,
- Erbrechen, Durchfall, Fieber,
- Verbrennungen,
- Missbrauch vonAbführmitteln(Laxanzienabusus),
- entwässernden Medikamenten (Diuretika),
- größeren Blutverlusten, z.B. während einer Operation oder nach einem Unfall, oder bei
- einer krankhaft erhöhten Urinausscheidung, etwa beiDiabetes mellitusoderDiabetes insipidus, einer Erkrankung, die mit vermehrter Urinausscheidung einhergeht.

Anzeichen einer Dehydration erkennen

Eine beginnende Dehydration (Dehydratation, Flüssigkeitsmangel) beziehungsweise Exsikkose (Austrocknung) erkennt man oft bereits an einem typischen Symptom:Durst. Bei manchen Menschen fehlt das Durstgefühl allerdings – insbesondere bei älteren Personen. Ein Schwächegefühl kann ebenfalls auf einen Flüssigkeitsmangel hinweisen.

Bei Verdacht auf eine starke Dehydration/Exsikkose wird der Arzt seinen Patienten gründlich untersuchen, um das Ausmaß und die Ursache festzustellen. Der Arzt schaut dabei nach körperlichenAnzeichen der Austrocknung.

Mögliche Anzeichen einer Dehydration/Exsikkose (Austrocknung) sind

- trockene Haut und Schleimhäute,
- Augenringe,
- eine verminderte Hautspannung (bei einer Exsikkose bleiben die Hautfalten stehen, wenn an sie anhebt),
- Bewusstseinstrübungen, Benommenheit,Verwirrtheit,
- KopfschmerzenundÜbelkeit,
- Krämpfeoder
- Fieber.

Die Symptome einer Dehydration könnenvariieren und richten sich auch danach, ob der Körper vorwiegend Elektrolyte, vorwiegend Wasser oder beides gleichermaßen verloren hat.

Ess- und Trinkbiografie

- Um herauszufinden, welche Speisen, Getränke und Gewohnheiten rund um die Mahlzeiten positive Gefühle hervorrufen, ist bei Demenzkranken das Erstellen einer Ess- und Trinkbiografie hilfreich. Dabei wird gefragt, was dem Senior früher gut geschmeckt hat, welche Lebensmittel aus welchem Grunde nicht gegessen wurden und wie die Mahlzeiten an Werk-, Sonn- und Festtagen aussahen.
- Meistens sind es liebgewonnene Kleinigkeiten, die dazu beitragen, das Essen und Trinken zu genießen, zum Beispiel die gewohnte Tasse Kaffee zum Nachtisch, der gute Sonntagsbraten, ein Tischgebet. Wird dies bei der Speiseplanerstellung berücksichtigt, kehren bei den meisten auch der Appetit und die Freude am Essen zurück.

zu klären ist ob der Patient den Wunsch nach einem Getränk von sich aus äußert oder muss er von anderen zum Trinken animiert werden? Kann der Patient alleine trinken? Liegt eine Aspirationsgefahr vor?

Auswahl der Getränke

- Empfehlenswerte Getränke sind Wasser, Früchte- und Kräutertees sowie verdünnte Fruchtsäfte.
- Diverse Tees und Alkohol wirken teilweise entwässernd, sind also als Flüssigkeitslieferanten nur eingeschränkt wirksam. Ungeeignet sind (in großen Mengen) auch Getränke mit einem hohen Anteil an Kohlenhydraten und Zucker, also etwa Cola oder Multivitaminsäfte.
- Dem Patient werden stets nur solche Getränke angeboten, die er akzeptiert. Ggf. fragt die Pflegekraft nach, ob ihm das Getränk nicht schmeckt und ob er ggf. ein anderes Getränk bevorzugt.
- Wenn ein Patient Getränke bevorzugt, deren Langzeitkonsum ungesund ist (Brause, Cola usw.), so weisen wir den Patient auf die negativen Folgen und auf mögliche Alternativgetränke hin. Bleibt der Patient bei seiner Wahl, so haben die Pflegekräfte diese Entscheidung zu respektieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

weitere Maßnahmen

- Wenn ein Patient/Klient unter neurologischen Schluckstörungen leidet, prüfen wir den Einsatz eines Logopäden. Eine Aspiration ist aufgrund einer Pneumoniegefahr zu vermeiden.
- Als Maßnahme letzter Wahl bleiben uns subkutane oder i.V. Infusionen. Beide erfolgen nur auf ärztliche Anordnung (wann und Menge pro 24Std)
- Die subcutane Infusion wird wie auch die Injektion nur auf ärztlicher Anordnung verabreicht. In der Regel handelt es sich dabei nur um NaCl oder Ringerlösung um den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt zu verbessern, wenn dies anders nicht mehr möglich ist, etwa bei sterbenden PflegeheimPatientn, wenn diese nicht mehr ins Krankenhaus sollen. Subkutane Infusionen. Die subkutane Infusion darf niemals als Ersatz für das Trinken genutzt werden, sofern dieses mit Unterstützung noch möglich wäre. Wir beachten den Willen des Klienten, wenn er die Infusion als lebensverlängernde Maßnahme ablehnt. Eine entsprechende Patientenverfügung ist dann bindend.
- Die Platzierung einer Venenverweilkanüle ist immer eine ärztliche Aufgabe können nach einer sorgfältigen Anleitung durch den behandelnden Arzt an examinierte Pflegekräfte delegiert werden(Hinweis: Pflegekräfte mit einer entsprechenden Weiterbildung im Bereich der Anästhesie- und der Intensivpflege dürfen ggf. ebenfalls Kanülen anlegen.) Das Starten und das Wechseln von Infusionen können an Pflegefachkräfte delegiert werden; nicht jedoch an Pflegehilfskräfte sowie an Pflegeschüler.

Nachbereitung

- Massive Wasserverluste sollten maßvoll und im Laufe von zwei bis drei Tagen ausgeglichen werden. Eine zu rasche Kompensation können Ödeme, sogar ein Hirnödem auslösen. Zudem kann eine bislang kompensierte Herzschwäche entgleisen, wenn die Flüssigkeitszufuhr zu schnell erhöht wird.
- Alle Beobachtungen, die für eine Dehydratationsgefährdung relevant sind, werden im Berichtsblatt dokumentiert, ggf. wir der behandelnder Arzt informiert und konsultiert.
- Die aktuelle Dehydratationsgefährdung wird bei der Erstellung der Pflegeplanung berücksichtigt.
- Bei bestimmten Nieren- und Herzerkrankungen ist die tägliche Flüssigkeitsaufnahme zu reduzieren. Es kann zu Einlagerungen ins Gewebe kommen. Rücksprache mit dem Hausarzt nehmen.

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Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Standardpflegeplan „Dehydrationsprophylaxe“ mit den dazu gehörenden Pflegestandards für das Qualitätshandbuch
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
10
Katalognummer
V507015
ISBN (eBook)
9783346055217
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Standardpflegeplan, Dehydrationsprophylaxe, Pflegestandard, Qualitätshandbuch, Dehydratation, Wasser, Wassermangel
Arbeit zitieren
Aris Prahasto (Autor:in), 2019, Standardpflegeplan „Dehydrationsprophylaxe“ mit den dazu gehörenden Pflegestandards für das Qualitätshandbuch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507015

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