Formen und Folgen des sexuellen Missbrauchs


Hausarbeit, 2018

12 Seiten, Note: 2

Alicia Sc. (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Was ist sexueller Missbrauch?

3. Missbrauchsformen

4. Wer begeht sexuellen Missbrauch?

5. Prävention von sexuellem Missbrauch

6. Rechtslage in Deutschland

7. Statistik in Deutschland

8. Folgen von sexuellem Missbrauch

9. Therapieformen

10. Anlaufstellen für Betroffene

11. Fazit

12. Literaturverzeichnis

Quellenangaben

1. Einführung

Sexueller Missbrauch ist bis heute ein allgegenwärtiges Thema und gerät in letzter Zeit vor allem in den sozialen Netzwerken immer öfter an die Oberfläche.

Da ich später bei der Polizei im Bereich zur Aufklärung von Sexualdelikten arbeiten möchte, hatte ich großes Interesse am Schreiben dieser Hausarbeit, auch wenn dieses Thema sehr schlimm ist. Mich interessieren vor allem das Aufklären dieser Fälle, aber auch die Raffinesse und die Strategien, wie die Täter vorgehen. Außerdem finde ich es spannend, wie die Opfer mit dieser Erfahrung umgehen und wieder zurück ins Leben finden.

Ziel dieser Arbeit soll sein, dem Leser die Augen zu öffnen, denn sexueller Missbrauch war schon immer und wird wahrscheinlich auch immer ein Teil unserer Gesellschaft sein. In dieser Hausarbeit werde ich hauptsächlich auf den Begriff des sexuellen Missbrauchs, die Täter, die Präventionsmöglichkeiten und die möglichen Folgen von sexuellem Missbrauch eingehen. Außerdem erläutere ich kurz die Rechtslage und Statistik in Deutschland und erkläre, wie eine Therapie ablaufen kann. Zum Schluss der Arbeit werde ich ein abschließendes Fazit aus meiner Sicht erläutern.

2. Was ist sexueller Missbrauch?

Sexueller Missbrauch enthält nicht zwangsläufig eine Vergewaltigung. Es beginnt mit weniger intimen Formen wie zum Beispiel mit Berührungen und kann sich bis hin zu intimen Formen des Körperkontaktes oder sogar sexueller Ausbeutung entwickeln. Es gibt also unterschiedliche Formen des Missbrauchs und des Schweregrades, die für Betroffene aber meist irrelevant sind, denn jede Form von sexuellem Missbrauch hinterlässt Spuren1. Sexueller Missbrauch bedeutet, dass ein Erwachsener oder Jugendlicher sexuelle Handlungen an, mit oder vor einer Person vornimmt oder an sich vornehmen lässt. Bei einer erwachsenen Person liegt sexueller Missbrauch vor, wenn jemand ohne deren Einverständnis eine sexuelle Handlung ausübt. Bei Kindern oder wiederstandunfähigen Personen ist es jedoch schwerer zu sagen, ab wann ein sexueller Missbrauch vorliegt. Sie können meist kaum oder gar nicht ausdrücken, wenn etwas gegen ihren Willen geschieht und die Handlung auch nicht beurteilen. Hinzu kommt, dass Kinder keine gleichberechtigten Partner von Erwachsenen sein können, da sie von ihnen abhängig sind und dadurch ein großer Unterschied zwischen Beziehung und Macht besteht. Der Täter nutzt seine Macht- und Autoritätsposition aus, um seine Bedürfnisse zu befriedigen2.

3. Missbrauchsformen

Zu sexuellen Handlungen zählen sowohl Handlungen mit Körperkontakt und Gewaltanwendung als auch Handlungen ohne oder mit indirektem Körperkontakt. Unter einer sexuellen Handlung mit Körperkontakt versteht man zum Beispiel eine Vergewaltigung oder das Anfassen von den Genitalien oder Brüsten. Sexuelle Nötigung liegt vor, wenn eine Person mit Gewalt oder durch Drohung genötigt wird, sexuelle Handlungen des Täters an sich zu dulden, vorzunehmen oder am Täter auszuüben. Handlungen ohne oder mit indirektem Körperkontakt können unter anderem Exhibitionismus, sich vor anderen, meist fremden Personen nackt auszuziehen, oder auch Pornografie sein. Damit kann entweder die Herstellung von Pornografien gemeint sein, oder auch das Vorzeigen pornografischer Filme oder Bilder. Auch kann die Anleitung zur Prostitution eine sexuelle Handlung sein. Eine weitere Art indirekt eine sexuelle Handlung durchzuführen kann durch Worte, beziehungsweise Anmerkungen oder Blicke geschehen. Außerdem gibt es Extremtaten, welche zwar selten geschehen, aber dennoch vorkommen können. Unter diesen versteht man eine Entführung zum Zwecke der Misshandlung oder im schlimmsten Fall sogar die Tötung nach dem begangen Missbrauch3.

4. Wer begeht sexuellen Missbrauch?

Sexueller Missbrauch ist in jeder Gesellschaftsschicht und in allen Lebensformen vorzufinden, die Täter können sehr alt, aber auch sehr jung sein. Zudem sind die Täter meist keine psychisch kranken Monster, wie es gerne dargestellt wird, sondern ganz normale oder auch gesellschaftlich hoch angesehene Menschen. Nur etwa drei bis zehn Prozent aller Täter sind sogenannte „Triebtäter“, die meist wahllos eine fremde Person entführen, vergewaltigen und im schlimmsten Fall sogar ermorden. Es gibt jedoch auch Täter, welche ihre Vorlieben nicht ausleben und sich stattdessen professionelle Hilfe suchen, um nicht zu Tätern zu werden. Dennoch werden die meisten Taten, 90 bis 97 Prozent, aus dem Umfeld der Opfer, wie zum Beispiel aus der Familie, begangen. Diese Täter gehen gezielt und geplant vor und missbrauchen das Opfer oftmals über Monate oder sogar Jahre. Laut der Statistik sind knapp 96 Prozent der überführten Täter Männer und nur etwa 20 Prozent Frauen, welche manchmal nur Mittäterinnen sind, oftmals aber die Tat alleine durchführen und wie männliche Täter vorgehen. Die Täter können also sehr unterschiedlich sein und haben meist nur eins gemeinsam, das Bedürfnis nach Macht und die Fähigkeit zur Manipulation. Menschen, die jemanden sexuell missbrauchen, haben anfangs häufig Tagträume, in denen sie sich ausmalen, wie sie jemanden missbrauchen und demütigen, um sich mächtig zu fühlen. Jedoch reichen ihnen diese Träume irgendwann nicht mehr aus und sie suchen sich eine Person, um ihre Träume zu verwirklichen. Dies tun sie meist gut überlegt, mit einem Plan und sehr gezielt4. Außerdem spielt es für die Täter oftmals eine große Rolle welchen Typ sie bevorzugen, also zum Beispiel die Haarfarbe, das Alter oder der Körperbau. Ebenfalls wird darauf geachtet, dass das Opfer eher schüchtern oder ängstlich ist und wenig soziale Kontakte hat. Denn diese Menschen haben häufig die Bedürftigkeit nach Zuwendung, welche der Täter ihnen gibt, um an sein Ziel zu kommen5. Bereits in den Siebzigerjahren entwarf David Finkelhor, ein amerikanischer Sozialwissenschaftler, ein sogenanntes Vier-Faktoren-Modell, welches die Voraussetzungen für die Entstehung sexuellen Missbrauchs benennt. Hierbei geht er von vier Voraussetzungen aus. Der Täter oder die Täterin müssen eine Motivation zum sexuellen Missbrauch besitzen, die innere und äußere Hemmschwelle und den Wiederstand des Opfers überwinden. Laut Finkelhor können die Motivationen zu sexuellem Missbrauch unterschiedlich sein. Eine Motivation kann die Befriedigung von Macht- und Dominanzbedürfnissen sein, eine weitere zur sexuellen Erregung durch eine andere Person, ebenfalls kann eine Motivation die Blockade der Befriedigung sexueller Bedürfnisse mit einer oder einem dem eigenen Alter entsprechenden Erwachsenen oder aber auch die Motivation des Gefühls der emotionalen Übereinstimmung mit kindlichem und jugendlichem Erleben6.

5. Prävention von sexuellem Missbrauch

Die Vorbeugung sollte im besten Fall bei den potenziellen Opfern und auch bei den Tätern ansetzten. Die Präventionsarbeit mit den potentiellen Tätern führt vermutlich nur bei langfristiger Arbeit zum Erfolg. Bei den potentiellen Opfern jedoch kann man schon im Kindesalter durch die Erziehung im Alltag Erfolge erzielen. Durch eine umfassende Sexualerziehung, welche auf das Thema des sexuellen Missbrauchs eingeht, kann eine entwicklungsorientierte Aufklärung betrieben werden. Zu dem kann die Präventionsarbeit durch Lehrkräfte und Erzieher geschehen7. Vor allem ab dem Schulalter bietet die Aufklärung einen wichtigen Schutz, denn Jugendliche können solche Situationen besser einschätzen und eher darüber reden. Im Familienalltag ist es wichtig, den Kindern mit Respekt und Liebe zu begegnen und seine Kinder in ihrer Persönlichkeit ernst zu nehmen. Im Mittelpunkt steht jedoch vor allem die Stärkung der Jungen und Mädchen, mit dem Ziel, sie zu ermutigen sie selbst zu sein, ohne die Grenzen anderer zu überschreiten. Viele Eltern und pädagogische Fachkräfte fürchten sich vor dem Thema des sexuellen Missbrauchs, aus Angst, etwas Falsches zu sagen. Hierbei ist jedoch nicht wichtig alles richtig zu machen. Das Wichtigste in solchen Gesprächen ist, dass die Kinder oder Jugendlichen realisieren, dass so etwas passieren kann und das, wenn ihnen so etwas passiert, sie eine Vertrauensperson haben, mit der sie reden können. Das Sprechen über sexuellen Missbrauch sollte keine Angst erzeugen. Ebenfalls ist es wichtig, dass erklärt wird, dass Missbrauch Menschen zwar stark beeinträchtigt, sie jedoch durch Unterstützung und gegebenenfalls eine Therapie geheilt werden können8.

6. Rechtslage in Deutschland

Handelt ein Täter gegen den Willen des Opfers unter Anwendung von Gewalt, Drohung mit Gewalt oder unter Ausnutzung einer schutzlosen Lage, stellt es im deutschen Strafrecht eine sexuelle Nötigung (§ 177 Abs. 5 StGB) dar. Eine Vergewaltigung wird es ab dem Zeitpunkt, an dem der Täter eine sexuelle Handlung, die mit dem Eindringen in den Körper verbunden ist, vollzieht (§ 177 Abs. 6 Nr. 1 StGB). Bei einer Vergewaltigung beträgt die Freiheitsstrafe mindestens zwei Jahre. Verursacht der Täter durch seine Tat leichtfertig den Tod des Opfers (§ 178 StGB), steht ihm eine Freiheitsstrafe von mindestens zehn Jahren oder eine lebenslange Freiheitsstrafe bevor. Desweiteren gibt es Tatbestände, in denen das Opfer wegen seines Alters nicht in der Lage ist, die Bedeutung einer Einwilligung für die sexuelle Handlung zu erfassen und demnach zu handeln. Führt man bei Kindern bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres eine sexuelle Handlung durch, liegt ein sexueller Missbrauch von Kindern vor. Sexueller Missbrauch von Jugendlichen bezeichnet wiederrum sexuelle Handlungen, meist von Erwachsenen durchgeführt, die gegen Geld stattfanden oder wenn der Erwachsene den Jugendlichen ausnutzt, weil dessen Selbstbestimmung fehlt. Als Jugendliche werden Personen im Alter von 14 bis 17 Jahren bezeichnet. Als sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen werden sexuelle Handlungen zwischen einer Person und einem Minderjährigen bezeichnet, wenn zwischen ihnen zum Beispiel ein Ausbildungsverhältnis besteht oder es sich bei dem Minderjährigen um einen leiblichen oder rechtlichen Abkömmling oder dessen Ehepartners oder Lebenspartners handelt (§ 174 StGB). Ebenfalls kann es zu einer rechtlichen Straflage kommen, wenn man sein Überordnungsverhältnis im Berufsleben ausnutzt, um eine sexuelle Handlung auszuüben. Es ist auch verboten, wenn eine gegenseitige Zustimmung besteht. Als Beispiel gilt hierbei der sexuelle Missbrauch von Gefangenen oder Kranken in Einrichtungen (§ 174a StGB), für welchen eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vorliegt. Auch der Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung (§ 174b StGB) wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft9.

[...]


1 Zu Guttenberg/Ustorf, 2010, S.22-23.

2 Deegener, 1998, S.20-21.

3 Mikado, Fakten- Sexueller Missbrauch.

4 Zu Guttenberg/Ustorf, 2010, S.26- 29.

5 Deegener, 1998, S. 133.

6 Enders (Hg.), 2012, S. 65.

7 Wikipedia, Vorbeugung.

8 Fenzl, Präventive Erziehung.

9 Wikipedia, Strafrechtlichte Sanktionierung.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Formen und Folgen des sexuellen Missbrauchs
Note
2
Autor
Jahr
2018
Seiten
12
Katalognummer
V507035
ISBN (eBook)
9783346055712
ISBN (Buch)
9783346055729
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sexueller Missbrauch, Präventionsmöglichkeiten, Täter, Rechtslage, Ausbeutung, Machtposition
Arbeit zitieren
Alicia Sc. (Autor), 2018, Formen und Folgen des sexuellen Missbrauchs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507035

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