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Vermenschlichung der Natur in "Die Ermordung einer Butterblume" von Alfred Döblin

Titel: Vermenschlichung der Natur in "Die Ermordung einer Butterblume" von Alfred Döblin

Seminararbeit , 2003 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Philipp Gaier (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Titel der Erzählung "Die Ermordung einer Butterblume" erscheint dem Leser zunächst wie die Überschrift eines Zeitungsberichtes - sachlich und prägnant. Gleichzeitig ist er befremdlich, da klar ist, dass ausschließlich Menschen ermordet werden können. Das Paradoxe des Titels zwingt einen Leser mittels einer subjektiven Betrachtungsweise an den Text heranzugehen - nämlich mit der Perspektive des Herrn Michael Fischer. Dieser erlebt die Zerstörung der Butterblume als Mord. Der Titel gibt somit eine Personifizierung der Pflanze vor. Im Laufe des Textes können weitere Hinweise auf eine Vermenschlichung der Natur gefunden werden, die in dieser Arbeit untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Inhalt

3. Das Aussehen Herrn Fischers

4. Das Verhalten Herrn Fischers

5. Die Butterblume und der Spießbürger

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit analysiert Alfred Döblins Erzählung „Die Ermordung einer Butterblume“ unter besonderer Berücksichtigung der psychologischen Verfassung des Protagonisten Michael Fischer, der durch die Zerstörung einer Pflanze in einen mentalen Ausnahmezustand gerät. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie Döblin durch die Personifizierung der Natur und die satirische Darstellung bürgerlicher Verhaltensmuster die psychischen Abgründe und die Verlogenheit des wilhelminischen Spießbürgertums offenlegt.

  • Psychologische Analyse des Protagonisten Michael Fischer
  • Symbolik der Natur und Personifizierung der Butterblume
  • Kritik am wilhelminischen Spießbürgertum
  • Darstellung von Triebsublimation und Psychose
  • Spannungsfeld zwischen Sein und Schein

Auszug aus dem Buch

3. Das Aussehen Herrn Fischers:

Michael Fischers Äußeres wird zunächst einmal wie das eines anständigen und beispielhaften Bürgers beschrieben. Er ist schwarzbekleidet, trägt weiße Manschetten und eine schwarze Weste, an der eine goldene Uhr befestigt ist. Diese Uhr und die wohlbeleibte Figur des Protagonisten lassen einen gewissen Wohlstand erkennen. Mit dem Spazierstock und dem steifen englischen Hut verfügt der Kaufmann über zwei typische Attribute des damaligen gut situierten Bürgers, wobei dieser Eindruck durch die häufige Bezeichnung „Herr“ verstärkt wird. Das harmlose Aussehen des Kaufmannes wird durch die Beschreibung seines Gesichtes gestützt.

Neben freundlichen braunen Augen besitzt Herr Fischer „ein plattes bartloses Gesicht, ein ältliches Kindergesicht mit süßem Mündchen.“ (S.5) Diese doppelte Verniedlichung des Gesichtausdruckes, die eine gewisse kindliche Unschuld des Protagonisten vermuten lässt und somit zu einer Betonung der Harmlosigkeit beitragen soll, passt eigentlich nicht zur anfänglichen Erscheinung des ernsthaften schwarzgekleideten Herren. Aber selbst einzelne Ausdrücke, die der Beschreibung dienen, scheinen gegensätzlich zu sein. So bildet z.B. sein „ältliches Kindergesicht“ (S.5) ein „Oxymoron“, denn das Gesicht eines Kindes lässt sich wohl kaum als ältlich bezeichnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung des Titels, der durch seine paradoxe Formulierung eine Personifizierung der Natur suggeriert und den Leser in die subjektive Perspektive des Protagonisten einführt.

2. Der Inhalt: Hier wird der Handlungsverlauf skizziert, in dem der Kaufmann Michael Fischer während eines Waldspaziergangs eine Butterblume zerstört und infolgedessen in einen psychischen Ausnahmezustand gerät, der ihn an seiner Umwelt zweifeln lässt.

3. Das Aussehen Herrn Fischers: Diese Sektion analysiert die Diskrepanz zwischen dem äußeren Erscheinungsbild eines anständigen Bürgers und der aggressiven, verzerrten Mimik, die nach der Tat zum Vorschein kommt.

4. Das Verhalten Herrn Fischers: Der Fokus liegt auf der psychischen Destabilisierung Fischers, der zwischen irrationalem Verfolgungswahn und dem Versuch, sein bürgerliches Leben mittels kaufmännischer Logik aufrechtzuerhalten, hin- und hergerissen ist.

5. Die Butterblume und der Spießbürger: Das abschließende Kapitel interpretiert die Beziehung zur Blume als Ausdruck unterdrückter Triebe und als satirische Kritik Döblins an der moralischen Verlogenheit des Spießbürgertums.

Schlüsselwörter

Alfred Döblin, Die Ermordung einer Butterblume, Michael Fischer, Spießbürgertum, Psychose, Triebsublimation, Personifizierung, Natur, Schuldgefühle, Satire, Wilhelmianismus, literarische Analyse, Ich-Spaltung, Symbolik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Erzählung primär?

Die Erzählung handelt von dem wohlhabenden Kaufmann Michael Fischer, der in einem plötzlichen Anfall von Zerstörungswut eine Butterblume „ermordet“ und danach in einen psychischen Wahn verfällt, da er die Pflanze als menschliches Wesen wahrnimmt.

Welche zentralen Themen werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die psychische Dissoziation, die Kritik am wilhelminischen Bürgertum, die Personifizierung der Natur sowie die Mechanismen von Schuld und Verdrängung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der bürgerlichen Fassade des Protagonisten und seinen psychotischen Zügen aufzuzeigen, um Döblins sozialkritische Absicht in Bezug auf das wilhelminische Bürgertum zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die hermeneutische Ansätze mit psychoanalytischen Aspekten kombiniert, um die Symbolik und den psychischen Krankheitsverlauf zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der äußeren Erscheinung, das psychische Verhalten des Protagonisten, den Umgang mit der Schuld und die symbolische Bedeutung der Butterblume als weibliche Projektionsfläche.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Spießbürgertum, Triebsublimation, Verfolgungswahn, Doppelgängermotiv, Personifizierung und satirische Erzählweise.

Warum wird der Protagonist als „Spießbürger“ bezeichnet?

Er repräsentiert typische Attribute dieser Schicht wie Wohlstand, eine ordentliche äußere Erscheinung und eine auf Effizienz getrimmte Lebensführung, die jedoch durch seine irrationalen Ängste und Gewaltausbrüche entlarvt wird.

Welche Rolle spielt die „Zweite Butterblume“ am Ende der Novelle?

Sie symbolisiert einen neuen Versuch der Kontrolle und möglicherweise eine „Heirat“, durch die Fischer versucht, seine innere Leere zu füllen, bevor er schlussendlich in die Natur flieht.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vermenschlichung der Natur in "Die Ermordung einer Butterblume" von Alfred Döblin
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Germanistische Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar
Note
2,0
Autor
Philipp Gaier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
13
Katalognummer
V50708
ISBN (eBook)
9783638468770
ISBN (Buch)
9783638598163
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alfred Döblin Ermordung Butterblume Proseminar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp Gaier (Autor:in), 2003, Vermenschlichung der Natur in "Die Ermordung einer Butterblume" von Alfred Döblin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50708
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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