Ziel dieser Arbeit ist es die historische Entwicklung des Menschenrechtsschutzes vorzustellen und die Rolle von Menschenrechten im Corporate Social Responsibility-Konzept zu erörtern.
UN-Hochkommissar für Menschenrechte Seid al Hussein sieht diese aktuell weltweit stärker bedroht als jemals zuvor. Dies liegt nicht nur an der Vielzahl von Krisenherden und bewaffneten Konflikten weltweit sowie den Problemen die bei der Integration der resultierenden Flüchtlingsströme in die aufnehmenden Gesellschaften entstehen. Es liegt verstärkt auch daran, dass große internationale Unternehmen in Zeiten rasanter Globalisierung zwar immer mehr an Macht gewinnen, jedoch oft die damit einhergehende Verantwortung für die Einhaltung gesellschaftlicher Regeln missachten.
Da Entwicklungs- und Schwellenländer in besonderem Maße auf Direktinvestitionen von MNUs angewiesen sind, besteht die gefährliche Tendenz, dass diese in einen gegenseitigen Unterbietungswettkampf bezüglich Arbeits-, Umwelt- und Menschenrechten eintreten um die MNUs mit möglichst "günstigen" Bedingungen anzulocken.
Offensichtlich besteht hier großes Potenzial für die Privatwirtschaft, durch Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung, zum Schutz und der Verbreitung von Menschenrechten beizutragen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation der Arbeit
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Hauptteil
2.1 Grundlagen
2.1.1 Corporate Social Responsibility
2.1.2 Konzept der Menschenrechte
2.1.3 Multinationale Unternehmen
2.2 Schlüsselakteure des Menschenrechtsschutzes
2.2.1 Menschenrechte und die Vereinten Nationen
2.2.2 Menschenrechte in Europa
2.2.3 Menschenrechtsschutz durch Nichtregierungsorganisationen
2.3 Menschenrechte und Corporate Social Responsibility
2.3.1 Humanitäre Auswirkungen der wirtschaftlichen Globalisierung
2.3.2 Unterschiede, Gemeinsamkeiten und mögliche Synergien
2.3.3 Menschenrechte werden Teil des CSR-Konzepts
2.3.4 „Soft Law“ oder „Hard Law“? Das Problem der Umsetzung
3 Schluss
3.1 Fazit
3.2 Kritische Würdigung und Empfehlungen für zukünftige Forschung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung des internationalen Menschenrechtsschutzes und analysiert die Rolle sowie die Herausforderungen der Integration von Menschenrechten in das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR), um das Potenzial einer gemeinsamen Implementierung zu eruieren.
- Historische Entwicklung der Menschenrechte und ihrer Schutzakteure
- Rolle multinationaler Unternehmen (MNU) im globalen Kontext
- Interaktion zwischen Menschenrechten und CSR-Konzepten
- Spannungsfeld zwischen „Soft Law“ und „Hard Law“ bei der Umsetzung
- Strategien zur Synergienutzung und proaktiven Verantwortung
Auszug aus dem Buch
2.3.4 „Soft Law“ oder „Hard Law“? Das Problem der Umsetzung
Die heute formulierten Leitprinzipien für CSR hätten zweifellos das Potential weltweit den Respekt für Menschenrechte zu verbessern, wenn sie denn in die Tat umgesetzt würden. Hier offenbart sich das repräsentative Problem der gesamten Menschenrechtsdebatte, dass freiwillige Selbstverpflichtungen oder Absichtserklärungen keine überzeugende und daher eine ungeeignete Rechtfertigungsgrundlage für den Menschenrechtsschutz sind (Cragg, 2012, p. 14).
Es trifft auch den Kern der Kritik namhafter NGOs, dass CSR in puncto Menschenrechte zwar mittlerweile sinnvolle und angemessene Ziele und Richtlinien besitzt, diese jedoch keine gesetzlichen Verpflichtungen darstellen und daher meist wirkungslos sind (AI, 2011).
Leider gibt es auch eine Reihe von Beispielen dafür, dass das aktuelle System zum Schutz von Menschenrechten genau dann nicht hilft wenn es am meisten gebraucht würde, nämlich in akuten Krisen und in repressiven Staaten (Hafner-Burton & Tsutsui, 2007, p. 422f)
Die Meinung, dass CSR auf freiwilliger Basis (soft law) nutzlos ist und um Einfluss auf das Verhalten von MNU zu haben rechtswirksame Pflichten (hard law) und Sanktionen bei Nichtbeachtung notwendig sind teilen viele Kritiker (Cragg, 2012, p. 11). Allerdings gibt es auch stichhaltige Argumente für eine letztlich auf Freiwilligkeit basierende Herangehensweise und verbindlich geltendes Recht hat nicht nur Vorteile.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedrohung von Menschenrechten in einer globalisierten Welt durch multinationale Unternehmen und definiert das Ziel der Arbeit, die Rolle der Menschenrechte innerhalb von CSR-Konzepten zu untersuchen.
2 Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Analyse der Akteure des Menschenrechtsschutzes wie der UN und NGOs, sowie die detaillierte Erörterung der Schnittstellen, Synergien und Umsetzungsprobleme zwischen Menschenrechten und CSR.
3 Schluss: Im Schlussteil werden die Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst und kritisch gewürdigt, ergänzt durch Empfehlungen für eine notwendige Neuausrichtung der zukünftigen Forschung auf Schwellen- und Entwicklungsländer.
Schlüsselwörter
Menschenrechte, Corporate Social Responsibility, CSR, multinationale Unternehmen, MNU, Menschenrechtsschutz, Vereinte Nationen, UN, Soft Law, Hard Law, Globalisierung, Unternehmensethik, Nachhaltigkeit, Nichtregierungsorganisationen, NGO
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Verhältnis zwischen der Achtung der Menschenrechte und dem unternehmerischen Verantwortungsmodell der Corporate Social Responsibility (CSR).
Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?
Zentral sind die historische Entstehung des Menschenrechtsschutzes, die Rolle der Vereinten Nationen und NGOs sowie die Herausforderungen, die sich bei der Einbindung menschenrechtlicher Standards in die globalen Aktivitäten großer Konzerne ergeben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Menschenrechte stärker in den Fokus von CSR-Konzepte rücken können und welche Synergien durch eine Kombination aus freiwilligen Selbstverpflichtungen und verbindlichen Regelungen entstehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden Rahmenwerken und ethischen Diskursen im Bereich Wirtschaftsethik.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die Akteure des Schutzes, die Auswirkungen wirtschaftlicher Globalisierung auf Menschenrechte und diskutiert kontrovers die Wirksamkeit von „Soft Law“ versus „Hard Law“ für Unternehmen.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie CSR, Menschenrechte, globale Governance, multinationale Unternehmen und ethische Unternehmensführung geprägt.
Inwiefern beeinflussen Schwellenländer die Relevanz der Untersuchung?
Da diese Länder aufgrund schwacher Institutionen besonders anfällig für Menschenrechtsverletzungen durch Investitionen multinationaler Konzerne sind, fordert die Arbeit einen stärkeren Forschungsfokus auf diese Regionen.
Welche Rolle spielen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) für den Menschenrechtsschutz?
NGOs fungieren als „Brücke“ zwischen der realen Welt der Menschenrechtsverstöße und den bürokratischen Institutionen; ihre Stärke liegt in der provokativen Artikulation von Missständen und der moralischen Einflussnahme auf Akteure.
- Arbeit zitieren
- Tilmann Koch (Autor:in), 2018, Menschenrechte und Corporate Social Responsibility, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507092