Suchtberatung. Coaching und Supervision in der Sozialen Arbeit


Hausarbeit, 2019

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Fallbearbeitung
1.1 Krisenfall zu Aufgabe 1
1.2 Krisenmodell - Krisenverlauf- Krisenintervention

2. Coaching und Supervision in der Sozialen Arbeit
2.1 Coaching und Supervision Möglichkeiten und Grenzen
2.2 Kompetenzen nach Hildrud von Spiegel eines Sozialarbeiters im Kontext von Supervision und Coaching

3. „Coaching zielt immer auf das bessere Funktionieren von sozialen Systemen ab, lässt aber nie die Frage nach der menschlichen Qualität dieses Funktionierens außer acht" (Pohl/Fallner 2010).

4. Mediation

Literaturverzeichnis

Anhang

Genogramm zu Aufgabe 1

1. Fallbearbeitung

1.1 Krisenfall zu Aufgabe 1

Sarah eröffnete im Januar 2017 einen Kiosk in ihrer Heimatstadt. Ihre finanzielle Lage ist sehr angespannt. Das Geld für die Eröffnung hat sie von ihrem Vater bekommen, welcher als stiller Teilhaber fungiert.

Sie verkauft dort hauptsächlich Tabakwaren, Zeitungen, Zeitschriften Grußkarten sowie Geschenkartikel. Erfahrungen in diesem Bereich, konnte sie noch keine sammeln in der Vergangenheit, auch war ihr nicht bewusst welche Herausforderungen auf sie zukommen würden.

Ihre Öffnungszeiten sind:

Mo-Fr von 07:00Uhr - 18:00 Uhr,

Sa. 09:00- 18:00 Uhr und Sonntag von 09:00- 16:00 Uhr.

Ihr Vater gestattet ihr es nicht noch jemanden einzustellen um sie zu unterstützen. Da er der Geldgeber ist, beugt sie sich seinen Anweisungen.

Mit der Zeit merkt sie wie ihr alles über den Kopf wächst und sie greift immer öfter zum Alkohol. Anfangs nur hin und wieder abends nach Geschäftsschluss mit Freunden in einer Gaststätte auf ihrem Heimweg, später auch während der Geschäftszeiten und während des laufenden Betriebs. Sie steht immer öfter betrunken in ihrem Geschäft. Dies fällt auch allmählig den Kunden auf und hat zur Folge, dass diese fernbleiben. Der Umsatz geht zurück und die Probleme werden immer schwerwiegender. Sie hat immer öfter Streit mit ihrer Familie. Diese bedrängt sie und sieht auch nicht wie sie immer mehr dem Alkohol zugewandt ist und unter der Last, die vielen Aufgaben nicht bewältigen zu können zusammen zu brechen scheint.

Sarah sucht sich nach langer Zeit Hilfe bei einer Suchtberatungssteil, da ihr Leidensdruck der vergangenen Monate zu groß geworden ist.

Sarah erlebte durch ihre Selbstständigkeit eine Lebensveränderung, die sie in eine akute Überforderungssituation gebracht hat. Sie arbeitete täglich mehr wie 10 Stunden und hatte in den letzten zwei Jahren keinen freien Tag. Ihr Vater, der immer einen Blick auf die Zahlen des Geschäfts hatte, sich aber sonst nicht weiter einbrachte, machte ihr nur Druck. Im laufe der letzten Monate griff sie immer wieder zum Alkohol. Erst nur abends nach Geschäftsschluss, dann aber irgendwann auch während der üblichen Geschäftszeiten. Dies fiel auch den Kunden auf uns sie blieben weg. Der Umsatz brach ein und Rechnungen konnten nicht mehr bezahlt werden. Ihre Familie war ihr keine Hilfe. Freunde sprachen sie auf ihren Alkoholkonsum an und irgendwann suchte sich Sarah Hilfe bei einer Beratungsstelle, nach dem sie mehrmals betrunken den Laden vorzeitig schließen musste. Sarah befindet sich anhand der massiven Lebensveränderung in einer starken Krise. Diese hat sich über mehrere Monate hinweg entwickelt. Sie konnte dem Druck nicht mehr standhalten und fing an täglich zu trinken.

In eben geschildertem Fall beginnt die Krisenintervention, erst Monaten nach dem Beginn. Die Klienten suchte sich erst Hilfe, nach dem Sie selbst erkannte, dass sie alleine nicht mehr aus dem Dilemma herauskommt. „Krisenintervention hat sich immer an den Bedürfnissen der Betroffenen zu orientieren, d.h. sie selbst entscheiden über den Zeitpunkt, an dem sie Hilfe benötigen.“ (Stein 2009, S. 158)

Die durch die Lebensveränderung entstandene Krise hat die Klientin, dazu bewogen sich Hilfe zu suchen, nach dem ihr Leidensdruck zu groß geworden ist. Die Betroffene befindet sich innerhalb ihrer Krise auch in einer Sucht. Da es sich hierbei um eine Lebensveränderungskrise handelt, ist es sinnvoll die Krise bestehen zu lassen um den Wunsch nach Veränderung zu erhalten. Eine schnelle Entlastung könnte in diesem Fall den Willen etwas zu verändern schnell im Keim ersticken.

Stein (2009, S. 159) schreibt, ein weniger aktiver Interventionsstil und ein konfrontatives Vorgehen sind in dieser Form der Krise von Vorteil. Weiter sollen regressive Verhaltensweisen nicht unterstützt werden, denn die Klientin soll selbst aktiv an ihrer Veränderung arbeiten, (vgl. Stein 2009, 159) Gerade in dem Beschriebenen Fall ist es wichtig, dass die Betroffene weiterhin einer Veränderung wünscht um nicht noch weiter in die Sucht zu rutschen.

Für den Beratenden steht die aktuelle Situation im Mittelpunkt. Es ist wichtig ein umfassendes Bild von der Lebenserfahrung und den Persönlichkeitsfaktoren der Betroffenen zu haben, denn diese haben in der Krise an sich und ihrer Entstehung einen wichtigen Anteil. Welche eigentliche Bedeutung die Krise für die Klientin hat ist von hohem Stellenwert in dem Beratungssetting. (vgl. ebd.)

Die Hilfesuchende hat enormen Druck durch die eigene Familie erlebt. Da in ihrer Selbstständigkeit die gesamten Ersparnisse ihres Vaters stecken, ist die Beziehung zu diesem aktuell sehr Konfliktbehaftet. Im Rahmen der Krisenintervention können Angehörige eine Ressource darstellen. In diesem Fall jedoch ist wichtig den Vater mit einzubeziehen um die aktuell bestehenden Streitigkeiten zu klären. Stein (2009) schreibt, es ist sinnvoll den Konfliktpartner mit in die Krisenintervention mit einzubeziehen um die bestehenden Differenzen zu lösen. Dies kann im Rahmen einer Mediation erfolgreich sein.

Die Betroffene weist neben der schon bestehenden Alkoholsucht auch noch andere Symptome auf. Es ist in diesem Fall wichtig, für sie noch andere Stellen an der Hand zu haben wie eine Suchberatungsstelle und auch der Kontakt zu einem Therapeuten. Diese Krise wäre ohne weitere Hilfen aus anderen Disziplinen nicht zufriedenstellend zu lösen. Die Klientin benötigt einen Platz in einer Suchtklinik welche auch Psychotherapeutisch arbeitet um an den Ursachen der entstandenen Krise arbeiten zu können. Weiter ist der Kontakt zu einer guten Schuldnerberatung unerlässlich, da auch die finanzielle Anspannung geklärt werden muss.

2. Coaching und Supervision in der Sozialen Arbeit

2.1 Coaching und Supervision Möglichkeiten und Grenzen

Supervision und Coaching finden in den verschiedensten Bereichen der Sozialen Arbeit Bedeutung. S. und C. zielen auf berufliche Weiterentwicklung und auch Begleitung in der Sozialen Arbeit ab. Supervision und Coaching kann in Einzelsettings sowie in Gruppen und Teams stattfinden.

„Der Begriff C. stammt aus dem Leistungssport und meint die kontinuierliche, systematische Unterstützung, Begleitung sowie das Training in der Verbindung von Person und Berufsrolle.“ (Mulot und Schmitt 2017, S. 153)

„Supervision und Coaching soll Fachkräften in der alltäglichen Arbeit die Möglichkeit geben, ihr Handeln zu reflektieren, ihre berufliche Kompetenz zu erweitern und auch vor den Belastungen der Arbeit schützen. „Supervision gehört zu den professionsbezogenen Methoden der Sozialen Arbeit, d.h. sie dient nicht direkt derAnleitung des Hilfeprozesses in der Interaktion zwischen Sozialarbeitern und Klient, sondern bezieht sich auf den Sozialarbeiter selbst und das professionelle Setting, in das er eingebunden ist.“ (Galuske 2013, S. 340)

In allen Feldern der Sozialen Arbeit ist Supervision heute zu finden. Fachkräfte die häufig mit den multiproblemlagen ihrer Klienten konfrontiert sind, bekommen seitens ihres Arbeitgebers S. und C. zur Verfügung gestellt. Gerade in belastenden Arbeitsfeldern, wie Beispielsweise in den Bereichen der HZE, Suchtberatung, in der klinischen Sozialarbeit (Psychiatrie, Hospiz), stellt Supervision und Coaching ein wichtiges Mittel zur Selbstfürsorge und beruflichen Weiterentwicklung der Mitarbeiter dar. Mitarbeiter können in diesen Sitzungen Fälle ihrer Arbeit neu betrachten und bewerten, somit auch neue Erkenntnisse gewinnen und diese dann gegeben falls umsetzen. Menschen in der Sozialen Arbeit sind im Alltag ständig mit belastenden Situationen, Geschehnissen wie Armut, Verwahrlosung, Gewalt, Missbrauch und Hilflosigkeit konfrontiert. In diesen Bereichen ist es nötig als Fachkraft auch für sich selbst zu sorgen um den nötigen Abstand zum Berufsalltag gewinnen zu können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Suchtberatung. Coaching und Supervision in der Sozialen Arbeit
Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
16
Katalognummer
V507098
ISBN (eBook)
9783346068248
ISBN (Buch)
9783346068255
Sprache
Deutsch
Schlagworte
suchtberatung, coaching, supervision, sozialen, arbeit
Arbeit zitieren
Christina Stahr (Autor), 2019, Suchtberatung. Coaching und Supervision in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507098

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