Zwei sehr bekannte Vertreter von Konstitutionstypologien waren Ernst Kretschmer und William H. Sheldon. In dieser Arbeit werden zunächst einige Beispiele von konstitutionstypologischen Persönlichkeitskonzepten aufgezeigt. Im weiterenTeil wird Kretschmer mit seinen Erkenntnissen ausführlich dargestellt, insbesondere werden die verschiedenen Körperbautypen und die Charaktere dargestellt, welche dann zueinander in Beziehung gesetzt werden.
Vergleichend folgt dann die Konstitutionstypologie von Sheldon, bei der anfangs auch auf die Körperbautypen eingegangen wird, um dann die Temperamente und ihre Korrelationen mit den Körpern darzustellen.
Final werden beide Forscher gegenüberstellt und ihre Theorien kurz verglichen. Interessant wird es sein, herauszufinden, ob beide Theorien anwendbar und noch heute vertretbar sind. Im Schlusswort wird kurz die Bedeutung dieser Forscher für die heutige Zeit aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Konstitutionstypologische Konzepte in der Persönlichkeitspsychologie
3 Konstitutionstypologischer Ansatz von E. Kretschmer
3.1 Biographie
3.2 Körperbau
3.3 Psychosen und Körperbau
3.4 Grenzfälle und Temperamente
3.5 Kritik
4 Konstitutionstypologischer Ansatz von W. Sheldon
4.1 Biographie
4.2 Körperbau
4.3 Verhalten
4.4 Zusammenhang zwischen Körperbau und Temperament
4.5 Kritik
5 Vergleich der Theorien beider Persönlichkeitsforscher
6 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht historisch gewachsene konstitutionstypologische Konzepte in der Psychologie, wobei der Fokus primär auf den Theorien von Ernst Kretschmer und William H. Sheldon liegt. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen körperlicher Konstitution und psychologischen Persönlichkeitsmerkmalen darzustellen, kritisch zu hinterfragen und die Theorien beider Forscher einander gegenüberzustellen.
- Historische Entwicklung konstitutionstypologischer Konzepte.
- Detaillierte Analyse des Ansatzes von Ernst Kretschmer (Körperbau, Psychosen, Temperamente).
- Detaillierte Analyse des Ansatzes von William H. Sheldon (Somatotypen, Temperamentsskala, Korrelationen).
- Kritische Würdigung der methodischen Vorgehensweise und Validität beider Ansätze.
- Vergleichende Gegenüberstellung der theoretischen Modelle und ihrer wissenschaftlichen Bedeutung.
Auszug aus dem Buch
3.2 Körperbautypen
Kretschmer hat ein sehr umfassendes Schema zur Bestimmung der Körperbautypen erarbeitet. Er war der Meinung, „die Körperbauuntersuchung muss ein exaktes Teilstück der medizinischen Wissenschaft werden. Denn sie ist einer der Hauptschlüssel zum Konstitutionsproblem.“ Daraufhin entwickelte er eine Art Fragebogen, bei der alle Eigenschaften des Körpers erfasst werden sollten. Er unterteilte den Fragebogen in sechs Punkte, welche lauteten: Gesicht und Schädel, Körperbau, Körperoberfläche, Drüsen und Eingeweide, Maße und Zeitpunkte. Beispielsweise beurteilte er die Beschaffenheit der Haut (dünn, dick, schlaff, gespannt, ...) oder den Haarwuchs an verschiedenen Körperstellen. Damit hatte Kretschmer sehr viele Werte, um verschiedene Körperbautypen zu klassifizieren.
Genauer gesagt, konnte Kretschmer anhand der erhobenen Daten drei verschiedene Körperbautypen unterscheiden, nämlich den Leptosomen Typus, den Athletischen Typus und den Pyknischen Typus. Kretschmer wies bei dieser Einteilung aber noch darauf hin, „dass man die Morphologie des Körperbaus immer zuerst an Männern und nicht an Frauen studieren muss, da der weibliche Körperbau besonders in Gesichtsbildung, Muskel- und Fettentwicklung im Durchschnitt weniger prägnant ist“.
Der Leptosome Typus ist im Habitus durch „geringes Dickenwachstum bei durchschnittlich unvermindertem Längenwachstum“ gekennzeichnet. Dabei zeigt sich diese Entwicklung in allen Körperteilen, Extremitäten und Geweben. Abbildung 2 zeigt den Habitus des Leptosomen, der kurz gesagt, dünn und mittelmäßig groß ist. Kennzeichnend dafür sind blutarme Haut, muskeldünne Arme, schmale Schultern, langer, schmaler, flacher Brustkorb und ein fettloser Bauch. Die Durchschnittswerte der Hauptkörpermaße entsprechend dieser Beschreibungen sind in Abbildung 3 dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung des Forschungsinteresses an Konstitutionstypologien und Einführung in die behandelten Forscher Kretschmer und Sheldon.
2 Konstitutionstypologische Konzepte in der Persönlichkeitspsychologie: Historischer Überblick über die Typologisierung von Menschen anhand von körperlichen oder charakterlichen Merkmalen von der Antike bis zum 20. Jahrhundert.
3 Konstitutionstypologischer Ansatz von E. Kretschmer: Vorstellung der körperbaubasierten Persönlichkeitstheorie Kretschmers, inklusive der Klassifizierung von Körperbautypen und deren Zusammenhang mit psychiatrischen Erkrankungen.
4 Konstitutionstypologischer Ansatz von W. Sheldon: Analyse von Sheldons System der Somatotypen und deren empirische Korrelation mit Temperamentsmerkmalen mittels numerischer Skalen.
5 Vergleich der Theorien beider Persönlichkeitsforscher: Synthese und Gegenüberstellung der Gemeinsamkeiten und methodischen Unterschiede in den Ansätzen von Kretschmer und Sheldon.
6 Schlusswort: Reflexion über die wissenschaftliche Bedeutung der untersuchten Theorien für das moderne Verständnis von Persönlichkeit.
Schlüsselwörter
Konstitutionstypologie, Persönlichkeitspsychologie, Ernst Kretschmer, William H. Sheldon, Körperbautypen, Somatotypen, Leptosom, Athletiker, Pykniker, Endomorphie, Mesomorphie, Ektomorphie, Temperament, Korrelation, Psychose.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit den historischen Ansätzen der Konstitutionspsychologie, welche versucht, menschliche Persönlichkeitsmerkmale auf der Grundlage körperlicher Beschaffenheit zu erklären.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Körperbautypen-Theorien von Ernst Kretschmer und William H. Sheldon, deren methodische Messungen sowie deren Versuche, Temperamente und psychische Dispositionen damit in Zusammenhang zu bringen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Konzepte von Kretschmer und Sheldon detailliert darzustellen, ihre jeweilige empirische Fundierung kritisch zu beleuchten und die beiden theoretischen Ansätze miteinander zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und vergleichende Gegenüberstellung der vorgestellten psychologischen Theorien und deren historischer Validierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung der Konzepte beider Forscher, beginnend bei den Biografien über die Definition der Körperbautypen bis hin zur statistischen Korrelation mit psychologischen Temperamenten und der jeweiligen wissenschaftlichen Kritik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Konstitutionstypologie, Persönlichkeitspsychologie, Körperbautypen, Somatotypen, Temperament und Korrelationsanalyse.
Warum spielte die Altersvariable bei Kretschmers Forschung eine kritische Rolle?
Kretschmer berücksichtigte nicht ausreichend, dass sich der menschliche Körperbau im Laufe des Lebens verändert, wodurch die beobachteten Zusammenhänge zwischen bestimmten psychischen Erkrankungen und Körperbautypen durch das Lebensalter als Drittvariable verfälscht sein könnten.
Was unterscheidet Sheldons Ansatz zur Bestimmung der Körperbautypen von dem Kretschmers?
Während Kretschmer primär klinisch-intuitiv vorging, nutzte Sheldon ein standardisiertes, numerisches System zur Messung der Somatotypen, das auf der embryologischen Entwicklung (Keimblätter) und anthropometrischen Daten von Fotos basiert.
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- Katja Otto (Author), 2001, Konstitutionstypologische Auffassungen von Persönlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50734