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Kriminalisierung von Jugendlichen durch Massenmedien

Title: Kriminalisierung von Jugendlichen durch Massenmedien

Term Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Christian Peters (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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1. Einleitung

Die Diskussion über die Auswirkung von Gewaltdarstellungen in den Massenmedien auf eine potenzielle Kriminalisierung von Jugendlichen ist ein Thema, welches immer wieder durch unterschiedliche Auslöser, sprich: Gewaltdelikte Jugendlicher nach Vorlage des Fernsehens, in der Öffentlichkeit auftaucht. So zum Beispiel betrat am 26. April 2002 Robert S. mit einer Pumpgun und einer kleinkalibrigen Faustfeuerwaffe bewaffnet das Gutenberg-Gymnasium in Erfurt. Er war mit einem schwarzen Ninja-Kostüm bekleidet. Im Schulzentrum schoss Robert S. gezielt auf Lehrer und Erwachsene und tötete hierbei 13 Lehrer, zwei Mitschülerinnen und einen zur Hilfe gerufenen Polizisten mit gezielten Schüssen, bevor er von einem Lehrer in einen Klassenraum gesperrt werden konnte, in welchem Robert S. sich schließlich selbst richtete. Seinen Amoklauf plante Robert S. seit ca. einem halben Jahr. Robert S. war begeisterter Spieler des Computer-Krieg-Spieles "Counter-Strike" und Fan der Death Metal-Band "Slipknot". Diese Aspekte sollen auf seine tödliche Entscheidung Einfluss genommen haben. So sehen die einen die neuen Massenmedien, so zum Beispiel das Fernsehen und das Internet, als Gefahren an, welche die Kultur zerstören und eine Bedrohung für die Menschheit darstellen, die anderen bestreiten eben diese Befürchtungen und sehen keine gefährlichen Auswirkungen der neuen Massenmedien auf die Menschen. Die Wirkung von Gewaltdarstellungen wird schon seit geraumer Zeit diskutiert: schon im antiken Griechenland wurde darüber nachgedacht, ob Märchenerzähler den Kindern durch Geschichten über Gräueltaten falsche Gedanken zuführten, die diese eigentlich nicht haben sollten. Deshalb sollten ,,nur die guten Märchen (...) eingeführt werden" und ,,die Dichter von Märchen und Sagen beaufsichtigt werden" (Kunczik, 1994, S.17).
Ich möchte in meiner Arbeit die Schwerpunkte auf das Fernsehen und Kriegs-Computerspiele legen, weil diese Medien in Bezug auf die Verbreitung und die Effekte von Gewaltdarstellungen scheinbar die wichtigsten Medien darstellen. Ferner werde ich auf die möglichen Auswirkungen von Metal-Musik und Fantasy-Rollenspielen auf kriminelle Handlungen eingehen.
Bei meinen Ausführungen werde ich eine kurze Übersicht über die Gewaltdarstellung in den Medien und deren Entwicklung geben und mich ferner mit den Auswirkungen dieser Darstellungen befassen.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gewaltdarstellung in den Medien:

2.1 Die Auswirkungen des sozialen Netzwerks auf die Massenkommunikation

2.2 Differenzierung des Gewaltbegriffs

2.3 Entwicklung der Gewaltdarstellung – der heutige Stand

3. Kriminalisierung durch Massenmedien:

3.1 Zur Wirkung von Gewaltdarstellungen auf das Verhalten von Kleinkindern

3.2 Der „Two Step flow of communication“

3.3 Auswirkung der Gewaltdarstellung auf Jugendliche

3.3.1 Gewaltverherrlichendes Fernsehen

3.3.2 Kriegsvideospiele und –computerspiele

3.3.3 Vom Hardrock/Heavy Metal zum Black Metal/Death Metal

3.3.4 Fantasy-Rollenspiele

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den potenziellen Einfluss von Gewaltdarstellungen in Massenmedien auf die Kriminalisierung Jugendlicher. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und in welchem Maße der Konsum von gewalthaltigen Medien, wie Fernsehen, Kriegs-Computerspielen, Metal-Musik und Fantasy-Rollenspielen, Jugendliche tatsächlich zu kriminellen Handlungen verleiten kann.

  • Analyse der Medienwirkung auf Sozialisation und Aggressionsverhalten
  • Untersuchung der Rezeptionsmuster von Gewalt in Fernsehen und Videospielen
  • Evaluation von Wirkungsannahmen bei jugendlichen Amokläufen
  • Diskussion der Bedeutung des sozialen Umfelds gegenüber medialen Einflüssen

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Kriegsvideospiele und -computerspiele

Immer mehr auf dem Vormarsch befinden sich Kriegsvideo und –computerspiele. Bei diesen neuen Medien werden die Spieler dazu animiert, mit Waffen umzugehen und diese auch gegen Andere einzusetzen. Das Ziel aller Spiele diese Genres ist das kriegerische Gefecht mit anschließender, vollkommender Vernichtung des Gegners. „Die Anleitung zum Umgang mit diesen Medien putschen vielfach zu negativen Emotionen, zu Hass, Verachtung und zu Vernichtungslust an. Krieg wird verherrlicht und gleichzeitig verharmlost, weil Schrecken, Verwundung, Leid und qualvolles Sterben nicht konkret und damit auch nicht in abschreckender Weise erlebt wird. Ein konkretes Beispiel für ein solches Computerspiel ist das durch den am 26.April 2002 in Erfurt von Robert S. durchgeführten Amoklauf kontroverse Spiel „Counter-Strike“. In diesem Spiel hat der Spieler wahlweise die Möglichkeit, in die Rolle eines Terroristen oder in die Rolle des Mitgliedes einer Anti-Terror-Einheit zu schlüpfen. Als Terrorist wird dem Spieler zum Gewinnen des Spiels das Ziel nahegelegt, Geiseln zu nehmen und diese vor dem Zugriff durch die Anti-Terror-Einheit abzusichern, ein wichtiges Bauwerk des Gegners mit Sprengstoff zu zerstören oder einfach alle Gegner zu töten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der medialen Gewaltdarstellung und deren potenzielle Rolle bei der Kriminalisierung von Jugendlichen anhand aktueller Beispiele.

2. Gewaltdarstellung in den Medien: Theoretische Auseinandersetzung mit sozialen Netzwerken, Gewaltdefinitionen und dem aktuellen Stand der Gewaltdarstellung im deutschen Fernsehen.

3. Kriminalisierung durch Massenmedien: Detaillierte Analyse der Wirkung von Gewaltmedien auf Kinder und Jugendliche unter Berücksichtigung verschiedener Medienformen wie Fernsehen, Spiele und Musik.

4. Schluss: Kritische Reflexion der Ergebnisse mit dem Fazit, dass Medien eher vorhandene Potenziale verstärken, als kriminalistisches Verhalten ursächlich zu erzeugen.

Schlüsselwörter

Gewaltdarstellung, Massenmedien, Kriminalisierung, Jugendkriminalität, Sozialisation, Computer-Krieg-Spiele, Fernsehen, Amoklauf, Medienwirkung, soziale Netzwerke, Gewaltdefinition, aggressive Handlungen, Indizierung, Medienkonsum, Aggressivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Konsum medialer Gewaltdarstellungen und einer möglichen Kriminalisierung bei Jugendlichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Wirkungsweise von Fernsehen, Kriegs-Computerspielen, Heavy-Metal-Musik und Fantasy-Rollenspielen auf die Sozialisation und das Verhalten junger Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob Medien eine kausale Macht besitzen, Jugendliche zu Straftaten zu verleiten, oder ob hierbei andere soziale Faktoren entscheidender sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die Auswertung bestehender sozialwissenschaftlicher Studien zu Medienwirkung und Gewalt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise des sozialen Netzwerks, definiert unterschiedliche Gewaltformen und prüft spezifische Medieninhalte auf ihr Potenzial, abweichendes Verhalten zu fördern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gewaltdarstellung, Medienwirkung, Jugendkriminalität, Sozialisation und soziale Netzwerke maßgeblich definiert.

Welchen Einfluss räumt der Autor den sogenannten "neuen Medien" bei Amokläufen ein?

Der Autor argumentiert, dass Medien bei Jugendlichen eine bereits vorhandene Aggressivität oder ein kriminelles Potenzial verstärken können, jedoch nicht als alleinige Ursache für Straftaten gesehen werden sollten.

Warum ist die Erstellung eines "Kriminalisierungs-Index" laut Autor schwierig?

Der Autor stellt fest, dass es keine operationalisierbaren Indikatoren gibt, da das komplexe Zusammenspiel von individuellem Umfeld, Persönlichkeit und Medienkonsum bisher nicht ausreichend erforscht ist, um eine sichere Vorhersage über kriminelles Verhalten zu treffen.

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Details

Title
Kriminalisierung von Jugendlichen durch Massenmedien
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Soziologie)
Grade
1.0
Author
Christian Peters (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V5074
ISBN (eBook)
9783638130868
Language
German
Tags
Kriminalisierung Jugendlichen Massenmedien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Peters (Author), 2002, Kriminalisierung von Jugendlichen durch Massenmedien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5074
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