Die geplante Unterrichtseinheit für die Ausbildung Erwachsener zum Sozialassistenten für eine Kindertagesstätte umfasst eine aktivierende Übung, die der Begriffsunterscheidung von Alltagsbeobachtung und fachlicher Beobachtung dient. Anschließend bearbeiten die Lernenden eine Lerntheke mit dreifach differenzierten Aufgabenstellungen zu den einzelnen Grundlagenelementen der fachlichen Beobachtung. Abschließend erfolgt eine kurze Reflexion des Arbeitsstandes.
Die Lernenden sollen in ihrer Funktion als SozialassistentIn eine fachlich geleitete Beobachtungsfähigkeit ausbilden. Inhaltliche Schwerpunkte des Lernfeldes sind die zielgerichtete Nutzung und Verwendung von Beobachtungen als Grundlage des professionellen Handelns.
Zentraler Gegenstand des Praktikums ist die Erweiterung kommunikativer Kompetenzen und der Beobachtungsfähigkeit. Die Durchführung von fachlichen Beobachtungen ist Teil der zu erbringenden Praktikumsaufgaben. Dies umfasst die schriftliche Dokumentation eigener Beobachtungen sowie das daraus resultierende wertfreie Beschreiben eines Klienten mit einer Zuordnung von Merkmalen und Verhalten, Ressourcen, Krankheiten, Inte-ressen und Bedürfnissen.
Die Visualisierung der Stundenziele an der Tafel bietet die Möglichkeit die Ziele der Stunde farbig und zentral allen Schülern aufzuzeigen. Die Einstimmung auf das Stundenthema erfolgt durch eine Aktivierung in Form eines geheimen Beobachtungsauftrages für zwei ausgewählte SuS und der gemeinsamen Betrachtung eines Wimmelbildes. Die Aufgabenstellungen sollen bei den Lernenden erste eigene Vermutungen über die Fachbegriffe ‚Alltagsbeobachtung‘ und ‚fachliche Beobachtung‘ generieren. Der visuelle Sinn wird während dieser Übung stark angesprochen. Die SuS sollen die zwei Phasen der Übung anschließend auf die Fachbegriffe übertragen. Die Antworten werden entsprechend zusammengefasst und ggf. seitens der Lehrkraft korrigiert. Die geheimen Beobachter beschreiben anschließend Ihre Ergebnisse und das genutzte Instrument, das für die restlichen SuS mittels Overheadprojektor visualisiert und als Kopie ausgehändigt wird. Ein weiteres Mal werden die SuS aufgefordert, eine Form der Beobachtung dieser konkreten Situation zuzuordnen. Der Transfer dieser Begriffe auf eine Praxissituation sichert den Bedeutungsgehalt für die Lernenden ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Lernausgangslage
2 Lernziele
3 Didaktische Begründung
4 Verlaufsplanung
5 Literaturverzeichnis
6 Anlagen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist es, den Lernenden die wesentlichen Unterschiede zwischen Alltagsbeobachtung und fachlicher Beobachtung zu vermitteln und sie zur Anwendung von Grundlagenelementen der fachlichen Beobachtung zu befähigen. Die zentrale Forschungsfrage bzw. didaktische Leitlinie ist dabei, wie durch eine praxisnahe Lerntheke und gezielte Aufgabenstellungen die Beobachtungskompetenz für den zukünftigen Einsatz in Kindertagesstätten professionalisiert werden kann.
- Differenzierung zwischen Alltagsbeobachtung und fachlicher Beobachtung
- Erwerb von Fachwissen zu den Grundlagenelementen fachlicher Beobachtung
- Förderung der Selbstreflexionsfähigkeit durch differenzierte Aufgabenangebote
- Transfer theoretischer Kenntnisse auf berufliche Handlungssituationen in Kindertagesstätten
Auszug aus dem Buch
Besonderheiten der Lerngruppe
Die Unterrichtsstunde wird im Klassenunterricht in der Klasse X durchgeführt. Dieser findet im wöchentlichen Rhythmus in einer 90-minütigen Einheit statt. Die Lerngruppe besteht aus 24 Schülern und Schülerinnen (15 weiblich, 9 männlich). Die AltersspA. der SuS liegt zwischen 18 bis 37 Jahren. Die SuS befinden sich aufgrund ihres Schulabschlusses, Hochschulreife bzw. Fachhochschulreife, in der verkürzten Sozialassistentenausbildung. Sie durchliefen erfolgreich ein Einstellungsgespräch, in dem die Eignung für die verkürzte Ausbildung festgestellt wurde. Da diese Ausbildung einige Besonderheiten aufweist, wie z.B. die kürzere Praktikumsdauer oder auch Eigenleistungen der SuS in Form von Hausaufgaben in den einzelnen Lernfeldern voraussetzt, muss dieses Gespräch geführt werden.
Insgesamt besitzen die SuS viele Erfahrungen im sozialen Bereich durch Praktika, FSJ oder auch die ehrenamtliche Tätigkeit in Sportvereinen oder bei Jugendfreizeiten. A. hat bereits einen Berufsabschluss erworben. M. erhielt durch ein Studium der Skandinavistik sogar einen Master-Abschluss. In der Klasse gab es personelle Veränderungen. H. ist erst seit Anfang September diesen Jahres in der Klasse, hat sich aber sehr schnell in den Klassenverband eingefunden. D. stammt aus Kuba und hat bereits zwei Kinder. Sie suchte, in meiner Funktion als Klassenlehrerin, das Gespräch mit mir und hat am 06.12.2017 auf eigenen Wunsch und aus privaten Gründen die Ausbildung beendet. Sie war eine beliebte Mitschülerin und hat die Klasse selbst über ihre Entscheidung informiert.
N. stammt aus Bulgarien. Er ist sprachlich begabt und hat einen leichten Akzent. M. stammt aus Tschechien und hat in Berlin studiert. Sie spricht fast akzentfrei und sehr fließend, wobei sie einen sehr großen Wortschatz nutzt. M. und C. sind Mütter jeweils eines Kindes im Krippenalter.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Lernausgangslage: Dieses Kapitel beschreibt die Zusammensetzung, die Vorerfahrungen sowie die aktuelle Lernsituation der Klasse X im Rahmen der Sozialassistentenausbildung.
2 Lernziele: Hier werden die übergreifenden Ausbildungsziele sowie die spezifischen Kompetenzen für das Lernfeld 2 definiert, die in dieser Unterrichtssequenz adressiert werden.
3 Didaktische Begründung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz des Themas im Hinblick auf das bevorstehende Praktikum und beschreibt den methodischen Aufbau der Unterrichtseinheit.
4 Verlaufsplanung: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte tabellarische Aufschlüsselung der Unterrichtsphasen, der Handlungsabläufe sowie der eingesetzten Medien und Materialien.
5 Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Quellen, Fachbücher, Lehrpläne und Online-Materialien auf, die zur Erstellung des Unterrichts herangezogen wurden.
6 Anlagen: Dieses Kapitel enthält ergänzende Materialien wie Arbeitsblätter, Beobachtungsaufträge, Kopiervorlagen und den Kompetenzentwicklungsplan.
Schlüsselwörter
Sozialassistent, Fachliche Beobachtung, Alltagsbeobachtung, Wahrnehmungsförderung, Lernfeld 2, Lerntheke, Beobachtungsinstrumente, Reflexion, Didaktik, Sozialpädagogik, Kompetenzentwicklung, Kindertagesstätte, Beobachtungsprozess, Professionelles Handeln, Schüleraktivierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die didaktische Planung einer Unterrichtseinheit zum Thema „Grundlagen der fachlichen Beobachtung“ für angehende Sozialassistenten im Rahmen des Lernfeldes 2.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Abgrenzung von Alltags- zu fachlicher Beobachtung, die Vermittlung von Grundlagenelementen der Beobachtung und deren Anwendung in der sozialen Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Schülern durch eine aktivierende Übung und eine methodisch gestaltete Lerntheke die notwendigen Kompetenzen für eine professionelle, fachlich geleitete Beobachtung in Kindertagesstätten zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein lerntheoretischer Ansatz verfolgt, der durch eine kognitive Aktivierung, eine Lerntheke mit differenzierten Schwierigkeitsgraden und eine abschließende Reflexion geprägt ist.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Lernausgangslage, die Festlegung konkreter Lernziele, die didaktische Begründung des gewählten Vorgehens sowie die detaillierte zeitliche und methodische Verlaufsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Sozialassistentenausbildung, fachliche Beobachtung, Lerntheke, Wahrnehmungsförderung und Kompetenzorientierung charakterisiert.
Wie ist die Lerngruppe strukturiert?
Die Lerngruppe besteht aus 24 Schülern zwischen 18 und 37 Jahren, die aufgrund ihrer Hochschul- oder Fachhochschulreife eine verkürzte Sozialassistentenausbildung absolvieren.
Warum wird die Methode der „Lerntheke“ eingesetzt?
Die Lerntheke ermöglicht eine individuelle Förderung, da die Schüler ihre Aufgaben entsprechend ihrer Präferenzen und Fähigkeiten wählen und durch Selbstkorrekturhilfen eigenverantwortlich arbeiten können.
Welche Rolle spielt die Reflexion am Ende der Stunde?
Die Reflexion dient dazu, den individuellen Arbeitsstand zu sichern, die gelernten Inhalte zu festigen und einen Ausblick auf die weiteren Unterrichtsstunden zu geben.
- Arbeit zitieren
- Maria Widera (Autor:in), 2017, Grundlagen der fachlichen Beobachtung in der Kinder- und Jugendhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507409