Das Ziel der Arbeit ist es die Effektivität der Körperbildtherapie bei Personen mit Anorexia Nervosa zu erfassen und relevante Aspekte in der Behandlung hervorzuheben. Die Fragestellung wurde mittels einer systematischen Literatursuche in spezifischen Datenbanken bearbeitet. Die kritische Auseinandersetzung mit der Literatur führte zur Beantwortung der Forschungsfrage.
Körperbildstörungen spielen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Essstörung Anorexia Nervosa eine zentrale Rolle. Ein negatives Körperbild erhöht die Rückfallgefahr nach einer Therapie. Dennoch steckt die Körperbildtherapie noch in den Kinderschuhen. Anhand der vier verwendeten Hauptstudien konnte aufgezeigt werden, dass Körperbildtherapie physische und psychische Aspekte positiv beeinflusst.
Inhaltsverzeichnis
1.1. Einleitung
1.2. Ziel der Arbeit
1.3. Fragestellung
2. Methodik
3. Theoretischer Hintergrund
3.1. Anorexia Nervosa
3.2. Körperbild
3.3. Körperbildstörungen bei Kindern und Jugendlichen
3.4. Kognitive Verhaltenstherapie
4. Ergebnisse
4.1. Inhalte des Behandlungsprogramms
4.2. Beeinflussung des Körperbilds und darauf bezogenen Komponenten
4.3.Veränderung des physischen und psychischen Zustands
5. Diskussion
6. Lösungsmöglichkeiten für den Berufsalltag
7. Praxisimplikation
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die wissenschaftliche Effektivität der Körperbildtherapie bei Personen mit Anorexia Nervosa zu erfassen und zentrale Aspekte für die klinische Behandlung herauszuarbeiten, um die therapeutische Unterstützung für Betroffene zu optimieren.
- Analyse der Rolle von Körperbildstörungen bei Anorexia Nervosa.
- Untersuchung der Wirksamkeit kognitiv-behavioraler Therapieansätze.
- Identifikation von Faktoren zur Verbesserung des Körpererlebens.
- Ableitung von praktischen Interventionsmöglichkeiten für den klinischen Alltag.
Auszug aus dem Buch
3.2. Körperbild
Für den englischen Begriff „body image“ gibt es keine deutsche konsistente Bezeichnung. Körperselbst, Körperkonzept, Körperschema, Körper-Ich sind nur einige der genannten Synonyme. Zur besseren Verständlichkeit wird in dieser Literaturarbeit ausschliesslich der Begriff Körperbild verwendet. Das gestörte Körperbild beinhaltet negative Gedanken und Gefühle dem eigenen Körper gegenüber, verzerrte Wahrnehmung und ungutes körperbezogenes Verhalten. Es manifestiert sich nach Vocks und Legenbauer (2006) durch folgende Komponenten:
• Perzeptive Komponente
• Kognitiv-affektive Komponete
• Behaviorale Komponente
Die perzeptive Komponente bezeichnet die Überschätzung der eigenen Körpermasse beziehungsweise eine Unsicherheit über deren Ausmasse. Hierbei handelt es sich eher um ein kognitives als sensorisches Defizit. Bei der kognitiv-affektiven Komponente treten negative Gefühle bezüglich des eigenen Körpers auf. Betroffene empfinden beispielsweise Scham, Ekel oder Wut. Bei der behavioralen, also der verhaltensbezogenen Komponente, unterscheidet man zwischen Vermeidungs- und Kontrollverhalten. Personen mit gestörtem Körperbild meiden Situationen, in denen sie oder andere Personen mit ihrem Körper konfrontiert sind, wie beispielsweise Schwimmbadbesuche. Das Kontrollverhalten äussert sich durch Abmessen bestimmter Körperteile, ständiges Wiegen oder häufigen Betrachten im Spiegel (Vocks, Legebauer, Troje & Schulte, 2005). Vocks und Legenbauer (2006) benennen soziokulturelle (Familie, Peers, Medien) und individuelle (kritische Lebensereignisse, prämorbides höheres Gewicht u.Ä.) Faktoren im Zusammenhang mit anderen Vulnerabilitätsfaktoren als Erklärung für die Entstehung einer Körperbildstörung.
Zusammenfassung der Kapitel
1.1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz des negativen Körperbilds bei Anorexia Nervosa und dessen Bedeutung als Risikofaktor für Rückfälle nach stationären Behandlungen.
1.2. Ziel der Arbeit: Das Ziel ist die wissenschaftliche Erfassung der Effektivität von Körperbildtherapie bei Anorexia Nervosa, um multidisziplinäre Teams in der Behandlung optimal zu unterstützen.
1.3. Fragestellung: Die Arbeit konzentriert sich auf die zentrale Forschungsfrage, wie die Effektivität der Körperbildtherapie in der aktuellen Literatur beschrieben wird.
2. Methodik: Die Beantwortung der Fragestellung erfolgte mittels einer systematischen und kritischen Literaturrecherche in verschiedenen wissenschaftlichen Datenbanken für den Zeitraum 2000–2015.
3. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert essenzielle Begriffe wie Anorexia Nervosa, das Körperbild und seine Komponenten sowie die Grundlagen der kognitiven Verhaltenstherapie.
4. Ergebnisse: Die Ergebnisse fassen die Inhalte spezifischer Behandlungsprogramme zusammen und analysieren deren Einfluss auf kognitive, affektive, behaviorale sowie physische Faktoren.
5. Diskussion: Das Kapitel diskutiert die positiven Auswirkungen der Therapie, weist auf die methodischen Grenzen der Studienlage hin und betont die Notwendigkeit der Nachbetreuung.
6. Lösungsmöglichkeiten für den Berufsalltag: Es werden praxisnahe Interventionen vorgestellt, die ohne spezielles therapeutisches Setting die Wahrnehmung des eigenen Körpers positiv beeinflussen können.
7. Praxisimplikation: Basierend auf einer eigenen Fallerfahrung wird der Stellenwert der Körperbildtherapie in der stationären Versorgung unterstrichen und für eine regelmäßige Durchführung plädiert.
Schlüsselwörter
Anorexia Nervosa, Körperbild, Körperbildtherapie, Essstörung, kognitive Verhaltenstherapie, Körperbildstörung, perzeptive Komponente, kognitiv-affektive Komponente, behaviorale Komponente, Rückfallprophylaxe, Intervention, Körperwahrnehmung, Therapieeffektivität, Jugendliche, Psychotherapie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Körperbildtherapie als integraler Bestandteil der Behandlung von Anorexia Nervosa.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen des Körperbildes, die Wirksamkeit therapeutischer Interventionen und praktische Möglichkeiten für den pflegerischen oder therapeutischen Alltag ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Effektivität der Körperbildtherapie bei Anorexia-Patienten zu evaluieren, um deren Stellenwert in der klinischen Behandlung zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine systematische und kritische Literaturrecherche, um den Forschungsstand aus dem Zeitraum von 2000 bis 2015 aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Studieninhalte, die Beeinflussung von Körperbildkomponenten (kognitiv, affektiv, behavioral) sowie Veränderungen des psychischen und physischen Zustands der Betroffenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Anorexia Nervosa, Körperbildtherapie, kognitive Verhaltenstherapie, Rückfallprävention und Körperwahrnehmung.
Warum ist die Körperbildtherapie bei Anorexia Nervosa besonders relevant?
Da ein negatives Körperbild oft bestehen bleibt, obwohl eine körperliche Genesung stattgefunden hat, ist es ein wesentlicher Risikofaktor für Rückfälle in die Krankheit.
Welche Rolle spielt die "perzeptive Komponente" in den Ergebnissen?
Die Ergebnisse zeigen, dass die perzeptive Komponente (die tatsächliche Wahrnehmung der Körpermaße) durch die untersuchten Therapieansätze oft am schwersten zu verändern ist.
- Arbeit zitieren
- Melanie Frei (Autor:in), 2015, Körperbildtherapie bei Anorexia Nervosa, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507423