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Idealismus und Realismus. Eine Symbiose zweier konträrer Theorien

Titel: Idealismus und Realismus. Eine Symbiose zweier konträrer Theorien

Bachelorarbeit , 2019 , 44 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Julia Engels (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Politikwissenschaft gelten Realismus und Idealismus oftmals als unvereinbare und widersprüchliche Denkrichtungen. Seit vielen Jahrzehnten kämpfen diese beide Positionen um die alleinige Vormachtstellung in der politischen Philosophie.

Lässt sich bei differenzierter Betrachtung der auf den ersten Blick divergent erscheinenden Idealtypen eine politisch symbiotische Position erkennen und entwickeln?

Diese Frage steht im thematischen Zentrum dieser Bachelorarbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die Debatte zwischen Real- und Idealpolitik

2. Die Definition von Realpolitik

2.1. Bekannte Vertreter des klassischen Realismus

2.2. Das Machtverständnis im Neorealismus

3. Die Definition von Idealpolitik

3.1. Neoliberalismus

3.2. Bekannte Vertreter des klassischen Idealismus

4. Der Friedensbegriff im Realismus und Idealismus

5. Komplexe Interdependenz im Internationalen System

6. Die Mittelposition des Institutionalismus

7. Die Mittelposition des Strukturalismus

8. Deutschland zwischen Realismus und Idealismus

8.1. Internationale Ebene

8.2. Berührungspunkte zwischen Idealismus und Realismus in der Politik

9. Das Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretische Ambivalenz zwischen Realismus und Idealismus in den Internationalen Beziehungen, um zu prüfen, ob sich eine pragmatische, symbiotische Position zwischen diesen beiden vermeintlich konträren Denkschulen entwickeln lässt.

  • Historische Herleitung des Realismus und Idealismus
  • Analyse zentraler Vertreter und deren Staatsverständnis
  • Untersuchung des Friedensbegriffs in beiden Paradigmen
  • Relevanz der Globalisierung und Interdependenz für moderne Staatstheorien
  • Synthese der Ansätze für eine stabile Außenpolitik

Auszug aus dem Buch

2. Die Definition von Realpolitik

Der Begriff der Realpolitik hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert. Zum damaligen Zeitpunkt ging es den europäischen Staaten in erster Linie um machtpolitische Interessen. Ihrem Ursprung nach gründet sich die Realpolitik auf einer pessimistischen Anthropologie (Zusammenleben aller Menschen als Krieg aller gegen alle). Der theoretische Spielraum der realistischen Denkrichtung reicht vom klassischen Realismus Hans J. Morgenthaus bis zum von Kenneth N. Waltz vertretenen strukturellen Realismus. Die Ansätze sind bisweilen recht unterschiedlich, doch der kleinste gemeinsame Nenner aller Realisten ist gleichwohl die pessimistische Grundstimmung (vgl. Puglierin 2011: 19-20). Dieser Pessimismus steht in der Tradition von Thomas Hobbes. Für ihn galt der Grundsatz: "Jedermann hat sich um Frieden zu bemühen, solange dazu Hoffnung besteht. Kann er ihn nicht herstellen, so darf er sich alle Hilfsmittel und Vorteile des Krieges verschaffen und sie benutzen." (Hobbes 1968: 190). Mit Beginn des Ost-West-Konfliktes wurde die realistisch orientierte Anschauung immer populärer. Sie stieg schließlich zum vorherrschenden Paradigma der Weltpolitik auf. Ihre erfolgreiche Phase dauert bis in die heutige Zeit an (vgl. Menzel/Varga 1999: 38-41). Die Realpolitik knüpft in ihrem Handeln erstrangig an den vorgegebenen Tatsachen an. Spezielle Werte und abstrakte Moralvorstellungen sind für Realisten nebensächlich. Realpolitiker beschäftigt vielmehr die Frage, was zur Durchsetzung von Macht möglich ist und was nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Debatte zwischen Real- und Idealpolitik: Führt in die klassische Grundsatzdebatte zwischen Realismus und Idealismus ein und definiert die Forschungsfrage nach einer möglichen Symbiose.

2. Die Definition von Realpolitik: Erläutert die anthropologischen und machttheoretischen Grundlagen des Realismus und stellt dessen wichtigste klassische und neorealistische Vertreter vor.

3. Die Definition von Idealpolitik: Analysiert das optimistische Menschenbild und die normativen Prinzipien des Idealismus (Liberalismus) sowie dessen Weiterentwicklungen wie den Neoliberalismus.

4. Der Friedensbegriff im Realismus und Idealismus: Gegenüberstellung des "negativen" Friedensbegriffs der Realisten und des "positiven" Friedensbegriffs der Idealisten.

5. Komplexe Interdependenz im Internationalen System: Untersucht, wie globale Verflechtungen und ökonomische Faktoren die traditionelle Trennung der Theorien in Frage stellen.

6. Die Mittelposition des Institutionalismus: Erörtert, wie institutionelle Ansätze versuchen, Machtstreben und normative Kooperation zu vereinen.

7. Die Mittelposition des Strukturalismus: Beleuchtet die sozialkritische Perspektive, die Machtverhältnisse primär ökonomisch durch Klassengegensätze begründet sieht.

8. Deutschland zwischen Realismus und Idealismus: Analysiert die außenpolitische Praxis Deutschlands im Spannungsfeld der beiden Theorien.

9. Das Fazit: Führt die Argumente zusammen und belegt die Notwendigkeit einer Symbiose beider Paradigmen für eine verantwortungsbewusste Außenpolitik.

Schlüsselwörter

Realismus, Idealismus, Außenpolitik, Internationale Beziehungen, Machtpolitik, Weltfrieden, Interdependenz, Neorealismus, Neoliberalismus, Institutionalismus, Strukturalismus, Sicherheitspolitik, Globalisierung, Politische Theorie, Staatenkonkurrenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das theoretische Spannungsfeld zwischen der realpolitischen und der idealistischen Denkschule im Kontext der internationalen Politik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Machtbegriffe, Friedenskonzeptionen, staatliche Souveränität, die Bedeutung internationaler Organisationen und die Auswirkungen globaler Interdependenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Realismus und Idealismus keine unvereinbaren Gegensätze sind, sondern sich zu einer pragmatischen, symbiotischen Politik verbinden lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturstudie der klassischen und modernen Lehrmeinungen der Internationalen Beziehungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die separate Definition der Paradigmen, die Untersuchung von Mittelpositionen wie Institutionalismus und Strukturalismus sowie eine Analyse der deutschen Außenpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Realismus, Idealismus, Internationale Beziehungen, Macht, Frieden, Interdependenz und globale Regierungsführung.

Warum wird der Begriff "Realpolitik" so pessimistisch definiert?

Aufgrund der anthropologischen Grundannahme des Realismus, dass das internationale System als anarchisch gilt und Staaten in einem permanenten Überlebenskampf stehen.

Inwiefern ist das Fazit der Arbeit zukunftsweisend?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass für komplexe globale Herausforderungen des 21. Jahrhunderts weder rein idealistische noch rein realistische Ansätze ausreichen, weshalb eine Symbiose unabdingbar ist.

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Idealismus und Realismus. Eine Symbiose zweier konträrer Theorien
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Politisches Institut)
Note
1,5
Autor
Julia Engels (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
44
Katalognummer
V507551
ISBN (eBook)
9783346056078
ISBN (Buch)
9783346056085
Sprache
Deutsch
Schlagworte
idealismus realismus eine symbiose theorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Engels (Autor:in), 2019, Idealismus und Realismus. Eine Symbiose zweier konträrer Theorien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507551
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  44  Seiten
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