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Typisierung von Regierungsformen. Semi-Präsidentialismus oder Parlamentarismus?

Fallbeispiele aus Frankreich, Deutschland und Österreich

Titel: Typisierung von Regierungsformen. Semi-Präsidentialismus oder Parlamentarismus?

Studienarbeit , 2019 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Alexander Engel (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit enthält einen umfassenden Blick auf die Stellung der Staatspräsidenten in Deutschland, Frankreich und Österreich. Dies dient dem Vergleich von parlamentarischen und semi-präsidentiellen Staatssystemen. In der Forschung gibt es eine große Kontroverse über die Bedeutung des Semi-Präsidentialismus, wie er laut Konzeption in Frankreich und Österreich vorherrscht. In dieser Arbeit soll nun untersucht werden, ob sich der Semi-Präsidentialismus in einer entscheidenden Form vom Parlamentarismus unterscheidet.

Um mich dieser Frage zu widmen, werde ich zunächst die beiden Begriffe Parlamentarismus und Semipräsidentialismus näher erläutern. Hierzu werde ich vor allem auf die Definitionen von Winfried Steffani und Maurice Duverger eingehen. Anschließend bedarf es Praxisbeispielen, um die Definitionen anzuwenden. Hierbei gehe ich näher auf die als semipräsidentiell klassifizierten Regierungssysteme Österreichs und Frankreichs ein. Um zu überprüfen inwiefern diese sich in der Praxis von einem parlamentarischen System unterscheiden, werde ich auch auf das Regierungssystem Deutschlands eingehen. Dabei wird sich zeigen, ob sich die Regierungspraxis Deutschlands von der Österreichs oder Frankreichs unterscheidet. Sollte dies nicht der Fall sein, so muss davon ausgegangen werden, dass der Semipräsidentialismus keine eigenständige Klassifikation abbildet, sondern nur eine Unterform des Parlamentarismus ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Parlamentarismus

3. Der Semipräsidentialismus

4. Präsidiale Kompetenzen im Vergleich

4.1 Die Stellung des österreichischen Präsidenten

4.2 Die Stellung des französischen Präsidenten

4.3 Die Stellung des deutschen Präsidenten

5. Analyse

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Trennschärfe zwischen Parlamentarismus und Semipräsidentialismus. Ziel ist es zu klären, ob der Semipräsidentialismus eine eigenständige Klassifizierung von Regierungsformen darstellt oder lediglich eine Unterform des parlamentarischen Systems bildet, wobei die Forschungsfrage auf der Validität der Kategorie „Semipräsidentialismus“ in der politikwissenschaftlichen Typisierung liegt.

  • Kritische Auseinandersetzung mit den Definitionen von Winfried Steffani und Maurice Duverger.
  • Vergleichende Analyse der präsidialen Kompetenzen in Österreich und Frankreich.
  • Einordnung des deutschen politischen Systems als Kontrastbeispiel.
  • Überprüfung der Wirksamkeit formaler Verfassungsbestimmungen in der realen politischen Praxis.
  • Bewertung der Kategorie „Semipräsidentialismus“ als notwendiges wissenschaftliches Konzept.

Auszug aus dem Buch

3. Der Semipräsidentialismus nach Duverger

Der Semipräsidentialismus bezeichnet allgemein ein Regierungssystem in dem sich ein Premierminister und ein Präsident gegenüber stehen. Fortwährend gibt es viele Möglichkeiten, Merkmale für den Semipräsidentialismus herauszuarbeiten.

So definiert ihn der „Schöpfer“ des Semipräsidentialismus Maurice Duverger anhand dreier Merkmale: Der Präsident des Staates ist direkt vom Volk gewählt, er besitzt erhebliche Macht und zuletzt steht ihm ein Premierminister gegenüber, der exekutive und regierungsfähige Macht besitzt, allerdings vom Vertrauen der Parlamentsmehrheit abhängig ist (Duverger: 1980: 166). Bis 1980 führte Duverger das Parlamentsauflösungsrecht des Präsidenten als Kriterium statt der erheblichen Macht des Präsidenten an (Elgie: 1999: 3).

O‘Neill hingegen sieht dagegen Systeme mit direkt gewählte Präsidenten, welche nur eine schwache Stellung haben, nicht als semipräsidentiell an, wohingegen er starke, nicht direkt gewählte Präsidenten mit einem Premier gegenüber als semipräsidentiell klassifiziert (O‘Neill: 1993: 197).

Das semipräsidentielle System bildet somit eine Mischform aus den traditionellen Regierungssystemen Parlamentarismus und Präsidentialismus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wissenschaftliche Debatte um Maurice Duvergers Definition des Semipräsidentialismus ein und definiert das Ziel der Untersuchung.

2. Der Parlamentarismus: Hier werden die definitorischen Grundlagen des Parlamentarismus nach Winfried Steffani dargelegt, insbesondere die Abberufbarkeit der Regierung als zentrales Kriterium.

3. Der Semipräsidentialismus: Das Kapitel erläutert das Konzept nach Duverger und kontrastiert es mit alternativen Ansichten, wie sie etwa von O'Neill vertreten werden.

4. Präsidiale Kompetenzen im Vergleich: Dieser Abschnitt analysiert anhand der Fallbeispiele Österreich, Frankreich und Deutschland die tatsächliche Machtausübung der jeweiligen Staatsoberhäupter.

5. Analyse: Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Fallbeispielen werden hier auf die theoretischen Kriterien angewandt, um die Trennschärfe der Begriffe zu prüfen.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass der Semipräsidentialismus eher als Unterform denn als eigenständige, notwendige Klassifizierung betrachtet werden sollte.

Schlüsselwörter

Semipräsidentialismus, Parlamentarismus, Präsidentialismus, Maurice Duverger, Winfried Steffani, Regierungsformen, Verfassungsrecht, Regierungspraxis, Staatsoberhaupt, Premierminister, Cohabitation, politische Kompetenzen, Typisierung, politische Systeme, Gewaltenteilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der politikwissenschaftlichen Einordnung und Klassifizierung des Semipräsidentialismus als Regierungsform.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Abgrenzung zum Parlamentarismus, die Analyse von Kompetenzen von Staatsoberhäuptern und die Anwendung theoretischer Konzepte auf die Praxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob die Kategorie „Semipräsidentialismus“ eine notwendige Erweiterung zur Unterscheidung von Regierungssystemen darstellt oder als bloße Unterform des Parlamentarismus zu werten ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es wird eine vergleichende Analyse politikwissenschaftlicher Theorien durchgeführt, die durch die Anwendung auf konkrete Fallbeispiele (Österreich, Frankreich, Deutschland) verifiziert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Definitionen nach Steffani und Duverger erläutert und anschließend die politischen Systeme Österreichs, Frankreichs und Deutschlands detailliert hinsichtlich der präsidialen Machtbefugnisse gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Semipräsidentialismus, Parlamentarismus, Regierungsform, präsidiale Kompetenzen und Verfassungspraxis charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Rolle des französischen Präsidenten von der des deutschen Bundespräsidenten?

Während der französische Präsident über exekutive Machtbefugnisse verfügt und aktiv in die Politik eingreift, nimmt der deutsche Bundespräsident primär eine repräsentative und überparteiliche Funktion wahr.

Warum wird Frankreich als Paradebeispiel für den Semipräsidentialismus genannt?

Da der französische Präsident direkt vom Volk gewählt wird und über erhebliche Befugnisse verfügt, erfüllt er Duvergers Kriterien für ein semipräsidentielles System in besonderem Maße.

Was bedeutet das Phänomen der „Cohabitation“ im französischen Kontext?

Die Cohabitation beschreibt eine Situation, in der Präsident und Premierminister unterschiedlichen politischen Lagern angehören, was die tatsächliche Machtbalance innerhalb der Exekutive verschiebt.

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Details

Titel
Typisierung von Regierungsformen. Semi-Präsidentialismus oder Parlamentarismus?
Untertitel
Fallbeispiele aus Frankreich, Deutschland und Österreich
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
1,7
Autor
Alexander Engel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
17
Katalognummer
V507668
ISBN (eBook)
9783346062123
ISBN (Buch)
9783346062130
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Semi-Präsidentialismus Frankreich Österreich Deutschland Parlamentarismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Engel (Autor:in), 2019, Typisierung von Regierungsformen. Semi-Präsidentialismus oder Parlamentarismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507668
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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