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Eskalation und Deeskalation. Die Garnisonsverstärkung in Bamberg während der Revolutionsjahre 1848 und 1849 und ihre Folgen

Title: Eskalation und Deeskalation. Die Garnisonsverstärkung in Bamberg während der Revolutionsjahre 1848 und 1849 und ihre Folgen

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Peter Kirschner (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Diese Arbeit untersucht die Garnisonsverstärkungen in Bamberg während der Revolutionsjahre 1848 und 1849. Der Fokus liegt dabei auf den Unruhen und Krawallen, die das erhöhte Truppenaufkommen mitverursachte. Die markantesten und damit aussagekräftigsten dieser Zwischenfälle sollen im Zuge dieser Arbeit analysiert werden und damit einen Einblick in die Hintergründe der Ereignisse geben. Politische Sachverhalte, organisatorische Problemstellungen und sonstige Zusammenhänge werden hierbei in angemessenem Umfang erläutert und einbezogen werden.

Die Konfrontation des Militärs mit der Zivilbevölkerung, aber auch in einigen Fällen Auseinandersetzungen zwischen den Soldaten selbst, sollen ganz im Fokus der Betrachtungen stehen und nicht als Randerscheinungen der Revolution abgetan werden. Abschließend wird zu klären sein, wie es dem Armeekommando schließlich doch noch gelang, die Lage in Bamberg zu normalisieren und die Ordnung in der Stadt wiederherzustellen ohne dabei die vorher begangenen Fehler zu wiederholen und die Bürgerschaft erneut gegen sich aufzubringen.

Wie in vielen anderen fränkischen und bayerischen Städten auch, manifestierte sich die Unzufriedenheit der Bevölkerung über den damaligen politischen Status Quo im März 1848 in Form von Volksversammlungen und der Formulierung konkreter Forderungen an die Landesregierung. Die mangelnde Bereitschaft des Monarchen, diese umzusetzen, gepaart mit der Erhöhung der Garnisonsstärke durch bayerische Infanterieeinheiten führte zu einer angespannten Grundstimmung innerhalb der republikanisch eingestellten Bürgerschaft Bambergs, welche sich zwischen April 1848 und Januar 1849 vereinzelt in Krawallen und Ausschreitungen entlud, in welche allzu häufig auch Teile des in der Stadt untergebrachten Militärs involviert waren - sei es nun als Ordnungsmacht oder als Beteiligter.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Eskalation und Deeskalation

2.1 Die Probleme des bayerischen Militärs zur Zeit der Revolution

2.2 Bamberg als Garnisonsstadt seit 1803

2.3 Maßnahmen der Behörden nach Ausbruch der Revolution

2.4 Markante Beispiele für Eskalationen und deren Folgen

2.5 Maßnahmen zur Deeskalation

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen der Garnisonsverstärkungen in Bamberg während der Revolutionsjahre 1848 und 1849 zu untersuchen und zu analysieren, wie die Strategie des Militäreinsatzes paradoxerweise zur Eskalation statt zur Befriedung beitrug. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie das Armeekommando letztlich die Ordnung in der Stadt wiederherstellen konnte, ohne die Bevölkerung weiter gegen sich aufzubringen.

  • Die systemischen Missstände innerhalb der bayerischen Armee im 19. Jahrhundert.
  • Die sozioökonomische Rolle Bambergs als Garnisonsstadt.
  • Analyse spezifischer Eskalationsereignisse wie des Bamberger Hauptwachsturms.
  • Die Rolle der Behörden und des Militärs bei der Deeskalation der Lage.

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Der Bamberger Hauptwachsturm vom 24. April 1848

Vermutlich aufgrund der bevorstehenden Urwahlen zur Abgeordnetenwahl für die Frankfurter Nationalversammlung vom 25. April hielt eine Gruppe Demokraten aus Bamberg am 24. April 1848, dem zweiten Osterfeiertag, eine Kundgebung in Staffelstein ab, um die dortige Bevölkerung von ihrer republikanischen Idee zu überzeugen. Dieses Vorhaben wurde jedoch von lokalen Royalisten unterbrochen, welche die Abordnung aus Bamberg unter Gewaltandrohung in ein nahegelegenes Wirtshaus trieben. Nachdem der Staffelsteiner Stadtschreiber die schutzsuchenden Männer überreden konnte, durch den Hinterausgang Richtung Bahnhof zu fliehen, waren diese erneuter Verfolgung ausgesetzt, in deren Zuge nun auch offen Gewalt angewendet wurde, was in einigen schweren Verletzungen resultierte. Die erboste Volksmenge gab sich glücklicherweise mit der Vertreibung der Republikaner zufrieden, wodurch diese nach Erreichen des Zuges sicher nach Bamberg zurückkehren konnten.

Besagter Vorfall machte schnell die Runde unter den Bamberger Bürgern, welche sich wegen des Feiertages vermehrt in den Wirtshäusern der Stadt aufhielten und wohl aufgrund des daraus resultierenden Bierkonsums entsprechend erzürnt reagierten. Opfer eines Ausbruchs dieser angestauten Wut wurde der bekanntermaßen konservativ eingestellte Händler Johann Baptist Silbermann, welcher am Abend aus Richtung Staffelstein zurückkehrte und daher der Anstiftung zum Angriff auf die Demokraten beschuldigt wurde. An der Kettenbrücke aufgegriffen und entsprechend angegangen, schaffte es Silbermann gerade noch, sich in das nahegelegene Hauptwachgebäude zu flüchten, welches zu diesem Zeitpunkt lediglich mit sieben bis zwölf Soldaten besetzt war, welche dort ihren regulären Dienst versahen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Militärpräsenz in Bamberg und stellt die zentrale Frage, wie eine eigentlich ordnungswahrende Strategie zur Eskalation führen konnte.

2 Eskalation und Deeskalation: Dieses Hauptkapitel analysiert die systemischen Schwächen der bayerischen Armee, die soziologische Situation Bambergs als Garnisonsstadt, konkrete Unruhen wie den Hauptwachsturm sowie die letztlich ergriffenen Deeskalationsmaßnahmen der Behörden.

3 Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Lage durch ein besseres Zusammenspiel von ziviler und militärischer Verwaltung sowie eine Reform der starren Armeestrukturen hätte friedlicher gelöst werden können.

Schlüsselwörter

Bamberg, Revolution 1848, Militär, Garnison, Eskalation, Deeskalation, bayerische Armee, Volkswehr, Hauptwachsturm, politische Unruhen, Obrigkeitsstaat, Zivilbevölkerung, Garnisonsstadt, 19. Jahrhundert, Ordnungsmacht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des bayerischen Militärs auf die soziale und politische Ordnung in Bamberg während der Revolutionsjahre 1848 und 1849.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die inneren Probleme der bayerischen Armee, die Rolle Bambergs als Garnisonsstadt und die Wechselwirkungen zwischen dem Militär und der zivilen Bevölkerung.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Untersuchung geht der Frage nach, warum der Einsatz des Militärs als Ordnungsmacht in Bamberg in bestimmten Phasen zur Eskalation beitrug und wie die Ordnung letztlich wiederhergestellt werden konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, um anhand von Ereignissen und zeitgenössischen Zusammenhängen die Konfliktdynamiken der Zeit zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert strukturelle Missstände der Armee, die Bedeutung der Garnison, markante Zwischenfälle wie den Hauptwachsturm oder die Saalschlacht im „Hannatzer“ und die Deeskalationsstrategien der Behörden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Revolution, Bamberg, Militär, Eskalation und Garnisonsstadt beschreiben.

Warum wird der „Hauptwachsturm vom 24. April 1848“ so detailliert betrachtet?

Dieser Vorfall dient als ein markantes Fallbeispiel für die Dynamik der Eskalation, bei der eine verunsicherte Volksmenge auf das Militär und politische Sympathisanten traf.

Welche Rolle spielte das „Gerücht vom Flößerangriff“ für die Stadtverwaltung?

Das Gerücht löste eine massive, überhastete Mobilisierung des Militärs und der Bürgerschaft aus, was die hohe Anspannung und das mangelnde Vertrauen zwischen den Institutionen in der Revolutionsphase verdeutlicht.

Wie gelang es den Behörden, die Lage in Bamberg schließlich zu beruhigen?

Dies geschah durch eine Kombination aus einer erhöhten militärischen Präsenz, einer beschleunigten Untersuchung von Disziplinarvergehen und letztlich der Neubesetzung der Garnison mit unvorbelasteten Truppen.

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Details

Title
Eskalation und Deeskalation. Die Garnisonsverstärkung in Bamberg während der Revolutionsjahre 1848 und 1849 und ihre Folgen
College
University of Bamberg  (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie)
Course
Die europäischen Revolutionen 1848/49 (Akteure, Programme, Räume, Folgen)
Grade
1,0
Author
Peter Kirschner (Author)
Publication Year
2019
Pages
18
Catalog Number
V507678
ISBN (eBook)
9783346062048
ISBN (Book)
9783346062055
Language
German
Tags
eskalation deeskalation garnisonsverstärkung bamberg folgen revolutionsjahre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Kirschner (Author), 2019, Eskalation und Deeskalation. Die Garnisonsverstärkung in Bamberg während der Revolutionsjahre 1848 und 1849 und ihre Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507678
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