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Lebenslagen von russlanddeutschen Jugendlichen in Weißwasser

Title: Lebenslagen von russlanddeutschen Jugendlichen in Weißwasser

Diploma Thesis , 2002 , 82 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniela Hilbrich (Author)

Social Work
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1. Einleitung

Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erlebte die Bundesrepublik Deutschland einen stetig steigenden Zuwachs an Deutschen aus den Ostblockstaaten.
Angehörige deutscher Minderheiten, vor hunderten von Jahren in östliche Gebiete ausgewandert, streben zurück nach Deutschland. In ihre Heimat. Dorthin, wo ihre Wurzeln liegen.
Auch in Weißwasser, eine Stadt im Niederschlesischen Oberlausitzkreis, nahm die Anzahl der Aussiedler in den letzten Jahren bedeutend zu. Aus dieser Entwicklung heraus ergaben sich vielfältige Probleme, die auch der Öffentlichkeit nicht verschlossen blieben. Daher und aus der Anregung eines Sozialarbeiters heraus entschloss ich mich, mich genauer mit der Problematik der Spätaussiedler, insbesondere der der jugendlichen Russlanddeutschen, zu beschäftigen. Auch gegenwärtig erfährt diese Problematik eine große Aktualität, was mich in meiner Motivation, dieses Thema zu bearbeiten, weiter bestärkte.

In der hier vorliegenden Arbeit möchte ich über Hintergründe, Ursachen, Folgen und Besonderheiten dieser Zuwanderung aufklären. Dies soll besonders am Beispiel der jugendlichen Aussiedler geschehen.

Ich möchte zu aller erst die unterschiedlichen Begrifflichkeiten, die im Zusammenhang mit dem Thema oft zu lesen sind, klären und Klarheiten schaffen.
In der Folge darauf beschäftige ich mich eingehend mit den geschichtlichen Hintergründen der Aussiedler.
Im vierten Teil erläutere ich das Aufnahmeprozedere, Bedingungen und Eingliederungsunterstützungen für die neuen ‚alten′ Bundesbürger. Hier beschäftige ich mich erstmals mit den Eingliederungshilfen für jugendliche Spätaussiedler.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

3. Geschichte der Aussiedler

3.1 Russland wendet sich nach Westen

3.1.1 Die zweite Aussiedlerwelle erreicht den Osten

3.1.2 Russifizierungspolitik unter Alexander II.

3.2 Leben in den Kolonien

3.3 Verdrängung der Deutschen und der Erste Weltkrieg

3.3.1 Zwischen den Kriegen

3.3.2 Auswirkungen der Machtübernahme der NSDAP auf die Russlanddeutschen

3.3.3 Zwischen den Fronten im Zweiten Weltkrieg

3.4 Normalisierung der Lage in der Nachkriegszeit

3.5 Autonomie und Ausreisebewegungen

3.6 Glasnost und Perestroika

3.6.1 Die Gesellschaft „Wiedergeburt“

4. Rechtliche Grundlagen für eine Integration

4.1 Das Zuwanderungsgesetz – kurzer geschichtlicher Abriss

4.2 Der Aufnahmeprozess

4.2.1 Wie wird die deutsche Volkszugehörigkeit bestimmt?

4.2.2 Sprachtest

4.3 Das Aufnahme- und Registrierverfahren

4.3.1 Was geschieht nach der Ankunft in Friedland?

4.4 Kritiken an den gesetzlichen Regelungen

4.5 Eingliederungshilfen

4.5.1 Eingliederungshilfen für jugendliche Aussiedler

5. Zuwanderung und Integration in der Bundesrepublik Deutschland

5.1 Zuwanderungsentwicklungen

5.2 Das Deutschlandbild

5.3 Aussiedlungsmotive

5.3.1 „Als Deutscher unter Deutschen leben“

5.3.2. Wunsch nach Familienzusammenführung

5.3.3. Hoffnung auf ein besseres Leben

5.3.4 Aussiedlungsmotive der Jugendlichen?

5.4 Die Aussiedlungserfahrungen

5.4.1 Die Ausreiseerfahrungen von Jugendlichen

6. Sozialraum Weißwasser

6.1 Brennpunkt Weißwasser Süd

6.2 Ansätze zur Integration in Weißwasser

7. Russlanddeutsche Jugendliche im bundesdeutschen Alltag

7.1 Die Sprache

7.2 Familie und Erziehung

7.3 Schule und Ausbildung

7.4 Die nationale Identität

7.5 Kirchliches Leben

7.6 Soziale Beziehungen und Freizeitgestaltung

7.7 Das Phänomen der Abschottung

7.8 Gewalt und Drogen

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Lebenssituation von jugendlichen Spätaussiedlern in Deutschland am Beispiel der Stadt Weißwasser. Ziel ist es, Hintergründe, Integrationsprobleme und soziale Herausforderungen dieser spezifischen Bevölkerungsgruppe aufzuzeigen, um Ansätze zur Unterstützung im Alltag zu formulieren.

  • Historische Hintergründe der Russlanddeutschen und deren Ausreisemotive
  • Strukturelle und rechtliche Rahmenbedingungen der Integration
  • Sozialraum-Analyse und Integrationsarbeit in Weißwasser
  • Alltagssituation, Identitätsfindung sowie Gewalt- und Suchtproblematiken bei Jugendlichen

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Russifizierungspolitik unter Alexander II.

Der Nachfolger von Alexander I., Alexander II. (1855 – 1881) führte umfangreiche Reformen ein. Im Jahre 1871 nahm er die alten Vorrechte der deutschen Ansiedler zurück. Dies geschah aus mehreren Gründen. Zum einen hatten sich die deutschen Kolonien aufgrund der Privilegien erfolgreich entwickelt, zum anderen hatten sich aber alarmierende Unterschiede zwischen der Produktivität der deutschen Siedler und der russischen Bevölkerung aufgetan. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert hatten die Deutschen bereits 3.000 Kolonien im gesamten Gebiet Russlands gegründet. Die berufliche und soziale Differenz zwischen Einheimischen und Neusiedlern nahm zu.

Das zog natürlich Spannungen nach sich. Um diesen Ungleichheiten entgegenzusteuern, hob Alexander II. unter anderem die Sonderstellung der Kolonien auf und unterstellte sie der allgemeinen Staatsverwaltung; 1874 wurden die Deutschen zum Militärdienst verpflichtet. Diese deutschfeindliche Stimmung veranlasste wiederum einen großen Teil der Siedler dazu auszuwandern.

Das Klima und die Stimmung gegen die Deutschen verstärkten sich mit einer Denkrichtung – die der Slawophilen – die in der Besiedlung der russischen Gebiete durch Deutsche eine Gefahr der Germanisierung sahen. Sie befürchteten eine Behinderung der von ihnen angestrebten Russifizierung (vgl. Eisfeld 2000, S. 19) und forderten eine Verdrängung der deutschen Bauern. So verursachte das Fremdengesetz von 1887 eine große Auswanderungswelle nach Übersee. Diese Entwicklung wurde durch die Russifizierung des in den Kolonien bestehenden Schulwesens weiter bestärkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der Motivation und der angewandten Untersuchungsmethode (narrative Interviews).

2. Begriffsbestimmung: Definition der unterschiedlichen Migrantengruppen wie Vertriebene, Flüchtlinge und Spätaussiedler.

3. Geschichte der Aussiedler: Detaillierte Betrachtung der Ansiedlung und Lebensumstände der deutschen Minderheiten in Russland von Iwan III. bis zum Ende der Sowjetunion.

4. Rechtliche Grundlagen für eine Integration: Erläuterung der Gesetzesgrundlagen, des Aufnahmeverfahrens und der Eingliederungshilfen.

5. Zuwanderung und Integration in der Bundesrepublik Deutschland: Analyse der Zuwanderungsentwicklungen nach 1991 und der verschiedenen Ausreisemotive.

6. Sozialraum Weißwasser: Porträt der Stadt Weißwasser als sozialer Brennpunkt und Darstellung lokaler Integrationsansätze.

7. Russlanddeutsche Jugendliche im bundesdeutschen Alltag: Untersuchung der Lebensbereiche von Jugendlichen, inklusive Sprache, Identität und sozialen Problemen wie Gewalt.

8. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Fazit zur Situation der Aussiedlerjugendlichen in Weißwasser.

Schlüsselwörter

Spätaussiedler, Russlanddeutsche, Integration, Weißwasser, Sozialraum, Jugendhilfe, Identität, Zuwanderung, Migration, Diskriminierung, Integrationsarbeit, Gewaltbereitschaft, Kultur, Sprachförderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Lebenssituation von russlanddeutschen Jugendlichen in der Stadt Weißwasser, ihre Integrationshürden und die Herausforderungen, mit denen sie im Alltag konfrontiert sind.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Schwerpunkte sind die Geschichte der Aussiedler, die rechtlichen Voraussetzungen ihrer Aufnahme, die Beweggründe für die Ausreise sowie ihre Integration in Bezug auf Schule, Familie, Sprache und gesellschaftliche Teilhabe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifischen Integrationsprobleme dieser Jugendlichen zu verstehen und aufzuzeigen, wie sie sich in einem sozialen Brennpunkt wie Weißwasser behaupten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung sowie auf praktischen Erkenntnissen durch Gespräche mit Sozialarbeitern und die Auswertung narrativer Interviews mit Jugendlichen.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?

Im Hauptteil werden sowohl die geschichtlichen Hintergründe der Russlanddeutschen als auch die aktuelle Integrationssituation vor Ort, insbesondere die Probleme in den Bereichen Identität, Schule, Sprache und Gewalt, detailliert behandelt.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Spätaussiedler, Integration, Bikulturalität, Sozialraum Weißwasser und Identitätsentwicklung.

Warum spielt die Familieneinheit für die Jugendlichen eine so große Rolle?

Die Familie fungiert als wichtigster emotionaler Bezugspunkt und Schutzraum in einem für die Jugendlichen oftmals fremden und als abweisend empfundenen neuen Umfeld.

Wie gehen die befragten Jugendlichen mit dem Vorwurf der Gewaltbereitschaft um?

Sie differenzieren zwischen grundloser Gewalt und dem Verteidigen ihrer Ehre. Während sie Gewalt oft als Mittel zur Konfliktlösung sehen, lehnen sie illegale Drogen in den Interviews weitgehend ab.

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Details

Title
Lebenslagen von russlanddeutschen Jugendlichen in Weißwasser
College
University of Applied Sciences at Cottbus
Grade
1,0
Author
Daniela Hilbrich (Author)
Publication Year
2002
Pages
82
Catalog Number
V5077
ISBN (eBook)
9783638130882
Language
German
Tags
Lebenslagen Jugendlichen Weißwasser
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Hilbrich (Author), 2002, Lebenslagen von russlanddeutschen Jugendlichen in Weißwasser, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5077
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