Freihandelsabkommen. Vor- und Nachteile im Vergleich zum Multilateralismus


Seminararbeit, 2019
41 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Außenhandelstheorien
2.1.1 Mangelnde Verfügbarkeit
2.1.2 Preisunterschiede
2.2 Multilateralismus
2.2.1 Regelwerke des Multilateralismus
2.2.2 Entstehung des Multilateralismus
2.2.3 Umfang des Multilateralismus
2.3 Freihandelsabkommen
2.3.1 Entstehung von Freihandelsabkommen
2.3.2 Arten von Freihandelsabkommen
2.3.3 Gründe für Freihandelsabkommen
2.3.4 Umfang von Freihandelsabkommen
2.3.4.1 Nichttarifäre Handelshemmnisse
2.3.4.2 Wirkung von Freihandelsabkommen

3 Analyse
3.1 Freihandelsabkommen
3.1.1 Vorteile Freihandelsabkommen
3.1.2 Nachteile Freihandelsabkommen
3.2 Multilateralismus
3.2.1 Vorteile Multilateralismus
3.2.2 Nachteile Multilateralismus

4 Kritische Würdigung

5 Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Motivationen für Bilaterale Freihandelsabkommen

Abbildung 2 Handelshemmnisse

Abbildung 3 Auswirkung des Importzolls

Abbildung 4 Wirkung des Importkontingent

1 Einleitung

Mit Gründung der WTO (World Trade Organisation) wird im Jahr 1995 der multilaterale Ansatz als einer der wichtigsten Meilensteine der Welthandelspolitik gefeiert. Der Liberalisierungsprozess der auf einer multilateralen Ebene einsetzte mündet in der heutigen Zeit aufgrund der stockenden Weiterentwicklungen in einem ernüchternden Resümee und in einer Abkehr von multilateralen Lösungen.1

Die zunehmende wirtschaftliche Verflechtung von Ländern sorgt dafür, dass die Anzahl der bilateralen Freihandelsabkommen in Form des Regionalismus zunehmen. Aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs durch Schwellenländer wie Indien und China gewinnen Bilaterale Abkommen mit einer gemeinsamen Freihandelszone zunehmend an Bedeutung. Entgegen dieser Entwicklung sind multilaterale Ansätze in den Hintergrund geraten und somit auch die Anti­Diskriminierung bestimmter Handelspartner und der damit einhergehenden Handelsliberalisierung.

Dieser Wandel weg von einem multilateralen Ansatz der WTO hin zur Zunahme von dynamischen regionalen Ansätzen ist auf einen sich ändernden Handelspolitischen Kurs der Länder zurückzuführen. Gründe für diese Entwicklung ist auf eine nur schleppende Weiterentwicklung multilateraler Ansätze und den gegensätzlichen Interessensansprüche zwischen Industrieländer und Entwicklungsländer begründet. Aufgrund dieser trägen Entwicklung des multilateralen Ansatzes ziehen Länder zunehmend regionale Ansätze vor. Dadurch soll eine möglichst schnelle Handelsliberalisierung erreicht werden. Diese Entwicklung führt dazu, dass bereits heute mehr Handel durch die mehr als 300 weltweite bilaterale Abkommen abgewickelt wird als über den von der WTO vertretenen multilateralen Ansatz.2 3

Diese Entwicklung führt dazu, dass Regionale Abkommen sowie Multilaterale Abkommen hinsichtlich ihrer Chancen und Risiken sowie ihren Wohlstandswirkungen zu untersuchen sind. Um einen Vergleich beider Ansätze zu ermöglichen sind bilaterale Handelsabkommen mit regionalem Charakter sowie die multilateralen Ansätze zu analysieren und Vor- und Nachteile herauszuarbeiten und diese Ansätze einer kritischen Würdigung zu unterziehen.

1.1 Problemstellung

Die zunehmende Wettbewerbssituation der Länder untereinander führt dazu, dass Freihandelsabkommen für entwickelte Industrienationen notwendig sind um gegenüber Schwellenländern wie China oder Indien bestehen zu können und Wettbewerbsfähig zu sein.

Die Welthandelsorganisation (WTO) rät zur Verminderung regionalen Freihandelsabkommen und vertritt einen multilateralen Freihandelsrahmen. Dieser multilaterale Rahmen ist für viele Länder nichtmehr zeitgemäß und hat eine mangelnde Aktualität. Diese mangelnde Aktualität führt zu einer entgegengesetzten Wirkung und zur Zunahme von Präferenzabkommen mit regionalem Charakter. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Anzahl der Präferenzabkommen im asiatischen Raum in den Jahren von 2002 bis 2006 von 57 auf 176 erhöht und ist weltweit auf über 300 angestiegen. Die Abkehr von multilateralen Freihandelsrahmen zahlreicher Mitglieder der WTO und den zunehmenden Präferenzabkommen werfen hierbei die Frage auf, ob diese Entwicklung langfristig die Weltwohlfahrtswirkung verlangsamt oder die beiden Ansätze koexistieren können.4 5 6

1.2 Zielsetzung

Ziel der Arbeit ist es die Vorteile und Nachteile sowie ökonomische Wirkungen von Freihandel gegenüber dem Multilateralismus herauszuarbeiten und eine kritische Würdigung unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung der abgeschlossenen Freihandels- bzw. multilateralen Abkommen zu ermöglichen.

1.3 Untersuchungsablauf

Die aktuelle Entwicklung zu regionalen Freihandelsabkommen und die Abkehr von multilateralen Abkommen ist einer kritischen Analyse zu unterziehen und Vor- sowie Nachteile der beiden Ansätze zu untersuchen. In Kapitel 2 der vorliegenden Arbeit, werden Grundlagen geschaffen und beleuchtet zu Beginn allgemeine Außenhandelstheorien. Dabei wird geklärt, auf welchen Theorien Handel und Warenaustausch beruhen und unter welchen Aspekten Handel zwischen Volkswirtschaften betrieben wird. Im weiteren Verlauf werden der multilaterale und der regionale Freihandel Ansatz definiert und dessen Regelwerk, Entstehung, Wirkung und Umfang näher erläutert. Des Weiteren werden Handelshemmnisse wie Zölle und Kontingente näher erläutert und deren Einfluss auf die Volkswirtschaften und den Handel aufgezeigt.

In Kapitel 3 wird eine erste Analyse durchgeführt. Freihandelsabkommen mit regionalem Charakter sowie multilaterale Abkommen sind zu analysieren und Vor- und Nachteile dieser beiden Ansätze aufzuzeigen. In Kapitel 4 wird eine kritische Würdigung durchgeführt und die beiden Ansätze gegenübergestellt. Als Fazit ist im letzten Kapital die anzustrebende und voraussichtliche Entwicklung von regionalen Freihandelsabkommen zum Multilateralismus näher beschrieben.

2 Grundlagen

2.1 Außenhandelstheorien

Durch Außenhandelstheorien sind Fragen zu klären, weshalb es zu Außenhandel kommt und Handel mit anderen Volkswirtschaften betrieben wird. Außenhandelstheorien erklären anhand von Modellen welchen Nutzen Außenhandel den teilnehmenden Parteien bringt und die eingesetzten Faktoren sich auf Struktur sowie Richtung des Außenhandels auswirken. Außenhandelstheorien erklären die Motive von Ländern zur Beteiligung am internationalen Handel. Dabei sollen grundsätzlich positive Wirkungen auf die Wohlfahrt der teilnehmenden Länder und deren wirtschaftliche Entwicklung erklärt werden.7 8

2.1.1 Mangelnde Verfügbarkeit

Ein Ansatz zur Erklärung des Außenhandels beruht auf der nicht Verfügbarkeit von bestimmten Gütern oder Produktionsfaktoren in einem Land. Dieser Mangel an Produktionsfaktor kann auf unterschiedliche geopolitische oder auch klimatische Bedingungen zurückzuführen sein. Diese Faktoren sind nicht beeinflussbar und erzeugen einen natürlichen Mangel an Produktionsfaktoren.9

Weitere Gründe für eine nicht Verfügbarkeit können technologische Lücken darstellen. Das importierende Land hat hierbei einen technologischen Rückstand und kann diese Produkte im Umkehrschluss nicht exportieren. In dieser Theorie wird auf den Produktionszyklusprozess verwiesen. Im Produktionszyklusprozess werden diese Lücken mit voranschreitender Zykluszeit geschlossen. Durch einen häufigen Kostenunterschied ist davon auszugehen, dass ein importierendes Land mit voranschreitenden Produktzyklus diese Produkte die zuvor importiert wurden - aufgrund von Kostenunterschiede im späteren Verlauf Kostengünstiger exportiert. Damit wird dessen Außenhandelsbeitrag verbessert. In diesem Fall wird sich die Richtung des Außenhandels zu Gunsten des zuvor importierenden Landes verschieben.10

2.1.2 Preisunterschiede

Ein weiterer Aspekt der Außenhandel fördert beruht auf Preisunterschieden der Produkte. Außenhandel ist somit nicht nur auf Verfügbarkeit von Ressourcen zurückzuführen, sondern beruht auch auf Preisdifferenzen zwischen Inland und Ausland für gleichartige Güter. Diese Preisunterschiede bilden somit neben der Verfügbarkeit ein relevantes Außenhandelsargument. Die Außenhandelstheorie, welche auf Preisunterschieden beruht wird durch das Ricardo-Modell von David Ricardo erklärt.11

David Ricardo stützt sein Modell auf dem komparativen Vorteil. Dieser komparative Vorteil begründet die Vorteilhaftigkeit des Handels darin, dass aufgrund von Spezialisierung absolute Kostenvorteile entstehen und dadurch Handel für beide Länder Vorteile bringt.12 Dieser Vorteil besteht selbst im „[...] Falle einer einseitigen Verteilung der absoluten Produktionsvorteile. In diesem Fall ist Handel für beide Länder vorteilhaft, wenn sie sich auf das Gut spezialisieren, bei dem der absolute Vorteil relativ hoch ist, beziehungsweise der absolute Nachteil relativ gering ist."13

Das Modell des komparativen Vorteiles erklärt sich neben dem komparativen Vorteil über die Opportunitätskosten. Durch diese kann es für ein Land auch dann sinnvoll sein ein Gut zu importieren, selbst wenn es dieses Gut kostengünstiger im Inland herstellen kann.14 „Bei einer modellbedingten Vollauslastung der Produktionsfaktoren, ist eine Produktionssteigerung des einen Gutes immer mit einem Produktionsrückgang des anderen Gutes verbunden. Somit ist der Produktionsaufwand des einen Gutes auch über den Produktionsverzicht des anderen Gutes (Opportunitätskosten) messbar. Obwohl zum Beispiel Land A beide Güter arbeitsproduktiver herstellen könnte, ist Land B in der Lage Gut 1, ausgedrückt in Mengeneinheiten des Gutes 2, günstiger herzustellen, da für eine Einheit des Gutes 1, bei der Produktion in Land B, auf weniger Einheiten des Gutes 2 verzichtet werden muss. Land A hat dagegen spiegelbildlich geringere Opportunitätskosten bei der Produktion des Gutes 2. Dies ist das Gut, bei dem der absolute Vorteil des Landes am größten ist, bei dem Land A also einen komparativen Vorteil besitzt."15

Für das Modell von David Ricardo sind die Produktivitätsverhältnisse entscheidend für die Ermittlung des komparativen Vorteils. Dieser Vorteil entsteht bei einer ungleichen Verteilung der absoluten Vorteile. Kommt es zum Handel zwischen Ländern bildet sich der Weltmarktpreis. Dieser Weltmarktpreis entscheidet darüber, ob ein Land seine Güter exportiert oder importiert. Importgüter werden i.d.R. günstiger aus dem Ausland importiert und Exportgüter teurer im Ausland verkauft. Durch dieses Verhältnis kommt es zu einer Förderung des Außenhandelns. Dadurch wird impliziert, dass ein Land für ein exportiertes Gut mehr Mengeneinheiten an Importeinheiten erhält. Dies führt zu einem Außenhandelsgewinn und steigert aufgrund der Spezialisierung die Weltproduktion und den Weltkonsum.16

2.2 Multilateralismus

Multilaterale Abkommen repräsentieren einen globalen Regelungsrahmen und finden unter ihren Mitgliedern weltweit Anwendung. Durch einen globalen Rahmen werden im Vergleich zu regionalen Abkommen keine Präferenzregeln geschaffen und eine Gleichheit unter den Mitgliedern hergestellt.17

Der Multilateralismus wird in seiner Form von der WTO repräsentiert und basiert auf dem Regelwerk des General Agreement on Tariffs and Trade (GATT). Das GATT ist im Jahr 1947 in Kraft getreten. Freihandelsabkommen in Form von regionalen Freihandelszonen oder auch Zollunionen stehen in erster Linie in einem Widerspruch zu Artikel 1 des Welthandelsabkommens. Artikel 1 des Welthandelsabkommens sieht eine allgemeine Meistbegünstigung und eine Nicht-Diskriminierung vor und ist bei individuellen Freihandelsabkommen einen prinzipiellen Verstoß. Der GATT Vertrag sieht durch Artikel XXIV (GATS Artikel V) vor, dass Freihandelszonen und Zollunionen unter bestimmten Voraussetzungen zu fördern und anzukennen sind. Diese Voraussetzungen umfassen Strukturanpassungen und den Abbau von Handelsbeschränkungen. Für eine Anerkennung eines Freihandelsabkommens durch den GATT Vertrag ist es notwendig, dass die beteiligten Parteien ökonomischen Strukturanpassungen ausgesetzt sind und Handelsbeschränkungen der teilnehmenden Gebiete für annähernd den Gesamten Handel bis zu einem definierten Zeitraum abschaffen.18

2.2.1 Regelwerke des Multilateralismus

Der Multilateralismus beruht auf dem WTO-Recht. In diesem WTO-Recht ist ein zentraler Bestandteil der Meistbegünstigungsgrundsatz und ist als wichtiger Bestandteil im GATT Vertrag in Artikel I aufgeführt. Durch diesen Meistbegünstigungsgrundsatz werden keiner teilnehmenden Volkswirtschaft Vorteile gegenüber einer anderen Volkswirtschaft gewährt. Dabei ist es irrelevant ob diese Volkswirtschaft ein Mitglied der WTO ist. Durch den Meistbegünstigungsgrundsatz soll eine Gleichbehandlung hergestellt und eine Diskriminierung verhindert werden. Durch diesen Grundsatz sind beispielsweise Vorteile hinsichtlich Ein- und Ausfuhr von Waren die ein WTO Mitglied einem anderen Staat gewährt - automatisch für die übrigen WTO Mitglieder anzuwenden.19 „Die Meistbegünstigungsverpflichtung fordert grundsätzlich die unverzügliche und bedingungslose Weitergabe sämtlicher Begünstigungen, die ein WTO-Mitglied für eine bestimmte, aus einem beliebigen Land stammende Ware gewährt, an alle gleichartigen Waren, die aus den Gebieten der anderen WTO-Mitlieder stammen."20 Es kommt somit zu einer Begünstigungsweitergabe für Vorteile die gleichartigen Gütern gewährt werden. Dadurch ist eine Herkunftsneutralität gewährt und eine Diskriminierung verhindert.21

Die gewährten Vorteile können nur weitergereicht werden, wenn es sich dabei um eine gleichartige Ware handelt. Hierbei müssen die „[...] physikalischen Eigenschaften eines Produkts, dessen Endverbrauch, die Vorlieben und Gewohnheiten der Verbraucher sowie die internationale Zolltarifklassifikation eines Produkts [,..]“22 vergleichbar sein um Vorteile erzielen zu können.

Ein weiterer Punkt des GATT Gesetzes in Artikel XIII:1 ist eine Meistbegünstigungsvorschrift, welche den Umgang mit Handelsbeschränkenden Maßnahmen wie beispielsweise Quoten und Mengenbeschränkungen regelt. Das GATT Gesetz schließt eine Koexistenz zwischen dem Multilateralismus und Regionalismus in Form von Freihandelsabkommen nicht explizit aus. Für regionale Freihandelsabkommen liegt eine Ausnahmeregelung vor. Diese soll die Freihandelsabkommen mit dem GATT konform gestalten. Diese Ausnahmeregelung wurde geschaffen, da prinzipiell zwischen multilateralen und regionalen Ansätzen mit der Beseitigung von Handelshemmnissen und der Erweiterung der Handelsliberalisierung ein gleiches Ziel verfolgt wird. Um die Freihandelsabkommen mit den Grundgedanken der WTO zu vereinen, ist in Artikel XXIV GATT die transparente Gestaltung des Freihandelsabkommens gefordert. Durch diese Transparenz sollen die anderen WTO Mitglieder die Möglichkeit haben auf das abzuschließende regionale Freihandelsabkommen Einfluss zu nehmen.23

2.2.2 Entstehung des Multilateralismus

Im Jahr 1947 wurde das GATT Abkommen von 23 Staaten unterschrieben. Dieses Abkommen verpflichtet die teilnehmenden Volkswirtschaften zur Teilnahme an einem internationalen Handelsabkommen. Die Teilnahme am GATT Abkommen und die damit einhergehend Mitgliedschaft in der WTO hat für die teilnehmenden Volkswirtschaften einen Einfluss auf die Gestaltungsfreiheit ihrer Handelspolitik. Durch die WTO Mitgliedschaft verzichten die teilnehmenden Volkswirtschaften auf eine eigene und souveräne Handelspolitik und akzeptieren den multilateralen Ansatz der WTO. Die Mitglieder der WTO verhandeln über die Inhalte des Abkommens und haben die erzielten Ergebnisse zu akzeptieren und umzusetzen.24 „Das Verhandlungsergebnis beinhaltet eine völkerrechtlich bindende Restriktion bei der Gestaltung der Handelspolitik, meist eine bestimmte Form der Handelsliberalisierung.“25

Die WTO hat seit seiner Entstehung mit dem GATT Abkommen seine Mitgliedsländer von 23 auf 164 Mitgliedsländer steigern können.26 „Diese 164 Länder übernehmen als völkerrechtliche Verpflichtung das Ergebnis der jeweiligen Beitrittsverhandlungen, die sich ihrerseits an dem Ergebnis von 8 erfolgreich geführten multilateralen GATT-Verhandlungen zur Handelsliberalisierung orientieren.,,27 Die Mitglieder haben somit durch ihren Beitritt die Völkerrechtliche Verpflichtung zur Handelsliberalisierung durch die Verhandlungen von GATT akzeptiert. Ein Beitritt zur WTO erfolgt mittels Aufnahmeantrag. Wird dieser Aufnahme zugestimmt muss das Beitrittsland die Verträge von GATT annehmen.28

Hat ein Land einen Aufnahmevertrag gestellt, muss dieses die Voraussetzungen und Bedingungen des GATT Vertrages annehmen und umsetzen. Ein Beitritt ist erst nach erfolgreicher Umsetzung der Bedingungen möglich. Die Überprüfung der Fortschritte hinsichtlich der Umsetzung der Bedingungen im GATT Vertrages, erfolgt über einen zuvor definierten Zeitrahmen und wird in regelmäßigen Abständen durch eine Bestandsaufnahme überprüft.29

2.2.3 Umfang des Multilateralismus

Durch eine Mitgliedschaft in der WTO tritt man dem multilateralen Handelssystem bei. Durch eine Teilnahme an diesem Handelssystem können erleichterte Marktzugänge unter den Mitgliedern erreicht werden. Dieser erleichterte Marktzugang äußert sich durch den Abbau von nicht tarifären Handelsschranken wie Quoten oder Zöllen. Mitgliedsländer verpflichten sich dazu nicht mit dem Regelwerk der WTO konforme Exportsubventionen abzuschaffen.30

Bei einer Verwickelung der WTO Mitglieder in Handelsstreitigkeiten, kann auf Schlichtungsinstrumente der WTO zugegriffen werden. Ebenso führt eine WTO Mitgliedschaft zur Anpassung des Inländischen Handelssystem hin zu einem internationalen Standard und global anerkannten Handelssystem. Mitglieder der WTO haben das Recht in der Gestaltung des multilateralen Ansatzes mitzuwirken.31

2.3 Freihandelsabkommen

Freihandelsabkommen sind regionale Zusammenschlüsse zwischen zwei oder mehreren Ländern. Durch ein Freihandelsabkommen soll zwischen einer bestimmten Anzahl an Ländern ein Freihandel entstehen. Der Freihandel bildet eine Form des Außenhandels ab und definiert den Güterhandel, welcher frei von handelspolitischen Eingriffen der teilnehmenden Länder ist. Freihandelsabkommen repräsentieren den Regionalismus. „Der Begriff „regional" ist hier in Abgrenzung zur multilateralen Liberalisierung zu verstehen, die sämtliche Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) umfasst, und bedeutet lediglich, dass eine Teilmenge des größeren Ganzen gebildet wird."32 33

Der Regionalismus ist durch eine Integrationsbestrebung zwischen zwei oder mehr Staaten definiert. Dabei kann es sich um eine Zollunion oder aber auch um eine Freihandelszone handeln. Freihandelsabkommen zwischen zwei Parteien werden als Bilaterale Freihandelsabkommen bezeichnet oder regionale Freihandelsabkommen bei der Beteiligung mehrerer Parteien einer Region.

[...]


1 Vgl. Guido G., Jürgen M. (2005), S. 4.

2 Vgl. Heribert D. (2007), S. 25 ff.

3 Vgl. Guido G., Jürgen M. (2005), S. 4.

4 Vgl. Frühboldt L. (2002), S. 90.

5 Vgl. Jayant M. (2006), S. 1.

6 Vgl. Felbermayr G., Göler D., Herrmann C., A. Kaline (2017), S.15.

7 Vgl. Gründer W. (2002), S. 3.

8 Vgl. Gründer W. (2002), S. 81.

9 Vgl. Gründer W. (2002), S. 4 ff.

10 Vgl. Gründer W. (2002), S. 4 ff.

11 Vgl. Gründer W. (2002), S. 4 ff.

12 Vgl. Gründer W. (2002), S. 5.

13 Gründer W. (2002), S. 5.

14 Vgl. Gründer W. (2002), S. 7.

15 Gründer W. (2002), S. 7.

16 Vgl. Gründer W. (2002), S. 7.

17 Vgl. Felbermayr G., Göler D. und Herrmann C., Kaline A. (2017), S. 15.

18 Vgl. Frühboldt L. (2002), S. 102.

19 Vgl. Felbermayr G., Göler D., Herrmann C., Kaline A. (2017), S. 36.

20 Felbermayr G., Göler D., Herrmann C., Kaline A. (2017), S. 36.

21 Vgl Felbermayr G., Göler D., Herrmann C., Kaline A. (2017) S. 36.

22 Felbermayr G., Göler D., Herrmann C., Kaline A. (2017), S. 36 ff.

23 Vgl. Glania G., Matthes J. (2005), S. 31.

24 Vgl. Felbermayr G., Göler D., Herrmann C., Kaline A. (2017), S. 90.

25 Felbermayr G., Göler D., Herrmann C., Kaline A. (2017), S. 90.

26 Vgl. Felbermayr G., Göler D., Herrmann C., Kaline A. (2017), S. 90.

27 Felbermayr G., Göler D., Herrmann C., Kaline A. (2017), S. 90.

28 Vgl. Gründer W. (2002), S. 33.

29 Vgl. Gründer W. (2002), S. 33.

30 Vgl. Gründer W. (2002), S. 33.

31 Vgl. Gründer W. (2002), S. 33.

32 Glania G., Matthes J. (2005), S. 6.

33 Vgl. Winters L. A. (1996), S. 141ff.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Freihandelsabkommen. Vor- und Nachteile im Vergleich zum Multilateralismus
Hochschule
Hochschule Offenburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
41
Katalognummer
V507711
ISBN (eBook)
9783346084620
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freihandelsabkommen, multilaterale Abkommen, Multilaterialismus
Arbeit zitieren
Sven Späth (Autor), 2019, Freihandelsabkommen. Vor- und Nachteile im Vergleich zum Multilateralismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507711

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