Fundamental für diese Arbeit ist Xenophons Hellenika, in welcher sowohl der historische Kontext vor dem Königsfrieden, die Niederschrift des Friedensvertrages als auch die nachfolgendenden Geschehnisse mit Blick auf die Rolle Spartas niedergeschrieben wurden. Xenophons Werke als Schriftsteller werden äußerst kontrovers diskutiert, beispielsweise musste er sich „schon häufig harte Kritik lassen, […] besonders seine unzureichende Behandlung der griechisch-persischen Beziehungen“ wurden beklagt. Hellenika stellt die Zeit des Peloponnesischen Krieges bis zur Schlacht von Mantineia 362 v. Chr. dar. Im Zentrum von Hellenika stehen meist Einzelpersonen wie Agesilaos, ferner zeigt er moralisierende Tendenzen. Trotz aller Kritikpunkte bildet sein Werk die wichtigste Quelle dieser Arbeit. Als nicht-spartanische Perspektive dient der Panegyrikos des attischen Redner Isokrates von 380 v. Chr., in dem Isokrates sowohl Sparta als auch Persien massiv für den Friedensschluss und dessen Umsetzung kritisiert. Isokrates wurde in den Kanon der zehn attischen Redner aufgenommen und zeichnet sich durch einen sehr klaren Stil aus. Was seine Wirkung politischer Aussagen auf Zeitgenossen angeht, scheinen seine Reden eher geringe Wirkung gehabt zu haben. Außerdem findet Andokides‘ Friedensrede Eingang in diese Arbeit. Auch er wurde in den Kanon der zehn attischen Redner aufgenommen. Er wurde durch die Empfehlung einer Annahme der spartanischen Friedensbedingungen wegen Amtsmissbrauch von Athen ins Exil geschickt. Die Quellenarbeit dieser Arbeit stellt deshalb eine offene Flanke dar, da es sich ausschließlich um Übersetzungen handelt, was immer zu einem gewissen Verlust an Originalität führt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Friedensdefinitionen mit Blick auf die Antike
- Der Weg zum Königsfrieden
- Allgemeine Friedenssehnsucht
- Die Friedensverhandlungen von 392/91 v. Chr
- Der Königsfrieden von 387/86 v. Chr.
- Zustandekommen und Inhalt
- Nachhaltigkeit und zeitgenössische Rezeption
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit den Friedensbemühungen im 4. Jahrhundert v. Chr., die in der griechischen Welt zur Etablierung des sogenannten Königsfriedens führten. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Voraussetzungen, des Inhalts und der Nachhaltigkeit des Friedensvertrages von 387/86 v. Chr. sowie der zeitgenössischen Rezeption des Friedensgedankens.
- Analyse der antiken Friedensvorstellungen und -definitionen
- Die Bedeutung der allgemeinen Friedenssehnsucht in der griechischen Poliswelt
- Die Rolle des persischen Großkönigs Artaxerxes bei der Herbeiführung des Friedens
- Die Folgen und Auswirkungen des Königsfriedens auf die griechische Welt
- Die zeitgenössische Bewertung und Akzeptanz des Friedensvertrages
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in das Thema Krieg und Frieden in der Antike ein und erläutert die Relevanz des Königsfriedens als eines der zentralen Ereignisse dieser Zeit.
Kapitel 2 analysiert verschiedene antike Friedensvorstellungen und -definitionen, um den Begriff des Friedens im Kontext des 4. Jahrhunderts v. Chr. zu verstehen.
Kapitel 3 beleuchtet den Weg zum Königsfrieden und zeigt die wachsende Friedenssehnsucht in der griechischen Poliswelt auf. Hierbei wird auch auf die Friedensverhandlungen von 392/91 v. Chr. eingegangen.
Kapitel 4 setzt sich mit dem Inhalt des Königsfriedens von 387/86 v. Chr. auseinander und untersucht die Nachhaltigkeit des Friedensvertrages sowie die zeitgenössische Rezeption.
Schlüsselwörter
Königsfrieden, Koine Eirene, Friedensbemühungen, 4. Jahrhundert v. Chr., griechische Poliswelt, persischer Großkönig Artaxerxes, Friedensverhandlungen, Peloponnesischer Krieg, Spartaner, Xenophon, Hellenika, Isokrates, Panegyrikos, Andokides.
Häufig gestellte Fragen
Was war der „Königsfrieden“ von 387/86 v. Chr.?
Es war ein Friedensvertrag (auch Frieden des Antalkidas genannt), der den Korinthischen Krieg beendete und unter der Vermittlung des persischen Großkönigs Artaxerxes II. zustande kam.
Was bedeutet der Begriff „Koine Eirene“?
Der Begriff steht für einen „Allgemeinen Frieden“, der theoretisch alle griechischen Poleis einbeziehen und deren Autonomie garantieren sollte.
Welche Rolle spielte Sparta beim Königsfrieden?
Sparta fungierte als Exekutivmacht des Friedens in Griechenland und nutzte die Autonomie-Klausel oft, um gegnerische Städtebünde aufzulösen und die eigene Vormachtstellung zu sichern.
Warum wird Xenophon als Quelle kritisiert?
Kritiker werfen ihm eine pro-spartanische Voreingenommenheit und eine unzureichende Darstellung der griechisch-persischen Beziehungen in seinen „Hellenika“ vor.
Wie reagierte Isokrates auf den Friedensschluss?
In seinem „Panegyrikos“ kritisierte Isokrates sowohl Sparta als auch Persien massiv und sah den Frieden als Schande für die griechische Freiheit an.
- Arbeit zitieren
- Leonard Conradi (Autor:in), 2019, Koine Eirene? Voraussetzungen und Nachhaltigkeit der Friedensbemühungen von 387/86 v. Chr., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507981