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Dialektik der Heimkehr am Beispiel des Odysseus

Titre: Dialektik der Heimkehr am Beispiel des Odysseus

Essai , 2019 , 12 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Christian Schnurr (Auteur)

Lettres - Généralités
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In diesem Essay möchte ich mich einerseits mit den Überlegungen zur "Odyssee" auseinandersetzen, wie sie in der von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno verfassten Schrift "Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente", speziell im Kapitel "Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung", enthalten sind. Andererseits soll die Gelegenheit genutzt werden, sich am Thema der Heimkehr der dialektischen Denkmethode anzunähern.

Während es keine Nominaldefinition von Dialektik gibt, und eine solche in ihrer Unbeweglichkeit vielleicht auch an der Idee von Dialektik als einer Denkbewegung vorbeireichen würde, können doch einige gemeinsame Punkte gefunden werden, die in der Philosophiegeschichte den meisten dialektischen Überlegungen innewohnen. Wo ein Widerspruch ist, da ist Dialektik nicht weit. Der antike griechische Philosoph Platon entwickelte in den Sokratischen Dialogen seine Argumente anhand des dialogischen Wechselspiels zweier sich uneiniger Partner. Ein bidirektionales Hin-und-Her-Denken zwischen opponierenden Seiten ist eine charakteristische Denkbewegung der Dialektik. Während bei Platon die opponierenden Pole Personen sind, nämlich Sokrates und sein Gesprächspartner, liegt bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel, einem der wichtigsten Vertreter des deutschen Idealismus, der Widerstreit in der untersuchten Materie selbst.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Dialektik und Mythos: Grundlagen der Argumentation

3. Odysseus und der Rückschlag der Aufklärung

4. Die Rolle der Heimat in der Dialektik der Heimkehr

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Dieser Essay untersucht die dialektische Verflechtung von Aufklärung und Mythos anhand des Kapitels „Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung“ aus der Schrift „Dialektik der Aufklärung“ von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, um das Motiv der Heimkehr als dialektische Denkbewegung zu erörtern.

  • Analyse des Verhältnisses von Aufklärung und Mythos bei Horkheimer und Adorno.
  • Die Odyssee als Fortschrittsgeschichte der Zivilisation und Subjektbildung.
  • Untersuchung des Konzepts der „Heimat“ als Auslöser für mythische Rückfälle.
  • Die Rolle von Selbstbeherrschung und Entfremdung in Odysseus' Heimkehr.
  • Vergleichende Perspektiven zu jüdischen Heimatentwürfen im Kontext der Aufklärung.

Auszug aus dem Buch

Die Dialektik des Heimkehrers

Zweitens ist Odysseus Paradebeispiel für die Dialektik des Heimkehrers (als Subjekt der Nostalgie): So reist Odysseus nicht als ‚fertiger Mensch‘ aus Troja ab. Seine Identität als Heimkehrer bildet sich vielmehr erst im Kampf mit den Mächten der Vorzeit aus, die ihn davon abhalten wollen. Die Identitätsbildung des Odysseus beschreiben Horkheimer und Adorno als einen Prozess der Verhärtung und der Entfremdung von Natur. „In der Vielfalt der Todesgefahren, in denen er sich durchhalten mußte, hat sich ihm die Einheit des eigenen Lebens, die Identität der Person erhärtet.“ (DdA, 39) So muss Odysseus immer wieder die Gewalten der Natur und der Naturgottheiten zerschlagen, die ihm der Unwillen Poseidons entgegenschickt. Angesichts der Übermacht dieser Kräfte aber, kann es Odysseus nur durch die List gelingen. Die List wiederum besteht für ihn im Unterdrücken seiner eigenen Natur. Das Unterbinden seiner Triebe rettet ihm den Hals, den er nach den Sirenen ausstreckt. Das sich selbst Zunichtemachen bewahrt den Niemand vor der Vergeltung der Kyklopen. Es ist das Brechen seiner eigenen Natur, durch das er die Naturgewalten bricht. Seine Identität löst sich dadurch ab von der Umwelt, die es ihm zu überwinden gilt. Gleichzeitig inkorporiert er aber in diesem Prozess die Zwänge, die vorher ihn von außen bedroht haben, und nun im Inneren als eigene sich einbekehren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Vorhaben ein, die „Dialektik der Aufklärung“ im Kontext der Odyssee zu analysieren und das Thema der Heimkehr mit der dialektischen Denkmethode zu verknüpfen.

2. Dialektik und Mythos: Grundlagen der Argumentation: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Dialektik als Denkbewegung und führt die beiden zentralen Thesen der „Dialektik der Aufklärung“ zum Verhältnis von Mythos und Aufklärung ein.

3. Odysseus und der Rückschlag der Aufklärung: Der Abschnitt analysiert die Irrfahrt des Odysseus als Prozess der Zivilisationsgeschichte, in dem rationale Selbstbeherrschung in mythische Grausamkeit umschlägt.

4. Die Rolle der Heimat in der Dialektik der Heimkehr: Hier wird die „Heimat“ als problematisches Ziel untersucht, das Odysseus zur Preisgabe seiner selbst zwingt und das Aufklärungsdenken in mythologische Muster zurückfallen lässt.

5. Fazit und Ausblick: Der abschließende Teil fasst Odysseus als gescheiterten Heimkehrer zusammen und öffnet den Blick für alternative, zukunftsoffene Heimatentwürfe im jüdischen Kontext.

Schlüsselwörter

Odysseus, Dialektik der Aufklärung, Horkheimer, Adorno, Mythos, Aufklärung, Heimat, Heimkehr, Identität, Zivilisation, Entfremdung, Selbstbeherrschung, Nostalgie, Naturbeherrschung, Instrumentelle Vernunft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophische Deutung der Odyssee durch Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in ihrem Werk „Dialektik der Aufklärung“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Wechselspiel von Mythos und Aufklärung, die Konstitution von Subjektivität sowie die Ambivalenz des Heimatbegriffs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Motiv der Heimkehr des Odysseus als einen dialektischen Prozess zu verstehen, in dem der Versuch der Vernunft, sich von Naturzwängen zu befreien, in eine neue Form von Zwanghaftigkeit umschlägt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der komparatistischen Textanalyse und der philosophischen Rekonstruktion dialektischer Denkmuster im Kontext der Kritischen Theorie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird die Irrfahrt als „Zivilisationschronik“ gedeutet, die den Rückfall von Aufklärung in Mythologie anhand von Odysseus' Handlungen – etwa der Blendung des Polyphem oder dem Freiermord – aufzeigt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Dialektik, Zivilisation, Heimat, Identitätsbildung, Entfremdung und instrumentelle Vernunft charakterisieren.

Warum wird die Figur des Odysseus als „gescheiterter Heimkehrer“ bezeichnet?

Da Odysseus sein Ziel zwar physisch erreicht, aber am Ende des Weges selbst die Grausamkeit und Gewalt der mythischen Mächte inkorporiert hat, vor denen er eigentlich fliehen wollte.

Welche Rolle spielt der Vergleich mit Abraham?

Abraham dient als Gegenentwurf zum rückwärtsgewandten „Zurück“ des Odysseus; er steht für eine zukunftsoffene Hoffnung und eine Heimat, die erst noch durch Versprechen entstehen muss.

Inwiefern ist der Begriff der „Heimat“ in der Odyssee totalitär?

Indem die Heimat als unhinterfragtes, absolutes Ziel gesetzt wird, unterwirft sie die gesamte Reise einer ökonomischen Zweckorientierung, die keine Reflexion auf das Ziel selbst mehr zulässt.

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Résumé des informations

Titre
Dialektik der Heimkehr am Beispiel des Odysseus
Université
LMU Munich  (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Cours
Dialektik der Aufklärung
Note
1,0
Auteur
Christian Schnurr (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
12
N° de catalogue
V508011
ISBN (ebook)
9783346069740
ISBN (Livre)
9783346069757
Langue
allemand
mots-clé
dialektik heimkehr beispiel odysseus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christian Schnurr (Auteur), 2019, Dialektik der Heimkehr am Beispiel des Odysseus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508011
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Extrait de  12  pages
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