Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Sozialpädagogik

Lebensweltorientierte Soziale Arbeit und aktivierender Sozialstaat

Inwieweit sind die sozialpolitisch geprägten Konzepte miteinander vereinbar?

Titel: Lebensweltorientierte Soziale Arbeit und aktivierender Sozialstaat

Hausarbeit , 2018 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Tobias Cordes (Autor:in)

Pädagogik - Sozialpädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Agenda 2010 war ein breites Reformpaket, das in der Regierungszeit von Gerhard Schröder in einer schlechten wirtschaftlichen Lage Deutschlands im Jahre 2005 verabschiedet wurde. Die Agenda 2010 wurde in den folgenden Jahren öffentlich besonders durch die „Hartz IV“ Pakete bekannt, die starke Veränderungen im Arbeitsmarkt hervorriefen. Dazu gehörten unter anderem Deregulierungen im Bereich des Kündigungsschutzes, neue Dienstleistungen am Arbeitsmarkt und die Aktivierung von erwerbslosen Menschen. Die Agenda 2010 steht dabei auch sinnbildlich für einen sozialstaatlichen Abbau und Umbau von einem konservativen/ fürsorgenden Sozialstaat zu einem aktivierenden Sozialstaat. Die Intention des aktivierenden Sozialstaats ist unter anderem, dass die Bürger*innen eigenverantwortlich ihr Leben gestalten und ihre Existenz sichern. Falls die Existenz nicht gesichert ist, erhalten die betroffenen Personen staatliche Leistungen nach dem Grundsatz des Fördern und Fordern.
Inmitten des sozialstaatlichen Umbaus steht das seit spätestens mit dem achten Jugendbericht (1990) etablierte Konzept der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit von Hans Thiersch. Das Konzept der LWO zeichnet sich dabei mit dem Leitziel eines „gelingerenden“ Alltags durch die konsequente Orientierung an den Lebenswelten der Adressat*innen aus. Auch gegenwärtig spielen die Ansätze und Strukturmaximen der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit eine große Rolle in den konzeptionellen Überlegungen von Trägern der Sozialen Arbeit.
Da beide Konzeptionen eine zentrale Rolle bei der Gestaltung von Sozialpolitik und der Begründbarkeit von Sozialer Arbeit spielen, soll im Folgenden das Konzept des aktivierenden Sozialstaats mit dem Konzept der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit auf mögliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht werden. (Ausschnitt Einleitung)

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit – einleitende Gedanken

2.1 Traditionslinien und Verortung Lebensweltorientierter Sozialer Arbeit

2.2 Zentrale Vorstellungen Lebensweltorientierter Sozialer Arbeit

2.3 Strukturmaximen Lebensweltorientierter Sozialer Arbeit

3. Der aktivierende Sozialstaat

3.1 Wohlfahrtsstaatliche Einordnungen

3.2 Grundlagen des aktivierenden Sozialstaats

4. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit und aktivierender Sozialstaat – ein Vergleich

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld und die mögliche Vereinbarkeit zwischen dem Konzept der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit und den Prinzipien des aktivierenden Sozialstaats vor dem Hintergrund des sozialstaatlichen Umbaus in Deutschland.

  • Grundlagen und Strukturmaximen der Lebensweltorientierung nach Thiersch
  • Leitideen und sozialpolitische Ausrichtung des aktivierenden Sozialstaats
  • Vergleichende Analyse der Konzepte hinsichtlich zentraler Begrifflichkeiten
  • Einfluss von Individualisierung und Pluralisierung auf soziale Problemlagen
  • Kritische Reflexion der Rolle Sozialer Arbeit zwischen Hilfe und Sozialdisziplinierung

Auszug aus dem Buch

Lebensweltorientierte Soziale Arbeit und aktivierender Sozialstaat – ein Vergleich

Die Konzepte der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit und des aktivierenden Sozialstaats verwenden in Teilen ähnliche Begrifflichkeiten, um das jeweilige Konzept und dessen Grundsätze und Leitbilder zu verdeutlichen. Im Folgenden sollen die zentralen gemeinsamen Begriffe aufgegriffen werden und anhand der jeweiligen konzeptuellen Intentionen miteinander verglichen werden.

Der folgende Vergleich soll mit folgendem Zitat eingeleitet werden:

„Hilfe zur Selbsthilfe, Fordern und Fördern, Aktivieren, Empowerment, all das sind Begriffe, die die lebensweltorientierte Soziale Arbeit prägen und die ihr professionelles wie ethisches Selbstverständnis zum Ausdruck bringen.“ (Seithe 2012: S.60)

Zudem sind noch die Aspekte des bürgerschaftlichen Engagements und der Nachbarschaftshilfe zu ergänzen.

Die Formel der Hilfe zur Selbsthilfe, ist ein traditionelles Leitziel sozialarbeiterischer/ u. sozialpädagogischer Arbeit. Nach der LWO sollen in der gemeinsamen Arbeit von Professionellen und deren Adressat*innen neue Perspektiven zur Alltagsbewältigung erarbeitet werden. In diesem Prozess können neue gelingerende Alltagsstrukturen entstehen, die nach gewisser Zeit von den Adressat*innen selbstständig verinnerlicht werden. Des Weiteren sollen gemeinsam mit den Adressat*innen Handlungsoptionen entworfen werden, die auch ohne externe Hilfe realisiert werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet die Fragestellung in den historischen Kontext der Agenda 2010 und den Wandel vom fürsorgenden zum aktivierenden Sozialstaat ein.

2. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit – einleitende Gedanken: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Traditionslinien, zentralen Leitvorstellungen sowie die Strukturmaximen des Konzepts nach Hans Thiersch.

3. Der aktivierende Sozialstaat: Hier werden die Grundlagen und die sozialpolitische Ausrichtung des aktivierenden Sozialstaats sowie seine wohlfahrtsstaatliche Einordnung thematisiert.

4. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit und aktivierender Sozialstaat – ein Vergleich: In diesem Kapitel werden beide Konzepte anhand gemeinsamer Begrifflichkeiten und ihrer unterschiedlichen Zielsetzungen kritisch verglichen.

5. Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Herausforderungen für die Soziale Arbeit im Kontext eines aktivierenden Sozialstaats.

Schlüsselwörter

Lebensweltorientierung, Hans Thiersch, Aktivierender Sozialstaat, Agenda 2010, Soziale Arbeit, Hilfe zur Selbsthilfe, Fördern und Fordern, Empowerment, Sozialpolitik, Alltag, Sozialdisziplinierung, Partizipation, Integration, Strukturmaximen, Sozialstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhältnis zwischen der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit und dem aktivierenden Sozialstaat, um Gemeinsamkeiten und konzeptionelle Widersprüche aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Lebensweltorientierung, die Reformen des deutschen Sozialstaats sowie die kritische Gegenüberstellung beider Konzepte im professionellen Alltag.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach der Vereinbarkeit der sozialpolitisch geprägten Konzepte der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit und des aktivierenden Sozialstaats.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriebasierte Vergleichsstudie, die Fachliteratur sowie Konzepte der Sozialpädagogik und Sozialpolitik systematisch gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der LWO-Strukturmaximen, die Beschreibung des aktivierenden Sozialstaats und einen detaillierten Vergleich dieser Ansätze anhand spezifischer Begriffe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Lebensweltorientierung, aktivierender Sozialstaat, Agenda 2010, Soziale Gerechtigkeit und Sozialdisziplinierung.

Wie unterscheidet sich das Verständnis von "Aktivierung" in beiden Konzepten?

Während die LWO die Aktivierung zur Alltagsbewältigung und Selbsthilfe nutzt, versteht der aktivierende Sozialstaat darunter primär die Befähigung zur Arbeitsmarktintegration unter Androhung von Sanktionen.

Welche Rolle spielen Sanktionen im aktivierenden Sozialstaat?

Sanktionen dienen als Steuerungsinstrument, um Individuen zur aktiven Marktteilnahme zu bewegen und die Eigenverantwortung zu erzwingen, was laut LWO-Konzept kontraproduktiv ist.

Was bedeutet das "Einmischen" als Strukturmaxime?

Es bezeichnet das sozialpolitische Mandat der Sozialen Arbeit, sich anwaltlich für Adressaten einzusetzen und die gesellschaftlichen Bedingungen professioneller Praxis kritisch zu hinterfragen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lebensweltorientierte Soziale Arbeit und aktivierender Sozialstaat
Untertitel
Inwieweit sind die sozialpolitisch geprägten Konzepte miteinander vereinbar?
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,0
Autor
Tobias Cordes (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V508241
ISBN (eBook)
9783346069610
ISBN (Buch)
9783346069627
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lebensweltorientierte Soziale Arbeit Aktivierender Sozialstaat
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Cordes (Autor:in), 2018, Lebensweltorientierte Soziale Arbeit und aktivierender Sozialstaat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508241
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  21  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum