Qualitative Wirkungsanalyse der Verwendungsmotive von Netflix


Hausarbeit, 2019
33 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die morphologischen Psychologie in der qualitativen Forschung

2. Erlebensprotokoll zum Umgang mit Netflix

3. Psychologische Einzelbeschreibung eines Tiefeninterviews zum Erleben und Verhalten im Umgang mit Netflix

4. Reflexion der Durchführung des morphologischen Tiefeninterviews

5. Reflexion der Analyse des Gegenstandes ‚Netflix‘

Literaturverzeichnis

1. Die morphologische Psychologie in der qualitativen Forschung

Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit soll der wissenschaftstheoretische Ansatz der morphologischen Psychologie in das Paradigma qualitativer Forschung eingeordnet werden. Dabei können die theoretische Grundannahmen und methodischen Leitlinien der morphologischen Psychologie lediglich in ihren Grundzügen umrissen werden. Vor allem sollen die Kennzeichen, welche die morphologische Psychologie zu einem qualitativen Forschungsansatz machen, dargelegt werden.

Die morphologische Psychologie wurde als eigenständiger Ansatz der Psychologie von Wilhelm Salber ab Mitte des 20. Jahrhunderts über viele Jahre entwickelt (Salber, 2009). Sie ist unter anderem kultur-, gestalt- und tiefenpsychologisch geprägt und integriert Ansätze von Goethe, Freud, Dilthey und weiteren namhaften Persönlichkeiten. Somit beinhaltet sie zwar viele bereits bekannte Ideen, stellt aber dennoch eine umfassende, neuartige und autonome Psychologie dar (Salber, 2009). Zu den empirischen Erhebungsverfahren dieser Psychologie zählen vor allem das Erlebensprotokoll, das Tiefeninterview und die Gruppendiskussion. Die morphologischen Psychologie ist flexibel einsetzbar und so findet man ihre methodische Arbeit heute in vielen unterschiedlichen Anwendungsbereichen wie der Marktforschung, der Unternehmensberatung aber auch der Psychotherapie vor.

Es sollen nun grundlegende Prinzipien der qualitativen Sozialforschung erläutert werden, welche sich auch in der morphologischen Psychologie wiederfinden. Vor allem Offenheit, Flexibilität, Kommunikativität, Alltagsnähe und Reflexivität sind wichtige Kennzeichen des qualitativen Forschungsprozesses, welche sich in den verschiedenen qualitativen Ansätzen stets wiederfinden.

Auch wenn das Spektrum an qualitativen Forschungsansätzen in der Psychologie sehr breit gefächert und diese zum Teil sehr unterschiedlich sind, versucht doch jeder qualitative Ansatz die Struktur- und Sinnzusammenhänge des Gegenstandes, dem menschlichen Erleben und Verhalten, rekonstruieren zu können. Im Gegensatz zur quantitativen Psychologie versucht die qualitative Psychologie nicht bloß zu zählen oder messen, wie verbreitet bestimmte Phänomene des menschlichen Erlebens und Verhaltens sind, sondern den subjektiven Sinn dieser Phänomene nachzuvollziehen.

Ein Leitgedanke qualitativer Sozialforschung ist, dass das, was untersucht wird, nicht nur das Ziel, sondern auch immer der Ausgangspunkt der Forschung sein muss (Mayring, 2016). Um sich den subjektiven Bedeutungen und Sinnzusammenhängen zu nähern, muss demnach immer bei den empirischen Daten begonnen werden. Die morphologische Psychologie erfüllt diesen Anspruch in vielerlei Hinsicht: Als eine ‚Alltagspsychologie’ beginnt sie bei den Phänomenen des Alltags mit ihren Untersuchungen und kehrt auch all ihre Erkenntnisse dahin zurück (Salber, 2009). Dahinter steht die Annahme, dass erst der Umgang mit der Wirklichkeit, also das Leben im Alltag, seelische Prozesse fördert, sodass diese nie isoliert vom Alltag untersucht werden könnten. Dabei sind sämtliche alltägliche Handlungen, wie das Autofahren, das Duschen mit einem bestimmten Duschgel, das Fernsehen oder das Kaffeetrinken Ausdruck meist unbewusster seelischer Tendenzen, die sich erst durch die Handlung, durch das Produkt oder die Marke entfalten können. Sie sieht das Seelische demnach nur im Leben des Alltags wirken und nirgendwo sonst.

Das Material für diese alltagsnahen Untersuchungen bilden die Beschreibungen aus Erlebensprotokollen, Tiefeninterviews oder Gruppendiskussion zum jeweiligen Untersuchungsgegenstand. Das Erleben und Verhalten soll dabei stets im Umgang mit etwas beschrieben werden. Auch Mayring (2016) sieht in der umfassenden Beschreibung des Gegenstandes zu Beginn eines Forschungsprozesses ein wichtiges Kennzeichen qualitativen Denkens. Die morphologische Psychologie arbeitet sogar nur ausschließlich mit diesen möglichst umfassenden, bildhaften und ganzheitlichen Beschreibungen des Erlebens und Verhaltens (Salber, 2009). Auf fest strukturierte Fragebögen wird in der morphologischen Psychologie daher gänzlich verzichtet. Auch andere qualitative Methoden sind lediglich teil- oder halbstrukturiert, um die gewünschte Offenheit gegenüber dem zu untersuchenden Gegenstand zu gewährleisten. So besteht kein Zwang dazu, etwa jede Frage eines Fragebogens in der vorher entwickelten Reihenfolge mit dem Interviewpartner ‚abzuarbeiten‘. Um Zugang zur subjektiven Erfahrungswirklichkeit zu erhalten, sollte die qualitative Forschung sich stets auf eine kommunikative Beziehung mit dem Forschungssubjekt einlassen, welche ein standardisierter Fragebogen gänzlich verhindern würde.

Die Forscher erhalten so die Möglichkeit, auf Veränderungen und neue Erkenntnisse im Forschungsverlauf flexibel zu reagieren.

Sowohl innerhalb eines Interviews als auch während der gesamten Durchführung einer Datenerhebung können neue Perspektiven aufgegriffen und ihnen nachgegangen werden. Diese Reflexivität von Theorie und Methode ist ein weiteres wichtiges Kennzeichen qualitativer Forschung, welches sich auch in der morphologischen Psychologie findet. Dabei bestehen vor einer Untersuchung womöglich Vermutungen zur Fragestellung, jedoch konzentriert sich der Forschungsprozess im weiteren Verlauf nicht lediglich auf die Prüfung dieser Hypothese, sondern behält seine Offenheit gegenüber dem Gegenstand bei. So sollen die subjektiven und alltagsrelevanten Zusammenhänge der Probanden ganzheitlich erfasst werden können, ohne die Sicht vor unerwarteten Phänomenen, die sich erst mit dem Verlauf der Untersuchung zeigen, zu versperren (Mayring, 2016). Dadurch wird sowohl das Prinzip der Offenheit, als auch der Reflexivität und der Flexibilität gegenüber dem Gegenstand gewahrt.

Auch finden die Verfahren qualitativer Sozialforschung, wie z.B. die Gruppendiskussion nicht in einer sterilen Laborsituation, sondern einer eher alltäglichen Umgebung statt. Dies fördert den kommunikativen Charakter der Verfahren, unterstützt die Natürlichkeit in der Datenerhebung und soll den Zugang zur alltäglichen Erlebens- und Verhaltenswirklichkeit der Probanden erleichtern. Auch die morphologische Psychologie verzichtet auf künstliche Umfelder für ihre Datenerhebung, sodass Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen in alltagsnaher Atmosphäre stattfinden. Die Beschreibungen zum Erleben und Verhalten müssen dabei natürlich trotzdem wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, sodass es nicht bei einem amüsanten oder sympathischen Plaudern bleiben kann.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die morphologische Psychologie, wie auch andere qualitative Forschungsansätze der Psychologie ihr Erkenntnisinteresse auf die subjektiven alltagsrelevanten Zusammenhänge der Menschen richtet. Die Offenheit, sowohl in Theorie als auch Methode, die Alltagsnähe, die kommunikative Beziehung zwischen Forschungssubjekt und –Objekt und die Flexibilität und Reflexivität im Forschungsprozess bilden die Grundlage für einen qualitativen Forschungsprozess. Die morphologische Psychologie trägt diesen Kennzeichen in jeder Hinsicht Rechnung und lässt sich daher dem qualitativen Paradigma zuordnen.

2. Erlebensprotokoll zum Umgang mit Netflix

Netflix, was soll ich dazu sagen: Netflix and Chill. Ist noch nicht lange her, da habe ich mir kein Netflix gegönnt. Ich dachte immer, dass das sehr teuer wäre, habe mich nie mit den Preisen auseinandergesetzt aber das hatte so was elitäres, sowas luxusmäßiges. Ich habe die Netflix Serien einfach illegal gestreamt, sowie auch alles andere auch, aber dann kam das erste mal die Möglichkeit, sowas gratis zu haben: Amazon Prime, kriegt man ja als Student 1 Jahr gratis, also habe ich das gemacht und tatsächlich auch ne zeit lang genutzt, wegen dieser einen Serie: Vikings. Aber als die vorbei war, gab‘s da nicht mehr viel zu holen, Amazon Prime war ziemlich schlecht für mich, alles was mich dort interessiert hat, hat Geld gekostet, ich mochte auch die Oberfläche nicht, so unübersichtlich und billig. Ich würde niemals für Amazon Streaming Geld ausgeben, die ganze Seite also die ganze Firma Amazon hat für mich sowas billiges, schlecht gemachtes und auch wenn die auch Serien etc. machen, das war nix. Auch Amazon Prime Video sah halt einfach so billig aus, dieses komische blau und dieses seltsame logo. Aber hier soll es ja nicht um Amazon geben, war halt meine erste Streaming Erfahrung aber als es mit Vikings vorbei war, kam da nicht mehr viel, ich weiß auch grad gar nicht genau wie ich dann zu Netflix kam, also es gibt ja erstmal diesen gratis Probemonat aber der war nicht der Grund, dass ich mich mal mit Netflix beschäftigt habe. Früher habe ich immer von allen über Netflix was gehört aber alle Serien, die die geschaut haben da, konnte ich genau so gut streamen und das kostenlos??? Sogar diesen Film über Breivik, ‚22. Juni‘ oder so, sogar den habe ich illegal streamen können, also wieso Geld ausgeben dachte ich immer? Frage mich auch gerade wieso ich vor geraumer Zeit im Dezember mir Netflix gemacht habe, ich kann ja immer noch alles streamen. Ich meine, eigentlich ist doch der einzige Vorteil bei Netflix, dass man da die Oberfläche hat und nicht erst 10 Porno-Website-Camgirl-Werbungen weg klicken muss. Also das ganze ist halt einfacher zu bedienen bei Netflix, ohne die Ads aber dafür zahlt man halt auch. Aber theoretisch geht es ja im Endeffekt um den Film oder die Serie, die man schauen möchte und die bekommt man auch gratis ohne Zahlung. Wieso also habe ich mir Netflix gemacht ??? Um mitreden zu können wohl eher nicht, denn die relevanten Themen aus den Serien kannte ich ja auch so vom illegalen Streamen. Um cool zu sein ??? Ich laufe ja nicht durch die Gegend und erzähle oder zeige Leuten, dass ich Netflix habe. Für 8€ im Monat oder so in dem Dreh ist das ja auch nichts zum angeben. Naja erstmal kam ja dieser gratis Probemonat aber danach hätte ich stoppen sollen… vielleicht würde ich dann nicht so viel gucken wie ich jetzt gucke… Auf jeden Fall begann dann dieser gratis Monat und oh mein Gott: Ja, Netflix ist wirklich so geil wie alle sagen. Alle feiern es und ich nun auch. Es ist eine Welle, die unsere Generation einfach überflutet hat und wir alle reiten noch immer auf dieser Welle. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Netflix je wieder ‚out‘ sein wird. Es ist einfach perfekt für jeden, der in andere Welten abdriften will, der nicht ständig von Werbung unterbrochen werden will oder der inhaltlich mehr sehen will, als den ‚Bachelor‘ oder ‚Schwiegertochter gesucht‘ oder den ‚Tatort‘ und der gucken will, genau das, WAS er will und WANN er will. Ich habe total vergessen, dass mein Probemonat ausgelaufen ist und plötzlich buchten die was ab aber ich dachte: ‚Egal, dann läuft es jetzt halt weiter mit Netflix und mir.‘ Ich hab jetzt aufs billigste Abonnement umgeswitcht, also 8€ im Monat sind okay. Kann dann zwar nur ich auf einem Gerät schauen aber ich will eh niemanden mit jemandem mein Netflix teilen, das ist nur meins, die Schnorrer können wieder gehen. Ich kriege MEINE Vorschläge, ich habe meine Liste, ist einfach mein Netflix. Mein Netflix, wie seltsam das doch ist, ich meine, Netflix ist ein RIESEN Ding. Soooo viele Leute haben Netflix, das überall auf der Welt. Hat jeder von denen sein persönliches Netflix ? Für mich ist es auf jeden Fall so, ich habe zu meinem Netflix eine Verbindung wie zu meinem iPhone, es ist einfach was persönliches, obwohl es nur ein Gegenstand, beziehungsweise ein Streaming Anbieter ist. Wenn ich einen schicken Wagen hätte, wäre das mit dem genau so. Meine Mutter hat mich nie damit verstanden, für sie waren das immer nur ‚Geräte, Autos, Streaming Anbieter’. Aber ich liebe mein Handy und mein Netflix, mein persönliches Netflix, das mich versteht wie ein guter Freund (natürlich nur im Bezug auf Serien aber oh man, bin ich nicht meine Serien? Nein, die sagen nicht genug aus aber Netflix weiß schon einiges von mir, mehr als manche Leute, mit denen ich täglich zu tun habe) und an mich denkt, wenn mal wieder eine neue Serie rauskommt: ‚Ach, diese neue Serie könnte auch der lieben —— gefallen.‘ Aber ich schweife ab, zurück zu meinen Anfängen mit Netflix: Als erstes habe ich ‚Better call Saul‘ geguckt und das war schon sehr gut. Ich kann um ehrlich zu sein, gar nicht genau sagen, ob es nur an der Serie lag, die so gut gemacht war und mich so fasziniert hat oder ob da noch dazu kam, dass ich mit dieser Serie mein erstes Netflix Erlebnis geteilt habe und alle Vorteile von Netflix nutzen konnte und die Serie mir deshalb so wunderbar in Erinnerung geblieben ist. Vermutlich beides… Ich war überrascht wie viel schöner Netflix ist als Amazon. Dieser schöne Slogan, der am Anfang erscheint, in der der Netflix Schriftzug so langsam erscheint (ich habe die App) und dann gleich die riesige Auswahl und alles, was ich je angefangen habe steht da. Nun das finde ich ein bisschen unübersichtlich, also wenn ich auf der Startseite bin ist das so ein: ZUVIEL. Da ist meine aktuelle Hauptserie irgendwo aber dann noch darum herum deine ganzen anderen so wie ‚Family Guy‘, die man mal zwischendurch guckt. Da ist eine riesige Liste, die ich irgendwie so angehäuft habe und noch nicht geguckt habe, die wird auch immer mehr, diese Liste ist fast wie meine To Do Liste in meinem Kalender. Die muss man auch abhaken, abarbeiten und mit diesen Filmen und Serien auf meiner Liste ist das auch so. Ich habe das Gefühl, noch Aufgaben erledigen zu müssen, wenn ich diese Liste sehe aber das sollte ja eigentlich ein reines Vergnügen sein, sich Filme und Serien anzugucken.

Am Anfang habe ich -beziehungsweise ich glaube jeder muss das machen- Netflix so drei Vorschläge zu geben, beziehungsweise drei Serien die man mag (Schon komisch, dass man direkt zu Anfang Netflix etwas über sich verraten muss und dann alles sofort personalisiert wird…) und da war zum Beispiel ‚Breaking Bad’ als Auswahl. Die habe ich natürlich vor Jahren schon geguckt aber halt angeklickt, weil ich mir erhofft habe, dass mir Netflix dann gute ähnliche Vorschläge gibt, aber das ist jetzt so, dass auf meiner Liste oder meiner Auswahl IMMER Breaking Bad steht. Das nervt total, ich weiß nicht wie ich das rückgängig machen kann, das ist so unübersichtlich, ich werde davon verwirrt und möchte meine Startseite in dieser Hinsicht aufräumen. Ich dachte damals, als ich das angeklickt habe, dass da steht welche Serien man BISHER mochte, sodass man die logischerweise schon angeschaut hat aber nun steht da immer ich soll Breaking Bad anschauen aber das habe ich ja schon und es nervt echt. Ich will da etwas mehr Ordnung reinbringen, also in der Hinsicht dass schon Geschautes weg fällt. (Von meiner To Do Liste) Als ich dass das erste mal gesehen habe, dass der mir ‚Breaking Bad’ vorschlägt, wollte ich auf die Serie gehen, um sie zu entfernen von meiner Startseite oder von wo auch immer aber da passiert mir vor allem immer meins: Die Serie spielt sich sofort ab. Natürlich gibt es auch bei Netflix die Möglichkeit, eine Serie, bei der man erstmal die Beschreibung lesen will, erstmal nur so anzuklicken, ohne dass sie gleich sich abspielt. Aber das ist nicht so leicht, ich meine ich habe keine riesigen Wurst Finger und trotzdem ist es verdammt schwer, diesen kleinen Punkt zu treffen, an dem man nur das ‚Vor-Fenster’ öffnet, mit Beschreibung der Serie oder des Filmes, ohne dass es gleich losgeht. Ich musste da also erst mal etwas herumtatschen, bis ich es hinbekommen habe. Aber das passiert mir auch heute noch ständig und es nervt ! Netflix will mich da zu sehr reinziehen in solchen Momenten denke ich, ich meine ich bin ja so schon genug am suchten und das freiwillig aber dann kann man auch noch nur schwer sich erstmal informieren über Serien, Netflix will sie dir am liebsten sofort alle abspielen und dich in seinen Bann ziehen, was es ja ohnehin schon genug tut aber eben noch stärker, noch mehr Zeit im Netflix Universum verbringen. Und was ist das nächste Problem bei Netflix ? Wenn man etwas mal angefangen hat, selbst wenn es aus Versehen war so wie in meinem Fall mit Breaking Bad, was ich natürlich als Serien Experte schon Jahre kenne, wird es danach immer oben in dem ‚Zuletzt Gesehen’ Fenster angezeigt mitsamt einem kleinen roten Balken unten, der einem anzeigt, wie viel man davon schon gesehen hat. Manchmal ist das schön, wenn man die Liste abarbeiten will und sich nen Film oder ne Serie vornimmt, der einen nicht umhaut aber man arbeitet zumindest die Liste ab und ich könnte niemals bei Netflix einen Film oder eine Serie anfangen und ihn oder sie dann abbrechen. Das kommt Verrat nahe und wer weiß, vielleicht wird der Film oder die Serie ja noch gut aber dann ist man am Ende trotzdem froh, wenn der Film oder die Serie bald vorbei ist, was man ja mit dem roten Strich gut sehen kann. Wieso bin ich so, dass ich mir lieber eine Serie antue, die mich nicht umhaut, bloß um sie zu beenden und nicht abzubrechen? Das ist nur bei Netflix so, sonst nirgends… Ja, wie auch immer, manchmal ist der rote Balken nützlich aber im Breaking Bad Fall hat es mich so irritiert, die ganze Serie sollte von meiner Startseite verschwinden und nicht mit einem winzigen angefangenen roten Strich dort stehen. Wie als würde Netflix zu mir sagen:‘ ——, du hast noch eine Menge Arbeit vor dir.‘ Dabei habe ich das doch schon längst hinter mir, schon alles erledigt Netflix ! Ja, diese ‚falschen’ Vorschläge sind schon nervig und zum Beispiel ist auch ‚Better call Saul‘ jetzt leider vorbei aber der schlägt mir das immer noch vor! Das soll verschwinden, denn ich bin kein Mensch, der Serien zwei mal anschaut, Netflix hat noch so viel mehr zu bieten !!! Wie gesagt, am Anfang, am ersten Abend von Netflix und mir habe ich meine Liste erstellt, auf alle möglichen Vorschläge reagiert, indem ich die meiner Liste hinzugefügt habe. Aber diese Vorschläge sind weitestgehend noch genau da, wo sie am Anfang waren. Auf meiner Liste aber eben ungeschaut. Und jedes mal wenn ich das Gefühl habe: ,Ah, jetzt kann ich diesen Film mal schauen’, irgendwie schlägt Netflix dann immer was neues vor, was ich dann zuerst gucke. Ich öffne Netflix und da ist fast die ganze Startseite bedeckt von diesem neuen Vorschlag und ich lese mir die dreizeilige Beschreibung durch, (der meiner Meinung nach vieeeeel zu kurz ist, um eine Serie gut zu beschreiben, die schreiben da meiner Meinung nach auch fast immer ähnliche Sachen rein) und habe aber eigentlich schon auf die Serie geklickt, entschieden habe ich mich eh schon für den Vorschlag, und wieder einmal: Netflix erwischt mich eiskalt, die wissen einfach, was ich mag, ich habe bisher FAST jeden Vorschlag angenommen. Einerseits ist es toll, dass da ein Algorithmus am Werk ist, der endlich mal funktioniert. Ich meine, wir googeln einen Urlaubsort oder so und sehen 5 Minuten später überall Werbung für Hotels in dem Ort. Bei sowas fühle ich mich immer bedrängt und will diese Vorschläge nicht sehen, die Hotels schon gar nicht, will mich selber entscheiden. Selbst wenn der Urlaubsort dann feststeht werde ich trotzdem nicht auf so einen gekauften Werbeplatz gehen und das Hotel nehmen, sondern selber suchen. Diese Algorithmen nerven halt aber das mit Netflix ist anders, da funktioniert es offensichtlich sehr gut, schade dabei ist nur, dass ich so das Gefühl habe, dass Netflix einen Teil meiner Persönlichkeit immer mehr kennen lernt aber andere Dinge dafür untergehen. Ich meine, dass kann doch zum Teufels-Kreislauf werden: Ich mag z.B. Horror und Psychothriller und Netflix schickt mir die besten Vorschläge für dieses Genre und ich klicke drauf und der Algorithmus merkt es sich, schickt mir noch mehr davon, ich klicke wieder drauf und so weiter und so weiter und in all dem kann der Rest meiner Persönlichkeit, der vielleicht auch auf dramatische Liebesfilme, Tierdokumentationen und Cartoons steht, sich nicht mehr entfalten. Netflix hat mich als einen Typ abgestempelt und ich werde von Vorschlägen überrannt, die ich nicht ablehnen kann und so vergesse ich den Rest meiner Selbst und meine Liste… Vielleicht passiert sowas gerade schon bei mir, ich bin in so ‘nem Kreislauf glaube ich und komme so gar nicht mehr dazu, meine Liste abzuarbeiten. Meine Liste wird halt nicht kleiner, sie wächst höchstens noch weil ich weitere Ideen und Tipps bekomme, oder Vorschläge über Vorschläge, von denen ich ja auch nur einen schauen kann. Aber was meckere ich hier eigentlich, eigentlich ist es doch genau das, was mich z.B. an Amazon gestört hat: bei Amazon gab es für mich gefühlt nur ‚Crap‘ und jetzt habe ich eine riesige Auswahl an geilen Filmen und Serien, für die ich nicht nochmal extra zahlen muss, sondern die einfach inklusive sind. Also klar zahle ich aber 8€ im Monat, was ist das schon, eine Schachtel Gauloises die rauche ich auch so in zwei, drei Tagen weg und von Netflix kann ich länger ‚zehren’. Also die Auswahl ist toll, ja. Aber die überfordert auch schnell, da ist die große, nicht ansatzweise abgearbeitete liste, die mich ansieht und sagt: ‚Schau mich, schau mich….JETZT‘ und jeden Abend schreit sie etwas lauter, ich habe Netflix ja nun fast zwei Monate und dass, was ich damals schauen wollte ist noch weiter nach hinten gerückt, weil da so viel anderes kam was ich dann unfairer weise vor den anderen Serien und Filmen geschaut habe. Das ist natürlich unfair. Ich sollte wirklich meine Serien und Filme von der Liste zuerst schauen, habe das Gefühl sie zu verraten wenn ich immer und immer wieder etwas anderes vor sie schiebe und die hinten anstehen müssen. Das ist wie, wenn eine Spur auf der Straße links vorne gesperrt wird und alle, die es wissen fahren rechts und es bildet sich ein Stau und von hinten kommen unwissende oder absichtlich Arschlöcher an, fahren links am ganzen Stau vorbei und schleichen sich vorne dann wieder rechts ein und die, die ehrlich von Anfang an sich rechts hinten am Stau angestellt haben, die warten und warten und kommen nicht voran, weil immer neue Autos dazu kommen die von hinten an allen vorbei rasen so weit es geht und sich dann im letzten Moment einschleichen: So ist das mit meinen Serien und Filmen. Ich kann sie auch nicht verraten, kann sie nicht löschen. Vielleicht interessieren sie mich heute auch doch nicht mehr so brennend aber ich habe ihnen schließlich mal versprochen, mich ihnen zu ‚widmen’. Wie so ein IT-Nerd, dem man im Nachhinein betrachtet aus Mitleid seine Handynummer gegeben hat, man muss trotzdem mal einen Kaffee mit ihm trinken gehen, sonst sticht das schlechte Gewissen zu. Manche der Serien finde ich auch nach wie vor spannend aber manche der Serien und Filme auf meiner Liste sind auch eher so gewesen, das ich dachte: ‚Oh das könnte mich bilden’ oder so was. Keine Ahnung, ist auf jeden Fall nicht alles nur Mord und Totschlag sondern manches auch so … informativ. Naja, so muss ich zumindest einmal die Serien und Filme schauen, die ich irgendwann mal aus entweder informativen Gründen oder aus Unwissen über all die anderen geilen Serien und Filme da draußen in meine Liste gepackt habe. Ich habe das Gefühl, ich lerne Netflix erst mehr und mehr kennen und Netflix lernt mich auch mehr und mehr kennen und die Vorschläge und so werden immer präziser, immer genauer packt mir Netflix wieder etwas auf den Bildschirm oder schreibt mir ne E-Mail und ich bin wieder hin und weg und vergesse meine Liste und so. Und neben der Liste und den Vorschlägen von Netflix ist ja auch die Startseite von Netflix so voll gepackt, ja wenn ich es mal schaffe, nicht sofort, sobald streamen, dann scrolle ich noch runter und werde überrollt von all den Vorschlägen und Möglichkeiten. Ich will am liebsten alles auf einmal aber das geht nicht und dann muss ich mich zurück nehmen, tief durchatmen, wieder nach oben scrollen und den tollen Vorschlag gucken, denn die haben ja bisher immer gepasst. Ich dachte auch am Anfang, dass die ‚92% Übereinstimmung‘, die bei vielen Serien drüber steht, die Übereinstimmung der Zuschauer über die Serie ist, also dass alle da Daumen hoch oder runter gegeben haben und die besten Serien dann eben so einen grünen ‚95% Übereinstimmung‘ Banner darüber stehen haben aber dann wurde mir irgendwann klar, dass das vermutlich meine eigenen 95% Übereinstimmung mit der Serie sind, also dass die Serie und ich so gut matchen, wie bei so ner Virtual Reality Dating-App oder so, dass man so analysiert wird von Robotern und dann Partner vorgeschlagen bekommt, woher habe ich diese verrückte Idee noch gleich… Ah ja ! Von einer Netflix Serie, die ich neulich geschaut habe, die mir vorgeschlagen wurde aufgrund guter Übereinstimmung… Ein Teufelskreis auf jeden Fall mit dieser riesigen Auswahl, den Vorschlägen, der Liste…. Ich bin da im Schlaraffenland, ja so kann man das schon nennen. Ich will alles sofort, kann mich kaum entscheiden (Außer oben steht ein Vorschlag, dann nehme ich doch meist den oder wenn ich bereits eine Hauptserie habe, dann wird die erstmal zu Ende gesuchtet) aber mein Freund ist da ganz anders, seltsam aber er scrollt und scrollt, meine Liste hat er sich irgendwann mal angesehen und sie anscheinend als ‚Müll‘ abgestempelt, auf jeden Fall guckt er gar nicht mehr in die rein, sondern sucht auf der Startseite, wenn da ein ‚Vorschlag‘ ist, hat er den schnell über scrollt und scrollt und scrollt durch alle möglichen Genres durch und ich sitze nur daneben und will alles schauen, aber er er liest sich nicht mal die Beschreibungen durch. Wie viel sagt denn bitte ein Titel mit Bild über eine Serie oder einen Film aus, den man mal kurz eine Sekunde überfliegt ?? Ich finde ja schon die drei Zeilen Beschreibung ‚zu wenig’ Information aber er beachtet gerade mal das Bild und den Titel und sucht weiter, weil es ihm anscheinend nicht zusagt. Ja, vieles kennt er auch an Filmen und Serien da aber trotzdem, ich verstehe nicht, wie er hungrig durchs Schlaraffenland laufen kann, denn er will ja auch was schauen und auf der Suche nach einem bestimmten Gericht ist, während er an tausend leckeren Sachen vorbei läuft, die ihn einfach nicht interessieren. Er widersteht dieser Netflix Versuchung irgendwie aber wenn er dann mal was gefunden hat… dann ist er wie alle anderen süchtig, inklusive mir, dann schaut er und schaut er und wenn plötzlich Folge’ Button und kann wieder im Bett versinken, in dieser anderen Welt, dieser Netflix Welt, die Zeit vergessen mit mir, wir zusammen und schwups kommt schon wieder der Abspann. Das ist natürlich nur bei hochwertigen Serien so, dass man die Zeit so vergisst. Und bei Nacht, da verzichtet man ja dann im Endeffekt nur auf Schlaf, halb so wild, Netflix ist gerade wichtiger, am Tag hat man Uni, Arbeit, Lernen, Haushalt, Freunde, Freund, kurzum Pflichten. Ich hatte vielleicht vergessen, zu erwähnen, dass ich Netflix nur abends schaue, morgens würde sich das ganz komisch anfühlen oder sonst wann während des Tages, da würde sich bei mir alles dagegen sträuben nach dem frühstück erstmal wieder ins Bett zu fallen und Netflix anzumachen, also irgendwie wäre es ein winziges bisschen geil aber das ist nur der kern der Sache, im großen und ganzen würde sich da bei mir alles gegen sträuben, die Serien sind natürlich am Tag genau so gut wie bei Nacht aber die umstände passen halt nicht, Netflix passt mir da wirklich gar nicht in den kram, alles würde sich sträuben, wenn ich das tun würde, ich wäre unruhig und das wäre schlichte Faulenzerei und es würde auch irgendwie so aussehen, als hätte man nichts besseres zu tun, dass habe ich ja. Aber abends da passt Netflix wie die Faust aufs Auge: Ich habe hoffentlich alles erledigt, was ich während des Tages so erledigen wollte, war in der Uni, habe im Haushalt alles erledigt und gelernt, Zeit mit meiner Katze oder meiner Familie oder sonst wem verbracht, alles was sein muss und dann muss Netflix: Ich putze mir die zähne und schminke mich ab, schließlich will ich mich einmal vor Netflix versunken nicht mehr bewegen müssen, ja selbst der Wecker muss schon gestellt sein für den nächsten Tag, sodass ich lediglich mein iPad weglegen muss, wenn ich dann schlafen will: Das Licht ist aus, ich habe etwas bequemes an und in direkter Nähe steht etwas zu trinken und etwas zu essen, ich kriege irgendwie immer Hunger wenn ich Netflix schaue und somit bin ich rundum versorgt und bereit in der Welt von Serien und Filmen zu versinken. Ganz wohlig eingemummelt liege ich da, die Decke ist auch schon perfekt über mich gespannt und ich bin ganz warm und wohlig, dann muss das iPad noch in der richtigen Position sein und dann kann es losgehen: Ich belohne mich mit diesem Ritual jeden Abend, kann meine eigenen Gedanken und Probleme vergessen, muss nur noch da liegen und selbst das vergisst man ja, dass man ‚liegen‘ muss, im Grunde muss man gar nichts mehr machen außer irgendwann mal auf den ‚Nächste Folge‘-Button drücken, weil man sich die 10 Sekunden zwischen der letzten und nächsten Folge sparen will und dann kann man wieder ‚nichts tun‘ und es wird nicht langweilig, im Gegenteil, die Serien werden irgendwie immer besser, naja nicht ganz aber immer wieder aufs neue versinke ich gespannt in einer neuen Serie oder einem Film, freue mich schon immer darauf wenn ich gerade eine Serie gucke, dass ich am Abend wieder in diese Geschichte eintauchen kann, das hat so was schön kontinuierliches, dass ich jeden Abend wieder dieselben Leute treffe, zumindest für eine gewisse Zeit bis die Serie eben vorbei ist. Aber das ist immer schön und angenehm, wenn man schon weiß, dass da was Gutes auf einen wartet am Abend, dass einen in eine andere Dimension katapultiert und dass man mag, weil man ja schon weiß, dass es gut ist und spannend und so. Wenn ich mal keine Serie habe oder finden sollte schaue ich auch mal einen Film oder eine Doku oder sowas aber das hat etwas besonderes, mehr Kino Feeling aber der Film muss dann eben auch passen, da muss man erstmal den richtigen finden, wenn ich eine Serie habe weiß ich ja, was ich da habe aber bei einem Film ist dass immer mit etwas Risiko behaftet, immerhin möchte man ja denselben Entspannungsfaktor haben wie auch bei einer guten Serie auch wenn man den Film nur an einem Abend hat, der muss einen ja auch entspannen aber in den meisten Fällen schaue ich Serien und dass ist auch gut so, hat was bekanntes, beruhigendes und entspannendes jeden Abend zu seinen Freunden zurückzukehren und sich mit ihnen zu beschäftigen bevor man schlafen geht, den eigenen Alltag ausschalten und dann wohlig eingemummelt einschlafen. Dass ich Netflix am Tag schaue, dafür müsste es schon ein Ausnahmezustand sein wie z.B. auf einer langen Zug/Autofahrt oder im Flugzeug oder aber krank im Bett liegen. Ansonsten kann ich mir diese Auszeit am Tag nicht leisten, selbst wenn man diszipliniert nur eine Folge guckt, das ist schon ne Stunde Zeitverschwendung gewesen, während man doch so viele andere Dinge zu tun hat, z.B. 10 Seiten EP für ne Hausarbeit schreiben, deshalb ist Netflix die Belohnung nach einem harten Tag, das abendliche Ritual, dass schon so eingebürgert ist, dass ich ohne kaum schlafen könnte, ich weiß, welche Welt da auf mich wartet, allein meine aktuelle Hauptserie, dann die Filme, die Dokus: Bei Netflix gibt es einfach sooo unendlich viele tolle Serien. Im Vergleich zu Amazon habe ich bei Netflix wirklich die Qual der Wahl: Die Serien da scheinen einfach insgesamt viel hochwertiger, viel edler im Vergleich zu Amazon. Bei Amazon sieht das alles aus wie Müll, komische Cover, komische Benutzer Oberfläche, alles irgendwie billiger gemacht. Aber bei Netflix, oh nein, da ist alles edler, inhaltlich wertvoller, besser gemacht, richtig gute Storys und die richtig guten Themen, z.B. das mit dem Breivik, das ist sowas, das bekommt Netflix und nicht Amazon. Ich liebe halt Mord und Totschlag, hört sich grausam an ist aber so und bei Netflix da kriegt man das volle Programm davon: Serien Mörder, Gefängnis Dokumentationen, dann solche Dokus über diesen Attentäter z.B. Breivik und so weiter und so weiter. Das ist richtig gut und ‚echt’. Aber das hier soll ja kein Vergleich werden zwischen Amazon und Netflix, ich sage einfach nur Netflix ist edel, obwohl es nicht teuer ist und Netflix hat die riesige Auswahl und alles. Aber an der Oberfläche muss Netflix trotzdem noch arbeiten, ich will da mehr Klarheit und Strukturiertheit rein, wenn schon die Serien-Marathons und das Suchen, Finden und Schauen neuer Serien/Filme so unstrukturiert und wild abläuft, ja dieser Prozess ist wild und ohne Klarheit. Ich meine kein Mensch ist so ganz diszipliniert und sagt: ‚Ehm ja am Dienstag ist mein Netflix Abend, da sehe ich um Punkt 20 Uhr eine Folge einer Serie und danach lege ich mich schlafen…‘ Nein also so läuft das nicht, man guckt Netflix wann immer es gerade passt (nur nicht tagsüber im stressigen Studentenalltag, also ich zumindest) und man guckt auch, was immer man gerade will, man hat ja das Schlaraffenland vor sich, also an Serien und Filmen aber Kontrolle und Struktur kann man da nicht reinbringen, wie gesagt, selbst wenn man sich eine Liste gefertigt hat, ist diese Liste nicht alleine da, da kommt die Startseite mit neuen Vorschlägen, da kommen so andere Filme, von denen man gehört hat, da kommen alle möglichen ‚Neuheiten‘ auf Netflix, ich bewundere jeden, der da Struktur hat, in dem was er schaut. Aber bei mir läuft das wild ab, mal dies, mal das, dann schaffe ich es vielleicht EINMAL eine Sache meiner Liste abzuarbeiten, indem ich sie schaue aber zugleich sind da schon vier neue Sachen reingekommen an dem Abend. Also Respekt wer da Kontrolle über Netflix aber ich denke, dass Netflix sobald ich es ‚anschalte‘ Kontrolle über mich hat, ich habe zwar nicht immer zeit für Netflix aber im Prinzip jeden Abend und dann manchmal zwei, manchmal drei folgen, manchmal vier, dass ich nur eine Folge gucke, passiert nur wenn ich extreeeem müde bin und echt nicht mehr kann aber nach einem anstrengenden Tag kann man abends nur noch ins Bett fallen und Serien suchten und Netflix macht es einem ja auch so einfach, direkt alles da, man muss sich zwar durch diese unübersichtliche Startseite wühlen wenn man was neues sucht aber während man eine Hauptserie hat, die man suchtet, muss man nur diese Serie in seinen ‚angefangenen’ Serien und Filmen suchen, die Leiste ist ja ganz oben. Blöd nur dass sich da das Cover immer ändert, mal habe ich bei ‚Better call Saul‘ Saul selbst als Cover der Serie gehabt und mal Mike und dann mal das… das war unübersichtlich aber sobald man es dann hat geht es los, man kann so wunderbar das Intro skippen, ich habe das Gefühl, Netflix versteht mich da, ich habe nie Bock auf Intros und so bietet Netflix dir diesen wunderbaren Knopf an um dein Kino Erlebnis und deine Sucht noch besser zu erfüllen, das ist schon sehr ungeduldig, dass man nichtmal das künstlerisch wertvolle Intro noch abwarten kann, man will nichtmal diese paar Sekunden opfern, man skippt und man ist direkt drin in der Serie, ich tauche dann ein und bin weg, bis der Abspann kommt aber in der ersten Sekunde in der der Abspann erscheint, kann ich ja zum Glück direkt wieder den Knopf: ‚Nächste Folge’ drücken und schon geht die nächste Folge an und ich kann wieder den Knopf ‚Intro überspringen’ drücken und die Geschichte geht ‚fast’ nahtlos weiter ohne nervige Unterbrechungen, Werbung… Sogar Serien, die einen ‚Rückblick haben‘ sogar diesen Rückblick kann man überspringen, wenn die am Anfang so erzählen, was in der letzten Folge beziehungsweise letzten Folgen passiert ist. Netflix kennt mich und weiß, dass ich vermutlich vor wenigen Sekunden oder spätestens gestern Abend erst die letzte Folge beendet habe, also ganz genau weiß, um was es geht und nun keinen nervigen Rückblick will. Also kann man den auch überspringen. Netflix macht einem das Eintauchen und das richtige ‚Untertauchen’ in all den vielen Filmen und Serien so einfach. Die Sucht kann gut befriedigt werden mit Netflix, vielleicht sollte man meinen, man müsste Netflix dafür hassen, dass es einem so die Zeit raubt, ich meine, sobald man das Abo hat, kann es denen ja egal sein, ob man sich mit seiner Serien Zeit lässt oder ob man ganz schnell wieder neuen Stoff braucht, weil man solche Serien Marathons macht, aber auf jeden Fall sorgen die gut dafür, dass man theoretisch seinen ganzen Tag im Bett verbringen könnte, ohne sich zu langweilen. Jeden Tag die Liste abarbeiten, in den Genres schauen, die Vorschläge angucken, all das. Aber wieso machen die das, ich liebe und hasse Netflix dafür zugleich, alles tun sie dafür, dass man in ihre Welt gelockt wird, ins Hexenhaus in einem anderen Universum und da in diese märchenhafte Film- und Serienwelt eintauchen kann ohne Werbung, ganz egal wann man in die Welt eintreten will, sie steht einem immer offen, und du kannst dir alles zehn mal anschauen, vor und zurück spulen, das Intro anschauen oder nicht, das Outro anschauen oder nicht, nach deinen Wünschen und deinem Belieben. Lediglich eine Sache kann man nicht skippen und das ist der Moment, ich weiß gar nicht ob dass nur bei Netflix Originalen so ist oder bei jeder Serie, die auf Netflix ausgestrahlt wird aber dass ist der Moment am Anfang einer Serie oder neuen Folge, wo das Netflix Symbol erscheint mit diesem schönen Klang, so wie wenn am Anfang von z.B. ‚Ice Age‘ dieses 21. Century Fox steht und man dazu diese epische Musik hört, dieses ‚da da daaaa dadadadadadadadadadadaaadaaaa dadadada daaaadada dadadadaaaaa dada dadadada daaaaaaaaaa‘, ihr wisst, was ich meine, aber bei Netflix ist das noch viel kürzer: Nur so ein ‚Netflix‘ ‚Geräusch‘. Aber gut gemacht, das ist der Moment, wo Netflix quasi einmal kurz auf sich aufmerksam macht und ich sage: ‚Danke Netflix, danke für alles‘. Und dann verschwindet es wieder. Und macht weiter mit dem, was es immer tut: Mir Serien anbieten, vorschlagen, abspielen… Dem Fernsehen musst du dich schon mehr anpassen, du kannst zwar aufnehmen mittlerweile aber da muss man ja auch erstmal drauf kommen, dass man etwas gucken will und deshalb aufnehmen muss. Bei Netflix hast du um 7 Uhr morgens genau die gleiche Auswahl wie am Abend, bloß dass da dann nochmal neue Sachen hinzugekommen sind, was ja nicht schlimm ist, bloß wird halt so die Liste immer länger.

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Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Qualitative Wirkungsanalyse der Verwendungsmotive von Netflix
Hochschule
BSP Business School Berlin (ehem. Potsdam)
Note
1,0
Jahr
2019
Seiten
33
Katalognummer
V508349
ISBN (eBook)
9783346076298
ISBN (Buch)
9783346076304
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Netflix Motiv Verwendungsmotive Psychologie Marktpsychologie Konsumpsychologie, Morphologie Morphologische Psychologie Wirtschaftspsychologie
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Qualitative Wirkungsanalyse der Verwendungsmotive von Netflix, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508349

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