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Religiosität in den Märchen der Brüder Grimm am Beispiel von "Brüderchen und Schwesterchen" (KHM 11)

Title: Religiosität in den Märchen der Brüder Grimm am Beispiel von "Brüderchen und Schwesterchen" (KHM 11)

Research Paper (undergraduate) , 2019 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Peer Jürgens (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit untersucht am Beispiel eines ausgewählten Märchens der Brüder Grimm ("Brüderchen und Schwesterchen", Kinder- und Hausmärchen (KHM) 11), inwiefern sich Bezüge zur Religion und zum Christentum im Text erhalten und in den verschiedenen Ausgaben des Textes verändert haben. Dabei wird untersucht, inwieweit es direkte Bezüge zur Religion gibt und ob beziehungsweise wie diese sich im Laufe der Zeit veränderten. Außerdem wird geprüft, ob es neben direkten Bezügen auch indirekte Verweise auf religiöse Themen gibt. Ausgangspunkt dabei ist die 1. Auflage von 1812, die mit der 2. Auflage von 1819, der 3. Auflage von 1837 und der Ausgabe letzter Hand von 1857 verglichen wird.

Märchen haben bis heute eine große kulturelle Bedeutung in unserem Alltag. Einerseits sind sie immer noch in verschiedenen Medien wie Büchern, Filmen oder Hörspielen präsent und sind Teil der Unterhaltung. Andererseits prägen sie auch heute noch mit Motiven wie z.B. der bösen Fee, der Prinzessin, den Hexen oder unserer Vorstellung vom Wolf unsere Gesellschaft. Daher dürfen Märchen auch nicht hinsichtlich ihrer zentralen Stellung in Bezug auf die kindliche Entwicklung und Erziehung unterschätzt werden. Völlig zu Recht fasst daher Max Lüthi unter Verweis auf namhafte Pädagogen und Psychologen Märchen als "wertvolle Erziehungshilfe" auf. In den Märchen spielen Figuren, deren Charaktere und Verhalten ebenso eine Rolle wie Entwicklungen der Handlung und deren moralische Deutungen. Beachtet man noch den historischen Kontext, in dem die Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm entstand, muss man feststellen, dass christliche Moralvorstellungen ein entscheidender Bestandteil von Erziehung waren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Was sind Märchen?

2.2 Märchen und Religion - wie passt das zusammen?

2.3 Werden „Brüderchen und Schwesterchen“ christlicher?

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die religiöse Dimension in den Märchen der Brüder Grimm. Ziel ist es, anhand einer hermeneutischen Textanalyse des Märchens „Brüderchen und Schwesterchen“ (KHM 11) aufzuzeigen, wie sich Bezüge zum Christentum durch die verschiedenen Auflagen der Kinder- und Hausmärchen (KHM) verändert haben und welche moralisch-religiöse Überformung durch die Brüder Grimm erfolgte.

  • Wissenschaftliche Definition und Abgrenzung von Volksmärchen
  • Das Spannungsfeld zwischen märchenhaften Elementen und christlicher Weltanschauung
  • Vergleichende Analyse der Textfassungen von 1812, 1819, 1837 und 1857
  • Die Rolle von Gebet, Gottvertrauen und göttlichem Eingreifen als erzählerische Motive
  • Bedeutung der paratextuellen Gestaltung (Illustrationen) für die christliche Rezeption

Auszug aus dem Buch

2.3 Werden „Brüderchen und Schwesterchen“ christlicher?

Das 11. KHM ist „Brüderchen und Schwesterchen“, eines der weniger prominenten Märchen in der Sammlung. Es geht um zwei Geschwister, die aufgrund der schlechten Behandlung durch ihre Stiefmutter von zu Hause ausreißen. Während sie im Wald von Hunger und Durst geplagt werden, lässt die Stiefmutter, die eine böse Hexe ist, einen Brunnen entstehen, von dessen Wasser man sich in ein Reh verwandelt. Der Junge kann nicht widerstehen, trinkt und wird zum Reh. Nachdem die beiden viele Jahre gemeinsam im Wald gelebt haben, treffen sie auf einen König, der das Mädchen aufgrund seiner Schönheit zusammen mit dem Reh auf sein Schloss nimmt und das Schwesterchen nach dem Tod seiner Frau heiratet. Nach der Geburt ihres Sohnes erscheint die Stiefmutter verkleidet im Schloss, gibt sich als Kammerfrau aus, ermordet das Schwesterchen und setzt ihre leibliche Tochter als Königin ein. Das Schwesterchen erscheint daraufhin als Geist, sorgt sich um Kind und Reh und wird schließlich vom König entdeckt und erlöst, Stiefmutter und deren Tochter werden bestraft und das Brüderchen wird zurückverwandelt.

Bereits in dieser kurzen Fassung von 1812 (1. Auflage) finden sich Aspekte im Hinblick auf Religiosität. Im ersten Absatz findet sich der profane Ausruf „(...) daß Gott erbarm, wenn das unsere Mutter wüßte!“, wobei dies zwar eine Nennung von Gott darstellt, aber hier ein religiöses Motiv fraglich ist. Interessanter ist die Tatsache, dass das ermordete Schwesterchen als wiederkehrender Geist ihr Kind säugt - ein Aspekt, dem Hans-Jörg Uther eine mystisch-religiöse Dimension beimisst.

Eine ähnliche religiöse Interpretation erhält der Umstand, dass der Tod des Schwesterchens nur ein vorübergehendes Stadium auf dem Weg zum wahren Glück ist (da sie ja wiederbelebt wird und dann glücklich lebt - eine bestechende Parallele zum christlichen Verständnis des Eingangs ins Himmelreich nach dem Tod).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Märchen für die Erziehung dar und führt in die Fragestellung ein, wie sich religiöse Bezüge im Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ über verschiedene Auflagen hinweg entwickelt haben.

2. Hauptteil: Der Hauptteil definiert zunächst den Begriff des Märchens, erörtert das Spannungsverhältnis zwischen Religion und Märchen und analysiert detailliert die spezifischen christlichen Überformungen im Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Brüder Grimm durch gezielte Bearbeitungen den KHM eine deutlich stärkere christlich-moralische Prägung verliehen haben.

Schlüsselwörter

Brüder Grimm, KHM, Volksmärchen, Religiosität, Christentum, Märchenforschung, Brüderchen und Schwesterchen, moralische Überformung, Hermeneutik, Säkularisierung, Erziehung, christliche Motive, Textanalyse, Romantik, Interpretation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie religiöse Elemente und christliche Moralvorstellungen in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, insbesondere am Beispiel von „Brüderchen und Schwesterchen“, durch redaktionelle Bearbeitungen über verschiedene Auflagen hinweg eingefügt oder verstärkt wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Märchenforschung, die Bedeutung von Religion in der Literatur der Romantik, die pädagogische Funktion von Märchen sowie die editorische Praxis der Brüder Grimm.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, dass die Märchen der Brüder Grimm im Laufe der verschiedenen Ausgaben eine „moralisch-christliche Überformung“ erfahren haben, um sie an die bürgerlichen Werte der Zeit anzupassen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine hermeneutische Textanalyse angewandt, die durch einen diachronen Vergleich der verschiedenen Auflagen (1812 bis 1857) ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung des Märchens, eine Diskussion des Spannungsverhältnisses zwischen Religion und Märchen sowie eine konkrete textliche Untersuchung der Veränderungen in „Brüderchen und Schwesterchen“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Begriffe sind KHM, Religiosität, christliche Moralvorstellungen, Brüder Grimm, Textvergleich und moralisch-christliche Überformung.

Warum wird gerade das Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ als Beispiel gewählt?

Es dient als exemplarisches Fallbeispiel, da es deutliche redaktionelle Eingriffe zeigt, durch die das Märchen religiöser gestaltet wurde, unter anderem durch die Einfügung von Gebeten und Gottesbezügen.

Welche Bedeutung kommt dem Paratext im Kontext der Arbeit zu?

Der Autor zeigt auf, dass auch die begleitenden Illustrationen (Peritext), wie etwa das Bild des Schutzengels, genutzt wurden, um einen expliziten christlichen Deutungsrahmen für die Märchen zu etablieren.

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Details

Title
Religiosität in den Märchen der Brüder Grimm am Beispiel von "Brüderchen und Schwesterchen" (KHM 11)
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Germanistik)
Grade
1,0
Author
Peer Jürgens (Author)
Publication Year
2019
Pages
20
Catalog Number
V508355
ISBN (eBook)
9783346066190
ISBN (Book)
9783346066206
Language
German
Tags
Märchen Grimm Religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peer Jürgens (Author), 2019, Religiosität in den Märchen der Brüder Grimm am Beispiel von "Brüderchen und Schwesterchen" (KHM 11), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508355
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