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Cicero und die Catilinarische Verschwörung

Title: Cicero und die Catilinarische Verschwörung

Seminar Paper , 2005 , 13 Pages , Grade: 2

Autor:in: Friederike Doppertin (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die Catilinarische Verschwörung ist deswegen ein interessantes Kapitel in Ciceros Lebenslauf, weil sie für ihn gleichzeitig größter Triumph als auch die Vorgeschichte seiner späteren Verbannung sein sollte.
Nachdem Cicero während seiner Zeit als Konsul diese Konspiration gegen Rom aufgedeckt, ihren Anführer, Sergius Catilina, vertrieben, fünf der Hauptschuldigen überführt und hatte hinrichten lassen, ließ er sich als den Retter Roms feiern. Allerdings dauerte es nicht lange, da wurden Vorwürfe laut, er hätte mit der Hinrichtung der Angeklagten gegen dielex semproniavon 123 v.Ch. verstoßen, wonach kein Bürger ohne Appellation an das Volk hingerichtet werden darf. Da Cicero sich im Jahre 62 Clodius zum Feind gemacht hatte, indem er vor Gericht gegen ihn aussagte - er war wegen Religionsfrevel angeklagt - sah dieser im Jahre 58 seine Gelegenheit gekommen sich an Cicero dafür zu rächen. Caesar hatte Cicero nicht verziehen, dass dieser sich nicht in seiner Zeit als Konsul mit ihm verbündet hatte. Und so erhob er, alspontifex maximus,Clodius in den Plebejerstand, was es diesem möglich machte sich zum Volkstribun wählen zu lassen. So geschehen, erließ Clodius seinelex clodia,nach welcher jeder, der einen römischen Bürger ohne Gerichts- und Volkszustimmung tötet oder töten lässt geächtet werden soll. Da dieses Gesetz auch nachwirkend durchgesetzt werden konnte, erkannte Cicero den Zusammenhang zu seiner Tat von 63 und verlies in der Nacht vor Aufnahme des Gesetzes heimlich Rom.1Weil der Ausgang der Catilinarische Verschwörung gleichzeitig glorreich und Grund für Ciceros Verbannung war soll sich diese Arbeit mir ihr auseinandersetzen. Als wichtige Grundlage hierfür dienen unter anderem die erfolgreichen Catilinarischen Reden. Ciceros Reden, sowie all seine Werke sind von großer Bedeutung für die historische Forschung, da es keinen anderen nichtchristlichen, lateinische Autor der Antike gibt, von dem mehr Schriftliches erhalten ist. Von seinen Reden sind insgesamt 58 teilweise lückenhaft und 100 Titel oder Fragmente bekannt.2Zu Anfang soll geklärt werden, welche Bedeutung und welchen historischen Wert Reden allgemein und speziell die Catilinariae besitzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Brauchbarkeit von Reden in der historischen Forschung

4. Catilina- Staatsfeind oder Freiheitskämpfer?

4.1. Wie glaubhaft sind Cicero und Sallust?

4.2. Hätte die Verschwörung verhindert werden können?

5. Selbsteinschätzung Ciceros

6. Zusammenfassung

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

7.1. Quellen

7.2. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Gehalt der Catilinarischen Reden Ciceros und analysiert, inwieweit diese als verlässliche Quellen für die historische Forschung dienen können, während sie gleichzeitig die Selbstdarstellung Ciceros im Kontext der Verschwörung kritisch beleuchtet.

  • Historische Authentizität und Bearbeitung antiker Reden
  • Die Rolle und Motivation von Catilina im römischen Machtgefüge
  • Kritische Analyse der Glaubwürdigkeit von Cicero und Sallust als historische Zeugen
  • Die psychologische und rhetorische Inszenierung Ciceros in Krisenzeiten
  • Einfluss von persönlichen Interessen auf die historische Überlieferung

Auszug aus dem Buch

3. Brauchbarkeit von Reden in der historischen Forschung

Zunächst muss klargestellt werden, dass Reden nicht so gehalten worden sind, wie man sie veröffentlicht hat. Bevor dass nämlich geschah, wurden sie bearbeitet und abgeändert. Das Motiv dafür ist, dass die veröffentlichten Reden als Modelle für spätere Reden dienen sollten. Zum größten Teil wurden für die spätere schriftliche Aufzeichnung von Reden lediglich die Notizen der Redner benutzt oder er nutze sein Gedächtnis um sie auf Papier zu bringen. Dennoch ist eine Interpretation nicht sinngemäß, auch nicht, wenn eine Rede in schriftlicher Form publiziert worden ist, denn die eigentliche Wirkung besitzen sie wirklich nur in dem Moment, in dem sie gehalten und von Tonfall und Mimik des Redners unterstützt wird. Selbst die öffentlich gemachten Reden sollten, um wenigstens einen Teil ihrer Wirkung zu behalten, ohne Unterbrechung, Nachlesen und Zurückblättern laut gelesen werden.

Die Reden Ciceros verdanken ihre einnehmende Wirkung unter anderem der Leidenschaft, mit der sie gehalten wurden und dass er in dieser Leidenschaft all das selbst zu glauben schien, was seine Rede beinhalten. Denn das was er von sich gab war nicht notwendigerweise einstimmig mit den Tatsachen, denn „[d]er Ruhm [...] galt ihm mehr als die historische Wahrheit“.

Es ist auch nicht mit Gewissheit zu sagen, wann er begonnen hat seine Worte in Schrift zu fassen und wie sie dann noch dem Gesprochenen glichen wenn man bedenkt, dass seine eigentlich improvisierten Catilinarischen Reden erst im Jahre 60 veröffentlicht und dementsprechend verändert worden sind. Vor allem der Schluss der dritten Catilinaria („Aber meine Taten haben nicht dasselbe Los und dieselbe Vorraussetzung wie die Taten derer, die auswärtige Kriege geführt haben, da ich mit denen leben muss, die ich besiegt und bezwungen habe [...]“) klingt, nach Gelzer, verdächtig nach einem Zusatz aus dem Jahr 60.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Catilinarischen Verschwörung ein und erläutert die Ambivalenz zwischen Ciceros Triumph und seiner späteren Verbannung.

3. Brauchbarkeit von Reden in der historischen Forschung: Es wird dargelegt, dass schriftlich überlieferte Reden der Antike keine exakten Protokolle sind, sondern rhetorisch überarbeitete Texte, deren Wahrheitsgehalt hinter ihrer beabsichtigten Wirkung zurücksteht.

4. Catilina- Staatsfeind oder Freiheitskämpfer?: Dieses Kapitel hinterfragt die einseitige Dämonisierung Catilinas durch Cicero und Sallust und beleuchtet die schwierigen Lebensumstände im römischen Reich der Zeit.

4.1. Wie glaubhaft sind Cicero und Sallust?: Hier erfolgt eine kritische Untersuchung der Voreingenommenheit beider Autoren und ihrer subjektiven Darstellung der Ereignisse.

4.2. Hätte die Verschwörung verhindert werden können?: Es wird diskutiert, ob Catilinas politische Ambitionen bei einer anderen politischen Weichenstellung zu einer friedlichen Lösung hätten führen können.

5. Selbsteinschätzung Ciceros: Dieses Kapitel analysiert anhand von Textstellen, wie Cicero sich selbst als unersetzlichen Retter Roms inszeniert und seinen Egoismus hinter der Sorge um das Gemeinwohl verbirgt.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass Ciceros Reden zwar rhetorische Meisterwerke sind, als historische Quellen jedoch nur mit größter Vorsicht und unter Berücksichtigung ihrer subjektiven Tendenzen genutzt werden können.

7. Quellen- und Literaturverzeichnis: Hier sind die verwendeten antiken Primärquellen sowie die wissenschaftliche Sekundärliteratur aufgelistet.

Schlüsselwörter

Catilinarische Verschwörung, Cicero, Catilina, Sallust, Römische Republik, Rhetorik, Historische Forschung, Quellenkritik, Antike, Politische Intrige, Konsulat, Machtstreben, Geschichtsschreibung, Selbstinszenierung, Rom.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Auswertung der Catilinarischen Reden Ciceros und hinterfragt deren Wahrheitsgehalt in Bezug auf die tatsächlichen Ereignisse der Verschwörung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die rhetorische Gestaltung der Reden, die persönliche Selbstdarstellung Ciceros, die Motivation von Catilina sowie die kritische Prüfung der antiken Quellen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, inwieweit die Reden Ciceros als glaubwürdige historische Dokumente dienen können, wenn sie offensichtlich rhetorisch manipuliert wurden, um den Redner in ein besseres Licht zu rücken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse antiker Texte durchgeführt, wobei historische Kontexte und spätere wissenschaftliche Einschätzungen herangezogen werden, um Ciceros Eigenlob gegen objektive historische Gegebenheiten abzuwägen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bewertung von Reden als historische Quelle, die Charakterisierung Catilinas, die Glaubwürdigkeit von Autoren wie Cicero und Sallust sowie die Analyse von Ciceros Ich-Bezug in Krisensituationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Catilinarische Verschwörung, Cicero, Quellenkritik, Rhetorik, Machtpolitik der Römischen Republik und historische Inszenierung.

Warum bezweifelt die Arbeit Ciceros Charakter als selbstloser Retter?

Die Arbeit weist nach, dass Cicero seine Reden nachträglich bearbeitete, um seine eigene Rolle zu überhöhen und Mitleid zu erregen, während er gleichzeitig seine eigene politische Karriere und persönlichen Interessen verfolgte.

Welche Rolle spielt Sallust in der Argumentation?

Sallust wird als weiterer voreingenommener Autor identifiziert, der Catilina zur Personifikation des Bösen stilisierte, um die eigene Darstellung der Ereignisse zu unterstützen.

Könnte Catilina als Freiheitskämpfer interpretiert werden?

Einige Historiker ziehen Parallelen zum "Robin Hood"-Bild, da Catilina Unterstützung in benachteiligten sozialen Schichten fand; die Arbeit bleibt hier jedoch kritisch und betont, dass eine objektive Beurteilung aufgrund mangelnder Gegenquellen schwierig ist.

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Details

Title
Cicero und die Catilinarische Verschwörung
College
University of Kassel
Course
Proseminar
Grade
2
Author
Friederike Doppertin (Author)
Publication Year
2005
Pages
13
Catalog Number
V50844
ISBN (eBook)
9783638469692
Language
German
Tags
Cicero Catilinarische Verschwörung Proseminar Thema Cicero
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Friederike Doppertin (Author), 2005, Cicero und die Catilinarische Verschwörung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50844
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