Buddhismus. Von Indien in die ganze Welt


Hausarbeit, 2019
15 Seiten, Note: 2,0

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Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Einordnungshilfe und Verständigung
2.1 Wer ist Buddha?
2.2 Das Wort Buddhismus
2.2.1 Tod und Wiedergeburt
2.2.2 Meditation

3. Ausdehnung des buddhistischen Glaubens
3.1 Anfänge des buddhistischen Glaubens
3.2 Fortbestand

4. Die Lehren des Buddhismus
4.1 Grundlagen
4.2 Das Nirwana
4.3 Die vier edlen Wahrheiten
4.4 Die Geburtenkette
4.5 Karmalehre und Karmabeeinflussung
4.6 Der edle achtfache Pfad

5. Fazit

6. Bibliographie

„Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.“ - Buddha1

1.Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit wird das Thema Buddhismus bearbeitet. Von der Entstehung der heutigen Weltreligion, über die Ausbreitung, bis hin zu den wichtigsten Lehren und Grundlagen.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist der Buddhismus auch in Europa und Amerika angekommen.

Viele bezeichnen es als eine Art Trendreligion andere als Philosophie. Bekannt ist, dass viele keinen genauen Hintergrund kennen und es als Alternative zum Christentum, Islam und Hinduismus sehen. Klar ist, dass der Buddhismus längst einen festen Platz in unserer Gesellschaft hat.2

In der Hausarbeit wird nicht auf die Frage eingegangen, ob der Buddhismus eine Weltreligion oder eine Philosophie ist, weil man dafür zu weit ausholen müsste. Mehr wird auf die Themen, allgemeine Lehren des Buddhismus eingegangen, wie sie entstanden sind und wie genau sie zur Weltreligion geworden sind.

2. Einordnungshilfe und Verständigung

2.1 Wer ist Buddha?

Der für uns weit bekannte Buddha (Erleuchter) ist Siddhartha Gautama. Die Lebensdaten für Siddhartha Gautama wird in der Zeit des 6./5. Jahrhundert angenommen, wobei sich hier verschiedene Quellen nicht einig sind. In den vorhandenen älteren Texten gibt es zwei Chronologien. Sie besagen, dass die Geburt von Siddhartha Gautama in der Shakrya-Republik in Nordindien entweder 623 v. Chr.3 oder 566 v. Chr. liegen soll. Einig sind sich die Quellen jedoch in dem Punkt, dass er 80 Jahre alt geworden ist. Traditionell wird jedoch die Lebenszeit in etwa auf 560 bis 480 v. Chr. geschätzt.4

Siddhartha Gautama wächst als Sohn eines wohlhabendes Regenten auf und führt eine Kindheit und Jugend in Unbeschwertheit und materiellem Überfluss. Er heiratet mit nur 16 Jahren Prinzessin Yaosdhrara und bekommt mit ihr, im Alter von 29 Jahren, seinen einzigen Sohn.

Durch viele Reisen erkennt er wie unausweichlich Krankheit, Tod und Alter mit dem menschlichem Leben zusammenhängen. Auf Basis dieser Begegnungen ist er fest überzeugt, nach der Beseitigung des Leidens zu suchen und einen Weg aus dem Leid zu finden. Nach der Geburt seines einzigen Sohnes verlässt er die Familie und wird auf der Suche nach Befreiung Asket. Als Asket Gautama wandert er sechs Jahre lang durch das Tal des Ganges. In dieser langen Zeit lernt er viele religiöse Lehrer kennen und studiert. Siddhartha Gautama unterwirft sich strengen Übungen der Asketen. Diese ganzen Maßnahmen verschaffen ihm keine Heilung. In Bodh-Gaya, wo er eines Abends hingeht, setzt er sich unter einen Feigenbaum, (heute bekannt als Bodhi-Baum (Bodhi: Erleuchter)) um zu meditiere, mit dem Ziel nicht eher aufzustehen bis er sein Ziel, die Erlösung, erreicht hat. In der Zeit der Meditation erkennt er den Wesen des Geistes und wird damit erleuchtet und somit ein „Buddha“, ein „vollkommen Erwachter“. Nach wochenlanger Meditation erfuhr er die vier Wahrheiten und deren Inhalt:

1. Leid
2. Ursachen für das Leid
3. Möglichkeiten, sich vom Leid zu befreien
4. Der Weg aus dem Leid5

In Benares (Uttar Pradesh, Indien) hält er nach seinem Beschluss, die Heilsbotschaft zu verkünden, seine erste Predigt. Um diesen Beschluss rankt sich bis heute eine Legende.6 Nach dieser Predigt setzt er das „Rat der Lehre“ in Gang.

Buddha lehrt von diesem Tag an vor Königen und Bauern, Ausgestoßenen, Geldverleihern, Bettlern, Heiligen, Räubern und spricht von Männern und Frauen.Für ihn gibt es keine Ständegesellschaft oder soziale Schichten. Den Weg, den Buddha lehrt, steht jedem offen solange er bereit ist den Weg zu verstehen und ihn auch zu gehen. Als er mit 80 Jahren stirbt, hat er 45 Jahre lang dieses Lehrtätigkeit ausgeführt und hat somit viele Laienanhänger gewinnen können. Des Weiteren gründete er einen Mönch- und einen Nonnenorden. Es ist zu sagen, dass über Wundertaten und besondere Ereignisse kaum etwas zu finden ist. Eher kann man immer wieder lesen, dass Buddha eine ablehnende Haltung gegenüber Wunder hatte.7 Zudem ist ein Vergleich zwischen Buddha für die Buddhisten und Gott oder Jesus für die Christen nicht möglich, sie spielen verschiedene Rollen.8

2.2 Das Wort Buddhismus

Das Wort Buddhismus ist in der westlichen Sprache entstanden, die mit der lateinischen Nachsilbe - Ismus gebildet ist. Die Nachsilbe - Ismus ist in vielen Worten verboten wurden (Amerikanismus, Judaismus).9

2.2.1 Tod und Wiedergeburt

Buddha hat die Lehre des Atman, der im Hinduismus sehr bekannt ist, selbst zurückgewiesen. Er beschreibt die Persönlichkeit als falsche Wahrnehmung und sagt, dass es kein Ich- Bewusstsein gibt. Der Körper soll wie ein Werkzeug einen Nutzen haben. Das „Selbst“ ist in Wahrheit nur ein Strom an Bewusstsein, der unzerstörbar und unbegrenzt ist. Der Mensch bleibt im Leben nicht die gleiche Person, so verändert er sich im Alter und somit auch noch im Tod.

Wenn der Tod eintritt, sind die letzten Gedanken und die Haltung wichtig. Diese entscheiden über die Wiedergeburt. Man kann den Moment des Todes als „Kleiderwechsel“ bezeichnen. Das Bewusstsein verlässt den Körper und wird durch den Geist (Karma) gelenkt und gelangt so in einen neuen Körper.

Die Wiedergeburt kann man als „Kreislauf“ betrachten. Der Wille des Menschen auf Wiedergeburt treibt diesen Kreislauf an. Dennoch gibt es unterschiedliche Bereiche der Wiedergeburt: Zum einen Negative. Hier wird man als Tier, Hungergeist oder Höllenwesen auf die Welt niedergelassen, also nicht als menschliches Wesen. Die drei positiven Bereiche besagen, dass man als Diva oder Ashura wiedergeboren wird. Diese sind menschliche Gottheiten. Nur als Mensch kann man den Lehren des Buddhismus Folge leisten.10

2.2.2 Meditation

Die Meditation spielt im Buddhismus eine wichtige Rolle. Sie ist ein zentraler Punkt der Religion. Durch die Meditation soll die Selbstdisziplin vergrößert werden.

Bei der Meditation legen Buddhisten ihren Fokus auf eine Sache und lassen sich von dieser nicht ablenken. Sie möchten sich von Hass, Gier, Habsucht und allen Gedanken entbinden, da diese Leid herbeiruft.

Durch die Meditation soll die Lehre Buddhas zu eigenen Erfahrungen werden, um so die Natur des Geistes zu erkennen.

Der Geist ruht in dieser Zeit in sich „Selbst“ was in der Meditation nur ein Teil des Universums ist.

Die Meditation bringt Erleuchtung und durchdringt den Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt. Der Zustand der Meditation wird „samadhi“ genannt.11

Dennoch hat die Meditation eine unterschiedliche Aussagekraft in den verschiedenen Richtungen des Buddhismus.

Im Theravada wird die Wirkung und das Ziel des meditativen Zustands durch die Beruhigung, Eingerichtetheit und das Schaffen von Abstand des Geistes erreicht.

In Mahayana liegt der Wert der Meditation darin, das Mitgefühl und die Lehrheitsnatur des Geistes zu stärken und zu erfahren.12

3. Ausdehnung des buddhistischen Glaubens

3.1 Anfänge des buddhistischen Glaubens

Die Anfänge des buddhistischen Glaubens lassen sich in vier Phasen einteilen. Von Nord-Osten Indiens, im heutigen Varanasi, wo der Buddhismus seinen Ursprung hat, verbreiten sich die Lehren des Buddhismus nach ganz Indien.13 König Ashoka herrschte im dritten Jahrhundert v. Chr. über Indien. Er sorgte für die Ausbreitung des Buddhismus, auch wenn er sie nicht als Weltreligion anerkannte. Der buddhistische Glaube konnte ebenso nicht den herrschenden Hinduismus, die als Weltreligion anerkannt war, verdrängen. Durch Mönche und Reisende konnten sich die Lehren des Buddhas auch außerhalb des Landes verbreiten.

Die erste Phase der Verbreitung beginnt in Sri Lanka und auch in Ansätzen in Griechenland.14 Von dort aus verbreitete sich der buddhistische Glaube auf gleicher Weise auch in Indonesien, Südvietnam, Kambodscha, Thailand, Laos und Myanmar.15

Die zweite Phase der Verbreitung beginnt im zweiten Jahrhundert n. Chr. Die Lehren gelangen über Handelswege nach China. Zu dieser Zeit ist China stark durch Daoismus und Konfuzianismus geprägt.16 Durch die Gesellschaft, die dem Daoismus kritisch entgegen stand, da Mensch und Natur von einander trennt, konnte der Buddhismus gut auf ihm aufbauen. Auch in die chinesische Philosophie konnte sich der Buddhismus gut eingliedern.

Eine Hemmung bei der Verbreitung des Buddhismus war die Sprache, da manche Sachenverhalte nicht wörtlich übersetzt werden konnten.17

Da der Konfuzianismus unter der kaiserlichen Regierung stand und somit auch unter deren Schutz, was uneingeschränkte Autorität bedeutete, kam es immer wieder zu Konflikten.

Buddhistische Mönche kannten es nicht, Verpflichtungen gegenüber weltlichen Mächten zu haben. Dadurch entstanden Diskussionen über Steuern und traditionellen Respektweisungen, wie Verbeugungen.18

Die dritte Phase beginnt im sechsten Jahrhundert n. Chr. Und verbreitete sich über China nach Japan. In Japan wird der buddhistische Glaube zuerst ein Glaube des Adels.

594 n. Chr. wurde er erstmals zur Staatsreligion anerkannt und bekam somit einen festen Bestandteil im japanischen Alltag.

Die Anpassungsfähigkeit des buddhistischen Glaubens ist ausschlaggebend für die Verbreitung. Dieser Aspekt stellt auch schon einen wichtigen Punkt bei der Aufnahme in die chinesische Kultur dar.

In verschiedenen Ländern wurden der buddhistische Glaube und eigene, einheimische Traditionen miteinander vermischt. So kam es zur Vielfalt im Buddhismus und zu verschiedenen Formen.19

Die vierte und letzte Phase der Verbreitung des Buddhismus beginnt im siebten Jahrhundert, als er die damalige Großmacht Tibet erreicht. Hier verbreiteten sich die Lehren erst unter dem Adel. Einheimische standen der neuen Religion kritischen gegenüber und hielten an alten Traditionen fest. Sie versuchten die Verbreitung im eigenen Land zu verhindern. Es dauerte lange bis sich der Buddhismus etabliert hatte.

3.2 Fortbestand

Buddha stirbt im Alter von 80 Jahren und ernennt nach seinem Tod keinen Nachfolger, sondern beauftragte seine Jünger seine Lehren zu verbreiten.

Doch nach kurzer Zeit sind sich die Mönche über die Lehren und das Wort Buddhas uneinig und so entfalten sich viele verschieden Formen des Buddhismus.

Ca. 400 Jahre nach Buddhas Tod entsteht der Theravada, auch „Lehren der Alten“ genannt sowie der Hinayana, übersetzt „kleines Fahrzeug“. Des Weiteren entwickelte sich der Mahayana, übersetzt „großes Fahrzeug“ und etwa 500 n. Chr. der Vajrayana, übersetzt „diamanten Fahrzeug“.20

Der Ursprung des Buddhismus liegt in Indien, dennoch konnte er nicht den Hinduismus verdrängen. Heutzutage zählt der Buddhismus zur viertgrößten Weltreligion nach dem Christentum dem Islam und dem Hinduismus. Dennoch kann nicht genau gesagt werden, wie viele Anhänger der Buddhismus hat, da er keine organisierte Religion ist. Man zählt ca. 360 Millionen Anhänger.21 In den asiatischen Ländern, wo der Buddhismus sehr verbreitet ist, ist es üblich mehreren Religionen anzugehören, somit ist es unmöglich die genau Zahl der Anhänger zu bestimmen.22 Vietnam, Tibet, Thailand, Taiwan, Südkorea, Sri Lanka, Myanmar, Mongolei, Laos, Kambodscha, Japan und China zählen sich zu den Ländern in denen der Buddhismus stark verbreitet ist. Dennoch sind die Lehren in jedem Land anders, da eigene Traditionen mit reinspielen und die Überlieferungen anderes waren.23 Auch bei uns in Europa ist der Buddhismus angekommen und verbreitet sich immer weiter. Allerdings wird im westlichen Denken der Buddhismus eher als eine Art Philosophie angesehen und somit leben die Wenigsten nach den Vorstellungen Buddhas. Es ist eher eine Art Sympathie.24

4. Die Lehren des Buddhismus

4.1 Grundlagen

Im Buddhismus steht am Anfang das Leid und am Ende die Erlösung. Es gibt viele Schritte, um zur Erlösung zu gelangen. Ein wichtiger Schritt ist die Erkenntnis. Buddha erklärt in seine Lehren, wie die Welt funktioniert. Dabei soll der Buddhismus eine Religion für jeden sein, egal welche Nationalität, soziale Herkunft und Geschlecht. Eine der wichtigsten Dinge in der Lehre von Buddha sind „die vier Wahrheiten“.25

4.2 Das Nirwana

Für Buddhisten ist das endgültige Ziel das Nirwana. Es beschreibt „den Zustand seliger Ruhe, in die der Erlöste eingeht“.26 Das Nirwana ist das Ziel, aber dennoch kein Ort, sondern eher einen Zustand und eine Befreiung des Bewusstseinszustandes.27

Es bezeichnet das Ende des Samba, also der Geburtenkette und somit die Befreiung des Leiden.28 Im Nirwana ist eine Wiedergeburt unmöglich und somit hat jeder, der das Nirwana erreicht, auch die Erlösung erreicht. Das heißt, dass jeder der im Nirwana ist somit auch Buddha ist.29 Also ist der historische Buddha, so wie wir ihn kenne, nur einer unter vielen. Im Mahayana bedeutet das Nirwana Freiheit von Bindung und Illusion und Eins- Sein mit allen.30

4.3 Die vier edlen Wahrheiten

„Die vier edeln Wahrheiten“ kann man als das Wichtigstes in den Lehren Buddhas bezeichnen, die alles umfassen was Buddha erreichen wollte.31 „Die vier heiligen Wahrheiten“ so wie „Die vier edlen Wahrheiten“ auch bezeichnet werden, waren wesentlicher Bestandteil von der ersten Predigt Buddhas.

„Die Vier edlen Wahrheiten“ sind:

1. Leid.

Das Leid ist allgegenwärtig in unserer Gesellschaft, heute wie auch damals. Die erste edle Wahrheit beschreibt genau das. Es beschreibt das, dass Leben leiden bedeutet. Von der Geburt, bis hin zum Alter wie auch Krankheit und Tod. Auch nicht mit denen zusammensein zu dürfen, die wir lieben bedeutet Leid. Das Leben ist Freude und Leid in gleichermaßen.32

2. Ursachen für das Leid.

„Was ist die Entstehung des Leidens? Es ist jener Durst, der von Wiedergeburt zu Wiedergeburt führende, von Freude und Leidenschaft begleitet […]; der Durst nach Lust, der Durst nach Werden, der Durst nach Aufhören des Wesens. Das ist die Entstehung des Leidens.“33

Es beschreibt die Enthüllung der Ursache und warum das Leid entsteht. Die Anhäufung des Karmas und die Geburtenkette ist dabei eine wichtige Rolle.34

3. Möglichkeiten, sich vom Leid zu befreien.

Es gibt immer einen Weg sich vom Leid zu befreien und das beschreibt Punkt drei. Jedes Individuum muss einsehen, dass es eine Möglichkeit gibt sich vom Leid zu befreien. Die Einsicht ist ein wichtiger Punkt. Das heißt, das die dritte edle Wahrheit schon drauf eingeht, welchen Weg man gehen muss, um dem Leid zu entkommen. Die Existenz eines Lösungsweges wird herausgestellt.35

4. Der Weg aus dem Leid.

Der vierte Punkt, beschreibt wie der Weg aus dem Leid aussehen kann: „ Was ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg? Es ist das derzeitige achtteilige Pfad […].“36 Unter dem Bodhi- Baum macht Buddha die Erfahrung, das dass Ende des leiden das Nirwana ist. Das oberste Gebot, was in seinen Lehren Bestand findet.

4.4 Die Geburtenkette

Die Geburtenkette wird als „Samsara“ bezeichnet und stammt aus dem Sanskrit. Die Wiedergeburt hat Buddha sich nicht ausgedacht, sondern hat diese aus dem Upanishaden übernommen, eine Religion aus Indien die es ca. 800 v. Chr. gab. „Samsara“ hat eine negative Bedeutung, auch wenn dessen Ende die Erlösung bedeutet.37

Die Geburtenkette bedeutet, dass man in verschiedenen Welten38 als verschiedene Lebewesen wiedergeboren werden kann.39 Doch als was man wiedergeboren wird, war lange ein Geheimnis. Der Mönch Negasena konnte das beantworten. Ein jeder wird nicht, als derjenige wiedergeboren der man war und auch nicht als wen anders.40 Also ist eine genaue Antwort nicht möglich. Aus Überlieferungen kam heraus, dass man siebenmal wiedergeboren werden kann, bis man das Nirwana und somit die Erlösung erreicht. Ein jeder kann sich aber nicht an die vorangehenden Geburten erinnern. Des Weiteren wird man in den verschiednen Welten auch als verschiedenen Lebewesen wiedergeboren.41

4.5 Karmalehre und Karmabeeinflussung

„…Karma regelt das!“ In der heutigen Zeit hat Karma eine große Bedeutung. Jeder hat das Wort schon einmal mit seiner Bedeutung in Gebrauch gehabt. Das Wort „Karma“ hat seinen Ursprung im buddhistischen Sanskrit und heißt übersetzt „die Tat“.

Die Bedeutung „Karma“ wird aber eher als Tatabsicht übersetzt, da der Geist, die Stimme und der Körper nach dem eigenem Willen handeln. Die Absicht eine Tat zu begehen, ruft erst die zu zerstörende Begierde und Leidenschaft hervor.42

Im buddhistischen Glauben, kann man über sein Leben hinweg gutes und negatives Karma sammeln, deswegen gibt es einen Zusammenhang zwischen Karma und Geburtenkette. Gedanken und Taten haben einen moralischen Wert und der Zusammenhang dieser bestimmt über positives oder negatives Karma im Leben. Die Anzahl des angesammelten Kammas bestimmt, ob man in einer höheren oder tieferen Ebene wiedergeboren wird.43 Manche sprechen bei diesen Ebenen von Himmel und Hölle, die jedoch im Buddhismus, im Gegensatz zum Christentum, nicht die letzte Station im Leben sind. In den verschiedenen Ebenen erlangt man erneutes positives oder negatives Karma, was angesammelt wird. Es kommt erneut zum Sterben und Wiedergeburt, so gelangt man wieder auf eine neue Ebene. Dieser Kreislauf kann nur unterbrochen werden, wenn man das Nirwana44 erreicht. Nur in den oberen Ebenen kann die Erleuchtung erreicht werden.

4.6 Der edle achtfache Pfad

Der Ausgangspunkt des buddhistischen Glaubens ist der „edle achtfache Pfad“. Er wird in allen verschiedenen Formen des Buddhismus gleich gelehrt und behandelt. Der „edle achtfache Pfad“ stellt ein Leitfaden dar, um dem Leid zu entkommen und gleich das Nirwana zu erreichen. Der „edle achtfache Pfad“ lässt sich in drei Heilswege unterteilen. Pfad eins bis drei, der Heilsweg der Erkennenden. Pfad drei bis fünf, dem asketischen und Pfad sechs bis acht der Heilsweg, der Versenkung. Die versunken kann durch Mediation vorgerufen werden.45

1. „Rechte Glaube“: Steht für den Glauben an den Buddhismus und den Glauben an den rechten Weg.
2. „Rechtes Entschließen“: Ein Jeder soll sich an allgemeine Regeln halten. Keine Ausübung gewallt . In manchen Formen des Buddhismus wird es als Appell gesehen, Mönch zu werde.
3. „Rechtes Wort“: Lehrt nicht Lügen und immer das richtige Wort haben.
4. „Rechte Tat“: Ein Jeder soll die Lehre Buddhas erfüllen und sich an die damit verbundenen Regeln halten.
5. „Rechtes Leben“: Wenn man sich an den den vierten Pfad hält, so hält man sich automatisch auch an den fünften Pfad.
6. „Rechtes Streben“: Ein Jeder soll nicht urteilen und sich nicht von seiner Wahrnehmung beeinflussen lassen.
7. „Rechtes Gedenken“: Beschreibt die Konzentration auf sich selbst und auf die Erlösung.
8. „Rechtes Sichversenken“: Das Nirwana zu erreichen und die damit verbundenen Ruhe und Einsicht zu erlangen.46

5. Fazit

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Buddhismus, ist mir am Anfang schwergefallen, da das Thema viele verschiedene Wege aufweist und auch jetzt habe ich in meiner Hausarbeit nur Grundlagen bearbeitet, um ein Grundwissen zu erlangen.

Mir ist aufgefallen, dass das Ziel im Buddhismus nicht ist, jeden Menschen zu Buddhisten zu machen, im Gegensatz zu anderen Religionen, die Andersdenkende „umerziehen“ möchten.

Das Ziel im Buddhismus ist ein Jeden vom Leid zu befreien. Es ist dabei egal, welche Mittel verwendet werden müssen, um an das Ziel zu gelangen.

Der Buddhismus legt seinen wesentlichen Punkt nicht darauf, so viel Anhänger wie möglich zu haben. Es hängt ganz davon ab, ob sich eine Person für die Religion tatsächlich interessiert oder nicht. Es gibt auch keine zentrale Person für Unterweisungen. Daher ist der Buddhismus auf keinen Fall ausreichend organisiert, um sich zu verbreiten.

Des Weiteren gibt es kein festes Ritual, um Buddhist zu werden. Ein Jeder, dabei spielt die Nationalität, soziale Herkunft oder Geschlecht keine Rolle, kann Buddhist werden. Die eigene Wahrnehmung ist es, die einen als Buddhist kennzeichnen kann. Wenn die Bedeutung der „drei Juwelen“ klar ist und die Beziehung zu ihnen eindeutig ist, kann sich Buddhist nennen.47

Dennoch muss die korrekte Betrachtung dieser Lehren von einem buddhistischen Standpunkt aus gesehen werden. Deswegen können unter so wenigen Punkten der Standpunkt des Buddhismus nicht richtig erläutert werden. Hat man den Standpunkt verstanden, ist auch das Verständnis dieser Lehren möglich.

Interessant ist die Vorstellung einer Geburtenkette, mit einem positiven Ende. Durch die Evolution hat ein jedes Individuum den Instinkt des Überleben- Wollens in sich und eine Wiedergeburt sichert genau das. Deswegen finde ich es beachtlich, dass die Selbsterlösung ein stärkeres Gewicht haben soll, als der Instinkt nach Leben.

6. Bibliographie

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Brockhaus, F.A., Der Brockhaus in zwei Bänden, Wiesbaden 1977.

Brüll, L., Die japanische Philosophie: Eine Einführung, Darmstadt (1993) 2005.

Die Enzyklopädie, Band 4, F.A. Brockhaus, Leipzig, Mannheim, 1997

Elberfeld, R., Kitaro Nishida (1870-1945): Moderne japanische Philosophie und die Frage nach der Interkulturalität, Amsterdam 1999.

Freiberger, O., Kleine, C., Buddhismus: Handbuch und kritische Einführung, 2010.

Ganter, A., Verbreitung des Buddhismus: Die Lehre Buddhas eine Weltreligion? http://www.buddha-infos.de/Vebreitung-des-Buddhismus.html, 24.09.2019.

Ikeda, D., Buddhismus: Das erste Jahrtausend, München (1986) 2003.

Kellner, B., Denkt Asien anders?: Reflexionen zu Buddhismus und Konfuzianismus in Indien, Tibet, China und Japan; Weigelin-Schwiedrzik, Göttingen 2009.

Mensching, G., Buddha und Christus, Tworuschka, Breisgau 2001.

Michaels, A., Buddha: Leben, Lehre, Legende; 2011.

Pawlak, B., Der Buddhismus: Die großen Weltreligionen – Teil 5, http://www.helles- koepfchen.de/artikel/2847.html, 24.09.2019.

Plan International Deutschland e.V. (2002) „Religionen“, Zeitschrift für Paten

Reclam, Hat der Mensch einen freien Willen?: Die Antworten der großen Philosophen, Stuttgart 2007.

Schlieter, J., Buddhismus zur Einführung, Hamburg (1997) 2001.

Schneider, H.-J., Religion, Birnbacher, Berlin 2008.

Internetseiten 24.09.2019:

- http://www.dharma.de
- http://www.buddhismus.de
- http://www.geo.de
- http://www.cosmorama.de
- http://www.pinselpark.de
- http://www.akademie-rs.de
- http://www.wikipedia.org
- http://www.tibet.de

[...]


1 https://zitatezumnachdenken.com/buddha/398, 26.09.2019

2 Vgl. Mensching, Buddha und Christus, S. 227.

3 Aufgrund von Gebräuchlichkeit, wird der Ausdruck „vor Christus“ für Zeitangaben verwendet.

4 Vgl. Schlieter, Buddhismus, S. 11-12.

5 Die vier Wahrheiten werden ich im Punkt 4.3 und das Karma in Punkt 4.5 erläutern.

6 Vgl. Gustav Mensching, Buddha und Christus, S. 50f.

7 Vgl. Gustav Mensching, Buddha und Christus, S. 42-52.

8 Vgl. Schlieter Buddhismus, S.10.

9 Vgl. Pawlak, http://www.helles-koepfchen.de/artikel/2847.html, 24.09.2019

10 Vgl. Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst, Informationsplattform Religion: Tod, Bestattung und Wiedergeburt im Buddhismus, Autor: Steffen, Rink, 2004; veröffentlicht 10. Juli 2018

11 Vgl. religionen-entdecken.de, Meditieren im Buddhismus- ein Weg zur Erleuchtung, Autor: Unbekannt

12 Vgl. Plan International Deutschland e.V. (2002) „Religionen“, Zeitschrift für Paten

13 Vgl. Schlieter, Buddhismus, S. 12.

14 Vgl. Ikeda, Buddhismus erstes Jahrtausend, S. 57,70-77.

15 Vgl. Berzin, www.berzinarchives.com, 19.09.2019.

16 Vgl. Schlieter, Buddhismus, S.129f.

17 Vgl. Bauer, chinesische Philosophie, S.157-159.

18 Vgl. Schlieter, Buddhismus, S.129f.

19 Vgl. Brüll, japanische Philosophie, S. 1-3.

20 Vgl. Die Enzyklopädie, Band 4, F.A. Brockhaus, Leipzig, Mannheim, 1997.

21 Vgl. Michaels, Buddha: Leben, Lehre, Legende, S. 7f.

22 Vgl. Freiberger, Buddhismus: Handbuch und kritische Einführung, S. 140.

23 Vgl. Pawlak, http://www.helles-koepfchen.de/artikel/2847.html, 24.09.2019

24 Vgl. Ganter, http://www.buddha-infos.de/Vebreitung-des-Buddhismus.html, 24.09.2019.

25 Erläuterung in Punkt 4.3

26 F.A. Brockhaus, Brockhaus, S.184.

27 Bauer, chinesische Philosophie, S.178f.

28 Vgl. Schlieter, Buddhismus, S. 7; 109f.

29 Vgl. Mensching, Buddha und Christus, S. 97f.

30 Vgl. Bauer, chinesische Philosophie, S. 179f.

31 Vgl. Kellner, Denkt Asien anders , S. 15.

32 Bauer, chinesische Philosophie, S. 170.

33 Bauer, chinesische Philosophie, S. 170.

34 Vgl. Mensching, Buddha und Christus, S. 123f.

35 Vgl. Bauer, chinesische Philosophie, S.170.

36 Bauer, chinesische Philosophie, S. 170.

37 Vgl. Mensching, Buddha und Christus, S. 31.

38 Vgl. Mensching, Buddha und Christus, S. 48.

39 Vgl. Kellner, Denkt Asien anderß, S. 31-35.

40 Vgl. Schlieter, Buddhismus, S. 84.

41 41 Mensching, Buddha und Christus, S. 48

42 Vgl. Reclam, freier Wille, S. 313f.

43 Vgl. Brüll, japanische Philosophie, S. 24f.

44 Erläuterung in Punkt 4.2

45 Vgl. Mensching, Buddha und Christus, S. 137.

46 Vgl. http://www.phathue.de/buddhismus/die-grundlehren-des-buddha/der-edle-achtfache-pfad/ 24.09.2019

47 Vgl. https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/d/drei-juwelen, 24.09.2019

15 von 15 Seiten

Details

Titel
Buddhismus. Von Indien in die ganze Welt
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Weltreligionen
Note
2,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V508567
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Buddhismus
Arbeit zitieren
Georginia Riedel (Autor), 2019, Buddhismus. Von Indien in die ganze Welt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508567

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