Diese Arbeit zeigt nicht nur die klassischen Aufgaben der Musiklabels und deren Veränderungen im Wandel der Zeit auf, sondern untersucht auch die Notwendigkeit von Labels am internationalen Musikmarkt. Ebenso werden die Möglichkeiten zur selbstständigen Vermarktung ohne Labels aufgezeigt und welche Künstler von Major-Labels wie beispielsweise Universal Music bevorzugt werden, wenn es um begehrte Plattenverträge geht. Es stellt sich die Frage, wie sich die klassischen Geschäftsmodelle aufgrund der Digitalisierung geändert haben und was diese für die heutigen Künstler bedeuten, da die Musik heutzutage hauptsächlich im Internet konsumiert wird. Auch die Frage, ob Musiker heute noch ein Musiklabel benötigen, um erfolgreich zu sein, wird erörtert.
Hierbei wird über die Sinnhaftigkeit von Labels diskutiert und die Vorteile für Künstler in Zusammenarbeit mit Labels erörtert. Danach wird speziell auf die Do-it-yourself-Karriere und deren Möglichkeiten eingegangen, da sie in unserer Zeit für unbekannte Künstler oft der einzige Weg ist, um auf sich aufmerksam zu machen. Bevor jedoch auf diese Fragen eingegangen wird, müssen Begriffe wie Label, Plattenvertrag und Digitalisierung definiert werden, um ein allgemeines Verständnis für dieses Thema zu bekommen. Insgesamt soll ein allgemeines Verständnis über die Aufgaben und Dienste von Musiklabels erzeugt werden, um als Künstler oder Außenstehender die Musikindustrie besser zu verstehen und dann aus diesem Verständnis heraus handeln zu können.
In der Musikindustrie begehren Künstler seit jeher, einen Plattenvertrag bei einem Label zu bekommen, um dadurch die gewünschte Anerkennung in der Welt zu finden. Dass dies auch heute noch der Fall ist, bestätigt ein Artikel des Bundesverbands für Musikindustrie. Der Grund dafür ist, dass unbekannte Künstler wenig Interesse daran haben, sich neben ihrer Musik auch noch selbst managen zu müssen, um bekannt zu werden und Reichweite zu erzeugen. Ein Musiklabel, oder auch Plattenfirma genannt, soll das Musikstück vermehren, verbreiten, promoten und verkaufen, um damit den Künstler bei diesen Themen zu entlasten. Doch ist das heute noch der Fall? Mit der Digitalisierung ist ein neues Zeitalter in der Musikindustrie angebrochen. Die Digitalisierung hat nicht nur Musikstücke im MP3-Format ermöglicht, sondern auch an den klassischen Geschäftsmodellen der Labels gerüttelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1. Labels
2.1.1. Major-Labels
2.1.2. Independent-Labels
2.2. Plattenvertrag
2.3. Digitalisierung
3. Die klassischen Aufgaben des Musiklabels
3.1. Artist & Repertoire
3.2. Marketing
3.3. Promotion
3.4. Vertrieb
3.5. Herstellung
3.6. Design
4. Die Auswirkungen des digitalen Zeitalters auf Musiklabels von Heute
4.1. Auswirkungen auf Artist & Repertoire
4.2. Auswirkungen auf Marketing und Promotion
4.3. Auswirkungen auf Vertrieb, Herstellung und Design
4.4. Labels als Marke
5. Musiklabels vs. Do-it-yourself Karriere
5.1. Die Sinnhaftigkeit von Labels in der heutigen Zeit
5.2. Vor- und Nachteile in der Zusammenarbeit mit Labels
5.3. Zwischenfazit
6. Do-it-yourself-Karriere
6.1. Markenfindung
6.2. Social Media Plattformen
6.3. Musikplattformen
6.4. On-Demand-Music-Streaming-Plattformen
6.5. Vertriebsplattformen
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Aufgaben von Musiklabels im Zuge der Digitalisierung und analysiert, inwiefern eine Zusammenarbeit mit Labels für Künstler noch notwendig ist oder ob eine erfolgreiche Do-it-yourself-Karriere eine tragfähige Alternative darstellt.
- Klassische Aufgaben von Musiklabels
- Einfluss der Digitalisierung auf Vermarktung und Vertrieb
- Abgrenzung zwischen Major-Labels und Independent-Labels
- Die Rolle des Musiklabels als Marke zur Orientierung
- Möglichkeiten der selbstständigen Musikvermarktung
Auszug aus dem Buch
3.1. Artist & Repertoire
Die Artist & Repertoire (A&R) Abteilung oder auch der Artist & Repertoire (A&R) Manager bildet den Kern eines Labels. Hier wird nach erfolgsversprechenden Musikern gesucht, die daraufhin unter Vertrag genommen werden. Somit entsteht hier die Produktidee, die es zu vermarkten gilt. Jeong-Won Sin schreibt dazu: „Der A&R ist der erste Ansprechpartner für alle kreativen Aspekte und maßgeblich dafür verantwortlich, welche Bands beim Label unterkommen und welche nicht.“
Dies bestätigt auch Victor Gangl, indem er sich auf Ursula Freudenthal bezieht, die damalig die Position des „Director Human Ressources“ bei Warner Music Germany GmbH inne hatte. So hat der A&R Manager auch „[d]ie ständige Kontaktpflege zu Künstlern, Produzenten und Verlagen, das Abhören und Beurteilen von künstlerischen Angeboten […]“, etc. über. Ist ein Künstler unter Vertrag genommen worden, so ist der A&R Manager auch für die Produktentwicklung des Künstlers zuständig. Hierbei begleitet er den Künstler / Band in der Produktion des Musikstückes. Er unterstützt zum Beispiel eine Band bei der Wahl des passenden Studios und Produzenten oder hilft bei der Erstellung eines Albums mit, indem er die Trackauswahl mit der Band abstimmt. Auch die Imageverwirklichung des Künstlers / Band gehört zu seinen Aufgaben, die vor allem durch Fotos und eigenem Stil wie zum Beispiel durch spezielle Mode gepusht werden soll. Dieses Repertoire aus Künstlern und Bands kann durch mehrere Wege entstehen. So werden zum Beispiel bekannte Musiker, deren Vertrag bei einer anderen Plattenfirma ausläuft oder auch neue erfolgsversprechende Künstler unter Vertrag genommen, die dann durch das Label gefördert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Künstler trotz digitaler Selbstvermarktungschancen nach wie vor das Ziel haben, einen Plattenvertrag bei einem Label zu erhalten.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie Label, Plattenvertrag und Digitalisierung definiert, um das Verständnis für die Musikindustrie zu schärfen.
3. Die klassischen Aufgaben des Musiklabels: Das Kapitel erläutert die Kernbereiche eines Labels, bestehend aus A&R, Marketing, Promotion, Vertrieb, Herstellung und Design.
4. Die Auswirkungen des digitalen Zeitalters auf Musiklabels von Heute: Hier wird untersucht, wie technologische Veränderungen die Arbeit von Labels in Bereichen wie Talentsuche, Online-Marketing und digitaler Distribution transformiert haben.
5. Musiklabels vs. Do-it-yourself Karriere: Dieses Kapitel diskutiert die Sinnhaftigkeit von Label-Partnerschaften im Kontrast zur steigenden Möglichkeit für Künstler, den Markt eigenständig zu erschließen.
6. Do-it-yourself-Karriere: Hier werden praktische Ansätze wie Markenbildung und die Nutzung von sozialen Netzwerken sowie Streaming-Plattformen für eine eigenständige Musikerkarriere beleuchtet.
7. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Labels zwar durch die Digitalisierung unter Druck geraten sind, aber für den internationalen Erfolg für viele Künstler weiterhin unverzichtbar bleiben.
Schlüsselwörter
Musikindustrie, Musiklabels, Digitalisierung, Artist & Repertoire, A&R, Plattenvertrag, Musikmarketing, Do-it-yourself-Karriere, Streaming-Plattformen, Independent-Labels, Major-Labels, Musikvertrieb, Markenfindung, Musikproduktion, Künstlermanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen und gegenwärtigen Wandel der Musikindustrie sowie die sich verändernden Rollen und Aufgaben von Musiklabels für Künstler.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Aufgabenprofil von Musiklabels, die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Musikgeschäft sowie der Vergleich zwischen klassischer Label-Betreuung und Do-it-yourself-Vermarktung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu erzeugen, ob Musiklabels in Zeiten der Digitalisierung noch notwendig sind, um als Künstler erfolgreich zu sein.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Fachdaten zu Marktanteilen und Nutzerzahlen in der Musikindustrie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der klassischen Label-Aufgaben, deren digitale Transformation, die Vor- und Nachteile von Plattenverträgen sowie die konkreten Schritte einer Do-it-yourself-Karriere.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Musikindustrie, Digitalisierung, A&R, Major-Labels, Independent-Labels, Streaming-Plattformen und Künstlermarketing.
Warum spielt die Markenbildung für Künstler heute eine so wichtige Rolle?
In einem durch Digitalisierung gesättigten Markt dient eine starke Marke der Orientierung für Konsumenten und hilft Künstlern, sich aus der Masse der Veröffentlichungen abzuheben.
Welche Bedeutung haben Vertriebsplattformen wie Spinnup oder Tunecore für Independent-Künstler?
Diese Plattformen ermöglichen es Künstlern, ihre Musik ohne ein traditionelles Label in alle relevanten Stores zu bringen, während sie die volle Kontrolle über ihre Urheberrechte behalten.
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- Patrick Trebse (Author), 2018, Die Aufgaben der Musiklabels im Wandel der Zeit aus Sicht der Künstler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508574