Um in unserer heutigen Welt der Globalisierung erfolgreich zusammenzuleben, ist ein Verständnis für andere Kulturen unabdingbar. Historisch betrachtet galt das „Fremdsein“ und „Anderssein“ schon oft als Grundlage für Hass, Vertreibung oder gar Kriege. Das Fremde sei gefährlich, unbekannt und daher von Grund auf als schlecht zu bewerten. Dass dieser Irrtum immer noch in den Köpfen einiger Menschen verankert ist, zeigt der Rechtsruck in der aktuellen politischen Situation in Europa. Die Tatsache, dass rechtspopulistische Parteien in Deutschland erfolgreich sein können, zeigt, dass die Ablehnung des Fremden und Unbekannten Realität ist und wahrscheinlich auch vorerst bleiben wird. Die Motive hierfür sind vielschichtig. Um sie verstehen zu können und zu erkennen, was dahintersteckt, werde Ich in dieser Arbeit zunächst den Begriff der kulturellen Identität, sowie die kulturellen Rahmenbedingungen erläutern. Darauf aufbauend werde Ich zeigen, warum die Abwertung des Fremden als vermeintlicher Schutz der eigenen Identität keinen Bestand hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Der Begriff der kulturellen Identität
2.2. Die Notwendigkeit der Abgrenzung
2.3. Die vermeintliche Bedrohung durch Fremdartiges
2.3.1. Pauschalisierung und kollektive Abwertung als Schutzmechanismus
2.3.2. Das Projizieren von eigenen negativen Erfahrungen
2.4. Die Weiterentwicklung der eigenen Identität
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die psychologischen und sozialen Beweggründe hinter der Abwertung des Fremden und analysiert, warum dieser Mechanismus als untaugliches Mittel zur Sicherung der eigenen Identität fungiert. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Überwindung von Fremdenfeindlichkeit durch ein tieferes Verständnis kultureller Identitätsbildungsprozesse.
- Definition und Wandelbarkeit kultureller Identität
- Die psychologische Funktion von Abgrenzung und Identitätsbildung
- Ursachen für die Wahrnehmung von Fremdartigkeit als Bedrohung
- Mechanismen der Pauschalisierung und Projektion negativer Erfahrungen
- Perspektiven für eine Identitätsentwicklung durch Offenheit und Austausch
Auszug aus dem Buch
2.3. Die vermeintliche Bedrohung durch Fremdartiges
Die gesteigerte Angst vor Fremden führt schnell zu Xenophobie, also Fremdenfeindlichkeit. Dabei kann es je nach Kultur und Persönlichkeit ein anderer Aspekt sein, der eine solche Ablehnung auslöst. In einer sehr konservativen Gesellschaft kann dies zum Beispiel die Homosexualität sein, oder in einem religiösen Staat eine andere Religion. Auch in persönlicher Hinsicht können die verschiedensten Eigenschaften als bedrohlich wahrgenommen werden, wenn sie schlicht nicht mit den Eigenen übereinstimmen. Rosa schreibt dazu folgendes: „Das Fremde wird als das Nicht-Identische abgelehnt [...]. Was dabei als fremd und bedrohlich begegnet, ist ebenfalls kultur- und identitätsabhängig [...]“5.
Es geht also weniger um das, was als bedrohlich angesehen wird, da dies variiert, sondern mehr um das Warum. Fremde Kulturen und Lebensweisen bieten eine große Chance der persönlichen Weiterentwicklung, dennoch sehen viele hier eben keine Chance, sondern eine Gefahr. Die nächsten beiden Abschnitte untersuchen nun zwei mögliche Ursachen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den aktuellen gesellschaftlichen Kontext der Globalisierung und den Rechtsruck in Europa, um die Relevanz der Untersuchung von Fremdenfeindlichkeit als vermeintlichem Identitätsschutz darzulegen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert den Begriff der kulturellen Identität, analysiert die psychologische Notwendigkeit der Abgrenzung und untersucht spezifische Ursachen wie Pauschalisierung und Projektion für die Ablehnung des Fremden.
3. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Abgrenzung kein geeignetes Mittel zur Sicherung der Identität darstellt und plädiert für Offenheit und interkulturellen Austausch als Basis für ein friedliches Zusammenleben.
Schlüsselwörter
Kulturelle Identität, Identitätsbildung, Fremdenfeindlichkeit, Xenophobie, Globalisierung, Abgrenzung, Pauschalisierung, Projektion, kulturelle Bezugssysteme, soziale Identität, interkultureller Austausch, Gesellschaft, Integration, Toleranz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung, warum Menschen das Fremde als Bedrohung wahrnehmen und durch Abwertung zu schützen versuchen, was sie als Schutz der eigenen Identität missverstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung von Identität, die Prozesse der sozialen Ausgrenzung, die Rolle von Angst bei der Wahrnehmung des Fremden sowie die Möglichkeiten der persönlichen Identitätsentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Beweggründe für Fremdenfeindlichkeit aufzuzeigen und zu belegen, dass die Abwertung anderer Menschen kein wirksames Mittel zur Stärkung oder zum Schutz der eigenen Identität ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf fachwissenschaftlicher Literatur zu Identitätstheorien, interkultureller Kommunikation und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Identitätsbegriffe geklärt, bevor die psychologische Dynamik der Abgrenzung und konkrete Mechanismen wie kollektive Pauschalisierung und Projektion eigener negativer Erfahrungen untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind kulturelle Identität, Xenophobie, Abgrenzung, Projektion, gesellschaftlicher Wandel und interkulturelle Kompetenz.
Warum ist laut Autor die Abwertung des Fremden ein Irrtum?
Der Autor argumentiert, dass Identität durch Abschottung starr bleibt und nicht geschützt werden kann, während sie durch den Austausch mit dem Fremden tatsächlich weiterentwickelt und gestärkt wird.
Welche Rolle spielt die „Orientierungslosigkeit“ in der Argumentation?
Sie wird als ein Erklärungsfaktor für die Feindlichkeit gegenüber dem Fremden angeführt, da Menschen versuchen, das subjektive Gefühl der Unsicherheit durch rigide Abgrenzung zu kompensieren.
- Arbeit zitieren
- Emanuel Arzig (Autor:in), 2018, Die Abwertung des Fremden als vermeintlicher Schutz der eigenen Identität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508611