Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen

Das "unrettbare Ich" als Motiv in der Wiener Moderne?

Eine Analyse anhand Hermann Bahrs "Dialog vom Tragischen"

Titel: Das "unrettbare Ich" als Motiv in der Wiener Moderne?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 13 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Emanuel Arzig (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ende des 19. Jahrhunderts erlebten große Teile der Wiener Kultur und Gesellschaft einen bedeutenden Aufschwung. Die Wiener Moderne steht dabei bezeichnend für die großen Veränderungen und Fortschritte in der Politik, den Wissenschaften, aber vor allem auch in der Kunst und der Literatur. Der zeitliche Kontext spielt eine entscheidende Rolle, um zu verstehen, inwiefern Autoren und Literaten von den aufkommenden Strömungen in Ihrem Schaffen beeinflusst wurden. Daher werde ich diesen zu Beginn meiner Arbeit kurz erläutern. Unter anderem erlangten auch die Psychoanalyse und die Vorstellung eines „Ichs“, welches die Welt als eine Vielzahl von subjektiven Empfindungen wahrnimmt, eine große Bedeutung für viele junge Künstler. Viele Untersuchungen haben sich bisher mit der Psychoanalyse Freuds beschäftigt, von der ich das Thema dieser Arbeit bewusst abgrenzen möchte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Der zeitliche Kontext der Wiener Moderne

2.2. Ernst Machs Begriff des „unrettbaren Ichs“

2.3. Der Einfluss des „unrettbaren Ichs“ auf die zeitgenössische Literatur

2.3.1. Hermann Bahr: „Das unrettbare Ich“

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der von Ernst Mach geprägte Begriff des „unrettbaren Ichs“ als zentrales Motiv der Wiener Moderne betrachtet werden kann. Dabei wird analysiert, wie diese wissenschaftliche Erkenntnis die zeitgenössische Literatur prägte und insbesondere in Hermann Bahrs Werk „Dialog vom Tragischen“ sowie in weiteren literarischen Diskursen der Epoche Anwendung fand.

  • Kultureller und gesellschaftlicher Kontext der Wiener Moderne um 1900
  • Die psychophysische Empfindungstheorie von Ernst Mach
  • Die literarische Verarbeitung der Subjektkrise in der Jahrhundertwende
  • Hermann Bahrs Rezeption und Popularisierung des Konzepts
  • Die Bedeutung des Ich-Verlusts als Ausdruck einer Epochenstimmung

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Hermann Bahr: „Das unrettbare Ich“

In Bahrs kurzem Aufsatz „das unrettbare Ich“ wird deutlich, wie er eine solche Faszination für Machs Werke entwickeln konnte. Kindheitserinnerungen, in denen er die Erklärungen für physikalische Phänomene wie den Sonnenuntergang kritisch hinterfragt, zeigen, dass Bahr sich schon in jungen Jahren nicht mit dogmatischen Standpunkten zufriedengab. Für ihn war es naheliegender, eher den eigenen Sinneswahrnehmungen zu trauen als der Vernunft und das für wahr zu halten, was er empirisch erfahren konnte: „[…] ich blieb dabei, daß [sic!] nichts anders sein könne, als ich es sah, was mir auch meine Vernunft darüber beweisen mochte; mir war eingeboren, meinen Sinnen mehr zu trauen als der Vernunft“10. So lernte er in der Schule zwar das, was die Lehrgemeinschaft als richtig ansah, schenkte diesem aber insgeheim wenig Glauben. Bereits hier lässt sich erkennen, dass der Subjektbegriff und die subjektive Wahrnehmung der Wirklichkeit Themen waren, mit denen sich Bahr auseinandersetze, wenn auch noch nicht mit dem neuen Blickwinkel, den er durch Ernst Mach erlangte.

Einer intensiven Beschäftigung mit den Schriften Kants im jungen Erwachsenenalter folgte die Einsicht, dass manche theoretischen Wahrheiten, wie die von Kant, trotz ihres unzweifelhaften Wahrseins nicht voranbringend für das Leben seien. Er bezeichnete dies als „[…] eine Wahrheit, mit der man nicht zwei Schritte weit kommt […] und die verleugnen muß [sic!], wer leben will“11.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des „unrettbaren Ichs“ ein und stellt das Forschungsziel dar, den Begriff als Motiv der Wiener Moderne anhand von Hermann Bahrs „Dialog vom Tragischen“ zu prüfen.

2. Hauptteil: Der Hauptteil beleuchtet den historischen Kontext der Wiener Moderne, erläutert Ernst Machs wissenschaftliche Definition des Ichs und untersucht deren tiefgreifenden Einfluss auf die zeitgenössische Literatur, insbesondere durch Hermann Bahr.

2.1. Der zeitliche Kontext der Wiener Moderne: Dieses Kapitel beschreibt die krisenhafte Stimmung im Wien der Jahrhundertwende, die durch politische Instabilität und rasante gesellschaftliche Veränderungen geprägt war und junge Künstler zur Abkehr von konservativen Werten bewegte.

2.2. Ernst Machs Begriff des „unrettbaren Ichs“: Hier wird dargelegt, warum das Ich laut Ernst Mach als instabiler Komplex von Empfindungen ohne feste Identität verstanden werden muss, was das Konzept der „Unrettbarkeit“ begründet.

2.3. Der Einfluss des „unrettbaren Ichs“ auf die zeitgenössische Literatur: Dieses Kapitel zeigt auf, wie das gesteigerte Interesse an inneren Vorgängen neue literarische Formen hervorbrachte und die Krise des Subjekts zum zentralen Thema der Moderne machte.

2.3.1. Hermann Bahr: „Das unrettbare Ich“: Dieser Abschnitt analysiert Bahrs persönliche Faszination für Mach, seine frühkindliche Skepsis gegenüber dogmatischen Wahrheiten und seine explizite Übernahme des Mach’schen Konzepts in seinem Aufsatz.

3. Schluss: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass das „unrettbare Ich“ ein sinnbildliches Motiv für die Identitätskrise der Wiener Moderne ist, welches durch Bahrs Engagement maßgeblich in der Literatur verbreitet wurde.

Schlüsselwörter

Wiener Moderne, Unrettbares Ich, Ernst Mach, Hermann Bahr, Subjektkrise, Literaturgeschichte, Jahrhundertwende, Empfindungstheorie, Identitätsverlust, Impressionismus, Dialog vom Tragischen, Philosophie, Subjektivität, Sinneseindrücke.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die philosophischen und literarischen Grundlagen des „unrettbaren Ichs“ als prägendes Motiv der Wiener Moderne.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Identitätskrise um 1900, die psychophysische Empfindungstheorie Ernst Machs und deren Rezeption in der literarischen Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und inwiefern der Begriff des „unrettbaren Ichs“ als Motiv der Wiener Moderne gelten kann und wie Hermann Bahr dieses Konzept in seinem Werk verarbeitet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literatur- und ideengeschichtliche Analyse durchgeführt, die primäre Quellen von Hermann Bahr und Ernst Mach unter Einbeziehung zeitgenössischer Forschungsliteratur auswertet.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert zunächst den zeitgeschichtlichen Kontext, erläutert die philosophische Herleitung des Ich-Begriffs bei Mach und fokussiert abschließend auf die literarische Adaption dieses Konzepts bei Hermann Bahr.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „unrettbares Ich“, „Wiener Moderne“, „Subjektkrise“ und „Empfindungstheorie“ charakterisiert.

Inwiefern beeinflusste Ernst Mach die Sichtweise von Hermann Bahr?

Hermann Bahr sah in Machs Theorie eine wissenschaftliche Bestätigung für sein eigenes Gefühl der Unbeständigkeit des Ichs und nutzte dessen „Klarheit“, um die zeitgenössische Krise der Identität zu artikulieren.

Wie bewertet die Arbeit Bahrs Standpunktwechsel?

Die Arbeit betrachtet Bahrs häufige Stil- und Standpunktwechsel als Ausdruck seiner Begeisterungsfähigkeit für neue Ideen, wobei der Einfluss Machs dennoch als ein für Bahr persönlich prägendes Erlebnis gewertet wird.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das "unrettbare Ich" als Motiv in der Wiener Moderne?
Untertitel
Eine Analyse anhand Hermann Bahrs "Dialog vom Tragischen"
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,7
Autor
Emanuel Arzig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
13
Katalognummer
V508613
ISBN (eBook)
9783346068514
ISBN (Buch)
9783346068521
Sprache
Deutsch
Schlagworte
motiv wiener moderne eine analyse hermann bahrs dialog tragischen Wiener Moderne Unrettbare Ich Hermann Bahr
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Emanuel Arzig (Autor:in), 2018, Das "unrettbare Ich" als Motiv in der Wiener Moderne?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508613
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  13  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum