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Die Verständlichkeit politischer Rhetorik. Wie beeinflusst das lexikalische Niveau die Akzeptanz politischer Erklärungen?

Titel: Die Verständlichkeit politischer Rhetorik. Wie beeinflusst das lexikalische Niveau die Akzeptanz politischer Erklärungen?

Hausarbeit , 2018 , 34 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Larissa Oppermann (Autor:in)

Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht die Relevanz des sprachlichen Niveaus im Rahmen politischer Rhetorik. Zunächst wird die Bedeutung der politischen Rhetorik und dazugehöriger Konzepte erläutert. Anschließend wird der Fokus auf das lexikalische Niveau der Rhetorik gelegt und erklärt, wie sich die Zustimmung der Bürger zu politischen Erklärungen durch das Variieren desselben beeinflussen lässt. In einem empirischen Ansatz soll dann dargelegt werden, wie diese Erwartungen anhand eines Experimentes getestet werden könnten.

Eine Repräsentativbefragung der TNS Infratest kam zu einem konformen Ergebnis: Über 50 % der 3021 Befragten finden die Sprache der Politiker unverständlich. Und in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Universität Hohenheim stimmten nur 28 % der Befragten zu, dass die Kommunikation der Politiker gut verständlich aufgebaut sei. So steht der Vertrauensverlust der Bürger der einen Seite, der auf der anderen Seite nicht zuletzt durch immer wechselnde Rhetorikversuche erklärt werden kann. Politische Rhetorik ist aktueller denn je. In Deutschland spricht man nicht nur im Kontext der AfD von einer "Verrohung" der Sprache, in den USA ist ein Mann zum Präsidenten gewählt worden, der laut einiger Analysen den Wortschatz eines Achtjährigen benutzt.

Die sprachlichen Ausgestaltungen des Agenda-Settings werden zahlreich angewendet und getestet, sie reichen von Betroffenheitssuggestion, Dramatisierungen und Übertreibungen, ausschmückenden Beispielen, Augenzeugenberichten, Zitaten und Expertenmeinungen hin zu Moralisierungen oder gar Skandalisierungen. Doch wofür nützt dieser Aufwand, die politisch-rhetorischen Formulierungen immer wieder anzupassen und zu ändern? Charters-Black fasste es folgendermaßen in Worte: "The most important behavior by which leaders mobilise their followers is their linguistic performance. In democratic frameworks it is primarily through language that leaders legitimize their leadership". Demnach ist es nachvollziehbar, dass Politiker ständig auf der Suche nach rhetorischen, glaubwürdigen und zustimmungsfähigen Überzeugungsmitteln sind. Mit Blick auf die erwähnten Umfrage-Ergebnisse sollten jedoch nicht nur stilistische Mittel in diese Überlegungen einbezogen werden; vielmehr sollte die Relevanz des sprachlichen Niveaus im Rahmen politischer Rhetorik betrachtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Politische Rhetorik

2.1 Politische Rhetorik und Kommunikation

2.2 Politische Rhetorik und Legitimität

2.3 Politische Rhetorik und Kompetenz

3 Theoriebildung

3.1 Niveau des Vokabulars als Einflussfaktor

3.1.1 Verständlichkeit aufgrund niedrigen Niveaus des Vokabulars

3.1.2 Glaubwürdigkeit aufgrund hohen Niveaus des Vokabulars

3.2 Weitere Einflussfaktoren

4 Forschungsdesign

4.1 Auswahl der Probanden

4.2 Aufbau des Experimentes

4.3 Design des Treatments

4.4 Befragung zur Soziodemografie

4.5 Pre-Test

4.6 Operationalisierung der Variablen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss des lexikalischen Niveaus politischer Erklärungen auf die Akzeptanz und Zustimmung seitens der Bürgerinnen und Bürger. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob ein vereinfachtes Vokabular aufgrund besserer Verständlichkeit oder ein komplexeres Vokabular aufgrund der Vermittlung von Expertise zu einer höheren Zustimmungsrate führt.

  • Rolle und Bedeutung politischer Rhetorik in demokratischen Prozessen
  • Einfluss des Sprach- und Vokabularniveaus auf das Verständnis politischer Botschaften
  • Zusammenhang zwischen hoher sprachlicher Komplexität und wahrgenommener Glaubwürdigkeit
  • Experimentelle Methodik zur isolierten Untersuchung sprachlicher Effekte
  • Operationalisierung von Zustimmungsbereitschaft und politischen Einstellungen

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Verständlichkeit aufgrund niedrigen Niveaus des Vokabulars

Wie bereits angerissen, kann das lexikalische Niveau grob in zwei genau Ausprägungen unterschieden werden: eine anspruchsvolle, fachspezifische Sprache als hohes Niveau und auf der anderen Seite eine einfache, klar verständliche Sprache als niedriges Niveau. Die Entscheidung der Politikerinnen, welche Sprache verwendet werden soll, ist demnach abhängig von deren Einschätzung des Verständnisses des Publikums. Wenn also von einem „Übergewicht von [beispielsweise] Laien im Publikum“ auszugehen ist, müssen sich die „Öffentlichkeitsakteure auf eine begrenzte Verständigungsfähigkeit des Publikums einstellen“ (Grieswelle 2000: 40). Die Verständigungsschwierigkeiten beziehen sich jedoch nicht nur auf Laien; so kam die Studie „Sprichst du Politik?“ beauftragt durch die Friedrich-Ebert-Stiftung zu dem Ergebnis, dass gerade Jugendliche die gegenwärtige politische Kommunikation oft als unverständlich und zu sehr mit Fremdwörtern durchsetzt empfinden (vgl. Fackelmann et al. 2011: 1).

Sei also eine höhere Verständlichkeit das Ziel, so „dient eine klare, präzise, konkrete und eindeutige Ausdrucksweise (z. B. indem man geläufigere Wörter bevorzugt […])“ (Schach 2018: 92) dazu, dieses zu erreichen. Auch Siller schlussfolgert, dass für eine angemessene Verständlichkeit notwendigerweise auch auf „Fachidiotikum“ verzichtet werden müsse (vgl. Siller 2014: 237). Damit übereinstimmend argumentiert auch Nickel, dass leicht verständliche, anschauliche, vertraute oder einfache Wörter, das Umgehen von Abstrakta und das Vermeiden von Fach- und Fremdwörtern die Verständlichkeit auf lexikalischer Ebene vereinfache (vgl. Seitz et al. 2014: 28). Der Zusammenhang zu einer steigenden Zustimmungsrate bildet sich schließlich hieraus: Um ein möglichst „hohes Überzeugungspotential zu erreichen“, müsste allerdings die Verständlichkeit maximiert werden (Kercher 2013: 29); „Verständlichkeit fördert die Glaubwürdigkeit, da sie die Rezeption und Informationsverarbeitung erleichtert“ (Schach 2018: 260). Daraus ergibt sich zusammenfassend folgende Hypothese:

H1: Ein niedriges lexikalisches Niveau erhöht die Zustimmung zu politischen Erklärungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das schwindende Interesse an politischen Inhalten und das Bedürfnis der Bürger nach verständlicher Kommunikation, woraus die Relevanz der Untersuchung des lexikalischen Niveaus abgeleitet wird.

2 Politische Rhetorik: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Rhetorik im politischen Kontext, insbesondere deren Rolle bei der Kommunikation mit Bürgern, der Legitimierung von Herrschaft und als Ausdruck politischer Kompetenz.

3 Theoriebildung: Hier wird das Sprachniveau als zentraler Einflussfaktor auf die Zustimmung identifiziert und in zwei Hypothesen gegenübergestellt, die entweder das einfache Vokabular oder die höhere Glaubwürdigkeit komplexer Sprache favorisieren.

4 Forschungsdesign: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen eines Online-Experimentes, das mittels eines kontrollierten Treatments die beiden aufgestellten Hypothesen bei reduzierten externen Störfaktoren prüft.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit der Untersuchung zusammen, reflektiert die Stärken und Grenzen des gewählten Forschungsdesigns und gibt Ausblicke auf potenzielle Erweiterungen in zukünftigen Studien.

Schlüsselwörter

Politische Rhetorik, Lexikalisches Niveau, Politische Kommunikation, Legitimität, Glaubwürdigkeit, Sprachkompetenz, Experimentelles Design, Zustimmungsbereitschaft, Politikverdrossenheit, Agenda Setting, Fachsprache, Verständlichkeit, Online-Experiment, Politische Theorie, Sprachniveau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sprachlichen Komplexität (lexikalisches Niveau) politischer Aussagen und der Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger zu diesen Erklärungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind politische Rhetorik, die Wirkung von Sprache auf die öffentliche Meinung, der Einfluss von Fachwortschatz auf die Glaubwürdigkeit sowie die methodische Gestaltung von Online-Experimenten in der Politikwissenschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ermitteln, ob eine einfach verständliche Sprache die Akzeptanz politischer Botschaften erhöht oder ob eine anspruchsvolle, fachspezifische Ausdrucksweise aufgrund der Assoziation mit Expertenwissen eher zu Zustimmung führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen empirischen, experimentellen Ansatz. Konkret ist ein Online-Experiment konzipiert, bei dem Probanden randomisiert mit unterschiedlich formulierten politischen Erklärungen (niedriges vs. hohes Sprachniveau) konfrontiert werden, um deren Zustimmung zu messen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine theoretische Einordnung der politischen Rhetorik, die Aufstellung von Hypothesen bezüglich des Sprachniveaus, die Diskussion weiterer Einflussvariablen sowie die detaillierte Beschreibung des Forschungsdesigns inklusive Operationalisierung der Variablen und Testmethoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind politische Rhetorik, lexikalisches Niveau, Akzeptanz, experimentelles Design, politische Kommunikation, Glaubwürdigkeit und Verständlichkeit.

Warum wurde das Thema "Kita-Gebühren" für das Experiment ausgewählt?

Das Thema wurde gewählt, da es eine hohe Alltagsrelevanz besitzt, nicht übermäßig parteipolitisch vorbelastet ist und eine klare Diskussion über soziale Investitionen ermöglicht, ohne dass starke ideologische Voreinstellungen die Ergebnisse verzerren.

Was genau soll der Pre-Test im Rahmen des Forschungsdesigns sicherstellen?

Der Pre-Test dient dazu zu verifizieren, dass die gewählten politischen Erklärungen keine Assoziationen zu spezifischen Parteien wecken, flüssig lesbar sind und dass die Messinstrumente (wie Skalen zur Zustimmung) valide und reliabel funktionieren.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Verständlichkeit politischer Rhetorik. Wie beeinflusst das lexikalische Niveau die Akzeptanz politischer Erklärungen?
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Political Explanations and Public Opinion
Note
1,3
Autor
Larissa Oppermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
34
Katalognummer
V508614
ISBN (eBook)
9783346068316
ISBN (Buch)
9783346068323
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Erklärungen Öffentliche Meinung Meinungsbildung Erklärungen Politik Öffentlichkeit Forschung Forschungsdesign Interview
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Larissa Oppermann (Autor:in), 2018, Die Verständlichkeit politischer Rhetorik. Wie beeinflusst das lexikalische Niveau die Akzeptanz politischer Erklärungen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508614
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Leseprobe aus  34  Seiten
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