In dieser Arbeit wird auf die Grundlagen qualitativer Forschung eingegangen und das Beschreiben in Form des Erlebensprotokolls in der qualitativen Forschung als wissenschaftliche Erhebungsmethode dargestellt und eingeordnet. Im Anschluss erfolgt anhand eines beispielhaften Erlebensprotokolls eine Reflexion, welche die zuvor erläuterten theoretischen und methodischen Leitlinien praktisch umsetzt.
Die Anwendungsmöglichkeiten und die Vielfalt der qualitativen Forschung sind in den letzten Jahren sehr gewachsen. So wird in vielen Disziplinen wie der Psychologie, der Soziologie bis hin zu Wirtschaftswissenschaften qualitativ geforscht und gearbeitet, zudem auch in eher praxisbezogenen Fächern wie den Pflegewissenschaften. Die qualitativen Ansätze sind, im Vergleich zum quantitativen Forschungsansatz, breiter gestreut und weisen zum Teil sehr unterschiedliche Theorien hinter den vielfältigen Methoden auf. Trotzdem wird versucht, die verschiedenen Ausprägungen der qualitativen Forschung in ihren Grundlagen auf Gemeinsamkeiten hin zu untersuchen und zu beschreiben. Es ist durchaus möglich, die Ziele der qualitativen Forschung zu definieren, da sie sich aus der anhaltenden Kritik am quantitativen Forschungsstil weiterentwickelte und so in vielerlei Hinsicht gegensätzlich zu diesem arbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen der qualitativen Forschung und theoretische Einordnung des Erlebensprotokolls
2. Reflexion des eigenen Erlebensprotokolls im Hinblick auf psychologische Wissenschaftlichkeit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich mit der methodischen Fundierung des Erlebensprotokolls innerhalb der qualitativen Psychologie auseinander und reflektiert dessen Anwendung in der wissenschaftlichen Praxis durch eine fallbezogene Analyse.
- Grundlagen und theoretische Einordnung qualitativer Forschungsmethoden
- Die Funktion des Erlebensprotokolls als Instrument der morphologischen Psychologie
- Wissenschaftliche Anforderungen an das qualitative Beschreiben
- Selbstreflexion des eigenen Forschungsprozesses und methodische Erprobung
Auszug aus dem Buch
Reflexion des eigenen Erlebensprotokolls im Hinblick auf psychologische Wissenschaftlichkeit
Im Folgenden werde ich mein Erlebensprotokoll zum Thema Fahrstuhlfahren auf seine Wissenschaftlichkeit als Erhebungsmethode prüfen und reflektieren. Die Entscheidung für ein Thema bei einer Auswahl mag bereits auch schon ein Phänomen darstellen, man kann dabei schließlich nach Vorlieben, Abneigungen oder besonderen Erfahrungen vorgehen. In diesem Erlebensprotokoll schrieb ich außerdem gleich zu Beginn die ersten zwei Buchstaben des Wortes groß, sodass ein ER herausstach. Dieser Fehler, womöglich eine Fehlleistung, geschah mir danach immer wieder, auch nach mehrmaligem Korrigieren der Groß- und Kleinschreibung. Ich nehme diese beiden Phänomene zur Kenntnis, um sie möglicherweise später mit anderen Phänomenen einer bestimmten Qualität des Erlebensprotokolls zuordnen zu können. In jedem Fall müssen alle Phänomene eines Erlebensprotokolls und Tiefeninterviews am Ende der Analyse mit dem richtigen Funktionsmodell erklärbar sein.
Ich schreibe in diesem Erlebensprotokoll über viele verschiedene Fahrstuhlfahrten und merke sofort an, dass Fahrstuhlfahren für mich völlig verschieden sein kann. wobei die negativen Erlebnisse deutlich häufiger zur Sprache kommen. Beginnend fange ich mit meiner letzten Fahrstuhlfahrt an, die als positiv beschrieben wird. Hier bleibe ich jedoch in einer reinen Darstellungslogik hängen und schaffe es nicht über die alltägliche Darstellung des Erlebens hinaus. Sie lässt somit definitiv noch Raum für eine tiefergehende Beschreibung meines Erlebens zu.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen der qualitativen Forschung und theoretische Einordnung des Erlebensprotokolls: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Voraussetzungen qualitativer Forschung und positioniert das Erlebensprotokoll als zentrales Instrument der morphologischen Psychologie.
2. Reflexion des eigenen Erlebensprotokolls im Hinblick auf psychologische Wissenschaftlichkeit: Hier findet eine praktische Anwendung der zuvor diskutierten Methoden statt, indem die Autorin ihr eigenes Erlebensprotokoll kritisch analysiert und reflektiert.
Schlüsselwörter
Qualitative Forschung, Erlebensprotokoll, morphologische Psychologie, Wissenschaftlichkeit, Beschreiben als Methode, Sozialforschung, qualitative Psychologie, Phänomenologie, Erhebungs- und Auswertungsmethode, subjektives Erleben, Fallstudie, wissenschaftliche Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den methodischen Grundlagen qualitativer Forschung und der spezifischen Anwendung des Erlebensprotokolls innerhalb der psychologischen Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Einordnung qualitativer Forschung, die Bedeutung des sorgfältigen Beschreibens als wissenschaftliches Instrument und die Reflexion von Erlebensprotokollen.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, das Erlebensprotokoll als wissenschaftlich fundierte Erhebungsmethode zu validieren und anhand einer praktischen Reflexion aufzuzeigen, wie persönliche Erfahrungen wissenschaftlich aufgearbeitet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode des Erlebensprotokolls im Kontext der morphologischen Psychologie angewandt, die den Fokus auf die detaillierte und qualitative Beschreibung alltäglicher Phänomene legt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einordnung qualitativer Forschungsmethoden sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Anwendung dieser Methode an einem konkreten Beispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie qualitative Forschung, morphologische Psychologie, Erlebensprotokoll und wissenschaftliche Selbstreflexion charakterisiert.
Welche Rolle spielt das Erlebensprotokoll bei der Untersuchung von Fahrstuhlfahrten?
Es dient dazu, das eigene Erleben in unterschiedlichen Fahrstuhlsituationen festzuhalten, um durch eine anschließende Analyse verborgene Motive und psychologische Strukturen freizulegen.
Wie geht die Autorin mit Fehlleistungen oder Unstimmigkeiten im Protokoll um?
Die Autorin betrachtet solche Vorkommnisse (wie z.B. Schreibfehler oder thematische Abschweifungen) nicht als Fehler, sondern als bedeutende Phänomene, die im Rahmen der Analyse zur tieferen Sinnfindung beitragen können.
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- Anonym (Author), 2018, Das Erlebensprotokoll als Methode der qualitativen Forschung. Grundlagen sowie Diskussion der psychologischen Wissenschaftlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508665