Sie wollen uns helfen, aber werden bedroht und angegriffen. Gewalt und Aggression gegen Einsatzkräfte wird immer alltäglicher; sei es Gewalt gegen Mitarbeiter des Rettungsdienstes, Gewalt gegen Mitarbeiter der Feuerwehr oder gegen Polizeibeamte. Viele Hilfs- und Rettungskräfte sind ehrenamtlich im Einsatz, deshalb sollten diese keine Angst um ihre eigene Gesundheit haben müssen. Das Spektrum der Aggressionen ist dabei sehr vielfältig und breit gefächert.
Aus diesem Grund ist das Ziel dieser Arbeit einen Überblick, über die unterschiedlichen Gewaltformen gegenüber Einsatzkräften, zu geben. Als Methode wurde eine Literaturrecherche in den elektronischen Datenbanken durchgeführt und wissenschaftliche Publikationen aus Zeitschriften gewählt. Die Ergebnisse zeigen, mit welchen unterschiedlichen Gewaltformen sich die Einsatzkräfte in ihrem Berufsalltag auseinandersetzen müssen. Um Situationen schneller und sicher einschätzen zu können, benötigen Einsatzkräfte Schulungen und Qualifizierungsangebote, um ihre Handlungs- und Entscheidungskompetenz zu stärken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Ausgangslage
1.2. Aufbau der Prüfungs- und Studienarbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Was ist Gewalt?
2.2. Was ist Aggression?
2.3. Was bedeutet Retten?
2.4. Wer zählt zu Einsatzkräften?
2.5. Zusammenfassung theoretischer Aspekte
3. Methodisches Vorgehen
3.1. Grundlegende Aspekte zur Methodik
3.2. Forschungsfrage, Suchbegriffe, Datenbanken- und weitere Recherchen
3.3. Datenbanken: Ein- und Ausschlusskriterien sowie Suchstrategie
4. Ergebnisse
4.1. Gewalt und Aggression gegen Polizeibeamte
4.2. Gewalt und Aggression gegen Einsatzkräfte der Feuerwehr
4.3. Gewalt und Aggression gegen Mitarbeiter des Rettungsdienstes
4.4. Gewalt und Aggression gegenüber Notärzten
5. Diskussion
5.1. Schulungen und Qualifizierungsangebote
5.2. Kritische Würdigung zur Methodik der Suche
6. Künftiger Forschungsbedarf und praktische Implikationen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das zunehmende Phänomen von Gewalt und Aggression gegenüber Einsatzkräften in Deutschland. Ziel ist es, durch eine Literaturrecherche einen Überblick über die verschiedenen Gewaltformen zu gewinnen, mit denen Polizeibeamte, Feuerwehrleute, Rettungsdienstmitarbeiter und Notärzte in ihrem Berufsalltag konfrontiert sind, um daraus notwendige Ansätze für Schulungen und präventive Maßnahmen abzuleiten.
- Analyse der Gewaltformen gegenüber unterschiedlichen Einsatzgruppen
- Vergleich der Belastungssituationen bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst
- Evaluation von Forschungsstand und Datenlage in Deutschland
- Identifikation von Bedarf für Qualifizierungsangebote und Deeskalationstrainings
- Diskussion rechtlicher Rahmenbedingungen und Präventionsstrategien
Auszug aus dem Buch
1.1. Ausgangslage
Vor einigen Jahren war es noch ein ungeschriebenes Gesetz Einsatzkräfte anzugreifen. Die Arbeitsuniform der Rettungskräfte garantierte einen gewissen Schutz vor tätlichen Angriffen (Steil, 2015, S.10). In letzter Zeit haben allerdings die Übergriffe auf Einsatzkräfte drastisch zugenommen. Immer öfter berichten Medien, dass die Retter in der Ausübung ihrer Tätigkeiten behindert werden und einen respektlosen Umgang erfahren. Beschimpfungen, Drohungen oder körperliche Übergriffe durch PatientInnen gehören zum Berufsalltag der Einsatzkräfte. Dennoch geht aggressives Verhalten nicht ausschließlich von Patienten aus. Nicht selten werden Angehörige zur Gefahr für Rettungskräfte, wenn diese mit Maßnahmen am Patienten nicht einverstanden sind oder die Plausibilität in der Krisensituation für die Durchführung von Handlungen nicht verstehen können (Pajonk, D’Amelio, 2008, S.42-43). Gewalttätige Offensiven stellen nicht bloß für Mitarbeiter der Polizei ein Problem dar, auch Beschäftigte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und Notärzte werden „immer öfter mit Respektlosigkeit, Aggressionen, Gewalt und Übergriffen verbaler und körperlicher Art konfrontiert“ (Steil, 2015, S. 9). Wer ausrückt um Leben zu retten, wird plötzlich zur Zielscheibe von Gewalt und Aggression.
Nicht nur in den Medien, sondern auch den zuständigen Behörden wird die Problemlage zunehmend bewusster. Dies wurde deutlich als die Gesetzesänderungen des §113 und §114 StGB eingeführt wurden. Damit wurde der Strafrahmen bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte erhöht (§113 StGB). Ebenso werden Hilfeleistende der Feuerwehr und des Rettungsdienstes unter den Schutz der §113 und §114 StGB gestellt; bestraft wird, wer „bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not Hilfeleistende der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes oder eines Rettungsdienstes durch Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt behindert […]“ (§115 StGB Abs. 3).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Problematik von Gewalt gegenüber Einsatzkräften und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe Gewalt, Aggression sowie die Rollenbilder und Definitionen von Rettung und Einsatzkräften.
3. Methodisches Vorgehen: Hier wird die Vorgehensweise bei der Literaturrecherche, einschließlich Suchstrategien, Datenbankwahl sowie Ein- und Ausschlusskriterien dargelegt.
4. Ergebnisse: Der Ergebnisteil präsentiert die unterschiedlichen Formen von Gewalt und Aggression gegenüber Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Notärzten basierend auf der ausgewerteten Literatur.
5. Diskussion: Das Kapitel diskutiert die Ergebnisse, hebt den Bedarf an Schulungen hervor und reflektiert kritisch die methodische Vorgehensweise sowie die Datenlage.
6. Künftiger Forschungsbedarf und praktische Implikationen: Dieser Teil identifiziert offene Fragen und zeigt zukünftige Forschungsnotwendigkeiten sowie Ansätze für die Praxis auf.
Schlüsselwörter
Gewalt, Aggression, Einsatzkräfte, Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr, Notarzt, Prävention, Übergriffe, Rettung, Respektlosigkeit, Strafrecht, Deeskalation, Ausbildung, Sicherheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Zunahme von Gewalt und Aggression gegenüber Einsatzkräften wie Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Notärzten im Berufsalltag.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition von Gewalt und Aggression, der Vergleich der Belastung verschiedener Einsatzgruppen sowie die Identifikation von Präventions- und Schulungsbedarf.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über die verschiedenen Gewaltformen zu geben, denen Einsatzkräfte gegenüberstehen, und aufzuzeigen, wie ihre Handlungs- und Entscheidungskompetenz gestärkt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine systematische Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken (wie PubMed und CINAHL) sowie über Suchmaschinen (Google Scholar) durchgeführt, um den aktuellen Kenntnisstand zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Begriffe geklärt und das methodische Vorgehen beschrieben, gefolgt von der Darstellung der Ergebnisse zur Gewaltbelastung bei verschiedenen Einsatzorganisationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gewalt, Aggression, Einsatzkräfte, Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und Notarzt charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Gewaltbelastung laut Arbeit bei der Feuerwehr im Vergleich zu anderen?
Die Arbeit stellt fest, dass Mitarbeiter der Feuerwehr laut befragten Quellen seltener Opfer von Gewalt werden, was unter anderem mit der größeren Stärke der Besatzung bei Einsätzen begründet wird.
Welche Rolle spielt die Gesetzesänderung des StGB in diesem Kontext?
Gesetzesänderungen bei den Paragrafen 113, 114 und 115 StGB wurden eingeführt, um den Strafrahmen bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Hilfeleistende zu erhöhen und diese stärker zu schützen.
Warum ist die Datenlage laut der Autorin schwierig?
Die Autorin betont, dass für den Bereich Rettungsdienst, Notfallmedizin und Feuerwehr in Deutschland nur eine sehr geringe oder dünne Datenlage zur Häufigkeit und den Arten von Gewalt vorliegt.
- Citar trabajo
- Vivien Fankhänel (Autor), 2019, Gewalt und Aggression gegen Einsatzkräfte. Häufigkeit, Gewaltformen und Notwendigkeit von Schulungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508726