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Schockbilder auf Zigarettenpackungen. Halten sie vom Rauchen ab?

Title: Schockbilder auf Zigarettenpackungen. Halten sie vom Rauchen ab?

Term Paper , 2019 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefan S. (Author)

Psychology - Social Psychology
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Welchen Effekt die furchtauslösende Kommunikation auf die Einstellungsentstehung und -änderung von Rauchern und Nichtrauchern haben kann, ist das Ziel dieser Hausarbeit. Hierfür werden die abschreckenden Bildchen auf Zigarettenpackungen untersucht. Wenn man von Bildern mit amputierten Körperteilen oder schwarzgefärbten Organen spricht, weiß mittlerweile fast jeder, um welches Produkt es sich handelt: die Zigarette. Seit Mai 2016 müssen sich Zigarettenhersteller in Deutschland gesetzlich dazu verpflichten, ihre Produkte mit abschreckenden Bildchen zu bewerben. Der Sinn dahinter besteht darin, auf die Gefahren von Tabakkonsum aufmerksam zu machen, sodass die Anzahl an aktiven sowie zukünftigen Rauchern sinkt. Ganz nach der Auffassung: "Bilder sagen mehr als tausend Worte" müssen die Warnungen mindestens zwei Drittel der Vorder- und Rückseite der Schachtel einnehmen. Ein kurzer Text unter den Bildchen ist dennoch vorhanden und an das jeweilige Thema im Foto angepasst.

Die letzte signifikante Hochphase des Zigarettenkonsums wurde 1980 mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 2.549 Stück im Jahr gemessen. Ein Jahr vor der gesetzlichen Regelung der Schockbilder lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch bei 995 Zigaretten im Jahr. 2018 waren es mit 900 Zigaretten pro Kopf, 95 Stück weniger. Aktuellen Erhebungen zufolge beträgt der Anteil an Rauchern in Deutschland insgesamt noch 28,3 Prozent. Kann bei solchen Zahlen noch behauptet werden, dass Schockbilder auf Zigarettenpackungen eine erfolgreiche Einstellungsänderung bewirken und tatsächlich vom Rauchen abhalten?

Als der Druck von abschreckenden Bildern auf Zigarettenverpackungen im Jahre 2016 gesetzlich vorgeschrieben wurde, hatten einer Umfrage zufolge 17 Prozent der Befragten daran geglaubt, dass die Menschen dadurch ihren Konsum von Tabak einstellen würden, während 39 Prozent meinten, dass die Bildchen lediglich als Präventionsmaßnahme nützlich seien. Auch wenn wahrscheinlich die Mehrheit der Befragten keinen wissenschaftlich fundierten Grund für ihre Annahmen gehabt hat, liegen sie dennoch nicht falsch, denn durch furchtauslösende Botschaften kann auch der entgegengesetzte Effekt erzeugt werden, wenn zu viel Angst ausgelöst und kein Lösungsweg zur Verhaltensänderung aufgezeigt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was sind Einstellungen?

3 Entstehung und Änderung von Einstellungen

3.1 Einstellungsbildung

3.2 Einstellungsänderung

4 Einstellungen und ihre Vorhersagekraft für das Verhalten

5 Zusammenfassung des Theorieteils

6 Die Theorie in der Praxis

6.1 Der Effekt von Furchtappellen auf das Konsumverhalten

6.2 Die größten Sorgen der Tabakindustrie

6.3 Die richtige Anti-Werbung

7 Diskussion

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialpsychologische Wirksamkeit von furchtauslösender Kommunikation, speziell der auf Zigarettenpackungen abgebildeten Schockbilder, auf die Einstellungsentstehung und das Verhalten von Rauchern und Nichtrauchern.

  • Grundlagen der Einstellungsbildung und -änderung
  • Die psychologische Bedeutung von kognitiver Dissonanz und Persuasion
  • Analyse der Vorhersagekraft von Einstellungen für das tatsächliche Verhalten
  • Evaluierung der Wirksamkeit von Schockbildern als Interventionsinstrument
  • Entwicklung theoretischer Vorschläge für eine effektivere Anti-Werbung

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Konsistenzbestreben – Kognitive Dissonanz

Menschen streben stets nach Konsistenz in ihrem Leben und haben ein natürliches Bedürfnis nach einer harmonischen und übereinstimmenden Wahrnehmung der Wirklichkeit. Dementsprechend empfindet man ein befriedigendes Gefühl dabei, mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren und ebenfalls eine positive Einstellung zum Umweltschutz zu haben. Das Verhalten ist hierbei kongruent zur Einstellung. Wenn sich jedoch die Handlung und die Einstellung gegensätzlich zueinander verhalten, löst dieser innerliche Konflikt eine sogenannte kognitive Dissonanz aus. Bei diesem Zustand handelt eine Person entgegen seiner Überzeugungen.

Der Dissonanztheorie von Festinger (1957) zufolge, handelt es sich bei Dissonanz um einen aversiven, also Widerwillen hervorrufenden Zustand, welcher einen automatischen Drang auslöst, ihn durch Einstellungs- und Verhaltensänderung zu reduziert. Hierbei gilt: je größer die Dissonanz, desto stärker ist das Verlangen nach Reduktion. Zwei Kognitionen können entweder in irrelevanter Beziehung oder in relevanter Beziehung zueinanderstehen, wobei nur die relevanten Relationen von Kognitionen wichtig für die Entstehung von Dissonanz sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert das Forschungsproblem der abschreckenden Zigaretten-Schockbilder und definiert die Zielsetzung der Arbeit, deren Effekt auf Einstellungen und Verhalten zu analysieren.

2 Was sind Einstellungen?: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Einstellungen als psychologische Tendenzen und ihre Komponenten sowie deren Relevanz für situative Handlungsweisen dargelegt.

3 Entstehung und Änderung von Einstellungen: Dieses Kapitel detailliert die verschiedenen Lernprozesse der Einstellungsbildung sowie Mechanismen wie Konsistenzstreben und Persuasion, die zu Einstellungsänderungen führen können.

4 Einstellungen und ihre Vorhersagekraft für das Verhalten: Es wird untersucht, unter welchen Bedingungen Einstellungen tatsächlich spontanes oder überlegtes Verhalten vorhersagen können, unter Einbeziehung der Theorie des geplanten Verhaltens.

5 Zusammenfassung des Theorieteils: Dieses Kapitel rekapituliert die zentralen Erkenntnisse zu Einstellungsdefinitionen, -bildung, -änderung und deren Verhaltensvorhersage.

6 Die Theorie in der Praxis: Die Erkenntnisse aus der Theorie werden auf das konkrete Beispiel der Zigarettenverpackungen angewendet, um die Wirkung von Furchtappellen zu hinterfragen und alternative, präventive Ansätze zu diskutieren.

7 Diskussion: Hier werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, insbesondere die Diskrepanz zwischen präventiver Aufklärung und dem mangelnden intervenierenden Effekt der Schockbilder bei aktiven Rauchern.

8 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Schockbilder zwar das Gesundheitsbewusstsein fördern, jedoch allein selten einen unmittelbaren Entzug bewirken, da es Rauchern an einem konkreten, aufgezeigten Ausweg mangelt.

Schlüsselwörter

Sozialpsychologie, Einstellungen, Einstellungsänderung, Kognitive Dissonanz, Persuasion, Furchtappelle, Zigaretten, Tabakkonsum, Raucherentwöhnung, Verhaltensänderung, Prävention, Selbstwahrnehmungstheorie, Elaborationswahrscheinlichkeit, Reaktanz, Konsumentenverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, ob die auf Zigarettenpackungen abgedruckten Schockbilder tatsächlich das Ziel erreichen, Raucher zum Aufhören zu bewegen oder Nichtraucher vom Einstieg abzuhalten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die psychologische Theorie der Einstellungsbildung und -änderung, Mechanismen der Überzeugung (Persuasion) sowie die Verknüpfung von Einstellungen und Verhalten.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Kann behauptet werden, dass Schockbilder auf Zigarettenpackungen eine erfolgreiche Einstellungsänderung bewirken und Raucher tatsächlich vom Konsum abhalten?

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Anwendung sozialpsychologischer Theorien (wie der Dissonanztheorie oder dem Modell der Elaborationswahrscheinlichkeit) auf das praktische Anwendungsfeld der Tabakprävention.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Einstellungsmechanismen und einen Praxisteil, der analysiert, warum furchtauslösende Bilder oft nicht den gewünschten Erfolg erzielen und wie stattdessen eine effektivere Anti-Werbung gestaltet sein könnte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Zentrale Begriffe sind Kognitive Dissonanz, Furchtappelle, Einstellungszugänglichkeit, Persuasion, Konsistenzstreben und Präventionsmaßnahme.

Warum bewirken die Schockbilder bei vielen Rauchern keine Verhaltensänderung?

Die Arbeit stellt dar, dass die rein konfrontative Furchtauslösung ohne konkrete Anleitung zur Verhaltensänderung oft zu psychologischen Abwehrmechanismen wie Verleugnung oder Reaktanz führt.

Welche alternativen Ansätze schlägt der Autor für die Tabakprävention vor?

Der Autor schlägt vor, die visuelle Abschreckung mit praktischen Hilfestellungen zu kombinieren, etwa durch beigefügte Anleitungshefte zur Suchtbekämpfung oder QR-Codes, die zu spezifischen Online-Entwöhnungsprogrammen führen.

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Details

Title
Schockbilder auf Zigarettenpackungen. Halten sie vom Rauchen ab?
Grade
1,0
Author
Stefan S. (Author)
Publication Year
2019
Pages
31
Catalog Number
V508820
ISBN (eBook)
9783346073211
ISBN (Book)
9783346073228
Language
German
Tags
Einstellungen Psychologie Sozialpsychologie Rauchen Zigaretten Drogen Tabak Tabakkonsum Schockbilder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan S. (Author), 2019, Schockbilder auf Zigarettenpackungen. Halten sie vom Rauchen ab?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508820
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