Selbstbestimmungsfähigkeitjedes einzelnen über seine individuellen Lebensbeziehungen und Sinndeutungen zwischenmenschlicher, beruflicher, ethischer, religiöser Art
Mitbestimmungsfähigkeitunserer gemeinsamen kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse
Solidaritätsfähigkeitdenen Selbst- und Mitbestimmungsmöglich-keiten aufgrund gesellschaftlicher Verhältnisse, Unterprivilegierung, politischer Einschränkungen oder Unterdrückungen vorenthalten oder begrenzt werden.
Dieses Vorhaben wird durch die vorhandene Realität in Schule und Gesellschaft erschwert.
Bildung ist ein zentraler Begriff in diesem Konzept. Klafki hält den Bildungsbegriff für einen kritischen, einen gesellschaftskritischen Begriff. Er beruft sich u.a. auf Rousseau, Herder und Hegel. Diese Didaktik heißt „kritisch“, weil sie gegen gesellschaftlich-politische Widerstände Gründe untersucht, die dem Lehren und Lernen im Sinne der Entwicklung von Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit entgegenstehen und „konstruktiv“, weil Theorie und Praxis6Konzepte für eine humanere, demokratischere Schule innehaben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Didaktik
1.1.1 bildungstheoretische Didaktik
1.1.1.1 kritisch konstruktive Didaktik
1.1.1.1a Bildungsziel
1.1.1.3 Kritikpunkte am bildungstheoretischen Modell
2. Motivation
2.1 Lernmotivation
2.2.intrinsische/ extrinsische Motivation
2.3 Schüler motivieren/ demotivieren - Wege
3. Theorie der Selbstwirksamkeitserwartung
3.1 Theorie von Bandura
3.1.1 Lernen am Modell
3.2 Welche Bedeutung hat das Modelllernen für die Schule
3.3 Selbstwirksamkeitserwartungen bei Schülern und Entwicklung
3.4 Prüfungsangst
3.5 Kritik an der Selbstwirksamkeitstheorie
4. Erreichbarkeit von Zielen für die Schüler
5. Konsequenzen der Theorie für didaktische Entscheidungen aus der kritisch-konstr. Didaktik
6. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Verknüpfung von Selbstwirksamkeitserwartungen nach Albert Bandura mit der bildungstheoretischen Didaktik Wolfgang Klafkis. Dabei wird analysiert, wie das Konstrukt der Selbstwirksamkeit die Lernmotivation von Schülern beeinflusst und welchen Beitrag sie zur Erreichung zentraler Bildungsziele wie Mündigkeit und Solidaritätsfähigkeit leistet.
- Kritisch-konstruktive Didaktik und ihre Bildungsziele
- Grundlagen der Lernmotivation und ihre Einflussfaktoren
- Sozial-kognitive Lerntheorie und das Modelllernen
- Entwicklung von Selbstwirksamkeitserwartungen bei Schülern
- Verknüpfung von Selbstwirksamkeit und schulpädagogischer Praxis
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Lernen am Modell
Neben dem Begriff "Lernen am Modell" oder "Modelllernen" findet man die Bezeichnungen "Nachahmungs-" und "Imitationslernen", "Vorbildlernen", "Beobachtungslernen", "stellvertretendes Lernen". Er erklärt, wie Menschen andere Menschen - in Situationen und mit Gesten, Verhalten, Einstellungen und emotionalen Reaktionen - nachahmen und dadurch in einer komplexen Form lernen, die behavioristische Theorien nicht erklären können. Der Lernende baut sich ein für spätere Handlungen abrufbares Leitbild auf. Bei der modelltheoretischen Perspektive geht man davon aus, dass menschliches Lernen von einem Modell beeinflusst werden kann. Durch das Betrachten eines Modells wird man dazu angeregt, bestimmte Verhaltensalternativen genauer zu hinterfragen. Das Beobachten und Kopieren eines Modells kann dazu führen, neue Verhaltensweisen zu erlernen, die Hemmschwelle für bereits vorhandene Verhaltensweisen steigern bzw. senken oder dass ein latentes Verhalten ausgelöst wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in den Didaktikbegriff und erste Vorstellung des bildungstheoretischen Modells nach Klafki.
2. Motivation: Analyse der Lernmotivation und Abgrenzung zwischen intrinsischen und extrinsischen Motivationsformen sowie praxisnahe Wege zur Schülermotivation.
3. Theorie der Selbstwirksamkeitserwartung: Zentrale Darstellung der Theorie von Bandura, des Modelllernens und der psychologischen Bedeutung von Selbstwirksamkeit im Schulkontext.
4. Erreichbarkeit von Zielen für die Schüler: Erörterung der Auswirkungen von Selbstwirksamkeit auf Zielerreichung, Leistungsvermögen und den Umgang mit Misserfolgen.
5. Konsequenzen der Theorie für didaktische Entscheidungen aus der kritisch-konstr. Didaktik: Anwendung der Erkenntnisse auf Klafkis Bildungsziele und Diskussion der praktischen Umsetzbarkeit im Schulalltag.
6. Schlusswort: Fazit über das Zusammenspiel der bildungstheoretischen Didaktik und der Selbstwirksamkeitstheorie zur Förderung mündiger Schüler.
Schlüsselwörter
Selbstwirksamkeitserwartung, bildungstheoretische Didaktik, Klafki, Bandura, Motivation, Modelllernen, Mündigkeit, Solidaritätsfähigkeit, Selbstkonzept, Lernmotivation, Erziehung, Schulpädagogik, Leistungsvermögen, Autonomie, Klassenklima.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit beleuchtet die pädagogische Bedeutung der Selbstwirksamkeitserwartung von Schülern im Kontext der bildungstheoretischen Didaktik.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen Didaktikmodelle, Motivationspsychologie, sozial-kognitive Lerntheorie und schulpraktische Konsequenzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das psychologische Konzept der Selbstwirksamkeit dabei helfen kann, Klafkis Bildungsziele der Mündigkeit und Mitbestimmungsfähigkeit zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die Konzepte aus der Pädagogik und Psychologie zueinander in Bezug setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriearbeit über Motivation und Selbstwirksamkeit sowie deren Übertragung auf den Unterrichtsalltag.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den Schlüsselbegriffen gehören Selbstwirksamkeit, Bildungsziele, Modelllernen, Motivation und kritisch-konstruktive Didaktik.
Welche Rolle spielen Mitschüler bei der Entwicklung von Selbstwirksamkeit?
Mitschüler fungieren als wichtige Modelle und soziale Einflussfaktoren, die durch ihr Verhalten das Selbstbild und die Kompetenzüberzeugungen des Einzelnen prägen.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des "Klassenclowns"?
Der Klassenclown wird als Beispiel für eine Person genannt, der es an Solidarität und Teamfähigkeit mangeln kann, obwohl sie in der Gruppe integriert ist und oft hohe Selbstwirksamkeit zeigt.
Welche Bedeutung misst die Arbeit der Autonomie bei?
Autonomie wird als essenziell für die Selbstwirksamkeit angesehen, wobei die Schule den Schülern Raum geben sollte, sich als handelnde Subjekte zu erfahren.
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- Daniela Schädel (Author), 2004, Selbstwirksamkeitserwartung und "bildungstheoretische Didaktik', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50885