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Erschließung von Roland Barthes' "Der Tod des Autors" mit Hilfe der Intertextualitätstheorie von Julia Kristeva

Titel: Erschließung von Roland Barthes' "Der Tod des Autors" mit Hilfe der Intertextualitätstheorie von Julia Kristeva

Ausarbeitung , 2019 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Peter Meenken (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Ausarbeitung behandelt das programmatische Werk von Roland Barthes: "Der Tod des Autors". Die These lautet: Roland Barthes‘ "Der Tod des Autors" lässt sich anhand einer Kontextualisierung mit Julia Kristevas Intertextualitätstheorie tiefergehend erschließen. Der polarisierende Text mit beinahe polemischer Wirkung wurde erstmals in dem experimentellen, nordamerikanischen Magazin "Aspen" im Jahre 1967 veröffentlicht. 1968 folgte die Veröffentlichung in dem französischen Magazin "Manteia". Bemerkenswert an der Rezeption von Barthes' essayistischer Dekonstruktion der Autorperson ist, dass sie eine beeindruckende Sprengkraft besaß, welche bis heute akademische Diskurse beschäftigt.

Die Sprengkraft von Barthes‘ Arbeit erklärt sich vor allem aufgrund des zeitlichen Kontextes. So war das schulische wie akademische Umfeld stark von der literaturwissenschaftlichen Tradition der explication du texte geprägt. Diese Tradition konstituierte, dass es das höchste Ziel literaturwissenschaftlicher Tätigkeit sei, Korrespondenzen zwischen der semantischen sowie formalen Gestalt literarischer Werke und der Autorbiographie zu konstruieren. Somit würde sowohl die komplette Gestalt, Inhalt, Semantik allein auf den Autor zurückgehen, er besäße sogar die alleinige Deutungshoheit über das literarische Werk. Dieser Umstand wird in dem auf Barthes‘ Essay folgenden Diskurs oftmals als "tyranny of the author" bezeichnet.

Barthes hingegen fasste diese Herangehensweise als höchst einschränkend für die literaturwissenschaftliche Tätigkeit auf und proklamierte eine immense Bedeutung des Rezipienten für die Semantik eines literarischen Werkes. Am Ende des Essays postuliert er: "Die Geburt des Lesers ist zu bezahlen mit dem Tod des Autors." Hiermit reiht sich Barthes in die Tradition der poststrukturalistischen Literaturwissenschaft ein. Wie Barthes argumentativ zu dieser Konklusion gelangt, soll in der nun folgenden Diskussion erläutert werden. Jedoch gestaltet sich dieses Unterfangen aufgrund von Barthes‘ stark essayistischem Vorgehen als komplex. Carlos Spoerhase begegnet dieser Problematik mithilfe einer Kontextualisierung von "Der Tod des Autors" mit Focaults Literaturtheorie. Ein ähnliches Vorgehen wird in dieser Arbeit umgesetzt, jedoch wird als Vergleichsmaterial die poststrukturalistische Intertextualitätstheorie herangezogen. Allen voran wird dabei auf Manfred Pfisters Auseinandersetzung mit Julia Kristeva zurückgegriffen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung

2. Poststrukturalistische Literaturtheorien

3. Barthes‘ Argumentationsstruktur

4. Kristevas Intertextualitätstheorie

5. Zusammenschau

6. Resümee

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

7.1 Primärliteratur

7.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das essayistische Werk „Der Tod des Autors“ von Roland Barthes, um die darin enthaltenen argumentativen Leerstellen durch eine Kontextualisierung mit der Intertextualitätstheorie von Julia Kristeva zu schließen. Das Ziel ist es, das Konzept des Autors in der poststrukturalistischen Literaturtheorie neu zu bestimmen und die Rolle des Rezipienten als sinnstiftende Instanz zu präzisieren.

  • Dekonstruktion des traditionellen Autorbegriffs
  • Analyse der poststrukturalistischen Literaturtheorie
  • Einführung in Kristevas Konzept der Intertextualität
  • Synthese von Barthes' und Kristevas theoretischen Ansätzen
  • Schematische Darstellung der literarischen Sinnkonstitution

Auszug aus dem Buch

3. Barthes‘ Argumentationsstruktur

Bevor auf Barthes Essay detaillierter eingegangen werden kann, ist es von Bedeutung zwei Voranmerkungen zu formulieren. So wird zunächst die von Barthes vorgenommene Historie des Autorbegriffes in dieser Ausarbeitung außen vorgelassen. Eine entsprechende Diskussion dieses Aspekts von Barthes‘ Essay würde nicht genug Mehrwert für vorliegende Ausarbeitung enthalten, da sich der hier behandelte Gegenstand primär auf Barthes literaturtheoretische Arbeit bezieht. Die zweite nötige Voranmerkung stellt der Umstand dar, dass Barthes keineswegs die Existenz bzw. Arbeit der Autorperson abstreitet, sondern die Bedeutung des „literaturtheoretischen Autorbegriff[s]“ für Inhalt, Form und Semantik seiner Werke relativiert bzw. dekonstruiert.

Den Ausgangspunkt nimmt Barthes‘ Konzept an der Beobachtung, dass Sprache sobald sie schriftlich fixiert wurde, und somit zur ecriture wurde, nicht mehr per se bis zu ihrem Urheber zurückverfolgt werden kann. Barthes elaboriert diese Beobachtung anhand eines Beispiels für das er auf eine Textstelle in der Novelle „Sarrasine“ von Balzac verweist, welche einen als Frau verkleideten Kastraten thematisiert und dem vom Erzähler typisch weibliche Attribute zugesprochen werden. Barthes formuliert in Bezug auf diese Textstelle die rhetorische Frage: „Wer spricht hier? Ist es der Held der Novelle, um den Kastraten zu ignorieren, der sich hinter der Frau verbirgt? Ist es das Individuum Balzac mit seiner persönlichen Philosophie über die Frau? […] Ist es die Weisheit schlechthin? Die romantische Psychologie? Wir werden es nie erfahren können […].“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung: Das Kapitel stellt Roland Barthes' Essay „Der Tod des Autors“ vor und beschreibt die Zielsetzung, dessen argumentative Lücken durch den Dialog mit der Intertextualitätstheorie zu kontextualisieren.

2. Poststrukturalistische Literaturtheorien: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung, wobei Barthes' Ablehnung des Autorkonzepts als strukturalistisches Konstrukt hervorgehoben wird.

3. Barthes‘ Argumentationsstruktur: Dieses Kapitel untersucht Barthes' Plädoyer für den scripteur und die damit einhergehende Dekonstruktion der traditionellen Autorfunktion.

4. Kristevas Intertextualitätstheorie: Die Ausarbeitung erläutert Kristevas weites Verständnis der Intertextualität und das Konzept des texte général, das über traditionelle Analysen hinausgeht.

5. Zusammenschau: Die Leerstellen aus Barthes' Theorie werden hier mit Kristevas Termini gefüllt, um die Rolle des Rezipienten als aktiven Sinnstifter zu erklären.

6. Resümee: Das Fazit bestätigt die These, dass Kristevas Theorie Barthes' Ansatz sinnvoll ergänzt, und illustriert dies anhand einer schematischen Darstellung der poststrukturalistischen Literaturtheorie.

7. Literatur- und Quellenverzeichnis: Hier sind sämtliche im Text verwendete Primär- und Sekundärquellen chronologisch und systematisch aufgeführt.

Schlüsselwörter

Poststrukturalismus, Literaturtheorie, Roland Barthes, Julia Kristeva, Intertextualität, Tod des Autors, Scripteur, Texte général, Rezeption, Sinnstiftung, Regressus ad infinitum, Polysemie, Literaturwissenschaft, Dekonstruktion, Literaturkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch Roland Barthes' Essay „Der Tod des Autors“ und versucht, dessen argumentative Unschärfen durch die Einbeziehung der Intertextualitätstheorie von Julia Kristeva zu präzisieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Autor und Text, die Bedeutung der Intertextualität für die literarische Sinnkonstitution sowie die Rolle des Rezipienten im Poststrukturalismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, eine synoptische Betrachtung von Barthes' und Kristevas Theorien zu schaffen, um die Frage zu klären, wie literarische Bedeutung ohne das ordnende Konzept eines Autors entsteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturtheoretische Kontextualisierungs- und Vergleichsmethode angewandt, ergänzt durch eine schematische Modellierung der theoretischen Zusammenhänge.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Barthes' Argumentationsstruktur, die theoretische Erarbeitung von Kristevas Intertextualitätsbegriff und deren anschließende Synthese.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Poststrukturalismus, Intertextualität, Scripteur, Rezeption und Sinnstiftung charakterisiert.

Was ist das „texte général“ in Kristevas Theorie?

Das „texte général“ beschreibt einen universellen Intertext, der alle medialen und kulturellen Zeichen in einen endlosen Prozess der Sinnbildung (regressus ad infinitum) einbindet.

Welche Rolle spielt der Leser bei Barthes?

Bei Barthes wird der Leser als die entscheidende Instanz definiert, in der sich die verschiedenen Zitate eines Textes einschreiben und somit erst Bedeutung generieren.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Erschließung von Roland Barthes' "Der Tod des Autors" mit Hilfe der Intertextualitätstheorie von Julia Kristeva
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,0
Autor
Peter Meenken (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V508894
ISBN (eBook)
9783346069726
ISBN (Buch)
9783346069733
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erschließung roland barthes autors hilfe intertextualitätstheorie julia kristeva
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Peter Meenken (Autor:in), 2019, Erschließung von Roland Barthes' "Der Tod des Autors" mit Hilfe der Intertextualitätstheorie von Julia Kristeva, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508894
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Leseprobe aus  14  Seiten
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