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Das ideologisch-politische Potential niederdeutscher Literatur

Titel: Das ideologisch-politische Potential niederdeutscher Literatur

Ausarbeitung , 2014 , 12 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Peter Meenken (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit setzt sich mit der niederdeutsche Literatur auseinander und analysiert ihr hohes Potential für politische oder ideologische Vereinnahmung. Diese politische Ebene steht im Kontrast zur landläufigen Meinung, die die niederdeutsche Literatur als nichts weiter als schöngeistige Literatur sieht. Hieraus ergibt sich natürlich die Frage, auf welchen Faktoren dieser starke Unterschied beruhen mag. Um hierauf eine Antwort zu finden wird sich diese Ausarbeitung auf eine kleine Zeitreise begeben, in welcher sie die markantesten Etappen der niederdeutschen Literatur passiert und so auch anhand von konkreten Beispielen aufzeigen wird, was unter politisch aufgeladener niederdeutscher Literatur zu verstehen ist.

Diese Auswahl an Etappen beinhaltet zunächst einmal die Schleswig-Holsteinische Erhebung, ein militärischer Konflikt welcher von 1848 bis 1851 andauerte und in dem die beiden Herzogtümer Schleswig und Holstein um Unabhängigkeit vom Königreich Dänemark kämpften. Hier erlebte die niederdeutsche Literaturszene eine Art politisches Debüt in dem insbesondere Klaus Groth, ein noch heute am ehesten mit niederdeutscher Literatur in Verbindung gebrachter Autor, eine führende Rolle einnahm. Hierauf folgte eine Phase des Verschwindens der niederdeutschen Literatur von der politischen und literarischen Bühne, bis zur Zeit des ersten Weltkriegs nur um dann erneut abzutauchen. Doch schon bald darauf folgte eine neue Phase der Hochkonjunktur, nämlich die Machtergreifung der Nationalsozialisten.

Neben der recht offensichtlichen Korrelation zwischen niederdeutschen Autoren und autoritären Staatsformen kristallisiert sich spätestens hier ein weiteres Merkmal der niederdeutschen Literatur heraus, nämlich eine symptomatische Wechselhaftigkeit an politischer Partizipation, auch der Ursache und konkreten Gestalt dieser beiden Phänomene wird versucht im Folgenden auf den Grund zu gehen. Wichtig an dieser Stelle zu erwähnen ist noch, dass im Laufe dieser Arbeit stets nur von Tendenzen und Hauptströmungen ausgegangen werden kann, denn selbstverständlich ist auch die niederdeutsche Literatur ein breites wandelbares Feld welches Grauzonen zulässt und auch Autoren hervorbrachte die gegen den Strom schwammen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Erster Überblick

Das politische Debüt

Das stigmatisierende Moment

Selbstgewählte Isolation?

Ideologische Liebäugelei

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das politisch-ideologische Potenzial niederdeutscher Literatur und hinterfragt die historische Wechselwirkung zwischen dieser literarischen Gattung und autoritären Staatsformen. Dabei wird analysiert, unter welchen Bedingungen Autoren plattdeutsche Werke nutzten, um politische Ziele zu unterstützen oder ideologische Narrative zu festigen.

  • Historische Etappen politisch aufgeladener niederdeutscher Literatur (Schleswig-Holsteinische Erhebung bis Nationalsozialismus)
  • Die Rolle der Literatur bei der moralischen Unterstützung und Mobilisierung im militärischen Kontext
  • Die Entwicklung eines konservativen Habitus und die damit einhergehende Nischenbildung
  • Die Korrelation zwischen niederdeutscher Autorenschaft und antiliberalen, nationalistischen Strömungen
  • Prozesse der systeminternen Aufwertung und Abgrenzung gegenüber der Hochliteratur

Auszug aus dem Buch

Das politische Debüt

Das politische Debüt, also das erste Auftreten niederdeutscher Schriftstücke mit politischer Aufladung im großen Stil, ist wie bereits eingangs erwähnt eine Reaktion der Autoren auf die Schleswig-Holsteinische Erhebung und deshalb in den Jahren 1848 bis 1851 anzusiedeln. Doch was genau bewegte die Autoren just in diesem Moment dazu sich politisch zu engagieren? Wie man weiß wurden nach der endgültigen Niederlage Napoleon Bonapartes zahlreiche Staatsgrenzen innerhalb Europas neu definiert, dies geschah innerhalb des Wiener Kongresses welcher vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 andauerte. Hier wurde beschlossen, dass das Herzogtum Holstein Teil des neu geschaffenen deutschen Bundes werden sollte, wohingegen Schleswig zu einem Lehen des Königreiches Dänemark erklärt wurde.

Dieser Zustand wurde mehr oder weniger hingenommen, bis es im Jahre 1848 im deutschen Bund zur Märzrevolution kam. Die Beben dieser nationalen Einheits- und Unabhängigkeitsbewegung drangen schließlich auch bis nach Schleswig vor. Wo schon bald klar wurde, dass man sich von der dänischen Krone lösen und dem Deutschen Bund beitreten wollte, ebenso wurde eine Vereinigung Schleswigs mit Holstein angestrebt. Dieses Begehr führte Ende März 1848 zu einem nationaldeutschen Aufstand in Schleswig gegen die die dänische Krone und kumulierte schließlich im ersten deutsch-dänischen Krieg.

Zusammenfassung der Kapitel

Erster Überblick: Einführung in die Thematik und Einordnung der niederdeutschen Literatur als Gattung mit historischem Potenzial für ideologische Vereinnahmung.

Das politische Debüt: Analyse der ersten politisch motivierten niederdeutschen Literatur als Reaktion auf die Schleswig-Holsteinische Erhebung.

Das stigmatisierende Moment: Untersuchung der Entwicklung hin zur Trivialliteratur und die daraus resultierende Stigmatisierung des Niederdeutschen in intellektuellen Kreisen.

Selbstgewählte Isolation?: Darstellung der Etablierung eines eigenen, konservativen Habitus und der bewussten Abgrenzung der niederdeutschen Szene vom literarischen Mainstream.

Ideologische Liebäugelei: Erörterung der inhaltlichen Übereinstimmungen von niederdeutschen Ideologemen und dem Nationalsozialismus sowie der Instrumentalisierung plattdeutscher Literatur durch das NS-Regime.

Fazit: Zusammenfassende Bilanz über die Wandlungsfähigkeit niederdeutscher Autoren in Krisenzeiten und deren Affinität zu autoritären Systemen.

Schlüsselwörter

Niederdeutsche Literatur, Schleswig-Holsteinische Erhebung, Ideologie, Nationalsozialismus, Trivialliteratur, Konservatismus, politisches Potenzial, Klaus Groth, Literaturgeschichte, Sprachkultur, Propaganda, Identität, Habitus, Ausgrenzung, Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung grundlegend?

Die Arbeit untersucht das bisher oft unterschätzte politische und ideologische Potenzial, das in niederdeutschen literarischen Werken des 19. und frühen 20. Jahrhunderts steckt.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Im Zentrum stehen die politische Partizipation von Autoren in Krisenzeiten, die Entwicklung eines spezifischen niederdeutschen Habitus und die ideologische Nähe zu autoritären Herrschaftsformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie und warum niederdeutsche Literatur als Medium für politische Mobilisierung und ideologische Propaganda genutzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit nutzt eine historische Literaturanalyse, um anhand konkreter Etappen wie der Schleswig-Holsteinischen Erhebung oder der NS-Zeit Tendenzen und Hauptströmungen der niederdeutschen Autorenszene aufzuzeigen.

Was deckt der Hauptteil der Arbeit inhaltlich ab?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die vom politischen Debüt 1848 über die Nischenbildung bis hin zur ideologischen Zusammenarbeit mit dem Nationalsozialismus reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Niederdeutsche Literatur, Ideologie, Autoritäre Staatsformen, Literaturgeschichte und Politische Partizipation definieren.

Welche Rolle spielte Klaus Groth in der untersuchten Zeitspanne?

Klaus Groth wird als ein maßgeblicher Autor identifiziert, der durch Werke wie „De Slach bi Hemmingstedt“ maßgeblich zur moralischen Unterstützung politischer Konflikte beitrug.

Wie erklärt der Autor die Stigmatisierung niederdeutscher Literatur?

Die Stigmatisierung wird primär auf den Rückzug in die Nische der Trivialliteratur und die damit verbundene bewusste Ablehnung moderner, hochliterarischer Strömungen zurückgeführt.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das ideologisch-politische Potential niederdeutscher Literatur
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
2,0
Autor
Peter Meenken (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V508898
ISBN (eBook)
9783346080943
ISBN (Buch)
9783346080950
Sprache
Deutsch
Schlagworte
potential literatur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Peter Meenken (Autor:in), 2014, Das ideologisch-politische Potential niederdeutscher Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508898
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Leseprobe aus  12  Seiten
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