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Der Augustus von Prima Porta

Die Statue und ihre Unterschiede zur Bildnisform der Republik

Title: Der Augustus von Prima Porta

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Joachim von Meien (Author)

World History - Early and Ancient History
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Am 20. April 1863 wurde im Haus der Livia Drusilla in Prima Porta eine Statue gefunden, die in der Folge unter dem Namen Augustus von Prima Porta weltberühmt wurde. Bei dem gefundenen Werk handelt es sich um eine Marmorkopie eines nicht erhaltenen Bronzeoriginals.
Um die Bedeutungen und Aussagen der Statue zu erfassen, ist es angebracht, ihre Unterschiede zu der Bildnisform der Republik herauszuarbeiten, die sich in einigen Punkten von der des Prinzipats unterschied. Doch was waren die Eigenarten des republikanischen Bildnisses und was waren die Gründe dafür? Lassen sich Generalisierungen vornehmen, oder muss man auch das republikanische Bildnis differenziert betrachten? Kapitel 2 soll auf Hauptaussagen des republikanischen Porträts hinweisen und zu klären versuchen, ob wirklich eine in der Literatur häufig anzutreffende Aussage stimmt, dass nämlich Porträts der Republik rein realistische Darstellungen gewesen seien.

Kapitel 3 wendet sich dann dem Augustus von Prima Porta zu und erläutert Unterschiede und Entwicklungen im Vergleich zum Bildnis der Republik. Hier soll in der Hauptsache die starke Stilisierung der Statue bewiesen werden, indem das in antiken Quellen beschriebene Äußere des Augustus mit seiner Statue aus Prima Porta verglichen wird. Es stellt sich die Frage, in wieweit neben propagandistischen Einflüssen auch ganz persönliche Eitelkeiten des Augustus in das Werk mit eingeflossen sein könnten. Abschließend wird dann auf den Doryphoros des Polykleitos, das griechische Vorbild der Prima Porta Statue, eingegangen. Welche Eigenschaften wurden in Rom mit dem Doryphoros verbunden? Kritisch hinterfragt wird an dieser Stelle eine Aussage des kalifornischen Kunsthistorikers John Pollini, dem zu Folge der Doryphoros in Punkto auctoritas als Vorlage für den Augustus von Prima Ports denkbar schlecht geeignet war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Das republikanische Bildnis und seine Eigenarten

2.1 Das republikanische Bildnis und das Alter

2.2 Vom leidenschaftlich-entschlossenen Porträt zum betont ruhigen der späten Republik

2.3 Das republikanische Porträt - reiner Realismus?

3) Der Augustus von Primaporta

3.1 Augustusdarstellungen: Die drei Bildnistypen

3.2 Die antiken Quellen über das Aussehen des Augustus

3.3 Der Augustus von Prima Porta und sein griechisches Vorbild: Der Doryphoros des Polykleitos

4) Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den "Augustus von Prima Porta" als zentrales Instrument der kaiserlichen Selbstdarstellung und analysiert, wie sich das Bildnis des Prinzipats durch bewusste Stilisierung und Idealisierung von der Porträttradition der römischen Republik abhebt.

  • Vergleich der römischen Porträtkunst von der späten Republik bis zum Prinzipat
  • Die drei Bildnistypen des Augustus und deren propagandistische Funktion
  • Gegenüberstellung antiker literarischer Quellen mit der idealisierten Statuendarstellung
  • Die Rezeption und Umdeutung des griechischen Doryphoros als Vorbild
  • Die Rolle von "auctoritas" und persönlicher Eitelkeit bei der Gestaltung des Herrscherbildnisses

Auszug aus dem Buch

3.3 Der Augustus von Prima Porta und sein griechisches Vorbild: Der Doryphoros des Polykleitos

Es ist in der Forschung mittlerweile weitgehend unumstritten, dass die Augustusstatue von Prima Porta den Doryphoros (Abb. 11) des Polykleitos, eines Bronzebildners aus Sikyon, von dessen Biographie nicht viel bekannt ist, als Vorbild hatte. Die Hauptschaffenszeit des Polykleitos fiel in die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. Keines seiner Werke ist im Original erhalten. Das bekannteste war besagter Doryphoros: „The Doryphoros or Spear-Bearer is the pivotal statue in this phase of his maturity. … This over life-sized work in bronze no doubt occupied a major part of the decade from 450 to 440 B.C.”

Das Original des Doryphoros ist also nicht erhalten geblieben. In Neapel steht eine Bronzeherme (Abb. 12), die unter Fachleuten immer als ausgezeichnete Kopie des Originals gegolten hat. Sie ist das signierte Werk eines Griechen aus augusteischer Zeit und aus demselben Material wie das Original. Des Weiteren befindet sich in Neapel eine marmorne Doryphorosstatue (siehe Abb. 11), die in der Palästra von Pompeji stand und beim Ausbruch des Vesuv 79 n. Chr. umstürzte, was zu nicht unerheblicher Beschädigung führte. So wurden beide Hände abgebrochen und mussten nachträglich rekonstruiert werden – eine übrigens bisher unerwähnte „Parallele“ zur Augustusstaue, wo ja ebenfalls Teile der rechten Hand restauriert werden mussten. Bei der Marmorkopie ließ der Bildhauer ein Stück des Steins stehen, was einem Baumstumpf ähnelt. Dies hatte rein praktische Gründe. Wie leicht einzusehen ist, war die Marmorkopie erheblich schwerer als das Bronzeoriginals. Die Beine alleine hätten das Gewicht der Statue wohl nicht getragen. Gleiches gilt auch für unsere Augustusstatue, bei der der auf einem Delphin reitende Cupido neben einer symbolischen eben auch besagte Stabilisierungsfunktion erfüllt.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Vorstellung des Fundkontexts der Statue von Prima Porta sowie Definition des methodischen Ansatzes zur Analyse der Bildnisunterschiede zwischen Republik und Prinzipat.

2) Das republikanische Bildnis und seine Eigenarten: Untersuchung der Porträttradition der späten Republik, in der persönliches Machtstreben durch eine realistisch-schonungslose Darstellung sowie eine Milderung aggressiver Ausdrücke in Einklang mit dem kollegialen Staatsverständnis gebracht wurde.

3) Der Augustus von Primaporta: Analyse der augusteischen Bildnistypen unter Berücksichtigung der Diskrepanz zwischen realem Aussehen und idealisierter Herrscherstatue sowie die kritische Untersuchung der Rezeption des griechischen Doryphoros.

4) Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse, die den Wandel von der individuellen, oft "schonungslosen" republikanischen Porträtkunst hin zur idealisierten, gottgleichen Selbststilisierung des Augustus als zentrales Propagandamittel herausstellt.

Schlüsselwörter

Augustus, Prima Porta, Doryphoros, Polykleitos, römische Republik, Prinzipat, Herrscherbildnis, Propaganda, Selbstdarstellung, Realismus, Stilisierung, Auctoritas, antike Porträtkunst, Idealisierung, Res publica.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die kunsthistorische Entwicklung und die propagandistische Funktion des "Augustus von Prima Porta" im Vergleich zu den Porträttraditionen der römischen Republik.

Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?

Die zentralen Themen sind der Übergang von der republikanischen Bildniskunst zum kaiserlichen Herrscherbild, die Rolle von Idealisierung versus Realismus und die bewusste Nutzung griechischer Vorbilder zur Legitimierung kaiserlicher Macht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Augustus sein äußeres Erscheinungsbild durch Statuen gezielt stilisierte, um politische Autorität (auctoritas) zu festigen und sein Herrschaftssystem zu stützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Der Autor verwendet eine komparative Methode, bei der antike Bildnisse in Relation zu literarischen Quellen und zeitgenössischen politischen Ideologien (z.B. dem Kollegialitätsprinzip der Republik) gesetzt werden.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Mittelpunkt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse republikanischer Bildnismerkmale, die Klassifizierung der augusteischen Typologien und den fundierten Vergleich der Statue mit dem Doryphoros des Polykleitos.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Augustus, Propaganda, Herrscherbildnis, Realismus, Idealisierung und auctoritas definiert.

Inwiefern spielt der "Polykleitische Kanon" bei der Bewertung des Augustus eine Rolle?

Der Kanon dient als harmonisches Proportionsschema, das Augustus übernimmt, um über die ästhetische Verbindung zum Doryphoros göttliche Schönheit und herrscherliche Überlegenheit zu vermitteln.

Warum widerspricht der Autor der Einschätzung von John Pollini bezüglich des Doryphoros?

Der Autor argumentiert, dass Pollinis Annahme, der Doryphoros besitze keine auctoritas, das Gesicht des Augustus von Prima Porta vernachlässigt, welches im Gegensatz zum Doryphoros eine souveräne und autoritative Ausstrahlung besitzt.

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Details

Title
Der Augustus von Prima Porta
Subtitle
Die Statue und ihre Unterschiede zur Bildnisform der Republik
College
University of Constance
Grade
1,5
Author
Joachim von Meien (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V50902
ISBN (eBook)
9783638470179
ISBN (Book)
9783638764834
Language
German
Tags
Augustus Prima Porta
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joachim von Meien (Author), 2006, Der Augustus von Prima Porta, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50902
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