Essays zu Zygmunt Baumans "Flüchtige Moderne"


Essay, 2019

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

Vorwort: Vom Leichten und Flüssigen (Seite 7-23)

Kapitel: 1. Emanzipation (Seite 25-27)

Eigener Gedanke:
1. Emanzipation: Freiheit – eine zweischneidige Angelegenheit (Seite 27-32)
1. Emanzipation: Das Schlingern der Kritik (Seite 32-41)
1. Emanzipation: Bürger gegen Individuum (Seite 41-51)

Eigener Gedanke:
1. Emanzipation: Die Misere kritischer Theorie in der Gesellschaft der Individuen
1. Emanzipation: Kritische Theorie revisited (Seite 54-61)
1. Emanzipation: Zur Kritik der Life-Politics (Seite 61-66)

Eigener Gedanke:
2. Individualität (Seite 67-68)
2. Individualität: Kapitalismus – leicht und schwer (Seite 68-74)
2. Individualität: Anruf genügt – komme sofort (Seite 74-78)
2. Individualität: Reden ist Silber, Zeigen ist Gold (Seite 78-88)

Eigener Gedanke:
2. Individualität: Vom Zwang zur Sucht (Seite 88-93)
2. Individualität: Der Körper des Konsumenten (Seite 93-97)
2. Individualität: Den Teufel mit der Einkaufstüte austreiben (Seite 97-99)
2. Individualität: Die scheinbare Freiheit des Kaufrauschs (Seite 99-107)
2. Individualität: Beim Einkauf ist jeder allein (Seite 107-109)

Eigener Gedanke:
3. Zeit/Raum (Seite 110-114)
3. Zeit/Raum: Wenn Fremde sich begegnen (Seite 114-117)
3. Zeit/Raum: Ausschluß und Einschluß, Un-Orte und die Leere des Raums (Seite 117-125)
3. Zeit/Raum: Sprich nicht mit den Fremden (Seite 125-131)

Eigener Gedanke:
3. Zeit/Raum: Die Moderne als Geschichte der Zeit (Seite 131-136)
3. Zeit/Raum: Von der schweren zur leichten Moderne (Seite 136-141)
3. Zeit/Raum: Die verführerische Leichtigkeit des Seins (Seite 141-147)
3. Zeit/Raum: Leben – hier und jetzt (Seite 147-153)

Eigener Gedanke:
4. Arbeit (Seite 154-156)
4. Arbeit: Fortschritt und Geschichtsgläubigkeit (Seite 156-165)
4. Arbeit: Aufstieg und Fall der Arbeit (Seite 165-174)

Eigener Gedanke:
4. Arbeit: Von der Ehe zur Lebensgemeinschaft (Seite 174-183)
4. Arbeit: Exkurs: Eine kurze Geschichte des Aufschubs (Seite 184-189)
4. Arbeit: Menschliche Bande in einer fließenden Welt (Seite 189-195)

Eigener Gedanke:
4. Arbeit: Die Fortpflanzung des fehlenden Vertrauens (Seite 195-197)
5. Gemeinschaft (Seite 198-203)
5. Gemeinschaft: Nationalismus, neueste Auflage (Seite 203-207)
5. Gemeinschaft: Einigkeit – durch Differenz oder Ähnlichkeit? (Seite 207-213)
5. Gemeinschaft: Der Preis der Sicherheit (Seite 213-216)

Eigener Gedanke:
5. Gemeinschaft: Jenseits des Nationalstaates (Seite 216-225)
5. Gemeinschaft: Die Leere füllen (Seite 225-233)
5. Gemeinschaft: Die Gemeinschaft der Herausgeputzten (Seite 233-236)

Eigener Gedanke:

Literaturverzeichnis:

Vorwort: Vom Leichten und Flüssigen (Seite 7-23)

Im Vorwort stellt der Autor seine Gedanken hinsichtlich des modernen Zeitalters und dessen Begleiterscheinungen sowie Folgen und Auswirkungen vor. Sein Blick reicht dabei bis ins 18. Jahrhundert zurück und schweift schließlich zur Gegenwart des 20./21. Jahrhunderts. Die zunehmende Verflüchtigung bzw. Modernisierung wirkt sich laut Bauman auf alle Aspekte des Lebens aus (vgl. Baumann 2017: 13). Gleichermaßen erfasst sie Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft und leitet einen fundamentalen Wandel zur Flüchtigen Moderne ein. Bauman stellt dies anhand einer Metapher durch die Aggregatzustände dar (vgl. ebd.: 7ff.). Charakteristikum der gegenwärtigen Epoche sind Unmittelbarkeit, Beweglichkeit und Leichtigkeit. Modernisierung und der Weg zu einer neuen Ordnung manifestiert sich durch das liquidieren oder einschmelzen alter (sozialer) festgelegter Strukturen – ein Prozess der Formauflösung (vgl. ebd.: 10). Als Problematik der Verflüssigung sieht Bauman, dass sie Grenzen überschreite (vgl. ebd.: 11). Der Schmelzofen, wie der Autor ihn nennt, verlangt nicht nur Makrostrukturen, sondern auch Mikrostrukturen (der Subjektebene). Anhand von fünf Schlüsselbegriffen wirft er einen gesellschaftstheoretischen Blick auf die veränderten Lebensbedingungen der Menschen: Emanzipation, Individualität, Raum und Zeit, Arbeit und Gemeinschaft, welche auch als fünf große Kapitel im Buch erscheinen (vgl. ebd.: 15). Als herausragendes Merkmal modernen Lebens identifiziert er die veränderte Beziehung zwischen Zeit und Raum (vgl. ebd.). Die daraus resultierende Geschwindigkeit bzw. Bewegungsgeschwindigkeit trieb den Modernisierungsprozess immer weiter an. Er bedient sich einer weiteren Schlüsselmetapher, die des Panoptikums (vgl. ebd.: 17). Die Machtstrukturen der Gegenwart definiert er als post-panoptisch und exterritorial (vgl. ebd.: 18). Der Machthaber der flüchtigen Moderne kann sich der Kontrolle und jeglichem Zugriff entziehen. Als Folge der hochmobilen Macht sieht Bauman die Abnahme des sozialen Zusammenhaltes (vgl. ebd.: 22). Von besonderem Vorteil sind die Ungebundenheit und der Verzicht auf Langfristigkeit.

Kapitel: 1. Emanzipation (Seite 25-27)

Unter dem Begriff „Emanzipation“ ist Freilassung und Befreiung zu verstehen. Befreien, so Bauman, bedeute sich frei zu fühlen eine Handlung auszuführen (vgl. ebd.: 25). Eine Befreiung bedarf einerseits einer Massenbasis und andererseits einer fehlenden Balance zwischen Wünschen und Vorstellungen auf der einen Seite und die (Handlungs-) Möglichkeiten auf der anderen Seite (vgl. ebd.: 26). Im Zuge dessen stellt sich der Autor unwillkürlich der Thematik der Freiheit. Er unterscheidet zwischen „subjektiver“ (vernünftiger) und „objektiver“ (realer) Freiheit, dem „subjektiven Bedürfnis nach Befreiung“ und dem „objektiven Bedarf an Befreiung“ (vgl. ebd.). Bauman kommt zu dem Schluss, man müsse das Bedürfnis der Menschen nach Autonomie anleiten (vgl. ebd. 27).

Eigener Gedanke:

Für Bauman stehen die Ereignisse der flüchtigen Moderne eng verbunden mit dem kapitalistischen Gesellschaftstyp. Durch seine bildliche Schreibweise und dem dadurch entstehende Interpretationsspielraum war es nicht einfach die einzelnen Passagen eindeutig nachzuvollziehen und in den Kontext einzuordnen. Er wirbt nicht für Wandel der Moderne, sondern verweist durchgängig auf Nebenfolgen des Prozesses, besonders hinsichtlich der Rolle der Ökonomie sowohl für die Gesellschaft als auch das Individuum. Interessant wird es zu verfolgen, wie sich das weiter durch die nächsten Kapitel zieht und wie sich Baumans „Totalverflüssigung“ ausweitet.

1. Emanzipation: Freiheit – eine zweischneidige Angelegenheit (Seite 27-32)

Bauman begibt sich auf die Suche nach der wahren Freiheit. Das zentrale Ziel der Modernisierung sei die Autonomie und Befreiung der Individuen. Er wendet sich der Subjektebene zu. Aufbauend auf den Erkenntnissen von Hobbes und Durkheim erkennt Bauman an, dass eine Befreiung nur mit einer Unterwerfung der Gesellschaft einhergehen kann. Freiheit bedinge soziale Zwänge und Normen (vgl. ebd.: 29). In dieser Abhängigkeit findet sich Befreiung durch den Schutz der Gesellschaft (vgl. ebd.: 30). Der moderne Mensch hat alle erdenklichen Freiheiten gewonnen. Befreit sei er jedoch nicht, da dies nur im Kontext des gesellschaftlichen Ganzen möglich sei (vgl. ebd.: 32).

1. Emanzipation: Das Schlingern der Kritik (Seite 32-41)

Der zweite Unterabschnitt beschäftigt sich mit der Gesellschaftskritik. Bauman unterscheidet in traditionelle Moderne (auch Erste Moderne) als schwere, solide, kondensierte und systemische Moderne und die gegenwärtige Moderne (auch Zweite Moderne/Postmoderne) als leichte, flüssige, flüchtige, diffuse und netzwerkartige Moderne (vgl. ebd.: 35). Der Autor stellt ebenfalls fest, dass der Konsum die Produktion als obligatorischen Bestandteil der Gegenwart abgelöst hat (vgl. ebd.). Aufgrund des ewig unvollendeten Prozesses der Modernisierung sieht Bauman kein Ende der Moderne. Er konstatiert zwei Besonderheiten, welche die gegenwärtige Moderne von der klassischen unterscheide: einerseits den Zerfall vorausgegangener Illusionen einer perfekten Ordnung und die Ernüchterung über die Problematik der Verflüssigung (vgl. ebd.: 39). Andererseits die Deregulierung und Privatisierung von Modernisierungsaufgaben (vgl. ebd.: 40). Die Lebensbedingungen der Menschen werden nicht mehr durch kollektive und gesellschaftliche Mittel beeinflusst, sondern de-institutionalisiert (vgl. ebd.).

1. Emanzipation: Bürger gegen Individuum (Seite 41-51)

Im 3. Unterkapitel bezieht sich Bauman auf das maßgebliche Kennzeichen der Moderne, die Individualisierung. Er argumentiert, Identität sei nicht mehr durch den Stand determiniert, sondern durch die selbst erworbene Klassenmitgliedschaft. Das Ersetzen der Heteronomie durch die Selbstbestimmung stellt das Individuum der flüchtigen Moderne vor die Aufgabe aber auch Verantwortung, seine Identität und Leben selbst zu konstruieren (vgl. ebd.). Die Rolle des Individuums wurde nicht mehr sozialstrukturell determiniert, sondern abhängig von Fähigkeiten und individuellem Bestreben. Bauman beobachtet eine Transformation des Individualisierungsbegriffes, die Identität als Schicksal (vgl. ebd.: 45) und eine der grenzenlosen Freiheit geschuldeten Ohnmacht des Individuums. Die verbleibende einzige Form der Vergemeinschaftung sei das gemeinsame Abgrenzen gegenüber Ängsten, Sorgen und Hass (vgl. ebd.: 49). Der Hauptwiederspruch der flüchtigen Moderne ist für Bauman die Ambivalenz der Autonomie (vgl. ebd.:50).

Eigener Gedanke:

Da sich der Einzelne nie vollkommen von seinem sozialen und historischen Kontext befreien kann, ist Autonomie immer relativ zu sehen. Der Mensch steht der Aufgabe der Identitätskonstruktion allein gegenüber (vgl. ebd.: 31ff). Fraglich ist, wie sich eine Identität in der flüchtigen Moderne erhalten ließ, wenn sie einer immer fortlaufenden Unstetigkeit ausgesetzt sind. Beim Versuch alle Optionen offen zu halten und für den Moment zu leben sieht sich das Subjekt einer unlösbaren Lebensstrategie gegenüber.

1. Emanzipation: Die Misere kritischer Theorie in der Gesellschaft der Individuen (Seite 50-54)

Um den Zustand der Kontrolle über das eigene Schicksal zu erlangen, bzw. der Selbstbestimmung, muss das Individuum de jure sich zum Individuum de facto entwickeln. Er nutzt das antonyme Begriffspaar um den noch unerreichten (faktischen) Ist-Zustand der Individualität zu verdeutlichen (vgl. ebd.). Die kritische Theorie ist die Kritik an sozialen Verhältnissen und die Befreiung des Menschen (vgl. 53-54). Bauman sieht sie in der Lage den „Abgrund“ zwischen de jure und de facto zu überbrücken (vgl. ebd.: 54). Er beobachtet nicht nur eine Veränderung der Machtstruktur und Machtstrategien, welche sich aus dem öffentlichen Raum zurückziehen, sondern auch der gesellschaftlichen Sphären (vgl. ebd.: 53). Aufgrund der zunehmenden Privatisierung sei gesellschaftliche Autonomie zunehmend unwahrscheinlicher (vgl. ebd.: 51). Er stellt folglich die These auf: Das Private kolonisiert die öffentliche Sphäre (vgl. ebd.: 52). Bauman argumentiert, dass Autonomie nur in einer autonomen Gesellschaft entstehen kann. Der de facto -Status des Individuums führt nur über den de facto -Status des Bürgers (vgl. ebd.: 53).

1. Emanzipation: Kritische Theorie revisited (Seite 54-61)

Bauman begibt sich auf einen Besuch in die Vergangenheit der kritischen Theorie und wechselt zu einem erkenntnistheoretischem Blinkwinkel. Er kritisiert die Konsumgesellschaft und die kapitalistischen Züge der Gesellschaft und setzt sich philosophisch mit Adorno auseinander (vgl. ebd.: 54ff). Mit der Erkenntnis, dass es keine absoluten Wahrheiten und garantierten Bedeutungen gebe, sei der Status der Autonomie erreicht (vgl. ebd.: 55). Die Verbindung von Wissen und Macht sei ein Grundsatz geworden (vgl. ebd.: 57). Rückblickend stellt er fest, dass in der soliden Moderne die Wirklichkeit und Realität abhängig von der gesetzlich geregelten Vernunft war und die Politik als Vermittler zwischen Macht und Philosophie agierte (vgl. ebd.: 61).

1. Emanzipation: Zur Kritik der Life-Politics (Seite 61-66)

Die Aufgabe der kritischen Theorie sieht Bauman darin, „die kollektive Wiederaneignung eines privatisierten utopischen Entwurfs individualisierter Life-Politics“ zu garantieren (vgl. ebd.: 66). Die kritischen Theoretiker sehen sich in der Gegenwart schwindenden Kollektivismus und steigender Privatisierung, Fragmentierung und Individualisierung gegenüber (vgl. ebd.: 63f). Er argumentiert Individualität de jure sei die gesetzlich garantierte ‚negative Freiheit’ und Individualität de facto die ‚positive Freiheit’, die Freiheit zur Selbstbestimmung und eigener Wahlfreiheit (vgl. ebd.: 62). Befreit ist das Individuum erst, wenn es seine de facto-Autonomie erreicht und die öffentliche Sphäre an Substanz gewinnt (vgl. ebd.: 65).

Eigener Gedanke:

Niklas Luhmanns systemtheoretische Überlegungen zur Autopoiesis und seine Studie „Individuum, Individualität, Individualismus“ (1989) können zu Baumans Gedanken hinzugezogen werden. Auch Luhmann kommt zum Entschluss, die Gesellschaftsstruktur fordere das Individuum auf seine Identität selbst zu verantworten (vgl. Luhmann 1989: 160).

Bauman nimmt im fünften Unterkapitel nicht nur eine rein philosophische Haltung ein und schweift ab, sondern verwendet zu Beginn wertende Aussagen über Adorno wie „beißend (...) leere Bemerkung“ und „lange, quälende Untersuchung“ (Bauman 2017: 54). Wissenschaftliche Texte setzen Objektivität voraus, welche hier dadurch nicht gewährleistet ist.

2. Individualität (Seite 67-68)

Bauman stellt die Huxley Dystopie, welche eine Gesellschaft im Jahre 2540 n.Chr. beschreibt, und die Orwell Dystopie, eine Beschreibung eines totalitären Überwachungsstaates im Jahr 1984, vor. Einzige Gemeinsamkeit beider Dystopien sei die Vorstellung einer vollständig kontrollierten Welt, einer Welt mit reduzierter individueller Freiheit und dem Menschen als Marionette der Elite (vgl. Bauman 2017: 67).

2. Individualität: Kapitalismus – leicht und schwer (Seite 68-74)

Bauman erläutert synonym zur schweren und leichten Moderne den schweren und leichten Kapitalismus und bedient sich dafür Nigel Thrifts Joshua- und Genesis Diskurs. Ersterem, so Bauman, seien auch die Dystopien zu zuordnen (vgl. ebd.: 68). Der Joshua Diskurs ist geprägt durch klare Strukturen, Ordnung und zentral gelenkter Organisation (vgl. ebd.). Alles dient dem Zweck und der „Reproduktion der übergreifenden Ordnung“ (ebd.). Dem schweren, soliden Kapitalismus vergangener Zeit teilt er dem Joshua Diskurs und Fordismus zu (vgl. ebd.: 70ff). Der Fordismus bestach vor allem durch die Reduzierung menschlicher Aktivitäten auf einfache, routinierte Abläufe und prägte damit die schwere Moderne (vgl. ebd.: 72). Dem stellt er den neuen, weichen und leichten Kapitalismus bzw. dem Genesis Diskurs gegenüber – dem global agierenden Kapitalismus (vgl. ebd.). Moderne Kräfte wie Liberalisierung, Flexibilisierung, Individualisierung und Deregulierung verflüssigen die fordistische Ordnung und wandeln den Joshua Diskurs in einen Genesis Diskurs (vgl. ebd.: 69).

2. Individualität: Anruf genügt – komme sofort (Seite 74-78)

Bauman wirft einen Rückblick auf Webers mittelfixierten Kapitalismus und seinem Konzept der Wertrationalität (vgl. ebd.: 74f). Im Vergleich dazu seien im modernen leichten Kapitalismus Webers Wertsphären weitestgehend irrelevant (vgl. ebd.: 75). Das Ziel ist wichtiger als die dafür notwendigen Mittel geworden. Durch die sozioökonomischen Verflüchtigungsprozesse der ‚postfordistische’ Zeit sei der leichte Kapitalismus eine grenzenlose Ansammlung von Möglichkeiten (vgl. ebd.: 76). Die Individuen finden sich als Konsumenten einer unendlichen Auswahl und fehlenden Endgültigkeit wieder (vgl. ebd.: 78). Der Titel des Kapitels verdeutlicht die Mobilität und Flexibilität der Individuen und einer Ungebundenheit die letztlich zur ‚Seelenqual’ führt – Sanktion versus Selbstverantwortung (vgl. ebd.).

2. Individualität: Reden ist Silber, Zeigen ist Gold (Seite 78-88)

Bauman definiert Life-Politics als Politik der Lebensführung welche sich mit der Mikropolitik der Individuen beschäftigt (vgl. ebd.: 80). Anhand von Talk-Shows erläutert er die Kolonisierung der öffentlichen Sphäre durch private Anliegen (vgl. ebd.: 85). Der Strukturwandel der Öffentlichkeit hat zur Folge das Privatangelegenheiten den öffentlichen Raum einnehmen und die Politik keinerlei Spielraum mehr für öffentliche (gesellschaftliche) Anliegen hat. Damit verschwinden Fragen nach Gerechtigkeit und kollektiver Verantwortung und der Fokus richtet sich auf Nebensächlichkeiten (vgl. ebd.: 86ff). Das einzig verbliebende Anliegen öffentlichen Interesses ist, so Bauman, die individuelle Bearbeitung individueller Probleme (vgl. ebd.: 88).

Eigener Gedanke:

Bauman vermittelt das Bild einer nahezu handlungsunfähigen demokratischen Politik (vgl. ebd: 86). In wie weit Platz der öffentliche Raum trotz der privaten Sorgen bietet, bleibt unklar. Anstatt den leichten und schweren Kapitalismus gesellschaftstheoretisch und wissenschaftlich prägnant zu beschreiben, bedient sich Bauman Dystopien und Diskursen. Anhand dieser zahlreichen Vergleiche und Querverweise leidet die Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit.

2. Individualität: Vom Zwang zur Sucht (Seite 88-93)

Bauman beschäftigt sich mit dem Wandel des Mittels der Disziplinierung. Die Suche an sich hat Suchtpotential da die Teilnahme, in einer Welt mit unbegrenzten Möglichkeiten, als Befriedigung empfunden wird. Ein Ende der Suche hingegen, eine Wahl, Lösung oder Entscheidung wirkt eher einschränkend und löst Unsicherheit aus. Der Weg ist also das Ziel (vgl. Bauman 2017: 89). Bauman verdeutlicht das Phänomen der Konsumgesellschaft anhand des Archetyps des Einkaufsbummels, wobei das Einkaufverhalten beim ‚Shopping’ repräsentativ für das Subjektverhalten im alltägliche Leben steht (vgl. ebd.: 90). Anschließend wendet er sich dem Wandel der Motive des Konsumismus zu. Die regulativen Normen wurden durch das Prinzip der Verführung ersetzt (vgl. ebd.: 92). Anfangend mit dem Motiv des ‚Bedürfnisses’ über das ‚Begehren’ in seiner Gegenwart des 20./21. Jahrhunderts, welches den Konsumenten auf ein Niveau der Abhängigkeit brachte, hin zum ‚Wunsch’ (vgl. ebd.:91f).

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Essays zu Zygmunt Baumans "Flüchtige Moderne"
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Mikrosoziologie
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
25
Katalognummer
V509242
ISBN (eBook)
9783346081841
ISBN (Buch)
9783346081858
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zygmunt Bauman, Bauman, Flüchtige Moderne, Mikrosoziologie, Gesellschaftstheorie, Essay, liquid society
Arbeit zitieren
Laura Bogdanow (Autor), 2019, Essays zu Zygmunt Baumans "Flüchtige Moderne", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509242

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