"[Die] Gesundheit von Kindern hängt stark vom sozialen Status der Eltern ab." (Sozialverband VdK Deutschland e.V. 2018)
Doch inwiefern spiegelt sich der Zusammenhang der sozialen Lage und Gesundheit von Kindern in Kindergesundheitsberichten wieder? Über welche Indikatoren kann überhaupt auf die soziale Lage von Kindern geschlossen werden? Sind diese Sozialindikatoren mit einer Verbindung zur Kindergesundheit in den Berichten wiederzufinden und lassen sich Verknüpfungen zwischen den Ergebnissen herstellen?
Diese Hausarbeit geht der Frage "Inwieweit ist ein Zusammenhang zwischen Kindergesundheit und sozialer Lage in Kindergesundheitsberichten wiederzufinden?" nach.
Als Erstes wird die lokale Gesundheitsplanung als umfassender Rahmen der Gesundheitsberichte und somit auch Kindergesundheitsberichte erläutert. Anschließend folgt das Kapitel über die soziale Lage. Es wird mithilfe des aktuellen Literaturstandes ein Katalog von Indikatoren erstellt, der hinsichtlich der sozialen Lage und Gesundheit von Kindern relevant ist. Die ausgewählten Sozialindikatoren werden dann mit den Sozialindizes der Gesundheitsministerien Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen abgeglichen. Zum Abschluss des Kapitels werden die soziale und gesundheitliche Ungleichheit, besonders bei Kindern, dargestellt.
Das vierte Kapitel befasst sich mit der Sozial- und Gesundheitsberichterstattung. Es wird beschrieben, was Gesundheitsberichte und insbesondere Kindergesundheitsberichte auszeichnen. Außerdem werden die verschiedenen Qualitätskriterien, anhand derer die Qualität solcher Berichte gemessen werden kann, dargelegt. Anschließend werden im zentralen Kapitel dieser Arbeit drei ausgewählte Kindergesund-heitsberichte aus Oberhausen, Braunschweig und dem Landkreis Leer hinsichtlich ihrer wichtigsten Aspekte beschrieben und zusammengefasst. Darauffolgend findet ein ausführlicher Vergleich aller Berichte im Hinblick des vorab erstellten Indikatorenkataloges statt. Der Fokus wird dabei stets auf die Frage nach dem Wiederfinden des Zusammenhangs von Kindergesundheit und sozialer Lage gerichtet. Nach einer kurzen eigenen Bewertung darüber, was aus dem Vergleich gelernt werden konnte, schließt sich das Fazit der Arbeit an. Das Fazit soll am Ende der Arbeit eine Beantwortung der eingangs gestellten Fragestellung ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 (Lokale) Gesundheitsplanung
3 Soziale Lage und Gesundheit
3.1 Indikatoren für soziale Lage
3.1.1 Einkommen der Eltern
3.1.2 Transferbezug der Eltern
3.1.3 Bildung der Eltern
3.1.4 Herkunft der Kinder
3.1.5 Sozialprofil der Kommune
3.2 Sozialindizes der Gesundheitsministerien
3.3 Soziale Ungleichheit
4 Sozialberichterstattung
4.1 Kommunale Gesundheitsberichterstattung
4.2 Kindergesundheitsberichte allgemein
4.3 Qualitätskriterien
5 Kindergesundheitsberichte
5.1 Exemplarische Beispiele
5.1.1 Kindergesundheitsbericht Oberhausen (2011)
5.1.2 Kindergesundheitsbericht Braunschweig (2006)
5.1.3 Kindergesundheitsbericht Landkreis Leer (2010)
5.2 Analyse im Hinblick auf die Indikatoren
5.2.1 Einkommen der Eltern
5.2.2 Transferbezug der Eltern
5.2.3 Bildung der Eltern
5.2.4 Herkunft der Kinder
5.2.5 Sozialprofil der Kommune
5.2.6 Allgemein
5.3 Eigene Bewertung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit ein Zusammenhang zwischen Kindergesundheit und der sozialen Lage in kommunalen Kindergesundheitsberichten explizit dargestellt und durch Indikatoren belegt wird. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse ausgewählter Berichte aufzuzeigen, wie Sozialindikatoren als Grundlage für gesundheitspolitische Planungen genutzt werden können.
- Analyse des Zusammenhangs von sozialer Lage und Kindergesundheit
- Erstellung und Anwendung eines Katalogs relevanter Sozialindikatoren
- Vergleich kommunaler Kindergesundheitsberichte anhand ausgewählter Kriterien
- Evaluation der Bedeutung von Sozialprofilen und Bildungsstatus für die Gesundheitsplanung
- Darstellung von qualitativen und quantitativen Methoden in der Berichterstattung
Auszug aus dem Buch
3.1 Indikatoren für soziale Lage
Eine bedeutende Funktion bei der Berichterstattung haben, wie schon genannt, die sozialen Indikatoren (vgl. Gottschalk/ Weins 2005: 54). Auf jene wird in diesem Kapitel detaillierter eingegangen sowie eine Festlegung von relevanten Indikatoren in Bezug auf die soziale Lage und gleichzeitig der Gesundheit von Kindern durchgeführt.
Indikatoren im Allgemeinen sind sogenannte Stellvertreter beziehungsweise Anzeiger für bestimmte Sachverhalte (vgl. Burzan 2015: 40). Sozialindikatoren stellen dabei definierte Kennzahlen dar, durch die sich ein soziales Phänomen statistisch abbilden lässt. Sie werden somit für nicht direkt messbare soziale Tatbestände konstruiert und wollen soziale Wirklichkeiten empirisch messbar und fassbar machen. Das Ziel ist es hierbei, den bestimmten Sachverhalt so präzise wie möglich durch die Sozialindikatoren darzustellen und entsprechende Entwicklungen aufzuzeigen (vgl. Gottschalk/ Weins 2005: 54).
Von großer Bedeutung bei der Anwendung von Sozialindikatoren ist es, dass jene gültig und zuverlässig sein müssen. Das heißt, dass die Indikatoren zum einen genau das messen sollten, was sie messen wollen. Zum anderen sollte eine Zuverlässigkeit bestehen, die bedeutet, dass das Messinstrument beziehungsweise die Indikatoren bei wiederholter Messung unter gleichen Bedingungen die gleichen Ergebnisse erbringen (vgl. Gottschalk/ Weins 2005: 54).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob und wie der Zusammenhang zwischen der sozialen Lage und der Gesundheit von Kindern in Gesundheitsberichten abgebildet wird.
2 (Lokale) Gesundheitsplanung: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der kommunalen Gesundheitsplanung und deren Einbettung in das deutsche Sozialstaatsprinzip.
3 Soziale Lage und Gesundheit: Hier werden Definitionen von Gesundheit und sozialer Lage erarbeitet sowie ein Indikatorenkatalog zur Messung sozialer Ungleichheit erstellt.
4 Sozialberichterstattung: Dieses Kapitel beschreibt Funktion und Qualität der Sozialberichterstattung als Instrument der kommunalen Planung.
5 Kindergesundheitsberichte: Dieser Hauptteil analysiert und vergleicht beispielhaft Kindergesundheitsberichte aus Oberhausen, Braunschweig und Leer hinsichtlich der festgelegten Indikatoren.
6 Fazit: Das Fazit beantwortet die zentrale Forschungsfrage und bestätigt, dass die soziale Lage ein maßgeblicher Faktor für die gesundheitliche Entwicklung von Kindern ist.
Schlüsselwörter
Soziale Lage, Kindergesundheit, Gesundheitsplanung, Sozialindikatoren, Gesundheitsberichterstattung, soziale Ungleichheit, Kommunalplanung, Bildungsstatus, Migrationshintergrund, Kinderarmut, Gesundheitsförderung, Prävention, Lebensqualität, Sozialprofil, Armutsrisiko
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Gesundheitsberichterstattung als Grundlage für die Planung von Maßnahmen zur Förderung der Kindergesundheit unter Berücksichtigung der sozialen Lage.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die lokale Gesundheitsplanung, die Definition von Sozialindikatoren und die Analyse der gesundheitlichen Chancengleichheit bei Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Untersuchung der Frage, inwieweit der Zusammenhang zwischen sozialer Lage und Kindergesundheit in den betrachteten Berichten sichtbar gemacht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Literaturanalyse durchgeführt, ergänzt durch einen vergleichenden methodischen Rastervergleich von drei kommunalen Kindergesundheitsberichten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert, wie Faktoren wie Einkommen, Bildung und Herkunft in den Berichten von Oberhausen, Braunschweig und Leer verarbeitet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gesundheitsberichterstattung, soziale Lage, Kindergesundheit und soziale Ungleichheit geprägt.
Wie definiert die Arbeit den Begriff der "sozialen Lage" bei Kindern?
Die Arbeit stützt sich auf Lebenslagentheorien und betrachtet soziale Lage nicht nur durch Schichtmodelle, sondern als ein komplexes Gefüge aus Ressourcen und Teilhabechancen, die maßgeblich durch das Elternhaus bestimmt werden.
Welche Rolle spielt das "Sozialprofil der Kommune" in der Untersuchung?
Das Sozialprofil wird als wichtiger Indikator identifiziert, da es verdeutlicht, dass der Wohnort und das lokale Umfeld signifikanten Einfluss auf Gesundheitsrisiken und die Inanspruchnahme von Vorsorgeangeboten haben.
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- Anonym (Author), 2019, Gesundheitsberichterstattung als Grundlage der Gesundheitsplanung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509317