Der demografische Wandel hat die deutschen Unternehmen längst erreicht. Ältere Mitarbeiter rücken stärker in den Fokus der Unternehmensstrategie. Ihr Erfahrungsschatz steht der Leistungsfähigkeit der Jüngeren gegenüber.
Wie kann ein generationsübergreifendes Arbeitsklima geschaffen werden? Welche Vorurteile herrschen bei jüngeren gegenüber älteren Mitarbeitern und umgekehrt? Wie kann die Bereitschaft, Wissen weiterzugeben oder aufzunehmen, gestärkt werden?
Bettina Althaus untersucht, wie Fach- und Führungskräfte unterschiedlicher Generationen aus inhabergeführten Unternehmen die Möglichkeiten und Grenzen beim Wissenstransfer wahrnehmen. Sie empfiehlt, dass die Personalstrategie sich auf Altersheterogenität statt auf die Verjüngung der Belegschaft konzentriert. Ihr Buch richtet sich an Führungskräfte und Recruiter.
Aus dem Inhalt:
- Demografie;
- Vorurteile;
- Strategie;
- Wissensmanagement;
- Motivation;
- Personal
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitorische Ansätze und Merkmale für inhabergeführte Unternehmen
3. Demografischer Wandel
3.1 Merkmale demografischer Entwicklung
3.2 Generationen und ihre Eigenschaften
4. Wissensmanagement
4.1 Begriffsbestimmung Wissen
4.2 Wissen managen
5. Wissensmanagementmodelle
5.1 Wissensspirale -SECI-Modell
5.2 Wissenstransfer
6. Empirischer Teil
6.1 Untersuchungsdesign
6.2 Durchführung der Interviews
6.3 Auswertung der Interviews
6.4 Gütekriterien
6.5 Darstellung der Ergebnisse
6.6 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
7. Fazit & Ausblick
7.1 Beantwortung der Forschungsfrage
7.2 Methodische Vorgehensweise
7.3 Praxisrelevante Aspekte
7.4 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Fach- und Führungskräfte unterschiedlicher Generationen in inhabergeführten Unternehmen die Möglichkeiten und Grenzen des intergenerativen Wissenstransfers wahrnehmen. Ziel ist es, Strategien zur Wissenssicherung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des drohenden Ausscheidens der Babyboomer-Generation zu identifizieren.
- Analyse des demografischen Wandels und dessen Auswirkungen auf die Belegschaftsstruktur.
- Differenzierung der Generationen und ihrer spezifischen Merkmale im Arbeitskontext.
- Grundlagen des Wissensmanagements und relevante Modelle wie die Wissensspirale und das Bausteinmodell.
- Empirische Untersuchung der intergenerativen Wissensweitergabe in inhabergeführten Unternehmen mittels Leitfadeninterviews.
- Diskussion von Barrieren und Chancen für einen effektiven Wissenstransfer zwischen den Generationen.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Babyboomer (1956 – 1965)
Die Generation der Babyboomer folgt auf die Nachkriegsgeneration (1945-1955). In dieser Generation wurden ausgesprochen viele Kinder geboren. 1964 war mit fast 1,4 Millionen Neugeborenen der geburtenstärkste Jahrgang in Deutschland (vgl. Destatis, 2015). Danach ging die Geburtenrate stetig zurück. Der Bevölkerungsanteil der Babyboomer ist im Vergleich zu sämtlichen anderen Generationen sehr hoch. Das Ausscheiden der Babyboomer aus dem Erwerbsleben stellt Unternehmen und die Rentenkasse vor neue Herausforderungen.
Mit einem traditionellen Familienbild mit klarer Rollenverteilung innerhalb der Familie, wuchsen die Babyboomer in der Zeit des Wirtschaftswunders auf. Für sie eröffneten sich neue Möglichkeiten in Bildung und Mobilität: Universitäten wurden einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich, Auslandsreisen wurden realisierbar, der erste Mensch betrat den Mond. Neben Ölkrise und beginnender wirtschaftlicher Stagnation teilen diese geburtenstarken Jahrgänge in (West-)Deutschland die Zeit des RAF-Terrors in den 1970er Jahren. Von bzw. mit ihnen formierte sich in ihrer Jugend- und Studentenzeit die Friedens-, Umwelt und Anti-Atomkraftbewegung.
Aktuell bilden die Babyboomer das Rückgrat der deutschen Erwerbsbevölkerung. Was ihre berufliche Positionierung angeht, so konnten sie bereits bei Berufseintritt auf eine bessere Ausbildung zurückgreifen als ihre Vorgängergenerationen und haben seither einen erheblichen Wissens- und Erfahrungsschatz angesammelt. Sie sind beruflich gut etabliert. Ihr berufliches Credo „leben, um zu arbeiten“ hat sie in dieser Zeit begleitet. Die Babyboomer gehören häufig zu den langjährigen Betriebszugehörigen und damit zu den Kernbelegschaften der Unternehmen. „Sie besetzen Fach- und Führungspositionen in den Unternehmen und verdienen relativ gut“ (Klaffke, 2014, S. 39).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen des demografischen Wandels und die wachsende Bedeutung des intergenerativen Wissenstransfers für Unternehmen.
2 Definitorische Ansätze und Merkmale für inhabergeführte Unternehmen: Definiert Familienunternehmen und beleuchtet ihre wirtschaftliche Bedeutung sowie ihre spezifischen qualitativen Merkmale.
3 Demografischer Wandel: Analysiert demografische Daten, die Entwicklung der Altersstruktur in Deutschland und die verschiedenen Generationen (Babyboomer bis Gen Z).
4 Wissensmanagement: Erläutert Begriffe wie Wissen und Wissensmanagement sowie die Abgrenzung zwischen explizitem und implizitem Wissen.
5 Wissensmanagementmodelle: Stellt theoretische Modelle wie die Wissensspirale und das Bausteinmodell vor, die als Grundlage für den Wissenstransfer dienen.
6 Empirischer Teil: Detailliert die methodische Vorgehensweise der Untersuchung (Leitfadeninterviews) und präsentiert die Auswertung der Ergebnisse.
7 Fazit & Ausblick: Fasst die Kernergebnisse zusammen, diskutiert die Methodik und gibt einen Ausblick auf zukunftsfähige Personalstrategien.
Schlüsselwörter
Wissenstransfer, Wissensmanagement, Familienunternehmen, Demografischer Wandel, Generationen, Babyboomer, Generation X, Generation Y, Generation Z, implizites Wissen, explizites Wissen, Personalführung, Fachkräftemangel, Unternehmenskultur, Wissenssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie in inhabergeführten Unternehmen Wissen zwischen verschiedenen Generationen weitergegeben werden kann und welche Faktoren diesen Prozess fördern oder behindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den demografischen Wandel, Generationsspezifika, Wissensmanagement-Theorien sowie die praktische Umsetzung des Wissenstransfers in Familienunternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu verstehen, wie Fach- und Führungskräfte unterschiedlicher Generationen die Möglichkeiten und Grenzen des intergenerativen Wissenstransfers im betrieblichen Alltag wahrnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, basierend auf einer Literaturanalyse sowie empirischen Leitfadeninterviews, die nach Mayring ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Wissensmanagement, Generationenmodelle) und den empirischen Teil mit der Analyse von Interviewergebnissen zur aktuellen Praxis in Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wissenstransfer, Familienunternehmen, demografischer Wandel, Generationen und Wissensmanagement charakterisiert.
Warum ist der intergenerative Wissenstransfer für Familienunternehmen besonders kritisch?
Aufgrund des drohenden Ausscheidens der geburtenstarken Jahrgänge (Babyboomer) droht ein massiver Verlust an Erfahrungswissen, das für die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen essenziell ist.
Welche Rolle spielen digitale Medien beim Wissenstransfer?
Digitale Medien werden als große Bereicherung wahrgenommen, da sie Informationen altersneutral und effizient verfügbar machen, bergen jedoch auch die Gefahr der Überforderung durch zu große Informationsmengen.
- Arbeit zitieren
- Bettina Althaus (Autor:in), 2020, Wissen zwischen den Generationen weitergeben. Chancen und Herausforderungen beim Wissenstransfer in Familienunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509319