Den immateriellen Werten kommt im Zuge der Transformation von einer industriebasierten hin zu einer wissens- und dienstleistungsbasierten Wirtschaft eine wachsende Bedeutung zu. Diese Transformation wird durch den sich immer schneller vollziehenden technologischen Fortschritt, die Digitalisierung sowie durch den zunehmenden globalisierten Wettbewerb getrieben, dem Unternehmen ausgesetzt sind. Demzufolge ist es für Unternehmen unerlässlich, sich nicht nur durch den Einsatz von materiellen Ressourcen abzugrenzen, sondern auch die immateriellen Werte noch mehr in den Fokus zu rücken.
Moxter (1979) bezeichnete die immateriellen Werte als „ewige Sorgenkinder des Bilanzrechts.“ Dieses Zitat verdeutlicht die Schwierigkeiten, die bereits damals bestanden, die immateriellen Werte in der Rechnungslegung und in der Unternehmenspublizität adäquat abzubilden. Seither wurde auch seitens der Standardsetter einiges getan, um der gestiegenen Wichtigkeit der immateriellen Werte Rechnung zu tragen. Dass dies nur zum Teil möglich ist, zeigen die immensen Unterschiede zwischen den Marktwerten und den Buchwerten von Unternehmen, die sich teilweise auf das Vorhandensein nicht bilanziell erfasster immaterieller Werte wie zum Beispiel der Reputation, dem Mitarbeiter-Know-how oder den individuellen Unternehmensprozessen zurückführen lassen. Dies lässt den Rückschluss auf die große Bedeutung der immateriellen Werte für den Unternehmenserfolg der Gegenwart und der Zukunft zu. Die oft eingeschränkte Möglichkeit der bilanziellen Einbeziehung könnte daher dazu führen, dass sich die tatsächliche Performance von Unternehmen nicht oder nur unzureichend aus der klassischen bilanziellen Betrachtung ableiten lässt. Deshalb bedarf der Einfluss der immateriellen Werte auf die Unternehmensperformance auch seitens der wissenschaftlichen Forschung eine verstärkte Aufmerksamkeit. Dies zeigt sich an der Vielzahl der Publikationen, die diesen Bereich betreffen. Die Ansätze zur Messung und Quantifizierung der immateriellen Werte für das Anwenden empirischer Forschungsansätze sind dabei sehr verschieden. Demzufolge existiert ein breites Spektrum an Datensamples, Ergebnissen, Methoden und Hypothesen, die den Zusammenhang zwischen den immateriellen Werten und der Unternehmensperformance betreffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Inhaltliche und begriffliche Grundlagen
2.1 Immaterielle Werte
2.1.1 Definition und Begriffsabgrenzung
2.1.2 Kategorisierung
2.1.3 Eigenschaften
2.2 Unternehmenspublizität
2.2.1 Definition und Grundlagen
2.2.2 Bestandteile
2.3 Immaterielle Werte in der Unternehmenspublizität
2.3.1 Vorschriften nach den IFRS
2.3.1.1 Ansatz
2.3.1.2 Erstbewertung
2.3.1.3 Folgebewertung und Angaben im Anhang
2.3.2 Vorschriften nach dem HGB und den DRS
2.3.2.1 Bilanzierung
2.3.2.2 Lageberichterstattung und nichtfinanzielle Erklärung
2.4 Unternehmensperformance
2.4.1 Definition und Grundlagen
2.4.2 Steuerungsgrößen zur Messung der Unternehmensperformance
3 Methodik zur empirischen Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der Unternehmensperformance und den immateriellen Werten in der Unternehmenspublizität
3.1 Darstellung des aktuellen Forschungsstands
3.2 Bildung von Hypothesen und Ableitung von Forschungsfragen
3.3 Methodik der Datenerhebung
4 Ergebnisse der empirischen Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der Unternehmensperformance und den immateriellen Werten in der Unternehmenspublizität
4.1 Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse
4.1.1 Deskriptive Analyse
4.1.2 Regressionsanalyse
4.1.2.1 Gesamtdatensatz
4.1.2.2 Banken und Versicherungen
4.1.2.3 Verarbeitendes Gewerbe
4.1.3 Fazit
4.2 Vergleich der empirischen Ergebnisse mit dem Forschungsstand
5 Schluss
5.1 Kritische Würdigung der Empirie
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Zusammenhang zwischen der Berichterstattung über immaterielle Werte und der Unternehmensperformance am Beispiel der Unternehmen des MDAX empirisch zu untersuchen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Analyse, ob sich die in der Literatur identifizierten Ansätze zur Quantifizierung dieser Werte auf den spezifischen Datensatz übertragen lassen und inwiefern eine Korrelation zwischen der Publizität immaterieller Werte und dem Unternehmenserfolg nachweisbar ist.
- Analyse der inhaltlichen und begrifflichen Grundlagen immaterieller Werte.
- Untersuchung der Bilanzierungs- und Publizitätsvorschriften nach IFRS, HGB und DRS.
- Methodische Vorgehensweise zur Datengenerierung mittels Content Analysis.
- Empirische Regressionsanalyse zur Überprüfung des Zusammenhangs mit der Unternehmensperformance.
- Diskussion der Ergebnisse im Vergleich zum aktuellen Forschungsstand.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Den immateriellen Werten kommt im Zuge der Transformation von einer industriebasierten hin zu einer wissens- und dienstleistungsbasierten Wirtschaft eine wachsende Bedeutung zu. Diese Transformation wird durch den sich immer schneller vollziehenden technologischen Fortschritt, die Digitalisierung sowie durch den zunehmenden globalisierten Wettbewerb getrieben, dem Unternehmen ausgesetzt sind. Demzufolge ist es für Unternehmen unerlässlich, sich nicht nur durch den Einsatz von materiellen Ressourcen abzugrenzen, sondern auch die immateriellen Werte noch mehr in den Fokus zu rücken.
Moxter (1979) bezeichnete die immateriellen Werte als „ewige Sorgenkinder des Bilanzrechts.“ Dieses Zitat verdeutlicht die Schwierigkeiten, die bereits damals bestanden, die immateriellen Werte in der Rechnungslegung und in der Unternehmenspublizität adäquat abzubilden. Seither wurde auch seitens der Standardsetter einiges getan, um der gestiegenen Wichtigkeit der immateriellen Werte Rechnung zu tragen. Dass dies nur zum Teil möglich ist, zeigen die immensen Unterschiede zwischen den Marktwerten und den Buchwerten von Unternehmen, die sich teilweise auf das Vorhandensein nicht bilanziell erfasster immaterieller Werte wie zum Beispiel der Reputation, dem Mitarbeiter-Know-how oder den individuellen Unternehmensprozessen zurückführen lassen. Dies lässt den Rückschluss auf die große Bedeutung der immateriellen Werte für den Unternehmenserfolg der Gegenwart und der Zukunft zu. Die oft eingeschränkte Möglichkeit der bilanziellen Einbeziehung könnte daher dazu führen, dass sich die tatsächliche Performance von Unternehmen nicht oder nur unzureichend aus der klassischen bilanziellen Betrachtung ableiten lässt. Deshalb bedarf der Einfluss der immateriellen Werte auf die Unternehmensperformance auch seitens der wissenschaftlichen Forschung eine verstärkte Aufmerksamkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Erläuterung der Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit, die den Übergang zu einer wissensbasierten Wirtschaft sowie die Relevanz immaterieller Werte für den Unternehmenserfolg hervorhebt.
2 Inhaltliche und begriffliche Grundlagen: Theoretische Fundierung durch Definition und Kategorisierung immaterieller Werte sowie Darstellung der Publizitätsvorschriften nach IFRS und HGB.
3 Methodik zur empirischen Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der Unternehmensperformance und den immateriellen Werten in der Unternehmenspublizität: Vorstellung des Forschungsstandes und Ableitung der Hypothesen sowie Erläuterung der Methodik der Datenerhebung mittels Content Analysis.
4 Ergebnisse der empirischen Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der Unternehmensperformance und den immateriellen Werten in der Unternehmenspublizität: Deskriptive Analyse und Darstellung der Regressionsmodelle für den Gesamtdatensatz sowie spezifische Branchenanalysen.
5 Schluss: Kritische Würdigung der methodischen Vorgehensweise und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der Messung immaterieller Werte.
Schlüsselwörter
Immaterielle Werte, Unternehmenspublizität, Unternehmensperformance, MDAX, Content Analysis, Humankapital, Internal Capital, External Capital, Rechnungswesen, Geschäftsbericht, Regressionsanalyse, Intellectual Capital, Wissensbilanz, Bilanzierung, Finanzielle Kennzahlen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Masterarbeit befasst sich mit der Analyse immaterieller Werte und deren Auswirkung auf die Performance von Unternehmen des MDAX.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die Definition und Kategorisierung immaterieller Werte, deren Darstellung in Geschäftsberichten gemäß IFRS und HGB sowie deren Einfluss auf verschiedene Leistungskennzahlen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, mittels einer empirischen Untersuchung festzustellen, ob ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Publizität immaterieller Werte und der Unternehmensperformance existiert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die "Content Analysis" zur quantitativen Erfassung immaterieller Werte in Geschäftsberichten und kombiniert diese mit einer Regressionsanalyse zur Auswertung.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der theoretischen Einordnung der Werte, der Methodik der Datenerhebung und der anschließenden empirischen Regressionsanalyse für verschiedene Branchen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind immaterielle Werte, Unternehmensperformance, MDAX, Content Analysis, Humankapital und Rechnungslegung.
Warum wurde der MDAX als Datensatz gewählt?
Der MDAX wurde gewählt, da er die Strukturmerkmale mittelständischer und mittelgroßer Unternehmen in Deutschland gut repräsentiert.
Welche Rolle spielt die nichtfinanzielle Erklärung (NFE)?
Die NFE wird als wichtige Informationsquelle analysiert, da sie zunehmend qualitative Angaben zu immateriellen Werten enthält, die über die rein bilanzielle Betrachtung hinausgehen.
- Arbeit zitieren
- Tobias Schneider (Autor:in), 2019, Immaterielle Werte in der Unternehmenspublizität und ihre Auswirkungen auf die Unternehmensperformance, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509430