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Eine kulturhistorische Untersuchung zur Bedeutung ägyptischer Fayence von der prähistorischen bis zur römischen Zeit und ihrer Ausbreitung außerhalb Ägyptens

Titel: Eine kulturhistorische Untersuchung zur Bedeutung ägyptischer Fayence von der prähistorischen bis zur römischen Zeit und ihrer Ausbreitung außerhalb Ägyptens

Akademische Arbeit , 2018 , 71 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Rastagar Ahmad Ilyas Munir (Autor:in)

Ägyptologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei Fayence handelt sich um eine Art Quarzkeramik, welche zu Beginn des vierten Jahrtausends aufkam und auf die braune Tonkeramik folgte. Der Unterschied zur Tonkeramik besteht aus dem porösen Kern, welcher grau-bläulich bis weiß ist, sowie auch darin, dass es die erste Keramik ist, welche glasiert wurde, und zwar blau bis blaugrün. Der Name Fayence leitet sich von der Tonkeramik der italienischen Stadt Faenza her, wobei auch die Bezeichnungen Quarzfrittenkeramik, SiO2-Keramik, Kieselkeramik vorhanden sind, doch die Begriffe Ägyptische Fayence oder Quarzkeramik konnten sich am stärksten durchsetzen. Im Altägyptischem wurde Fayence ṯḥnt genannt, was „die Glänzende“ oder „die Strahlende“ bedeutet. Dabei werden, aufgrund der reflektierend-leuchtenden Eigenschaft, Bezüge zur Sonne, deutlich, obgleich es dennoch als Mineral galt, da es mit dem Determinativ für Mineralien determiniert wurde. Folglich ist die Assoziation mit der Sonne eine Beschreibung der optischen Eigenschaft des Materials, wobei die weibliche Endung von Interesse ist. Bezüge zum Himmel sind denkbar, da Fayenceobjekte oft aquatische Konnexionen besitzen und der Himmel laut altägyptischer Auffassung ein großer Ozean war. Zudem ist auch die Bezeichnung ḫsbd jr.tj, also künstlicher Lapislazuli, belegt. Somit dürfte Fayence als Imitat des Lapislazuli ein einfacherer Weg gewesen sein, an diesen Stein zukommen, obgleich bekannt war, dass es nicht echt war. Bei den behandelten Objekten habe ich folgende Gattungen berücksichtigt: Baukunst; Mobiliar und Gebrauchsgegenstände; Götterfiguren; anthropomorphe Figuren; Spielwaren; zoomorphe Figuren; Gefäße; Schmuck; religiöse Weihgaben; Amulette; funeräre Verwendung.
Bei der Ausbreitung außerhalb Ägyptens habe ich neben den "tradtionellen" Nachbarn in Westasien, Nordostafrika und dem Mittelmeerraum auch den asiatischen Raum, insbesondere Zentral- und Ostasien, mitbehandelt. Dieser Raum fand in der bisherigen Forschung über Ägyptiaka in anderen Kulturen bislang kaum Beachtung. Dies habe ich mit dieser Arbeit versucht zu ändern, auch wenn ich nur jene Artefakte aus Fayence berücksichtigt habe.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Baukunst

Mobiliar und Gebrauchsgegenstände

Götterfiguren

anthropomorphe Figuren

Spielwaren

zoomorphe Figuren

Gefäße

Schmuck

religiöse Weihgaben

Amulette

funeräre Verwendung

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick darüber zu geben, wie Fayence im alten Ägypten verwendet und in welche Arten von Objekten diese verarbeitet wurde. Dabei werden ausgewählte Artefakte hinsichtlich kulturgeschichtlicher, kunsthistorischer und technischer Aspekte analysiert und ihre Verbreitung außerhalb Ägyptens untersucht.

  • Kulturhistorische Bedeutung und symbolische Aufladung von Fayence
  • Technische Herstellungsprozesse und künstlerische Gestaltung
  • Einsatz von Fayence in der Architektur und im Mobiliar
  • Götter- und Tierdarstellungen im Kontext persönlicher Frömmigkeit
  • Internationale Verbreitung und interkulturelle Einflüsse

Auszug aus dem Buch

Einleitung

Bei Fayence handelt sich um eine Art Quarzkeramik, welche zu Beginn des vierten Jahrtausends aufkam und auf die braune Tonkeramik folgte. Der Unterschied zur Tonkeramik besteht aus dem porösen Kern, welcher grau-bläulich bis weiß ist, sowie auch darin, dass es die erste Keramik ist, welche glasiert wurde, und zwar blau bis blaugrün. Der Name Fayence leitet sich von der Tonkeramik der italienischen Stadt Faenza her, wobei auch die Bezeichnungen Quarzfrittenkeramik, SiO2-Keramik, Kieselkeramik vorhanden sind, doch die Begriffe Ägyptische Fayence oder Quarzkeramik konnten sich am stärksten durchsetzen.

Im Altägyptischem wurde Fayence ṯḥnt genannt, was „die Glänzende“ oder „die Strahlende“ bedeutet. Dabei werden, aufgrund der reflektierend-leuchtenden Eigenschaft, Bezüge zur Sonne, deutlich, obgleich es dennoch als Mineral galt, da es mit dem Determinativ für Mineralien determiniert wurde. Folglich ist die Assoziation mit der Sonne eine Beschreibung der optischen Eigenschaft des Materials, wobei die weibliche Endung von Interesse ist. Bezüge zum Himmel sind denkbar, da Fayenceobjekte oft aquatische Konnexionen besitzen und der Himmel laut altägyptischer Auffassung ein großer Ozean war.

Zusammenfassung der Kapitel

Baukunst: Fayencefliesen und -kacheln wurden als regenerative Elemente in der Architektur eingesetzt und dienten häufig der Nachahmung jenseitiger Landschaften.

Mobiliar und Gebrauchsgegenstände: Kostbare Holzkästchen und andere Einrichtungsgegenstände wurden mit Fayence-Einlagen dekoriert, wobei ökonomische Faktoren oft zu Imitationen durch Bemalung führten.

Götterfiguren: Diese dienten meist der persönlichen Frömmigkeit und zeigen die Entwicklung von Schutzgottheiten sowie synkretistische Einflüsse hellenistischer Zeit.

Spielwaren: Spielbretter und Tierfiguren aus Fayence dienten häufig als Grabbeigaben und spiegeln sowohl pädagogische als auch religiöse Kontexte wider.

zoomorphe Figuren: Tierfiguren wie Nilpferde oder Igel waren eng mit dem Konzept der Wiedergeburt verknüpft und wurden oft in Gräbern platziert.

Gefäße: Fayence-Gefäße wurden oft für kultische Zwecke genutzt und zeigen durch ihre Form und Dekoration häufig Einflüsse des Mittelmeerraums.

Schmuck: Von einfachen Perlen bis hin zu aufwendigen Pektorals diente Fayence als beliebtes Schmuckmaterial mit apotropäischer Schutzfunktion.

religiöse Weihgaben: Votivgaben in Heiligtümern dienten der rituellen Interaktion mit den Gottheiten und wurden oft als Stiftungen für das persönliche Wohlergehen genutzt.

Amulette: Diese wurden als Schutzamulette oder Siegel getragen und waren weit über Ägypten hinaus bis nach Zentralasien verbreitet.

funeräre Verwendung: Grabbeigaben wie Mumienmasken und Uschebtis aus Fayence sollten dem Verstorbenen Schutz und ewiges Leben garantieren.

Schlussbetrachtung: Fayence war als vielseitiger und kostbarer Werkstoff ein zentrales Element ägyptischer Kunstproduktion mit globaler Ausstrahlung.

Schlüsselwörter

Ägyptische Fayence, Quarzkeramik, Kulturgut, Wiedergeburt, Archäologie, Mittelmeerraum, Handelswege, Götterfiguren, Amulette, Grabbeigaben, Interkulturalität, Symbolik, antike Handwerkstechniken, Totenkult, Ikonografie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Untersuchung grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verwendung, Bedeutung und Ausbreitung ägyptischer Fayence-Objekte von der prähistorischen Zeit bis zur römischen Epoche.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der technischen Herstellung, der künstlerischen Gestaltung, der religiösen Symbolik sowie dem internationalen Handel und Transfer dieser Objekte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist ein umfassender Überblick über die Verarbeitung von Fayence in verschiedene Objektarten und die Analyse ihrer kulturhistorischen und kunsthistorischen Kontexte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor analysiert ausgewählte Artefakte hinsichtlich technischer Aspekte und interpretiert archäologische Funde im Kontext ihrer religiösen und sozialen Bedeutung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich nach Objektgruppen wie Architektur, Mobiliar, Götterfiguren, Gefäße, Schmuck und Amulette, um deren spezifische Verwendung zu beleuchten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ägyptische Fayence, Quarzkeramik, Interkulturalität, Grabbeigaben und antiker Handel charakterisiert.

Inwiefern beeinflusste die "Sonnentheologie" die Produktion von Fayence?

Die reflektierenden Eigenschaften des Materials und die blaue Farbe wurden als Ausdruck von Glanz und Licht interpretiert, was die Verbindung zu solaren Gottheiten und der regenerative Kraft stärkte.

Welche Rolle spielten "Ägyptiaka" im antiken Handel?

Ägyptiaka waren kleine, handliche Luxusgüter mit hoher symbolischer Bedeutung, die weit über das Niltal hinaus exportiert wurden und den kulturellen Austausch förderten.

Warum finden sich ägyptische Fayence-Objekte in Zentralasien?

Diese Funde zeugen von weitläufigen Handelsnetzwerken und teilweise von Migrationen ägyptischer Bevölkerungsgruppen, die ihre religiösen Kulte in neue Regionen mitbrachten.

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eine kulturhistorische Untersuchung zur Bedeutung ägyptischer Fayence von der prähistorischen bis zur römischen Zeit und ihrer Ausbreitung außerhalb Ägyptens
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Ägyptologisches Institut)
Note
1,3
Autor
Rastagar Ahmad Ilyas Munir (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
71
Katalognummer
V509490
ISBN (eBook)
9783346080592
ISBN (Buch)
9783346134691
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fayence ägyptische Kunst Ägyptische Archäologie Außenbeziehungen Ägyptens Ägyptiaka
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rastagar Ahmad Ilyas Munir (Autor:in), 2018, Eine kulturhistorische Untersuchung zur Bedeutung ägyptischer Fayence von der prähistorischen bis zur römischen Zeit und ihrer Ausbreitung außerhalb Ägyptens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509490
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Leseprobe aus  71  Seiten
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