Modellierung der Geschäftsprozesse Zoo-Tieraufnahme mit der Methode BPMN und Methodeneinschätzung


Seminararbeit, 2017

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Tabellenverzeichnis

IV. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Aufbau der Arbeit

2. Grundlagen
2.1. Geschäftsprozessmodellierung
2.2. Business Process Model and Notation

3. Modellierung des Prozesses mit der Methode BPMN
3.1. Abgrenzung des Prozesses
3.2. High-Level Plan und Top-Level Diagramm „Zootieraufnahme“
3.3. Top-Level Subprozess „Tier untersuchen“
3.4. Top-Level Subprozess „Transport organisieren“
3.5. Einschätzung der Methode BPMN

4. Schlussbetrachtung

VI. Anhang

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zielsetzung der Arbeit

Abbildung 2: Hierarchische Top-Down-Methode

Abbildung 3: Hauptprozess „Zootieraufnahme“

Abbildung 4: Subprozess „Tier untersuchen“

Abbildung 5: Subprozess „Transport organisieren“

Anhang Abbildung 1: Hauptprozess „Zootieraufnahme“

Anhang Abbildung 2: Subprozess „Tier untersuchen“

Anhang Abbildung 3: Subprozess „Transport organisieren"

III. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Aktivitäten im Hauptprozess „Zootieraufnahme“

Tabelle 2: Aktivitäten im Subprozess „Tier untersuchen“

Tabelle 3: Aktivitäten im Subprozess „Transport organisieren“

IV. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

Eine prozessorientierte Unternehmensstruktur ist aus der modernen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken (vgl. Staud, 2006, III). Um in einer globalen Welt bestehen zu können, ist eine der wichtigsten Aufgaben von Unternehmen die Planung, Steuerung und Überwachungder wertschöpfenden Unternehmensprozesse hinsichtlich Durchlaufzeit, Qualität, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität. Mit dieser Aufgabe beschäftigt sich das Business Process Management, abgekürzt durch BPM (vgl. Elzinga u. a., 1995). Eine der Aufgaben des BPM ist die Visualisierung dieser Prozesse, hier hat sich zur grafischen Modellierung die Notation Business Process Model and Notation in der Version 2.0, abgekürzt durch BPMN v2.0 als eine der Spezifikationen durchgesetzt (vgl. Becker/Probandt/Vering, 2012, S. 47). BPMN verfügt im Vergleich zu anderen Notationen, wie Ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK) oder Unified Modeling Language (UML) über differenzierte Modellierungskonstruktionen, welche BPMN einerseits komplexer aber andererseits auch ausdrucksstärker machen (vgl. OMG, 2011). Durch die Geschäftsprozessmodellierung mit BPMN soll ein besseres Business-IT-Alignement ermöglicht werden, da BPMN Modelle sowohl von der IT als auch von nicht IT-affinen Personen entwickelt und verstanden werden können.

Eine differenzierte Einschätzung dieser Methode hinsichtlich der Tauglichkeit, der Verständlichkeit sowie möglicher Defizite soll in dieser Arbeit anhand der der Modellierung des textlich beschriebenen Prozesses der Aufnahme eines neuen größeren Tieres in einen Zoo ermöglicht werden.

1.2. Zielsetzung

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Methode BPMN zur Prozessmodellierung anhand der Modellierung des Prozesses Zoo-Tieraufnahme einzuschätzen. Um dieses Ziel zu erreichen sollen zunächst die Grundlagen über Geschäftsprozessmodellierung im Allgemeinen und der Methode BPMN im Speziellen erarbeitet werden. Danach soll der textlich beschriebene Prozess zur Zootieraufnahme unternehmensübergreifend modelliert und die textliche Beschreibung durch Nachfrage bei den Prozessakteuren ergänzt werden. Das Finalziel sowie die abgeleiteten Modalziele sind in Abbildung 1 dargestellt.

Finalziel: Einschätzung der Methode BPMN anhand des Prozesses Zoo-Tieraufnahme abgeben

Modalziele:

1. Grundlagen über die Methode BPMN erläutern
2. Modellierung des Prozesses Zoo-Ti eraufnahme mit der Methode BPMN
3. Textliche Beschreibung durch Nachfrage bei den Prozessakteuren ergänzen

Abbildung 1: Zielsetzung der Arbeit

1.3. Aufbau der Arbeit

Um die Voraussetzung für die Modellierung des Prozesses zu schaffen, werden in Kapitel 2 zunächst die Standardelemente der Notation sowie die hierarchische Top-Down-Methode, eine Vorgehensweise zur Modellierung nach Bruce Silver erläutert. In Kapitel 3 wird der Prozess unter Anwendung dieser Methode in BPMN modelliert. Falls in der textlichen Beschreibung Lücken vorhanden sind, werden diese in diesem Schritt durch Nachfrage bei den Prozessakteuren ergänzt. Anhand der Modellierung werden danach die Vor- und Nachteile der Methode gegenübergestellt und eine Einschätzung der Methode hinsichtlich Tauglichkeit und möglicher Defizite vorgenommen. Zum Schluss werden in Kapitel 4 die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zusammengefasst und kritisch betrachtet.

2. Grundlagen

2.1. Geschäftsprozessmodellierung

Eine der bekanntesten Definitionen eines Geschäftsprozesses stammt von Hammer und Champy. Diese bezeichnen einen Geschäftsprozess als eine Menge von zielgerichteten, inhaltlich abgeschlossenen und zeitlich logischen Aktivitäten, die einen oder mehrere Inputs in einen Output umwandeln (vgl. Hammer/Champy, 2006). Die Aktivitäten können dabei von einer oder mehreren Organisationen oder Organisationseinheiten durchgeführt werden.

Durch die Modellierung von Geschäftsprozessen können bestehende Prozesse organisatorisch und durch IT verbessert, bestehende Prozesse dokumentiert sowie neue Prozesse eingeführt werden. Die Geschäftsprozessmodelle stellen die wichtigsten Aspekte der Geschäftsprozesse dar und geben eine Übersicht über Verantwortlichkeiten und verwendete Daten. Für die Modellierung wird meist eine grafische Notation verwendet, der ein formales Metamodell zugrunde liegt, dann wird von einer Modellierungssprache gesprochen (vgl. Müller, 2011, 8ff). Es gibt verschiedene Arten von Modellierungssprachen, wie beispielsweise Unified Modelling Language, Ereignisgesteuerte Prozesskette oder Business Process Model and Notation (vgl. Becker/Probandt/Vering, 2012, 4ff). In der vorliegenden Arbeit wird ausschließlich BPMN in der Version 2.0 als Modellierungssprache verwendet und somit in Kapitel 2.2 erläutert

2.2. Business Process Model and Notation

BPMN ist ein weitverbreiteter Standard zur grafischen Modellierung von Geschäftsprozessen, welche erstmals im Mai 2004 von der Business Process Management Initiative (BPMI) veröffentlicht wurde. Die erste Version namens „Business Process Modeling Notation“ wurde in der Version 2.0 in „Business Process Model and Notation“ umbenannt (vgl. Müller, 2011, S. 11). Die Methode BPMN ist auf den Kernbereich der Prozessmodellierung beschränkt und betrachtet keine organisatorischen oder informationstechnischen Strukturen. Dies hat den Vorteil, dass die Methode nicht zu komplex wird, außerdem werden somit Redundanzen zu anderen Modellierungsmethoden vermieden. Die Intention bei der Entwicklung von BPMN war es, ein technisches Prozessmodell zu entwickeln, dass auch von Personen, die nicht Technik-affin sind, verstanden werden kann (vgl. Freund/Rücker, 2017, 27f).

BPMN ermöglicht eine sehr detaillierte Modellierung und differenzierte Parametrisierung aufgrund einer Reihe von Standardelementen mit speziellen Objekttypen. Diese Standardelemente lassen sich in die vier Gruppen Flussobjekte, Teilnehmer, verbindende Objekte und Artefakte aufteilen.

Flussobjekte lassen sich in Aktivitäten, Gateways und Ereignisse unterteilen. Aktivitäten beschreiben die durchzuführenden Tätigkeiten im Prozess und deren zeitlichen und sachlogischen Ablauf. Falls die Durchführung der Aktivitäten nur unter gewissen Bedingungen oder zeitlich parallel erfolgt, wird dieser Sachverhalt durch Gateways dargestellt. Ereignisse repräsentieren Statusänderungen oder bereits abgeschlossene Aktivitäten, ein Geschäftsprozess beginnt und endet immer mit mindestens einem Ereignis. Die Flussobjekte werden in ihrer Reihenfolge durch verbindende Objekte miteinander verbunden, innerhalb eines Pools werden hierfür, außerhalb eines Pools Nachrichtenflüsse verwendet. Bei Pools kann zwischen auf- und zugeklappten Pools unterschieden werden. Zugeklappte Pools repräsentieren externe Teilnehmer des Prozesses, deren interne Prozesse nicht bekannt sind. Aufgeklappte Pools repräsentieren einen Prozess und lassen sich darunter nochmals in Lanes, welche die Zuständigkeiten repräsentieren, unterteilen. Die Artefakte liefern zusätzliche Informationen zum Prozess, haben allerdings keine direkten Auswirkungen auf diesen. Zentrales Element ist hier das Datenobjekt, welches die Dokumente oder Informationen abbildet, die im Rahmen des Prozesses notwendig sind (vgl. Becker/Probandt/Vering, 2012, 26ff; vgl. Freund/Rücker, 2017, 28f).

Das mit diesen Standardobjekten modellierte Geschäftsprozessmodell beschreibt den prinzipiellen Ablauf eines Prozesses. Eine Prozessinstanz repräsentiert den Ablauf eines Prozesses in der Realität. Zur Beschreibung einer Prozessinstanz kann das Token-Konzept angewendet werden, welches auch in der vorliegenden Ausarbeitung Verwendung findet. Das Token ist ein theoretisches Konstrukt welches am Anfang einer Prozessinstanz erzeugt wird und dann die Sequenzflüsse entlangläuft. Am Ende einer Prozessinstanz muss das Token im Endereignis wieder zerstört werden. Bei der Modellierung von Prozessen muss auf die Zusammenführung aufgeteilter Token geachtet werden, sowie darauf dass keine Deadlocks entstehen (vgl. Freund/Rücker, 2017, 30f; vgl. OMG, 2011, S. 27).

3. Modellierung des Prozesses mit der Methode BPMN

In diesem Kapitel wird der textlich beschriebene Prozessablauf der Aufnahme eines Tiers in einen Zoo modelliert. Die exakte Prozessbeschreibung ist in Kapitel VI. Anhang abgelegt und wird der Übersichtlichkeit hier nicht weiter ausgeführt. Zur Modellierung des Geschäftsprozesses wird nach den sechs Schritten der hierarchischen Top-Down-Methode nach Bruce Silver vorgegangen, welche in Abbildung 2 zu sehen sind und in den einzelnen Unterkapiteln erläutert werden (vgl. Silver, 2011).

1. Abgrenzung des Prozesses
2. Hauptaktivitäten in High-Level Plan definieren
3. Top-Level Diagramm abbilden
4. Top-Level Subprozess in einem Child-Level Diagramm abbilden
5. Geschäftslogik hinzufugen
6. Schritt 4 und 5 für jedes Level

Abbildung 2: Hierarchische Top-Down-Methode (vgl. Silver, 2011)

3.1. Abgrenzung des Prozesses

Im ersten Schritt wird der Prozess abgegrenzt, es werden die Start- und Endereignisse des Prozesses sowie dessen Teilnehmer definiert. Der Prozess wird mit dem Signal-Startereignis, dass ein Tier eintrifft gestartet und kann mit zwei möglichen Blanko-Endereignissen enden, entweder wird ein Tier aufgenommen oder es wird wieder zurück transportiert.

Die Teilnehmer des Prozesses sind der Zootierarzt, der zukünftiger Pfleger, der Zoodiätassistent, die Zooleitung und die Rücksendestelle, diese werden als einzelne Lanes des aufgeklappten Pools Zootieraufnahme, der wie der Prozess heißt, dargestellt. Die Pools der Herkunftsstelle und des Tiertransportunternehmens werden als zugeklappter Pool dargestellt, da die Prozesse intern nicht bekannt und für den Prozess nur die Nachrichtenflüsse zwischen den Parteien interessant sind. Die zugeklappten Pools heißen wie die Teilnehmer.

3.2. High-Level Plan und Top-Level Diagramm „Zootieraufnahme“

In einem High-Level Plan werden die Hauptaktivitäten des Prozesses ausgearbeitet, diese werden dann in einem Top-Level Diagramm als Hauptprozess modelliert. Hierbei können mehrere Aktivitäten zu Subprozessen zusammengefasst werden. In Tabelle 1 sind die Aktivitäten des Hauptprozesses sowie deren BPMN Notation dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Aktivitäten im Hauptprozess „Zootieraufnahme“

Bei der Modellierung des Top-Level Diagramms wird mit dem Happy Path, also mit dem Sequenzfluss der im günstigsten Fall des Prozesses durchlaufen wird, begonnen. Der Prozess wird mit dem Signal-Startereignis, dass ein Tier eintrifft, instanziiert. Dadurch wird die Prozessinstanz gestartet, welche immer genau der Aufnahme eines Tieres entspricht. Dadurch wird das Token erzeugt, welches den Sequenzfluss entlang zur empfangenden Aufgabe läuft. Hier werden die Begleitpapiere von der Herkunftsstelle empfangen, welche als Nachrichtenfluss von der Herkunftsstelle an den Zoo modelliert sind. Das Token läuft weiter zur systemgestützten Benutzer-Aufgabe Tierakte anlegen. Der Dokumenteninput für diese Aktivität ist das Begleitpapier, der Output ist die Tierakte, die als Datenobjekt modelliert wird, da diese Informationen repräsentiert, die durch den kompletten Prozess fließen. Die Tierakte wird außerdem in der Datenbank des Zoos gespeichert, welche als Datenspeicher modelliert wird, da sie unabhängig von der Lebensdauer der Prozessinstanz ist. Von dieser Aufgabe läuft das Token weiter zum Subprozess, in dem das Tier untersucht wird. Nach der Untersuchung wird das Tier offiziell in den Zoo aufgenommen, auch diese Aufgabe wird systemgestützt als Benutzer­Aufgabe vorgenommen und in der Tierakte als Dokumentenoutput vermerkt. Der Prozess endet mit dem Blanko-Endereignis, dass das Tier aufgenommen wurde und das Token wird zerstört. Somit ist die Modellierung des Happy Path abgeschlossen und der Ausnahmepfad kann hinzugefügt werden. Der Prozessablauf kann durch das angeheftete unterbrechende Signal­Zwischenereignis, dass das Tier nicht aufgenommen werden kann unterbrochen werden. Dieses Signal entspricht einem der Endereignisse aus dem Subprozess „Tier untersuchen“ und unterbricht den Hauptprozess. Alternativ wäre auch ein Gateway nach dem Subprozess mit Abfrage der beiden Endereignisse aus dem Subprozess möglich. Der Vorteil des angehefteten Zwischenereignisses liegt daran, dass auf den ersten Blick erkannt wird, welcher Pfad der Happy Path ist und welcher nur im Ausnahmefall durchlaufen wird. In diesem Ausnahmefall läuft das Token weiter zur Organisation des Rücktransports, welcher ebenfalls als Subprozess modelliert ist. Danach endet der Prozess mit dem Blanko-Endereignis, dass das Tier nicht aufgenommen wurde und das erzeugte Token wird zerstört, die Prozessinstanz ist somit beendet. Das Top­Level Diagramm mit dem modellierten Hauptprozess ist in Abbildung 3 dargestellt. Eine größere Abbildung des Diagramms ist in Kapitel VI Anhang abgelegt.

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Modellierung der Geschäftsprozesse Zoo-Tieraufnahme mit der Methode BPMN und Methodeneinschätzung
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Veranstaltung
IT-Management
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V509513
ISBN (eBook)
9783346089519
ISBN (Buch)
9783346089526
Sprache
Deutsch
Schlagworte
modellierung, geschäftsprozesse, zoo-tieraufnahme, methode, bpmn, methodeneinschätzung
Arbeit zitieren
Jessica Nagel (Autor:in), 2017, Modellierung der Geschäftsprozesse Zoo-Tieraufnahme mit der Methode BPMN und Methodeneinschätzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509513

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