Diese Arbeit enthält ein Skript zur mündlichen Prüfung in der Ausbilder-Eignungsprüfung für den Ausbildungsberuf Bürokaufmann/Bürokauffrau
Dieses Skript soll diese Lücke schließen und als Beispiel dafür dienen, wie man im Rahmen der mündlichen Prüfung zur Ausbildereignung nach AEVO) ein Lehrgespräch darstellen kann.
Für den praktischen Teil der Ausbildereignungsprüfung gibt es zwei Möglichkeiten:
- eine Präsentation
- oder die praktische Durchführung einer berufstypischen Ausbildungssituation.
Die Autorin hat sich bewusst für die zweite Variante, also die praktische Durchführung entschieden. Warum? Versetzen Sie sich einfach in die Situation der Prüfer: Oft finden die mündlichen Prüfungen über einen ganzen Tag hinweg statt. Vorgetragene Präsentationen sind für die Prüfer oft ermüdend und gelegentlich auch einmal langweilig. Da ist ein kleines "Schauspiel" zwischendurch willkommene Abwechslung. Zudem lässt sich die praktische Durchführung gut üben, einen geeigneten "Spielpartner" vorausgesetzt. Je weniger geschauspielert die vorgeführte praktische Durchführung ist, desto besser – es soll natürlich nicht einstudiert aussehen, aber es wäre geradezu fahrlässig, dies im Vorfeld nicht zu üben. Gleiches gilt ja auch für die Prüfungs-Variante Präsentation.
Auch das anschließend zu führende Fachgespräch wird durch die Darstellung einer praktischen Durchführung erleichtert: Die Prüfer nehmen nämlich erst einmal Bezug auf das Schauspiel, das sie gerade gesehen haben. Warum haben Sie dies gefragt? Wie hätten Sie reagiert, wenn Ihr Lehrling gar keine Antwort gewusst hätte? etc. Die praktische Durchführung bildet für viele Fragen des Fachgesprächs einen guten Anknüpfungspunkt, und man muss sich als Prüfling vermutlich weniger Sorgen vor allgemeinen theoretischen Fragen machen.
Wie man das Ergebnis noch hätte steigern können, hat die Autorin im anschließenden Gespräch mit den Prüfern erfahren. Diese wertvollen Hinweise hat sie ans Ende Ihres "Drehbuchs" für das Lehrgespräch aufgenommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Mitteilungsblatt zum Entwurf für eine Unterweisung im Rahmen der Ausbilder-Eignungsprüfung
2.Unterweisungskonzept
3.„Drehbuch“ für das Lehrgespräch mit dem Azubi
3.1 Vorbereitung
3.2 Lehrgespräch
3.3Feedback
3.4. Üben, Lernerfolgskontrolle
3.5 Abschluss, Ausblick
4.„Requisiten“ für das Lehrgespräch
4.1 Zu versendendes Schreiben (= Kündigung Lagerfläche)
4.2 Fragebogen zur Lernerfolgskontrolle
4.3 Sonstige Requisiten
5. Fragen im Fachgespräch mit dem Prüfungsausschuss
5.1 Diese Fragen wurden mir gestellt
5.2 Typische Fragen zur mündlichen Prüfung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dient als praktischer Leitfaden für die Vorbereitung auf die mündliche Ausbilder-Eignungsprüfung (AEVO), wobei der Fokus auf der Durchführung eines handlungsorientierten Lehrgesprächs liegt. Ziel ist es, angehenden Ausbildern eine detaillierte Vorlage zu bieten, die den gesamten Prozess von der Konzeption bis zur Lernerfolgskontrolle anhand eines konkreten betrieblichen Beispiels verdeutlicht.
- Methodik des Lehrgesprächs in der praktischen Ausbildung
- Handlungsorientierte Unterweisungsplanung
- Rechtssichere und wirtschaftliche Bearbeitung von Ausgangspost
- Vorbereitung auf das Fachgespräch mit dem Prüfungsausschuss
- Lernerfolgskontrolle und Feedbackmethoden
Auszug aus dem Buch
3.2 Lehrgespräch
Wir haben hier einen Brief, den hat der Chef geschrieben und schon unterschrieben, der legt Ihnen die Mappe hin und sagt: Bitte versenden.
Was machen Sie jetzt? hmm... Erstmal den Brief kopieren?
Gute Idee. Warum? Wir wollen ja wissen, was wir rausgeschickt haben. Vielleicht braucht man das später nochmal.
Richtig. Sie machen also eine Kopie vom Brief. Und dann? ... ich bin mir nicht sicher, ob ich den Brief durchlesen darf...
Warum sind Sie sich nicht sicher? Naja, es könnte ja was sein, was mich nichts angeht...
Das ist ein guter Gedanke. Was wären z.B. Dinge, die Sie nichts angehen? ... Vielleicht Personalsachen?
Ja, das ist richtig. Ihre Bewerbung damals haben wir ja auch nicht unter der Belegschaft rumgereicht. Die ist nur beim Chef und bei mir gewesen. Obwohl Sie sich Ihrer Noten gar nicht schämen müssen. ;-)
Also: Wenn Sie etwas versenden sollen, was Sie nichts angeht, dann wäre das schon in einem verschlossenen Briefumschlag. In diesen Brief dürfen Sie ruhig reinsehen. Worum geht es da? (liest kurz/murmeln) Der Dr. Günther kündigt unseren Lagerraum bei der Lagerbox mit einer Frist von 4 Wochen zum 31.3.
Was wissen Sie denn über Kündigungen? Wir hatten das vor kurzem erst in der Berufsschule: Eine Kündigung ist eine einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung.
Da haben Sie in der Berufsschule gut aufgepasst. Was bedeutet das genau, empfangsbedürftig? Dass der Vermieter die Kündigung erhalten muss, damit sie wirksam wird.
Und wann sollte der Vermieter die Kündigung erhalten? Na, rechtzeitig. Also innerhalb der Kündigungsfrist.
Genau. Dann müssten wir also – falls es zum Streit mit dem Vermieter kommt – was genau nachweisen? Erstens dass der Vermieter die Kündigung erhalten hat, und zweitens dass er sie rechtzeitig erhalten hat. Hier also mindestens 4 Wochen vor dem 31.3.
Gut zusammengefasst. Und wie weisen wir das nach? Durch Einschreiben?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Mitteilungsblatt zum Entwurf für eine Unterweisung im Rahmen der Ausbilder-Eignungsprüfung: Formaler Leitfaden zur Erstellung des Unterweisungsentwurfs inklusive Angaben zu Teilnehmern, Thema und Rahmenbedingungen.
2.Unterweisungskonzept: Detaillierte Darstellung der Lernziele, der Zielgruppe und der didaktischen Begründung der gewählten Ausbildungsmethode.
3.„Drehbuch“ für das Lehrgespräch mit dem Azubi: Konkreter Leitfaden für den Dialog zwischen Ausbilder und Auszubildendem, gegliedert in Vorbereitung, Durchführung, Feedback und Abschluss.
4.„Requisiten“ für das Lehrgespräch: Aufstellung und Vorlagen der für die Unterweisung benötigten Materialien, einschließlich eines Übungs-Schreibens und eines Fragebogens.
5. Fragen im Fachgespräch mit dem Prüfungsausschuss: Sammlung von authentischen Prüfungsfragen und hilfreichen Antworten sowie fachlichen Grundlagen für die mündliche Prüfung.
Schlüsselwörter
AEVO, Ausbilder-Eignungsprüfung, Lehrgespräch, Unterweisungskonzept, Ausgangspost, Fachgespräch, Handlungsorientierung, Lernerfolgskontrolle, Berufsausbildung, Büroprozesse, Kündigung, Einschreiben, Lernziele, Ausbildungsmethoden, Führung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit ist ein Praxisleitfaden zur Vorbereitung auf die mündliche Ausbilder-Eignungsprüfung (AEVO), der den Ablauf eines Lehrgesprächs zur fachgerechten Bearbeitung von Ausgangspost detailliert aufzeigt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Gestaltung eines Lehrgesprächs, der praktischen Anwendung von Büroprozessen und der Vorbereitung auf das anschließende Fachgespräch mit dem Prüfungsausschuss.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, eine detaillierte Anleitung und ein konkretes Beispiel ("Drehbuch") für die Durchführung einer berufstypischen Ausbildungssituation im Rahmen der mündlichen AEVO-Prüfung zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der handlungsorientierten Ausbildungsmethode, die den Auszubildenden durch aktives Mitdenken und eigenständiges Erarbeiten von Lösungen in den Mittelpunkt stellt.
Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?
Im Hauptteil wird das konkrete "Drehbuch" für ein Lehrgespräch inklusive Dialogbausteinen, Feedback-Strategien und der anschließenden Lernerfolgskontrolle detailliert ausgearbeitet.
Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Kernbegriffe umfassen AEVO, Handlungsorientierung, Ausbildungsmethodik, Lernziele, Lernerfolgskontrolle und berufspraktische Kompetenzentwicklung.
Welche Rolle spielt die Lernerfolgskontrolle in diesem Konzept?
Die Lernerfolgskontrolle ist integraler Bestandteil des Lehrgesprächs; sie wird durch einen Fragebogen unterstützt, der das Verständnis der gelernten Prozesse (z.B. Postversand, Einschreibearten) systematisch überprüft.
Wie geht die Autorin mit dem Thema "Prüfungsangst" um?
Die Autorin empfiehlt eine strukturierte Vorbereitung und das Proben des Lehrgesprächs mit einem "Spielpartner", um Sicherheit zu gewinnen und das anschließende Fachgespräch durch gezielte Anknüpfungspunkte an das "Schauspiel" zu erleichtern.
- Quote paper
- Annelie Köglmeier (Author), 2017, Unterweisung Lehrgespräch für Ausbilder-Eignungsprüfung (Ausbildung Kfm/Kfr für Büromanagment), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509687