Dokumentieren, Protokollieren, Daten aufbereiten und thematisch-intentionale Differenzierung im naturwissenschaftlichen Unterricht


Hausarbeit, 2017

8 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

1. Einleitung

Kinder machen in ihrem Alltag bereits früh Erfahrungen mit Naturphänomenen. Das Durchführen von Experimenten und Versuchen regt die kindliche Neugierde an und ist zudem ein entscheidendes Medium des naturwissenschaftlichen Unterrichts, um sich Erkenntnisse selbst zu erschließen.

In der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit werden zwei Theorien aus dem Sachunterricht thematisiert. Die erste Theorie „Dokumentieren, Protokollieren, Daten aufbereiten“ bezieht sich auf den Bereich der Denk- und Arbeitsweisen als wichtigen Bestandteil eines jeden Experiments oder Versuchs. Um auf alle Schülerinnen und Schüler (SuS) adäquat eingehen zu können, benötigt jeder Schulunterricht, so auch der Sachunterricht, eine differenzierte Struk­turierung. Die „thematisch-intentionale Differenzierung“, als Unterform der inneren Differen­zierung, stellt in dieser Arbeit die zweite Theorie dar.

Zunächst werden die beiden Theorien isoliert betrachtet, um im Anschluss eine Diskussion über die Vereinbarkeit der beiden Theorien zu führen. Danach werden sie unter Einbezug einer Aufgabe aus dem Bereich der Physik mit der formulierten Fragestellung verknüpft. Abschließend bedarf es der Analyse bzw. Weiterentwicklung der Aufgabe. Offengebliebene Fragen werden im Fazit aufgegriffen.

2. Dokumentieren, Protokollieren und Daten aufbereiten

Der naturwissenschaftliche Unterricht fordert neben dem Aufbau eines inhaltsbezogenen Wissens auch das Aneignen eines prozessbezogenen Wissens - den naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen. Durch dieses prozessbezogene Wissen sollen die SuS lernen, was naturwissenschaftliches Arbeiten bedeutet und wie man Erkenntnisse gewinnt (Möller & Wyssen, 2017). In der Naturwissenschaftsdidaktik werden die Denk- und Arbeitsweisen häufig als eine Art Erkenntniszirkel abgebildet (Leuchter, 2017). Möller und Wyssen (2017) unterscheiden dabei zwölf verschiedene naturwissenschaftliche Arbeits- und Denkweisen.

Die vorliegende wissenschaftliche Ausarbeitung fokussiert sich dabei auf den Teilbereich „Dokumentieren, Protokollieren und Aufbereiten von Daten“.

Damit Untersuchungen reproduzierbar und deren Untersuchungsergebnisse transparent gemacht werden können, ist eine sorgfältige Dokumentation der Untersuchung unerlässlich (Möller & Wyssen, 2017). Die daraus resultierende Wiederholbarkeit stellt ein wesentliches Merkmal eines naturwissenschaftlichen Experiments dar (Rieß, 2012).

Um Rückschlüsse der Untersuchung nachvollziehbar und Vermutungen überprüfbar zu machen, ist eine übersichtliche Aufbereitung der Daten und deren anschließender Vergleich wesentlich (Leuchter, 2017). Auch für Möller und Wyssen (2017) ist die Datenaufbereitung demnach elementar für alle Folgerungen und Interpretationen, die sich im weiteren Untersuchungsverlauf aus den Daten ziehen lassen.

Nach Leuchter (2017) müssen Untersuchungen zur Nachvollziehbarkeit so dokumentiert werden, dass die Wiederholbarkeit durch andere Forscher gewährleistet werden kann. Somit können die Ergebnisse durch mehrere Prüfungen zuverlässig vom Zufall abgegrenzt werden. Dies kann z.B. durch Fotos, Skizzen, Versuchspläne, Forscherprotokolle und Tabellen für gemessene Daten erfolgen. Für Möller und Wyssen (2017) gehört es zu den Kompetenzen im Grundschulbereich, eine Untersuchung sprachlich und zeichnerisch auf Arbeitsblättern mit vorgegebener Struktur dokumentieren zu können. Auf Grundlage einer solchen Dokumen­tation sollten die SuS ebenfalls in der Lage sein, anderen die beobachteten Erkenntnisse mitzuteilen (Murmann et al., 2007). Das Protokollieren der Untersuchung dient dazu, eine korrekte Wiedergabe zu gewährleisten (Mikelskis-Seifert, 2004). Dokumentationen helfen den SuS zudem, sich an bestimmte Experimente zu erinnern und ihren eigenen Lernprozess zu reflektieren (Stiftung Haus der kleinen Forscher, 2011).

3. Thematisch-intentionale Differenzierung

Das deutsche Schulwesen ist mit der Herausforderung konfrontiert, den unterschiedlichen Bedürfnissen der SuS gerecht zu werden und eine optimale Entwicklung zu ermöglichen. Dieses Ziel, den Unterricht an die Bedürfnisse und Lernvoraussetzungen der SuS anzupassen, verfolgt das Konzept der inneren Differenzierung (Paradies & Linser, 2008). Die innere Differenzierung ermöglicht Lernenden unter Berücksichtigung ihres Interesses und Leistungspotentials verschiedene Zugangswege (Bönsch, 1995). Mögliche Anlässe für die innere Differenzierung sind verschiedene Interessen, Neigungen und Gewohnheiten, aber auch das Arbeitstempo, Über- und Unterforderung oder soziale Bedingungen (Riedl, 2008). Die innere Differenzierung unterscheidet die vier Kriterien soziale, mediale, methodische und thematisch-intentionale Differenzierung (Leuchter & Plöger, 2015).

Der Fokus dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung liegt auf der thematisch-intentionalen Differenzierung. Während die intentionale Differenzierung verschiedene Lernziele berück­sichtigt, unterscheidet die thematische Differenzierung hinsichtlich des Schwierigkeitsgrades (Riedl, 2008). Demnach meint die thematisch-intentionale Differenzierung eine Unterschei­dung der Lerninhalte und des Schwierigkeitsgrades unter Berücksichtigung verschiedener Interessen und Arbeitstempi (Riedl, 2008). Somit können nach Leuchter und Plöger (2015) die Aufgaben durch Schwierigkeitsgrade oder unterschiedliche Kompetenzerwartungen differenziert werden. Vor allem das Konzept der Phänomenkreise (Spreckelsen, 1997) eignet sich um naturwissenschaftliche Lernangebote zu differenzieren (Leuchter & Plöger, 2015). In einem Phänomenkreis werden verschiedene Experimente auf Basis des gleichen Funktions­prinzips angeboten. Somit wird ein Phänomen, durch die verstehende Verknüpfung eines bekannten mit einem neuen Phänomen, strukturiert (Spreckelsen, 1997).

In einem geeigneten Ablauf des Experimentierens sollte den SuS genügend Zeit für Wiederholungen in variierenden Kontexten zur Verfügung gestellt werden (Murmann et al., 2007). Gemäß Leuchter und Plöger (2015) liefert dieses Anbieten von Variationen und Wiederholungen einen geeigneten Zugang zur individuellen Förderung und Differenzierung. Daher verknüpfen Leuchter und Plöger (2015) die Variation Theory (Marton & Pang, 2006) mit dem Konzept der Phänomenkreise (Spreckelsen, 1997). Über die Variationsmuster Kontrastieren, Trennen, Verallgemeinern und Kombinieren wird es ermöglicht, Merkmale und Gesetzmäßigkeiten eines Phänomens isoliert zu untersuchen (Marton & Pang, 2006; zitiert nach Leuchter & Plöger, 2015). Phänomenkreise (Spreckelsen, 1997) kombiniert mit der Variation Theory (Marton & Pang, 2006) ermöglichen Lerninhalte im Hinblick auf die thematisch-intentionale Differenzierung zu exzerpieren (Leuchter & Plöger, 2015).

4. Diskussion

Das Experimentieren im Sachunterricht eröffnet den SuS die Möglichkeit sich selbstständig Phänomenen der Lebenswelt zu nähern, in dem ihnen Raum für aktive Erarbeitungsprozesse - eigenständiges Planen und Handeln - gegeben wird. Das Prinzip der thematisch-intentionalen Differenzierung unterstützt dabei, selbstständig zu lernen, da die SuS Aufgaben bearbeiten, die individuell auf sie abgestimmt sind.

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Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Dokumentieren, Protokollieren, Daten aufbereiten und thematisch-intentionale Differenzierung im naturwissenschaftlichen Unterricht
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
8
Katalognummer
V509780
ISBN (eBook)
9783346080318
ISBN (Buch)
9783346080325
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dokumentieren, Protokollieren, Daten aufbereiten, Thematisch intentionale Differenzierung
Arbeit zitieren
Tobias Grimm (Autor), 2017, Dokumentieren, Protokollieren, Daten aufbereiten und thematisch-intentionale Differenzierung im naturwissenschaftlichen Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509780

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