„Tor für Deutschland – Chancen für Deutschland, sich als Reiseland zu profilieren!“, „Die Region kann mit der Ski-WM gewinnen“ oder „Die Welt blickt auf München“. So oder mit ähnlichen Titeln berichten die regionalen Medien oder die Fachpresse häufig vor Sportgroßveranstaltungen. Ein Grund diese Schlagzeilen zu hinterfragen. Laut dieser Aussagen profitieren Länder, Regionen oder deren Tourismus von der Durchführung einer Sportgroßveranstaltung und lassen eine durchweg optimistische Sichtweise erkennen. Aber sind die Effekte und Auswirkungen einer solchen Veranstaltung tatsächlich immer nur positiv?
Diese Arbeit beschäftigt sich mit allen Effekten, egal ob positiv oder negativ. Ziel ist es über allgemeine Wirkungen zu den speziellen Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf deren Austragungsort zu gelangen.
Als Grundlage werden im Kapitel „Effekte von Sportgroßveranstaltungen“ zunächst die Auswirkungen und Effekte von Sportgroßveranstaltungen im Allgemeinen dargestellt. Zur anschaulicheren und praxisorientierteren Darstellung der Auswirkungen von Sportgroßveranstaltung auf Austragungsländer beschäftigt sich diese Arbeit dann im folgenden Kapitel mit den Auswirkungen und Effekten von Sportgroßveranstaltungen am ausgewählten Praxisbeispiel der FIFA Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Es wird untersucht, welche kurz- und langfristigen Effekte durch die Ausrichtung dieser Sportgroßveranstaltung für verschiedene Anspruchsgruppen, wie Sponsoren, ausrichtende Städte, Unternehmen und die Bevölkerung entstanden sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Effekte von Sportgroßveranstaltungen
2.1 Monetärer externer Nutzen
2.2 Externer, nicht monetärer Nutzen
2.3 Ökonomische Effekte
2.4 Ökologische Effekte
2.5 Soziokulturelle Effekte
2.6 Politische Effekte
2.7 Direkte/ Indirekte Effekte
3. Effekte von Sportgroßveranstaltungen am Beispiel der FIFA Fußball WM 2014 in Brasilien
3.1 Effekte für Sponsoren
3.2 Effekte für das Land und die ausrichtenden Städte
3.3 Effekte für Unternehmen
3.4 Effekte für die Bevölkerung
3.5 Fazit für Brasilien als Gastgeberland der WM 2014
4. Zuspruch für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die vielfältigen ökonomischen, ökologischen, soziokulturellen und politischen Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen. Ziel ist es, sowohl positive als auch negative Effekte zu identifizieren und diese anhand des Praxisbeispiels der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien sowie mit Blick auf die Akzeptanz in Deutschland kritisch zu beleuchten.
- Klassifizierung und Analyse allgemeiner Wirkungsfelder von Sportgroßereignissen.
- Untersuchung der kurz- und langfristigen Effekte für unterschiedliche Anspruchsgruppen.
- Analyse der Auswirkungen der WM 2014 in Brasilien auf Sponsoren, Städte und Bevölkerung.
- Diskussion der Bedingungen für eine höhere Akzeptanz solcher Events in der deutschen Bevölkerung.
Auszug aus dem Buch
3.1. Effekte für Sponsoren
Für Sponsoren bringt eine Sportgroßveranstaltung wie die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft eine Reihe an positiven Effekten. Der größte Aspekt, der im Zuge einer WM für Sponsoren ausschlaggebend ist, ist die internationale Aufmerksamkeit. Viele Firmen und Unternehmen springen auf den WM-Effekt, um sich zu präsentieren. Sie nutzen die Attribute eines Sportgroßereignisses, wie eine WM, das ist z.B. hohe Aufmerksamkeit und Emotionalität. Ebenso erreichen sie eine große Zielgruppe, bei der eine hohe Konsumbereitschaft besteht. Sie können eine WM als Zugpferd für ihre eigenen Vermarktungsstrategien nutzen.
Bei der WM 2014 gab es sechs, von der FIFA zugelassene, Konzerne die offiziell während der WM werben durften. Diese waren Sony, Adidas, Coca-Cola, Hyundai, Emirates und Visa. Sie haben den Vorteil, dass keiner ihrer Rivalen offiziell bei der WM, d.h. mit dem WM-Logo, dem WM-Pokal oder sonstigen FIFA geschützten Namen oder Logos, werben dürfen.
Die Konkurrenten dieser Unternehmen betreiben allerdings das sog. Ambush-Marketing. Sie nutzen die mediale Aufmerksamkeit der Sportgroßveranstaltung, ohne selbst Sponsor dieser Veranstaltung zu sein. Offizielle Sponsoren versuchen über eine Sportgroßveranstaltung ihr Image zu pflegen und Aufmerksamkeit zu generieren. Obwohl die FIFA das Recht an der Vermarktung der Fußball-Weltmeisterschaft hat, ist es grundsätzlich jedem erlaubt, über die Veranstaltung zu berichten und so als Trittbrettfahrer das enorme allgemeine Interesse für eigene Zwecke auszunutzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein und hinterfragt die oft optimistische mediale Berichterstattung über Sportgroßveranstaltungen, indem sie eine kritische Analyse aller Effekte ankündigt.
2. Effekte von Sportgroßveranstaltungen: Dieses Kapitel systematisiert die verschiedenen Wirkungskategorien wie ökonomische, ökologische und soziokulturelle Effekte, die bei Sportgroßereignissen auftreten können.
3. Effekte von Sportgroßveranstaltungen am Beispiel der FIFA Fußball WM 2014 in Brasilien: Anhand dieses Praxisbeispiels werden die tatsächlichen Auswirkungen auf diverse Interessengruppen detailliert aufgezeigt, wobei besonders die Diskrepanz zwischen kurzfristigen Gewinnen und langfristigen Belastungen deutlich wird.
4. Zuspruch für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland: Es wird erörtert, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit die deutsche Bevölkerung einer erneuten Ausrichtung positiv gegenübersteht, wobei insbesondere die ökologische Nachhaltigkeit und finanzielle Transparenz hervorgehoben werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Auswirkungen komplex sind und der oft unterstellte langfristige Nutzen für die Gastgeberländer kritisch zu hinterfragen bleibt.
Schlüsselwörter
Sportgroßveranstaltung, FIFA Fußball-Weltmeisterschaft, Ökonomische Effekte, Infrastruktur, Sponsoring, Ambush-Marketing, Brasilien, Tourismus, Soziokulturelle Auswirkungen, Bevölkerung, Nachhaltigkeit, Kosten-Nutzen-Analyse, Imageeffekt, Sportmanagement, öffentliche Wahrnehmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf die jeweiligen Austragungsländer unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Faktoren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die externe Nutzenbewertung, die Interessen von Sponsoren, infrastrukturelle Veränderungen sowie die öffentliche Akzeptanz solcher Großevents.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein objektives Bild der Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen zu zeichnen und zu klären, ob die Versprechen eines langfristigen wirtschaftlichen Aufschwungs tatsächlich haltbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie eine Fallstudienanalyse am Beispiel der WM 2014 in Brasilien, um die theoretischen Konzepte auf die Praxis anzuwenden.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Wirkungsweisen und eine praxisnahe Analyse der FIFA WM 2014, ergänzt durch eine Untersuchung der Akzeptanzbedingungen für Deutschland.
Welche Schlagworte charakterisieren die Publikation am besten?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sportgroßveranstaltung, Sponsoring, Imagegewinn, ökonomische Auswirkungen und gesellschaftliche Akzeptanz.
Wie bewertet die Autorin die Situation in Brasilien nach der WM 2014?
Das Fazit für Brasilien fällt gemischt aus: Zwar gab es kurzfristige Beschäftigungseffekte und Imagegewinne, jedoch stehen dem enorme Kosten und langfristig kaum genutzte Infrastrukturen gegenüber.
Welchen Einfluss hat das Thema Ambush-Marketing auf offizielle Sponsoren?
Ambush-Marketing stellt für offizielle Partner eine Herausforderung dar, da Konkurrenten versuchen, durch die mediale Reichweite des Events Aufmerksamkeit zu generieren, ohne selbst Sponsoringgebühren zu entrichten.
Was hat die „Nolympia“-Bewegung zur Debatte beigetragen?
Die Bewegung zeigt eindrucksvoll die Vorbehalte der deutschen Bevölkerung gegenüber der Zerstörung von Naturraum und der hohen finanziellen Belastung durch Großprojekte.
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- Eloise Hammer (Autor), 2017, Effekte von Sportgroßveranstaltungen. Die FIFA Fußball WM 2014 in Brasilien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509789