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Die Gestalttherapie

Title: Die Gestalttherapie

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 64 Pages , Grade: 1

Autor:in: Ariane Struck (Author)

Psychology - Consulting and Therapy
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Summary Excerpt Details

1. Die humanistische Psychologie und ihre Therapieformen

Eine radikale Abkehr von der Psychoanalyse führte etwa ab 1950 in den USA zur Entwicklung neuer Theorien und Verfahren, die unter der Bezeichnung humanistische Psychologie bekannt sind (Kraiker /Burkhard 1983).
Die Humanistische Psychologie gründet sich auf ein humanistisches Wertsystem, das die Achtung vor dem menschlichen Wesen und vor seiner individuellen Entwicklung betont. In den Vordergrund tritt der Wunsch, im Hier und Jetzt offen, begegnungsfähig und verantwortlich für seine eigenen Entscheidungen zu sein. Die Humanistische Psychologie geht von einem aktiven, autonomen Selbst aus, das nach Selbstverwirklichung durch Entwicklung und Differenzierung der vorhandenen Anlagen strebt und sich dabei an kulturellen Werten ausrichtet,- der Mensch wird als organisches Ganzes, als Einheit kognitiver, seelischer und körperlicher Aspekte betrachtet. Sie orientiert sich an Vorstellungen vom "gesunden" Menschen, der sich durch Ganzheitlichkeit, Selbstverantwortlichkeit, Humanität und Entwicklungsfähigkeit auszeichnet (Dinslage 1990).

Nachfolgend sind einige grundlegende Aspekte des Menschenbildes der Humanistischen Psychologie aufgeführt:
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. DIE HUMANISTISCHE PSYCHOLOGIE UND IHRE THERAPIEFORMEN

2. DIE GESTALTPSYCHOLOGIE

3. DIE ENTWICKLUNG DER GESTALTTHERAPIE

4. DIE GRUNDLAGEN DER GESTALTTHERAPIE

4.1 Einführung

4.2 Das fakultative Strukturmodell

4.2.1 Das Selbst als Kontaktfunktion

4.2.2 Das Ich (als Akt der Absicht)

4.2.3 Persönlichkeit

4.3 Es-Selbst-Ich-Außenwelt-Verhältnis

4.4 Assimiliertes Über-Ich

4.5 Kontaktzyklus

4.6 Organismische Selbstregulation

4.7 Assimilation und Wachstum

4.8 Blockierung des Bewußtseins (Abwehrmechanismen)

4.8.1 Introjektion

4.8.2 Projektion

4.8.3 Retroflektion

4.8.4 Konfluenz

4.8.5 Deflektion

4.8.6 Desensitivierung

5. ZUR KRANKHEITSLEHRE DER GESTALTTHERAPIE

5.1 Die Gestaltgesetze

5.2 Die Auffassung von Ganzheit

5.3 Die Gestaltbildung

5.4 Der „gesunde“ Mensch als Utopie

5.5 Der neurotische Mensch als Realität

5.5.1 Die Entstehung von Neurosen nach Petzold

5.5.2 Das 5-Phasen-Modell der Neurosenauflösung nach Perls

5.5.3 Das 4-Phasen-Modell der Problemlösungsprozesses nach Petzold

6. ZUR METHODIK UND TECHNIK DER GESTALTTHERAPEUTISCHEN BEHANDLUNG

6.1 Therapieziele

6.2 Das Vorgehen des Gestalttherapeuten

6.2.1 Fördern

6.2.2 Stützen

6.2.3 Frustrieren

6.2.4 Konfrontieren

6.2.5 Paradoxe Interventionen

6.2.6 Anregen und Verstärken

6.2.7 Vergegenwärtigen

6.3 Förderung von Selbstverantwortlichkeit und Bewußtheit

6.3.1 Interaktion

6.3.2 Keine Fragen

6.3.3 "Wie" statt "Warum"

6.3.4 Nichts erzwingen

6.3.5 Bewußtheit / Awareness

6.4 Therapeutische Techniken

6.4.1 Ich-Sprache

6.4.2 Der leere Stuhl

6.4.3 Umkehr

6.4.4 Beachtung nichtverbaler Signale

6.4.5 Die Verwendung von Metaphern

6.4.6 Bewußtheit lenken

6.4.7 Experimentieren

6.4.8 Rollenspiel

6.4.9 Rollentausch

6.4.10 Innerer Dialog

6.4.11 Traumarbeit

6.4.12 Kreative Medien

7. FORMEN DER GESTALTTHERAPIE

7.1 Einzel- und Gruppentherapie

7.2 Ost- und Westküstenstil

8. DIAGNOSTIK

9. KLIENTEL UND BEHANDLUNGSDAUER

10. FORSCHUNG

11. KRITIK

12. LITERATUR

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die theoretischen Grundlagen und die methodische Praxis der Gestalttherapie. Das Hauptziel besteht darin, die zentralen Konzepte der Gestalttherapie – wie die organismische Selbstregulation, die Bedeutung des „Hier und Jetzt“ und die Arbeit an Kontaktstörungen – verständlich darzulegen und deren therapeutische Anwendung im Rahmen eines humanistischen Menschenbildes aufzuzeigen.

  • Historische Herleitung und theoretische Fundierung der Gestalttherapie innerhalb der Humanistischen Psychologie.
  • Erläuterung der zentralen Strukturmodelle und Konzepte wie Kontaktzyklus, Assimilation und Abwehrmechanismen.
  • Detaillierte Darstellung des therapeutischen Vorgehens, insbesondere der verschiedenen Interventionsstile und Techniken.
  • Diskussion von Krankheitsverständnis, Neurosenmodellen und der Bedeutung von Bewusstheit (Awareness) für den Heilungsprozess.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Das Selbst als Kontaktfunktion

Das Selbst umfaßt die Teilsysteme "Ich", "Es" und "Persönlichkeit. Allerdings sind diese Teilsysteme nicht scharf gegeneinander abgegrenzt (Kritz 1994): Das Selbst wird bei Perls als Funktion der schöpferischen Anpassung im Organismus/Umweltfeld definiert. Es ist zunächst eine Funktion der Physiologie, soweit es das Gewahrwerden innerer Erlebnis- und Handlungsbereitschaften betrifft, und es ist gleichzeitig eine Funktion des "Feldes", soweit das Umfeld vom Selbst wahrgenommen wird und es darauf Bezug nimmt. Das Selbst hat somit keine festen Grenzen, es hebt die Trennung zwischen Geist, Körper und Außenwelt auf und existiert in jedem besonderen Fall im Kontakt zu einer wirklichen Situation.

Das Selbst ist die Zeitgestalt der spontan wahrgenommenen Kontaktfunktion nach innen und außen. Das System des Selbst ist der Integrator des Organismus. Es versucht einen Ausgleich zu schaffen zwischen 1., den Triebimpulsen, von denen es für Perls zumindest den Hunger- und den Sexualtrieb gibt, in dessen beider Dienste die Aggression stehen kann, 2., den Möglichkeiten und Ansprüchen der Außenwelt und 3., der richtunggebenden Identität der Persönlichkeit. Das Kontaktsystem des Selbst steht im Dienste der organismischen Selbstregulation (siehe weiter unten).

Zusammenfassung der Kapitel

1. DIE HUMANISTISCHE PSYCHOLOGIE UND IHRE THERAPIEFORMEN: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Humanistischen Psychologie als „Dritte Kraft“ und deren zentrales Wertesystem, das den Menschen als Ganzheit betrachtet.

2. DIE GESTALTPSYCHOLOGIE: Hier wird die Herleitung der Gestalttherapie aus der Gestaltpsychologie beschrieben und betont, dass das menschliche Erleben nur als organisiertes Ganzes verstanden werden kann.

3. DIE ENTWICKLUNG DER GESTALTTHERAPIE: Das Kapitel zeichnet den Lebensweg und die Einflüsse von Fritz Perls nach, von seiner psychoanalytischen Ausbildung bis hin zur Begründung der Gestalttherapie.

4. DIE GRUNDLAGEN DER GESTALTTHERAPIE: Hier werden die Kernkonzepte der Theorie eingeführt, darunter das Kontaktmodell, der Kontaktzyklus und verschiedene Mechanismen der Kontaktvermeidung.

5. ZUR KRANKHEITSLEHRE DER GESTALTTHERAPIE: Dieser Teil analysiert das Verständnis von Gesundheit und Neurose sowie die Bedeutung unerledigter Gestalten für die psychische Stabilität.

6. ZUR METHODIK UND TECHNIK DER GESTALTTHERAPEUTISCHEN BEHANDLUNG: Dieses zentrale Kapitel beschreibt die Rolle des Therapeuten, therapeutische Interventionen wie Stützen und Frustrieren sowie spezifische Techniken wie den „leeren Stuhl“.

7. FORMEN DER GESTALTTHERAPIE: Ein Überblick über die unterschiedlichen Anwendungsbereiche der Methode, einschließlich Einzel- und Gruppentherapie sowie regionaler Stilunterschiede.

8. DIAGNOSTIK: Erklärt den prozessualen Ansatz der Diagnostik, bei dem nicht das Krankheitsbild, sondern das Verhalten des Klienten im Fokus steht.

9. KLIENTEL UND BEHANDLUNGSDAUER: Diskutiert die Anwendbarkeit der Gestalttherapie bei verschiedenen Altersgruppen und Problemkonstellationen.

10. FORSCHUNG: Beleuchtet den aktuellen Stand der empirischen Erforschung der Gestalttherapie und die methodischen Herausforderungen bei der Untersuchung nicht-verbaler Prozesse.

11. KRITIK: Fasst die gängigen Einwände gegen die Gestalttherapie zusammen, darunter den Vorwurf der „gesellschaftlichen Blindheit“ und die Gefahr einer oberflächlichen Symptombehandlung.

12. LITERATUR: Eine Zusammenstellung der verwendeten Quellen und der wichtigsten Standardwerke der Gestalttherapie.

Schlüsselwörter

Gestalttherapie, Fritz Perls, Humanistische Psychologie, Awareness, Kontaktzyklus, organismische Selbstregulation, Kontaktvermeidung, Neurosen, therapeutische Interventionen, Ganzheitlichkeit, unerledigte Geschäfte, Hier und Jetzt, leere Stuhl, Selbstverantwortung, Persönlichkeitswachstum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine umfassende Einführung in die Theorie und Praxis der Gestalttherapie, ausgehend von ihren Wurzeln in der Humanistischen Psychologie bis hin zu den konkreten methodischen Anwendungstechniken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Gestalttherapie, dem Verständnis von organismischer Selbstregulation, dem Konzept des „Hier und Jetzt“, der Analyse von Neurosen als Wachstumsstörungen sowie den spezifischen therapeutischen Techniken.

Was ist das primäre Ziel der Gestalttherapie?

Das primäre Ziel ist die Schließung „unerledigter Geschäfte“ und die Förderung der Selbstverantwortung des Klienten, damit dieser zu einem effektiven Funktionieren und einem authentischen Kontakt mit sich und seiner Umwelt gelangt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Gestalttherapie nutzt einen phänomenologischen und erlebnisorientierten Ansatz, der darauf abzielt, durch Experimentieren im „Hier und Jetzt“ neue Erfahrungen zu ermöglichen, anstatt lediglich nach Ursachen in der Vergangenheit zu suchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Fundierung (Strukturmodell, Kontaktzyklus), die Krankheitslehre (Neurose als Kontaktstörung), den therapeutischen Stil (Wechselspiel von Stützen und Frustrieren) und eine detaillierte Auflistung der therapeutischen Werkzeuge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Awareness (Bewusstheit), organismische Selbstregulation, Gestaltbildung, Kontaktzyklus, „Hier und Jetzt“, sowie die verschiedenen Formen der Kontaktvermeidung wie Projektion und Introjektion.

Wie geht ein Gestalttherapeut mit einer Blockade des Klienten um?

Ein Gestalttherapeut nutzt Techniken wie die „Paradoxe Intervention“ oder den „Inneren Dialog“, um den Klienten auf seine Widerstände aufmerksam zu machen und ihn dabei zu unterstützen, die Blockierung im „Hier und Jetzt“ als aktiven Prozess zu erleben und schließlich aufzulösen.

Warum ist das „Hier und Jetzt“ in der Gestalttherapie so bedeutsam?

Da nach gestalttherapeutischer Auffassung die Vergangenheit nicht mehr existiert und die Zukunft noch nicht vorhanden ist, kann wirklicher Kontakt und Heilung nur in der aktuellen Begegnung stattfinden, wobei die Vergangenheit lediglich als Einfluss auf das gegenwärtige Erleben in den Prozess einfließt.

Excerpt out of 64 pages  - scroll top

Details

Title
Die Gestalttherapie
College
University of Duisburg-Essen  (Psychologisches Institut)
Course
Gesprächstherapie
Grade
1
Author
Ariane Struck (Author)
Publication Year
2000
Pages
64
Catalog Number
V5100
ISBN (eBook)
9783638130974
Language
German
Tags
Gestalttherapie Gesprächstherapie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ariane Struck (Author), 2000, Die Gestalttherapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5100
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