Lehren und Lernen. Eine Essay-Sammlung


Essay, 2017

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Einleitung

2. Essay im Themenbereich „Lehren und Lernen“

3. Essay im Themenbereich „Entwicklung“

4. Essay im Themenbereich „Gegenstand und Aufgaben der pädagogischen Psychologie“

5. Allgemeines Fazit und Positionsbestimmung

6.Literaturverzeichnis

1. Allgemeine Einleitung

In dem Seminar psychische Bedingungen (und Prozesse) von Bildung und Erziehung wurde sich mit fünf Themenbereichen auseinandergesetzt, aus denen drei für das Verfassen dreier Essays ausgewählt werden sollte.

Mein Interesse viel zunächst auf den Themenbereich „Lehren und Lernen“, da mir dieser Bereich als Lehramtsstudentin in meinem späteren Beruf am präsentesten sein wird. Besonders angeregt haben mich die Seminarinhalte zum Thema der Lernmotivation von Schülerinnen und Schülern1. Ich stellte mir die Frage, ob das Miteinbeziehen von verschiedenen Medien die Lernmotivation der SuS erhöhen könnte. Im Zuge meiner Recherche stellte ich folgende Hypothese auf, die Lernmotivation von SuS wird durch den Einsatz von computergestütztem Lernen in Schulen gefördert.

In meinem zweiten Essay aus dem Themenbereich „Entwicklung“ wird der autoritäre Erziehungsstil im Vordergrund stehen. Die Frage nach dem Einfluss und der Auswirkung des elterlichen Erziehungsstils auf die kindliche Entwicklung, hat mich schon seit längerer Zeit interessiert. Ich stellte die Hypothese auf, dass sich der autoritäre Erziehungsstil negativ auf die Entwicklung des Kindes ausübt.

Abschließend werde ich mich in meinem letzten Essay mit dem Themenbereich „Gegenstand und Aufgaben der pädagogischen Psychologie“ beschäftigen. Vor allem die präsente Flüchtlingsthematik im Bildungsbereich veranlasste mich dazu die Aufgaben der pädagogischen Psychologie noch einmal genauer zu untersuchen. Nach der Auseinandersetzung mit entsprechender Fachliteratur entwickelte ich folgende Hypothese, Die pädagogisch psychologische Beratung im Bildungsbereich Schule gewinnt zunehmend an Bedeutsamkeit.

2. Essay im Themenbereich „Lehren und Lernen“

„Lernmotivation wird als Absicht verstanden, spezifische Inhalte oder Fertigkeiten zu lernen, um damit bestimmte Ziele, bzw. Zielzustände zu erreichen“ (Schiefele, 2009, S. 154). Hierbei können zwei Kategorien von Zielen unterschieden werden. Im ersten Fall, der extrinsischen Motivation, liegen die angestrebten Zielzustände außerhalb der Handlung. Im zweiten Fall, der intrinsischen Motivation, liegen die angestrebten Zielzustände innerhalb der Handlung. Extrinsisch motivierte SuS, streben beispielsweise die Anerkennung ihrer Lehrer oder eine gute Note für die erbrachte Leistung an. Bei intrinsisch motivierten SuS stehen eher das Interesse am Lerngegenstand oder die eigenen Kompetenzgefühle während des Lernprozesses, im Vordergrund (Schiefele, 2009). Franz Joseph Röll (2003) betont, dass die intrinsische Motivation leistungsfördernder sei, als die extrinsische.

Erfolgreiches Lernen und Lehren spielt insbesondere in der Schule eine große Rolle. Der Erfolg des Lernens hängt maßgeblich von der Motivation der SuS ab. Aufgrund dessen werden stetig neue Versuche unternommen, SuS noch gelungener zu motivieren. Aufgrund der Tatsache, dass SuS im Kontext Schule meist extrinsisch motiviert sind, wird vor allem versucht die intrinsische Motivation zu fördern (Schoor, 2010).

Seit Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts spielt die Nutzung von „neuen Medien“ in Schulen, eine wichtige Rolle. Es werden stetig neue Computerprogramme und elektronische Hilfsmittel entwickelt. Ich habe diese Entwicklung in meiner Schullaufbahn selber miterleben dürfen. In der Grundschule wurde noch die Kreidetafel benutzt, während auf dem Gymnasium nur noch mit Smartboards gearbeitet wurde. Auch aus der Perspektive des Lehrenden, habe ich bereits Erfahrungen beim Einsatz von computerunterstütztem Lernen sammeln können. Bei der Nutzung des Lernprogrammes Budenberg, konnte ich eine erhöhte Lernmotivation einzelner SuS feststellen. Dies veranlasste mich dazu folgende Hypothese aufzustellen:

Die Lernmotivation von Schülerinnen und Schülern wird durch den Einsatz von computergestütztem Lernen in Schulen gefördert.

Diese Hypothese werde ich zunächst durch das Gegenüberstellen von Argumenten untersuchen, um in Anschluss persönlich Stellung zu beziehen.

Dem Lehrenden eröffnet der Einsatz von neuen Medien, neue Möglichkeiten den Lerngegenstand zu präsentieren. Es wird sich beispielsweise erhofft, das Lösen von Bildungsproblemen in den Naturwissenschaften, durch den Einsatz von neuen Medien, zu lösen. Häufig eignen sich SuS Wissen zwar an, doch die Anwendung dessen, bereitet dem Großteil Schwierigkeiten. Durch das computergestützte Lernen sind SuS in der Lage, das angelernte Wissen anzuwenden und zu trainieren (Deimann, 2002).

Kritiker hingegen sehen darin die Gefahr, dass SuS die Differenz zwischen Computerlogik und Lebenspraxis nicht mehr trennen können und außerhalb der Schule Beschwerden haben könnten (Röll, 2003). Lankau (2017) behauptet sogar, dass es nichts gibt, was man nicht auch ohne Computereinsatz lernen könnte.

Im Fokus der intrinsischen Motivation steht unteranderem der Aspekt der Neugierde. Vor allem Kinder haben ein natürliches Explorationsbedürfnis, welches durch den abwechslungsreichen Einsatz von Medien im Unterricht, angeregt werden kann. Unterschiedliche Forschungsergebnisse haben ergeben, dass Kinder bei der computergestützten Arbeit konzentrierter gearbeitet haben und motivierter waren (Deimann, 2002). Der „Hawthrone-Effekt“ nimmt hingegen an, dass die Neugiermotivation nicht als langanhaltend betrachtet werden kann, da sie mit der Zeit abnimmt (Busse, 2002).

Das individualisierte Lernen, wäre jedoch ein weiterer wichtiger Aspekt, welcher für den Einsatz von Medien im Unterricht sprechen würde. Der Schwierigkeitsgrad und die Lerngeschwindigkeit kann einfacher an die SuS angepasst werden, wodurch Frustration durch andauerndes Unverständnis umgangen werden kann. Das spielerische Lernen findet besonders bei den jüngeren SuS Anklang und kann durch den Einsatz von Medien im Unterricht gut aufgegriffen werden. Die SuS empfinden häufig Spaß bei der Ausübung von Lernspielen. Aufgrund dessen arbeiten Programmierer daran, Elemente aus beliebten Computerspielen in die Lernprogramme zu integrieren. Dadurch wird vor allem die intrinsische Motivation der Kinder angeregt. Im Gegensatz dazu besteht jedoch ebenfalls die Möglichkeit, dass SuS sich bei der Arbeit mit Medien eher isoliert fühlen könnten, da es weniger reale Mitlernende gibt, wodurch sie an Motivation verlieren könnten (Deimann, 2002).

Der Umgang mit dem Computer an sich, kann einige SuS vor eine neue Herausforderung stellen. Jedoch können sie nach der Einarbeitung von den kreativen Möglichkeiten, Inhalte zu modifizieren und selbst zu gestalten, profitieren. Dieser Aspekt zielt darauf ab, das individuelle Interesse der SuS aufzugreifen und somit die intrinsische Motivation zu fördern (Deimann, 2009).

Zusammenfassend betrachtet, komme ich zu dem Schluss, dass der Einsatz von neuen Medien in Schulen die intrinsische Motivation der SuS definitiv fördern kann. Der spielerische Lernprozess durch Computerprogramme, zielt explizit darauf ab, Freude am Lerngegenstand zu entwickeln. Dementsprechend halte ich es für bedeutsam, das computergestützte Lernen in den Unterricht miteinzubeziehen. Der Hawthrone-Effekt sollte in diesem Zusammenhang jedoch nicht außer Acht gelassen werden, auch wenn Medien durch ihre Vielfältigkeit stets neue Möglichkeiten bieten, die Neugier der SuS aufs Neue zu entfachen. Durch die Komplexität und die multiperspektivischen Präsentationsmöglichkeiten des Lerngegenstandes, sind multimediale Lernangebote meiner Ansicht nach sehr gut dazu geeignet, Interesse und Lernmotivation zu fördern. Ebenfalls könnte man durch den Einsatz von neuen Medien, den individuellen Bedürfnisse der SuS gerechter werden. Nichtsdestotrotz empfinde ich es für Wichtig, verschiedene Unterrichtsstrategien und Lehrmethoden anzuwenden. Der Computer oder andere technische Hilfsmittel sollten keineswegs die Lehrkraft ersetzen. Eine abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung mit und ohne den Einsatz von medialen Lernangeboten stellt meines Erachtens nach, eine gute Balance dar. Die SuS sollten auf keinen Fall den Bezug zur Realität verlieren, indem sie sich ausschließlich mit dem Computer auseinandersetzen.

3. Essay im Themenbereich „Entwicklung“

Bis in die 70er Jahre hinein hat sich die Forschung noch intensiv mit dem Bereich der Erziehungsstile und deren Auswirkungen auf Kinder beschäftigt. Nach einem Forschungsstillstand von ca. 25 Jahren tritt die Frage nach Erziehungsstilen und Erziehungszielen erneut in den Fokus (Liebenwein, 2008). „Nicht zuletzt wurde die Bedeutung des elterlichen Erziehungsverhaltens im Kontext der in Deutschland besonders stark ausgeprägten Bildungsbenachteiligung von Schülern aus der Unterschicht nach PISA intensiv diskutiert“ (Liebenwein, 2008, S.9). Angeregt durch die Seminarinhalte zum Themenbereich „Entwicklung“, im speziellen der Anlage-Umwelt-Debatte, fiel mein Interesse auf den Einfluss der unterschiedlichen Erziehungsstile und deren Auswirkung auf die kindliche Entwicklung. Besonders der autoritäre Erziehungsstil weckte meine Neugierde und veranlasste mich dazu folgende Hypothese aufzustellen: Ein autoritärer Erziehungsstil wirkt sich negativ auf die Entwicklung des Kindes aus.

Zunächst werde ich einen Überblick über die unterschiedlichen Erziehungsstile geben, anschließend den autoritären Erziehungsstil hinsichtlich der Hypothese untersuchen und am Ende persönlich Stellung dazu nehmen.

Baumrind (1991 a, b), differenziert drei prototypische Erziehungsstile in Bezug auf das Vorschulalter. Den autoritativen, permissiven und autoritären Erziehungsstil.

Der autoritative Erziehungsstil zeichnet sich dadurch aus, dass Eltern ihre Kinder anleiten, indem sie ihnen die Hintergründe für ihre Entscheidungen und ihr Verhalten sachlich erklären. Sie sind konsistent in ihrem Verhalten und thematisieren explizit ihre Überzeugungen und Ansprüche. Die Eltern fühlen sich mit ihren Kindern emotional sehr stark verbunden und handeln sehr fürsorglich (Baumrind, 1991 a, b).

Der permissive Erziehungsstil zeichnet sich dadurch aus, dass Eltern mit ihren Kindern sehr nachsichtig umgehen. Sie verzichten auf Strafen oder autoritäre Durchsetzungspraktiken und vermeiden es, Grenzen konsequent durchzusetzen. Sie verhalten sich gegenüber ihren Kindern ebenfalls liebevoll und fürsorglich (Baumrind, 1991 a, b).

Der autoritäre Erziehungsstil ist von der Kontrolle über das Kind geprägt. Die Eltern versuchen das Verhalten des Kindes zu kontrollieren und ihre Einstellungen zu formen. Häufig orientieren sich die Eltern an religiösen Normen, traditionellen Werten oder moralischen Vorstellungen. Durch kontrollierende und strafende Verhaltensweisen wird versucht die Formung des Kindes nach den eigenen Vorstellungen durchzusetzen (Baumrind, 1991 a, b).

[...]


1 Im Folgendem werden Schüler und Schülerinnen zur besseren Lesbarkeit mit SuS abgekürzt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Lehren und Lernen. Eine Essay-Sammlung
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V510067
ISBN (eBook)
9783346077103
ISBN (Buch)
9783346077110
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernmotivation, Erziehungsstil, pädagogische Psychologie, Entwicklung, Lehren, Lernen
Arbeit zitieren
Sina Engelbrecht (Autor), 2017, Lehren und Lernen. Eine Essay-Sammlung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510067

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