Diese Arbeit untersucht die wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung der Philosophie und dessen Wandel. Das Ideal der antiken Philosophie, durch sie in Übereinstimmung mit dem ‚Logos‘ aus der Ruhe der Seele (Ataraxi) harmonisch zu leben, ist den neueren Zeiten abhandengekommen. Plato lässt Sokrates in der ‚Apologie‘ aussagen, dass ein undurchdachtes Leben für den Menschen nicht wert sei, gelebt zu werden. Das dachte auch Epikur, der sich als Seelenarzt verstehende Philosoph auch der sexuellen Lust, ich betone das ausdrücklich gegen eine ganze Reihe von Philosophiegeschichten, die wohl offensichtlich von düster-protestantischen Philosophen geschrieben worden sind, die ihre Phrase nicht belegen können. Wir finden in seinem Schriftgut Lobreden auf die Lust des Bauches.
Das uns heute vorliegende Schriftgut von Epikur gibt bezüglich einer Fleischaversion in sexueller Hinsicht nichts her. Der zentrale Gedanke Epikurs ist das Heil der Seele, um das sich seine stets im Dienst der Heilung befindliche Philosophie dreht. Der Epikureer spricht den an Schmerzen leidenden Trost zu: Der heftige Schmerz sei kurz, der langandauernde aber nicht heftig. Der Epikureismus, der die Menschen durch Aufklärung über den Unsinn strafender Götter von Angst, Schmerz und Unruhe befreien wollte und der die Lehre von der Lust, die er negativ als Abwesenheit von Schmerz bestimmt, als Ziel des menschlichen Lebens ganz oben anstellte, ist und bleibt doch die wohlschmeckendste Frucht der antiken Philosophie. Denn wie sollte eine Ataraxie ohne sexuelle Erfüllung möglich sein?
Diese asexuelle Behauptung läuft auf eine Abstraktion der menschlichen Entwicklungsgeschichte hinaus. Epikur befreite uns von der Furcht vor den Göttern und verbannte sie in die Intermundien, vergatterte sie wie die Deisten der Aufklärung zur Passivität, jedenfalls uns Menschen gegenüber. Sexuelle Befriedigung auf atheistische Art, ohne verstecktes Glotzen der Götter und der Pfaffen, das tut der menschlichen Seele gut.
Inhaltsverzeichnis
Zum Wandel der wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung der Philosophie
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert kritisch den historischen Wandel der Philosophie, insbesondere deren Übergang von einer idealistischen Metaphysik hin zum dialektischen Materialismus, um die Rolle der Wissenschaft im Kontext proletarischer Emanzipation und gesellschaftlicher Revolution zu beleuchten.
- Die historische Dialektik von Idealismus und Materialismus
- Die philosophische Bedeutung von Descartes, Hegel, Feuerbach und Marx
- Die Funktion der Philosophie in der Klassengesellschaft
- Wissenschaft und revolutionäre Praxis als notwendige Einheit
- Die Kritik an der Entfremdung in der modernen kapitalistischen Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
Zum Wandel der wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung der Philosophie
Das Ideal der antiken Philosophie, durch sie in Übereinstimmung mit dem ‚Logos‘ aus der Ruhe der Seele (Ataraxi) harmonisch zu leben, ist den neueren Zeiten abhandengekommen. Plato lässt Sokrates in der ‚Apologie‘ aussagen, dass ein undurchdachtes Leben für den Menschen nicht wert sei, gelebt zu werden. Das dachte auch Epikur, der sich als Seelenarzt verstehende Philosoph auch der sexuellen Lust, ich betone das ausdrücklich gegen eine ganze Reihe von Philosophiegeschichten, die wohl offensichtlich von düster protestantischen Philosophen geschrieben worden sind, die ihre Phrase nicht belegen können. Wir finden in seinem Schriftgut Lobreden auf die Lust des Bauches. Das uns heute vorliegende Schriftgut von Epikur gibt bezüglich einer Fleischaversion in sexueller Hinsicht nichts her. Der zentrale Gedanke Epikurs ist das Heil der Seele, um das sich seine stets im Dienst der Heilung befindliche Philosophie dreht. Der Epikureer spricht den an Schmerzen leidenden Trost zu: Der heftige Schmerz sei kurz, der langandauernde aber nicht heftig. Der Epikureismus, der die Menschen durch Aufklärung über den Unsinn strafender Götter von Angst, Schmerz und Unruhe befreien wollte und der die Lehre von der Lust, die er negativ als Abwesenheit von Schmerz bestimmt, als Ziel des menschlichen Lebens ganz oben anstellte, ist und bleibt doch die wohlschmeckendste Frucht der antiken Philosophie. Denn wie sollte eine Ataraxie ohne sexuelle Erfüllung möglich sein? Diese asexuelle Behauptung läuft auf eine Abstraktion der menschlichen Entwicklungsgeschichte hinaus. Epikur befreite uns von der Furcht vor den Göttern und verbannte sie in die Intermundien, vergatterte sie wie die Deisten der Aufklärung zur Passivität, jedenfalls uns Menschen gegenüber. Sexuelle Befriedigung auf atheistische Art, ohne verstecktes Glotzen der Götter und der Pfaffen, das tut der menschlichen Seele gut.
Zusammenfassung der Kapitel
Zum Wandel der wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung der Philosophie: Die Einleitung und der Hauptteil untersuchen die historische Entwicklung der Philosophie von der Antike über den Idealismus bis hin zum wissenschaftlichen Materialismus von Marx und Engels. Dabei wird die Rolle der Philosophie als Instrument der Klassenherrschaft dekonstruiert und die Notwendigkeit einer revolutionären Wissenschaft für die proletarische Weltbefreiung hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Philosophiegeschichte, dialektischer Materialismus, Klassenkampf, Proletariat, Hegel, Marx, Entfremdung, Ideologiekritik, Revolution, Wissenschaft, Feuerbach, Basis und Überbau, gesellschaftliche Evolution, Epikureismus, Weltgeist.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und der gesellschaftlichen Funktion der Philosophie von der Antike bis zum Marxismus-Leninismus unter Berücksichtigung ökonomischer und klassenspezifischer Bedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Kritik des Idealismus, die Rolle der revolutionären Praxis, die Analyse von Basis und Überbau sowie die Überwindung religiöser und metaphysischer Weltinterpretationen durch den historischen Materialismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist der Nachweis, dass Philosophie in einer Klassengesellschaft untrennbar mit den Interessen der herrschenden Klasse verbunden ist und erst durch den Marxismus zu einer Waffe der proletarischen Revolution wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode des dialektischen und historischen Materialismus angewandt, um geschichtliche Prozesse und philosophische Strömungen als Ausdruck materieller Lebensbedingungen zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Brüche innerhalb der Philosophiegeschichte, insbesondere die Kritik an Hegel durch Feuerbach und die revolutionäre Umgestaltung des Denkens durch Marx und Engels für die Arbeiterklasse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Materialismus, Klassenkampf, Dialektik, Entfremdung, Revolution, Hegelscher Idealismus und die Rolle des Proletariats.
Wie bewertet der Autor die moderne Philosophie?
Der Autor sieht in der heutigen bürgerlichen Philosophie weitgehend eine Sackgasse, da sie keine Verbindung zur revolutionären Praxis aufweise und weiterhin in idealistischen oder metaphysischen Mustern verhaftet sei.
Welche Bedeutung kommt der "ersten Feuerbachthese" für die Arbeit zu?
Sie dient als theoretischer Dreh- und Angelpunkt, um die philosophische Tradition der bloßen Interpretation der Welt zu kritisieren und die Notwendigkeit der aktiven, praktischen Veränderung durch das Proletariat zu begründen.
- Quote paper
- Heinz Ahlreip (Author), 2019, Zum Wandel der wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung der Philosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510332