Diese Arbeit präsentiert einen wirtschaftlichen Bauablaufplanung eines Einfamilienhauses. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Ermittlung der optimalen Rahmenbedingungen, die die Bauplanung und den Bauablauf wirtschaftlich und zur gleichen Zeit qualitativ am sinnvollsten machen. Anhand der Gegenüberstellung der verschiedenen Alternativen und Handlungsansätze sollen Vor- und Nachteile, aber auch Chancen herausgearbeitet werden. Der Rahmen dieser Arbeit umfasst sowohl die Planungs- als auch Bauausführungsgrundlagen. Der Fokus liegt dabei auf den Rohbauarbeiten, also den Erdarbeiten und dem Errichten von Wänden, Decken und Dachkonstruktion. Diese Arbeit stellt dabei eine Art Handbuch über die Bauabwicklung eines Einfamilienhauses dar und richtet sich dabei vor allem an die Bauherren.
Der Fokus liegt auf den folgenden Forschungsfragen: Wie können Bauherren im Rahmen des Hausbaus den Kostenrahmen so gering wie möglich halten und gleichzeitig ihre Vorstellungen bezüglich Gestaltung und Funktion miteinbinden? Mit welchen Maß-nahmen können die Kosten klein gehalten werden? Welche Möglichkeiten und Wege des Hausbaus gibt es, wo liegen die Unterschiede und welchen finanziellen Rahmen bieten sie jeweils?
In den letzten zehn Jahren sind in Deutschland über 950.000 Einfamilienhäuser errichtet worden. Eine höhere Lebensqualität, mehr Sicherheit und nicht zuletzt niedrige Zinsen und günstige Finanzierungen machen das Bauen eines Eigenheims besonders in den letzten Jahren attraktiv. Das unterlegt auch eine Studie zum Thema Wohnpräferenzen der Deutschen, die angibt, dass 67 Prozent der Deutschen das Wohnen in einem frei stehen-den Haus mit Garten bevorzugen. Die Verwirklichung der eigenen Ideen steht dabei jedoch oft im Konflikt mit dem verfügbaren Budget.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wahl des Baupartners
2.1 Fertig- bzw. Massivhausanbieter
2.2 Architekt
2.3 Generalunternehmen
2.4 Einzelvergabe
3 Grundstück
4 Kosten- und Vorentwurfsplanung
4.1 Projektgesamtkosten
4.2 Aspekte der Kosteneinsparungen
4.2.1 Einsparung der Menge
4.2.2 Einsparung in der Ausführungsvariante
4.2.3 Einsparung durch Eigenleistung
4.2.4 Einsparung durch energieeffizientes Bauen
4.3 Vorentwurf
5 Ausführungsplanung
5.1 Vorbereitende Maßnahmen
5.2 Erdarbeiten
5.3 Wände und Dämmsysteme
6 Nutzwertanalyse
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die wirtschaftliche Bauablaufplanung für ein Einfamilienhaus zu erarbeiten, wobei der Schwerpunkt auf der Ermittlung optimaler Rahmenbedingungen liegt, um den Bau sowohl wirtschaftlich als auch qualitativ sinnvoll zu gestalten. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Bauherren den Kostenrahmen minimieren und gleichzeitig ihre Vorstellungen in Bezug auf Gestaltung und Funktion integrieren können.
- Vergleich verschiedener Baupartner-Optionen (Fertighaus, Architekt, Generalunternehmen, Einzelvergabe)
- Analyse von Kosteneinsparpotenzialen durch Menge, Ausführungsvarianten, Eigenleistung und Energieeffizienz
- Planungsgrundlagen und Anforderungen bei der Grundstückssuche
- Technische Aspekte der Ausführungsplanung im Rohbau
- Einsatz der Nutzwertanalyse als Instrument zur Entscheidungsfindung bei Materialalternativen
Auszug aus dem Buch
2.1 Fertig- bzw. Massivhausanbieter
Unter einem Fertighaus versteht man ein industriell vorgefertigtes Haus, das erst vor Ort auf der Baustelle montiert wird. Über das klassische Fertigteilhaus hinaus wird auch der Bau von Häusern in Massivbauweise durch Unternehmen auf dem Markt angeboten, die im Projektablauf dem eines Fertighauses ähneln und deshalb hier mit aufgeführt werden. Unter der Massivbauweise versteht man alle Konstruktionen, bei denen keine Trennung zwischen tragenden und raumabschließenden Funktionen unterschieden werden kann. Es kommen also tragende und massive Wände und Decken zum Einsatz, die den Bau tragen und statisch absichern. Im Gegensatz zur Fertigbauweise werden die notwendigen Materialien zur Baustelle transportiert und erst dort nach und nach in das Bauvorhaben eingebaut. Der Unterschied zwischen Fertig- und Massivhaus liegt demzufolge in der Vorfertigung.
Entscheidet sich der Bauherr für den Bau eines Fertig- oder Massivhauses, so besteht i.d.R. nur ein Werkvertrag mit dem jeweiligen Hausanbieter. Der Bauherr selbst ist nur für die Grundstücksbeschaffung und die Kontrolle und Abnahme des Gebäudes verantwortlich, wobei auch hier teilweise Unterstützung durch das Unternehmen geboten werden kann. Die oben beschriebene Aufgabenverteilung ist in der nachfolgenden Abbildung dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung legt die Ausgangssituation für das Bauen von Einfamilienhäusern dar, definiert das Ziel der Arbeit zur wirtschaftlichen Bauablaufplanung und benennt die zentralen Forschungsfragen.
2 Wahl des Baupartners: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Möglichkeiten der Baupartnerwahl wie Fertig-/Massivhausanbieter, Architekten, Generalunternehmen und Einzelvergabe hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile.
3 Grundstück: Es werden die notwendigen Schritte beim Grundstückserwerb, die Prüfung von Bebauungsplänen, die Bedeutung von Bodenrichtwerten und das Verfahren des Grundstückskaufs erläutert.
4 Kosten- und Vorentwurfsplanung: Dieses Kapitel behandelt die Zusammensetzung der Projektgesamtkosten, diverse Kosteneinsparungsaspekte und die Erstellung eines Vorentwurfs anhand eines Mustereinfamilienhauses.
5 Ausführungsplanung: Der Fokus liegt hier auf dem Ablauf der Bauausführung im Gewerk Rohbau, einschließlich vorbereitender Maßnahmen, Erdarbeiten sowie der Errichtung von Wänden und Dämmsystemen.
6 Nutzwertanalyse: Vorstellung und Anwendung der Nutzwertanalyse als Methode zur fundierten Entscheidungsfindung bei der Auswahl von Fassadendämmstoffen.
7 Fazit: Das Fazit fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt eine zusammenfassende Antwort auf die in der Einleitung aufgeworfene Forschungsfrage.
Schlüsselwörter
Bauablaufplanung, Einfamilienhaus, Kosteneinsparung, Baupartner, Grundstückswert, Rohbau, Erdarbeiten, Wandkonstruktion, Dämmsysteme, Nutzwertanalyse, Wirtschaftlichkeit, Eigenleistung, Energieeffizienz, EnEV, Massivbauweise
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Bauablaufplanung für die Abwicklung eines Einfamilienhauses.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Wahl des passenden Baupartners, die Kostenplanung, die Grundstückssuche sowie die technisch-wirtschaftliche Umsetzung der Rohbauarbeiten und Dämmung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ermitteln, wie Bauherren im Rahmen des Hausbaus den Kostenrahmen minimieren und gleichzeitig persönliche Vorstellungen bei Gestaltung und Funktion einbinden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Entscheidungsfindung verwendet?
Die Arbeit nutzt die Nutzwertanalyse als objektive Bewertungsmethode, um komplexe Alternativen – beispielhaft am Vergleich von Dämmstoffen – nach verschiedenen Kriterien zu gewichten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Baupartner-Optionen, die Kostenplanung und Aspekte der Kosteneinsparung, die Grundstücksthematik sowie eine detaillierte Ausführungsplanung für den Rohbau.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bauablaufplanung, Wirtschaftlichkeit, Kosteneinsparung, Massivbauweise, Eigenleistung, Energieeffizienz und Nutzwertanalyse.
Welchen Einfluss hat die Wahl des Baupartners auf das Budget?
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Abgabe von Verantwortung an professionelle Partner wie Architekten oder Generalunternehmen zwar zu höheren Kosten führt, aber das Risiko für Fehler und Eigenaufwand minimiert, während eine Einzelvergabe zwar theoretisch am günstigsten, aber organisatorisch am anspruchsvollsten ist.
Warum ist die Grundstückssuche so entscheidend für die Wirtschaftlichkeit?
Die Wahl des Grundstücks beeinflusst durch Baugrundverhältnisse, Erschließungskosten sowie rechtliche Anforderungen (Bebauungsplan) maßgeblich die Baukosten und kann bei unvorhergesehenen Komplikationen zu erheblichen Mehrkosten führen.
- Arbeit zitieren
- Eva Meißner (Autor:in), 2019, Wirtschaftliche Bauablaufplanung eines Einfamilienhauses. Was muss bei der Wahl des Baupartners und des Grundstücks beachtet werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510355