Nachhaltige Investments für Privatanleger

Eine kriterienbezogene Beurteilung


Studienarbeit, 2017
29 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen von Investmentanlagen
2.1 Investmentfonds
2.2 Kennzahlen für erfolgreiches Investieren

3 Grundlagen nachhaltiger Investmentanlagen
3.1 Nachhaltigkeit
3.2 Historische Entwicklung
3.3 Gegenwärtige Marktsituation
3.4 Bedeutung nachhaltiger Investments
3.5 Nachhaltige Investmentstrategien
3.6 Nachhaltigkeitsindizes
3.7 Nachhaltige Anlageformen

4 Kriterienbezogener Vergleich von nachhaltigen und konventionellen Investmentanlagen
4.1 Kriterien für Investmentvergleich
4.2 Performance-, Volatilitäts- und Renditevergleich

5 Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Magisches Viereck einer Geldanlage

Abb. 2: Volumen nachhaltiger Investmentfonds

Abb. 3: Beispiele für Positivkriterien

Abb. 4: Beispiele für Negativkriterien

Abb. 5: Peergroup-Vergleich Aktien Welt

1 Einleitung

Der Begriff Nachhaltigkeit wurde zu Beginn der 1990er Jahre und in den Folgejahren vorwiegend in Zusammenhang mit globalen Umweltproblemen genannt. Beispielsweise dem Abbau der Ozonschicht oder auch dem Treibhauseffekt. Mittlerweile hat der Begriff jedoch auch in der Wirtschaft, sowie am Finanzmarkt, einen festen Platz. Durch die global zunehmenden Staatsverschuldungen, verschiedenen Umweltkatastrophen, oder auch die Rolle einiger Großbanken während der Finanzkrise, haben sowohl Unternehmen, als auch viele private Anleger, einen massiven wirtschaftlichen Schaden erlitten. Durch Negativereignisse wie diese haben nachhaltige Investmentanlagen einen spürbaren Auftrieb seitens der Anleger erhalten.[1] Bereits im Jahr 2012 lag der Anteil von nachhaltigen Geldanlagen, in Relation zum gesamten Anlagevolumen, in den Vereinigten Staaten von Amerika bei etwa 11 Prozent. Im Verhältnis zu den Investoren in den Vereinigten Staaten von Amerika, sind die deutschen Anleger bezüglich nachhaltiger Geldanlagen noch zögerlicher. Im Jahr 2012 lag der Anteil, gemessen am Gesamtmarkt noch bei einem Prozent. Jedoch ließ sich dort schon ein positiver Trend bezüglich der Anlagevolumina, sowie der zahl der Anlagemöglichkeiten erkennen.[2] Alleine diese positiven Entwicklungen könnten ein Anzeichen dafür sein, dass sich nachhaltiges Wirtschaften und zudem die Erwirtschaftung von Renditen nicht ausschließen müssen.[3]

Die Frage nach der Vereinbarkeit von Ethik, beziehungsweise Nachhaltigkeit, auf der einen Seite und der Erzielung von Gewinnen auf der anderen Seite, wird in der Praxis von Experten kontrovers diskutiert und verschiedene Studien haben in derr Vergangenheit bereits versucht, Aussagen über einen Renditenachteil zu treffen, kamen jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen. Somit besteht weiterhin die grundsätzliche Frage, ob nachhaltige Geldanlagen das Potenzial zu lukrativen Investments haben, oder ob sich Performance und gleichzeitig nachhaltiges Wirtschaften tendenziell ausschließen.[4]

1.1 Zielsetzung der Arbeit

Ziel dieser Hausarbeit ist es dem Rezipienten zunächst die grundlegenden Begriffe Nachhaltigkeit und Wirtschaftsethik zu erläutern und ihn zudem in die theoretischen Grundlagen von Kapitalanlagen einzuführen. Anschließend wird die gegenwärtige Marktsituation, sowie die Bedeutung von nachhaltigen Investments näher beleuchtet, um infolgedessen mögliche Strategien zum nachhaltigen Investieren aufzuzeigen. Nachdem darüber hinaus verschiedene nachhaltige Anlageformen vorgestellt wurden, findet eine kriterienbezogene Beurteilung statt, welche die Forschungsfrage dieser Hausarbeit beantworten soll. Diese lautet:

Wie ist die Performance von nachhaltigen Investments, im Vergleich zu der Performance ihrer konventionellen Pendants?

Diesbezüglich soll also überprüft werden, ob nachhaltige Kapitalanlagen neben ethisch- moralischen Ansprüchen, auch dem Anspruch auf eine reale Anlagealternative aus finanziellen Gesichtspunkten gerecht werden.

1.2 Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit ist in fünf aufeinander aufbauende Kapitel gegliedert. Des Weiteren wird die Arbeit in einen praktischen und einen theoretischen Teil gegliedert. Im Anschluss an die Einleitung folgen die theoretischen Grundlagen von Nachhaltigkeit und nachhaltigen Kapitalanlagen. Anschließend erfolgt im praktischen Teil dieser Arbeit eine kriterienbezogene Beurteilung nachhaltiger und konventioneller Geldanlagen, um die gestellte Forschungsfrage zu beantworten, bevor sie mit einem Fazit endet.

2 Theoretische Grundlagen von Investmentanlagen

Im folgenden Kapitel dieser Hausarbeit werden zunächst bedeutende Bestandteile einer vorwiegend ökonomisch orientierten Kapitalanlage erläutert, um eine theoretische Grundlage für einen kriterienbezogenen Vergleich zwischen konventionellen und nachhaltigen Geldanlagen zu schaffen. Neben einer Erklärung zu Investmentfonds und unterschiedlichen Kennzahlen, erfolgt auch eine Beschreibung grundlegender Begriffe wie Rendite, Liquidität und Risiko.[5]

Das wichtigste Ziel für einen Investors, bezüglich seiner Geldanlage, ist die eigene Nutzenmaximierung. Jedenfalls wenn man aus der Perspektive des homo oeconomicus argumentiert. Bei einer effizienten Kapitalanlage sind vordergründig meist drei Faktoren von Bedeutung, welche als nutzenerhöhende oder auch nutzensenkende Faktoren bezeichnet werden können. Diese sind zum einen die Rendite, die Liquidität und die Sicherheit, beziehungsweise der mit ihr verbundene Gegenspieler, das Risiko. Diese werden in Hinblick auf ihren Zusammenhang als Magisches Dreieck einer Geldanlage bezeichnet.[6] Die Rendite ist für den Anleger ein Indiz dafür, wie gut er es geschafft hat, nach einer gewissen Investitionszeit, einen zuvor abgegebenen Geldbetrag in ein bestimmtes Anlageergebnis zu verwandeln. Dementsprechend stellt die Rendite das monetäre Ergebnis nach einer Investition, in Relation zum zuvor eingesetzten Geldbetrag, dar.[7] Zudem muss bemerkt werden, dass die Rendite immer in Zusammenhang mit dem Risiko einer Kapitalanlage betrachtet werden muss, da diese Faktoren stets miteinander korrelieren.[8]

Der zweite Baustein des magischen Dreiecks, die Liquidität, gibt unter anderem Auskunft über die Höhe des Bargeldstandes eines Investors.[9] Auch wenn dies der eigentliche Sinn des Begriffs ist, beschreibt dieser, in Zusammenhang mit Kapitalanlagen, ebenso die Möglichkeit für den Anleger seine Anteile und somit Geldanlagen, jederzeit zu fairen Marktpreisen wieder veräußern zu können.[10] Der letzte Baustein, die Sicherheit einer Geldanlage, stellt die Erhaltung des investierten Vermögens dar und steht damit in ständigem Zusammenhang mit dem Risiko.[11] Definiert wird das Risiko in der Literatur, als Möglichkeit eines nicht erwünschten, oder den Zielen abträglichen Ausganges von ökonomischen Aktivitäten. Beispiele für das Risiko bei Geldanlagen können Veränderungen oder Schwankungen in den Märkten sein. Welche Ziele dabei vom Anleger angestrebt werden, ist individuell und zudem situationsabhängig.[12] Zwischen den drei Bausteinen des magischen Dreiecks bestehen stets Unvereinbarkeiten. Beispielsweise wird die Sicherheit in gewissem Maße vernachlässigt, wenn stattdessen eine höhere Rendite erzielt werden soll. Diese beiden Faktoren stehen immer in einer Wechselwirkung miteinander. In dieser Zusammensetzung des magischen Dreiecks werden noch keine nachhaltigen Kriterien berücksichtigt.[13]

2.1 Investmentfonds

Käufe von verschiedenen Finanztiteln wie Wertpapiere, Zertifikate, Anleihen oder auch Beteiligungen an Unternehmen, werden als Investments bezeichnet. Durch diese Kapitalanlagen werden Zahlungsansprüche unmittelbar erworben. Bei Investmentfonds wird Geld von Investmentaktiengesellschaften oder auch Kapitalgesellschaften, von mehreren Anlegern eingesammelt und schließlich in verschiedene Vermögenswerte investiert. Dies geschieht nach dem Prinzip der Diversifikation, also der Risikomischung. Mit Vermögenswerten sind hier auch wieder Aktien, verschiedene Geldmarktinstrumente, Immobilien oder unterschiedliche Aktienindizes gemeint.[14] Der Begriff Investmentfonds beschreibt damit die Summe der von den Investoren eingezahlten monetären Mittel. Einer der größten Vorteile von Investmentfonds gegenüber einzelnen Anlagetiteln ist, dass das Geld der Investoren auf verschiedene Anlagetitel aufgeteilt wird und das Investment somit diversifiziert wird, wodurch eine Risikominderung entsteht.[15] Die Reduzierung des Risikos entsteht also durch den Diversifikationseffekt.[16] Zwar entsteht ein finanzieller Nachteil bei einer Verwaltung des Investmentfonds durch einen Fondsmanager, da dieser unter anderem Gebühren für die jeweilige Verwaltung verlangt, jedoch lassen sich Investmentfonds über online Plattformen auch passiv managen, also ohne die Inanspruchnahme eines aktiven Fondsmanagers.[17]

2.2 Kennzahlen für erfolgreiches Investieren

Risikomaße dienen in Form von Kennzahlen dazu, einzelne Anlagegeschäfte beurteilen zu können. Zum größten Teil basieren diese Risikomaße im Kern auf dem Portfolio Selection Model von Harry Markowitz aus dem Jahr 1952.[18] Die Theorie des Modells basiert auf der Erkenntnis, dass Anleger das Risiko ihrer Investments minimieren können, wenn sie dieses streuen, indem sie in mehrere und damit verschiedene Anlagetitel investieren. Dieses Prinzip wird, wie bereits zuvor erwähnt, Diversifikation genannt.[19] Innerhalb der verschiedenen Anlageklassen, haben sich ebenso unterschiedliche Risikomaße als sinnvoll und zweckdienlich erwiesen. Beispiele für Anlageklassen sind Aktien, Immobilien, Anleihen oder andere Wertpapiere. Nachfolgend werden die wichtigsten Risikomaße kurz erläutert.[20]

Eines der wohl gängigsten Risikomaße ist die Volatilität . Diese stellt das Gesamtrisiko eines Investments dar und wird als die Standardabweichung von historischen Aktienkursen beschrieben.[21] Auf Basis der Verteilungen von vergangenen Kursen, sollen zukünftige Verteilungen von Aktienkursen antizipiert werden. Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Kursrisiken von Anlagen höher sind, je größer die Volatilität ist.[22] Der Betafaktor als weiteres Risikomaß, ist ein Maß, welches die Renditeschwankung einer Aktie, in Vergleich zu der Rendite, welche auf dem gesamten Markt im Durchschnitt gilt, setzt. Diese Kennzahl verdeutlicht wie sensibel die Rendite einer einzelnen Aktie mit einer jeweiligen Renditeveränderung eines Marktindizes korreliert.[23] Die letzte Kennzahl, die in dieser Arbeit vorgestellt wird und welche als Risikomaß dient, ist der Korrelationskoeffizient. Dieser ist ein Maß, welches aus der deskriptiven Statistik stammt und dazu genutzt wird, die Stärke des Zusammenhangs von zwei unterschiedlichen Variablen zu messen. In Bezug auf Kapitalanlagen soll mit dem Korrelationskoeffizienten die Korrelation der Rendite eines Fonds zu einem Index gemessen werden.[24] In der Anlagepraxis bedeutet dies, dass ein Fonds, welcher eine positive Korrelation aufweist im Normalfall dann steigt, wenn ebenso der Index steigt und andersherum.[25] Um das Gesamtrisiko möglichst niedrig zu halten, sollte es im Interesse des Investors sein, seine Anlagen so zu kombinieren, dass diese eine geringe Korrelation untereinander aufweisen.[26]

3 Grundlagen nachhaltiger Investmentanlagen

Nachdem in den vorangegangenen Kapiteln einige der generellen Grundlagen von Kapitalanlagen erklärt wurden, wird in diesem Kapitel auf die Grundlagen nachhaltiger Investments eingegangen. Neben einer Erläuterung bezüglich der historischen Entwicklung von nachhaltigen Geldanlagen, wird zusätzlich die gegenwärtige Marktsituation dargestellt. Zudem wird die Bedeutung dieser Form der Kapitalanlagen beschrieben und mögliche Strategien zum nachhaltigen investieren aufgezeigt.

Um nachhaltige oder ethische Investitionen zu beschreiben, existiert eine Vielzahl von unterschiedlichen Begriffen. Oft wird diese Form der Geldanlage als prinzipiengeleitet, zukunftsfähig, ethikbasiert, oder grün bezeichnet.[27] In den Vereinigten Staaten von Amerika spricht man meist von Social Responsible Investment. In Großbritannien dagegegen von Ethical Investment.[28] Im deutschsprachigen Raum spricht man ebenso oft von einer ethischen Kapitalanlage.[29] Miteinander gemeinsam haben diese unterschiedlichen Begriffe, dass sie alle eine Möglichkeit bieten, unterschiedliche Nachhaltigkeitskriterien in den Kapitalmarkt zu integrieren.[30] Geschieht dies, entsteht eine vierte Ebene, welche zu dem bereits zuvor erwähnten Magischen Dreieck von Kapitalanlagen hinzugefügt wird. Wie in der nachfolgenden Abbildung zu sehen ist, entsteht aus dem Dreieck ein Viereck, indem es durch eine nachhaltige Komponente ergänzt wird. Diese Komponente kann aus verschiedenen Nachhaltigkeitsfaktoren bestehen, wie beispielsweise ökologischen, humanen oder sozialen Kriterien. Prinzipiell unterscheidet sich eine nachhaltig orientierte Kapitalanlage von einer konventionellen also lediglich darin, dass sie neben den ökonomischen Faktoren, zusätzlich auch soziale, sowie ökologische und humane Faktoren berücksichtigt.[31] Dementsprechend tätigt ein Anleger ein nachhaltiges Investment, indem er sich für ein Anlageobjekt entscheidet, welches einen oder mehrere dieser Faktoren einbezieht.[32]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Magisches Viereck einer Geldanlage (Quelle: Werner [2012], S. 36)

3.1 Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeit, beziehungsweise nachhaltige Entwicklung, wird als integratives Modell mehrerer Dimensionen verstanden. Der ökologischen, ökonomischen, sozialen und genauer betrachtet auch der kulturellen Dimension.[33] Zwar können diese Dimensionen als eingeständig betrachtet werden, jedoch sind sie dennoch miteinander gekoppelte Subsysteme, welche in einer Wechselwirkung zueinander stehen. Somit kann Nachhaltigkeit auch nur durch die Integration der zuvor erwähnten Dimensionen erreicht werden. Sowohl die Funktionsfähigkeit, als auch die Störungsresistenz aller Dimensionen muss aufrechterhalten werden.[34] Die bis heute am weitesten verbreitete und damit auch anerkannteste Definition des Begriffs Nachhaltigkeit hat ihren Ursprung im Brundtland-Bericht aus dem Jahr 1987 und stammt von Volker Hauff. In diesem Bericht heißt es, dass eine dauerhafte Entwicklung die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, jedoch ohne zu riskieren, dass die zukünftigen Generationen nicht mehr in der Lage sind ihre Bedürfnisse zu befriedigen.[35]

Dementsprechend lässt sich zusammenfassen, dass soziale Wohlfahrt und wirtschaftliche Entwicklung nür möglich ist, wenn die Natur als Lebensgrundlage ungefährdet ist. Dies bedeutet ebenso, dass auch ökologische Ziele nur schwer erreichbar sind, falls auf der gesellschaftlichen Ebene ökonomische, oder auch soziale Probleme bestehen.[36]

3.2 Historische Entwicklung

Mit Ursprung im anglo-amerikanischen Raum, hat das berücksichtigen von nachhaltigen Kriterien beim investieren in Kapitalanlagen eine lange Tradition. Jedoch war der Beginn dieser Anlageform meist von ethischen und weniger von ökologischen Motiven gekennzeichnet.[37] In Europa hingegen ist diesbezüglich ein spürbarer Aufschwung erst seit der Jahrtausendwende zu verzeichnen.[38] In den vereinigten Staaten von Amerika, wo nachhaltige Geldanlagen ihren Anfang hatten, gehen die Ursprünge bis in das 19. Jahrhundert zurück. Schon damals verzichteten Methodisten und Quäker während der industriellen Revolution darauf, in Rüstungsgeschäfte oder die Sklaverei zu investieren. Durch dieses Verhalten wurde der Begriff Social Responsible Investment zum ersten Mal geprägt.[39] Anschließend wurde dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts, im Jahr 1928 der Pioneer Fund gegründet. Ein Fond welcher Unternehmen ausschloss, die Waffen, Alkohol oder Tabak produzierten. Diese Unternehmen und deren Güter werden bis heute bei den meisten nachhaltig orientierten Kapitalanlagen ausgeschlossen. Anschließend wurden die Ausschlusskriterien für nachhaltige Fonds, beispielsweise noch um Tierversuche, Kinderarbeit, Kernkraft und die Diskriminierung von Frauen und Minderheiten ergänzt.[40] Vor allem der Vietnamkrieg hat viele Investoren dazu bewegt, ihr Geld nicht in Unternehmen anzulegen, die durch den Krieg Gewinne machten. Unter anderem wurde der Chemie-Konzern Dow Chemical boykottiert, da dieser Napalbomben produzierte. Dies führte bei dem Unternehmen zu einer schlechteren Reputation und somit einem sinkenden Aktienkurs.[41] In den Folgejahren wurden in den Vereinigten Staaten von Amerika eine Vielzahl weiterer nachhaltiger Fonds gegründet. Auch solche, die sich nicht nur an Negativkriterien, beziehungsweise Ausschlusskriterien orientierten, sondern zudem auch erstmals Positivkriterien berücksichtigten.[42]

In Europa ist die Historie der nachhaltigen Kapitalanlagen, wie bereits erwähnt, wesentlich jünger. Zum ersten Mal Interesse an nachhaltigen Investments, zeigten Anleger in der 1970er Jahren. 1974 wurde in der Stadt Bochum die GLS Gemeinschaftsbank e.G. gegründet, welche somit die erste ethisch-ökologisch orientierte Bank in Europa war.[43] Genau 10 Jahre später, im Jahr 1984 wurde mit dem Friend of Provident Stewardship Fund der erste nachhaltige Fonds innerhalb Europas gegründet.[44] Eine ganzheitliche und tiefere Integration und Etablierung von nachhaltigen Kapitalanlagen in den europäischen Kapitalmarkt gelang jedoch erst in den letzten 20 Jahren. Vor allem bedingt durch ein höheres Umweltbewusstsein innerhalb der Gesellschaft, sowie einem gestiegenen Interesse bezüglich zukunftsorientierten Technologien.[45] Ein Auslöser für diese gesellschaftliche Entwicklung könnten verschiedene Negativerlebnisse sein, wie das Schiffsunglück der Exxon Valdez, die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl oder auch der globale Treibhauseffekt. Unter anderem waren es diese Ereignisse, die dazu führten, dass die Rolle des Umweltschutzes und die der Industrie und Finanzwirtschaft, von Anlegern miteinander in Verbindung gebracht wurden. Schließlich wurde im Jahr 1989 auch in Deutschland der erste öklogisch-nachhaltig orientierte Fonds aufgelegt, welcher den Namen Luxinvest Ökorent trug.[46]

[...]


[1] Vgl. Werner [2012], S. 13.

[2] Vgl. Faust/Scholz [2008], S. 135.

[3] Vgl. Werner [2012], S. 13.

[4] Vgl. Werner [2012], S. 13 f.

[5] Vgl. Werner [2012], S. 25.

[6] Vgl. Gabriel/Schlagniweit [2009], S. 114.

[7] Vgl. Spreemann [2006], S. 61.

[8] Vgl. Werner [2009], S. 228.

[9] Vgl. Faber [2007], S. 120.

[10] Vgl. Steiner/Bruns [2007], S. 77.

[11] Vgl. Götte [2001], S. 4.

[12] Vgl. Spreemann [2006], S. 101.

[13] Vgl. Pinner [2003], S. 28.

[14] Vgl. Werner [2012], S. 27.

[15] Vgl. May [2009], S. 97.

[16] Vgl. Schmitz [2009], S. 171.

[17] Vgl. Werner [2012], S. 28.

[18] Vgl. Bruns/Meyer-Bullerdiek [2008], S. 8.

[19] Vgl. Markowitz [1991], S. 77.

[20] Vgl. Werner [2012], S. 31.

[21] Vgl. Steiner/Bruns [2007], S. 55.

[22] Vgl. Busse [2003], S. 100.

[23] Vgl. Steiner/Bruns [2007], S. 62.

[24] Vgl. Steiner/Bruns [2007], S. 66.

[25] Vgl. Beike/Schlütz [2001], S. 763.

[26] Vgl. Upgang [2009], S. 47.

[27] Vgl. Pölert [2007], S. 124.

[28] Vgl. Sachs/Fritsche [2008], S. 11.

[29] Vgl. Pinner [2008], S. 65.

[30] Vgl. Pfeiffer [2009], S. 70.

[31] Vgl. Kreutzberg [2006], S. 28.

[32] Vgl. Werner [2012], S. 36.

[33] Vgl. Schmidt [2016], S. 54.

[34] Vgl. Heinrichs/Michelsen [2014], S. 28.

[35] Vgl. Hardtke/Kleinfeld [2010], S. 29.

[36] Vgl. Heinrichs/Michelsen [2014], S. 28 f.

[37] Vgl. Rotthaus [2009], S. 40.

[38] Vgl. Pinner [2007], S. 144.

[39] Vgl. Pinner [2003], S. 79.

[40] Vgl. Rotthaus [2009], S. 40.

[41] Vgl. Gabriel [2008], S. 30.

[42] Vgl. Asplund [2008], S. 18.

[43] Vgl. Rotthaus [2009], S. 41.

[44] Vgl. Sparkes [2002], S. 95.

[45] Vgl. Faust/Scholz [2008], S. 148.

[46] Vgl. Rotthaus [2009], S. 41.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Nachhaltige Investments für Privatanleger
Untertitel
Eine kriterienbezogene Beurteilung
Hochschule
Hochschule Fresenius; Köln
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
29
Katalognummer
V510682
ISBN (eBook)
9783346078735
ISBN (Buch)
9783346078742
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit, Investment, nachhaltiges investieren, nachhaltige investments, Privatanleger, anleger, geldanlage, green investment
Arbeit zitieren
Daniel Koch (Autor), 2017, Nachhaltige Investments für Privatanleger, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510682

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